Titel: Joseph Beuys und die Obdachlosigkeit Edition Staeck
Interview: FDP-Chef Christian Lindner
Kabarett: Nico Semsrott über sein Kaninchen und die AfD

Wohnungslose von der Straße lesen.
2,40 Euro davon 1,20 Euro für den/die VerkäuferIn

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Lesen Sie wohl

Lesen gehört zum Leben. Das legt in der deutschen Sprache schon der Wortlaut nahe. Wie existenziell beide Begriffe im Wesen miteinander verbunden sind, beweist der Erfolg der Zeitschrift fiftyfifty. „Lesen Sie mich von der Straße auf." Ein handgeschriebener Satz auf einem alten Pappschild. Das witzige Wortspiel ist kein billiger Gag! Papperlapapp, es handelt sich um einen eindringlichen Appell! Die Schlagzeile der Kampagne propagiert das Programm, für das jedes Heft steht. Monat für Monat informiert fiftyfifty mit anspruchsvollem Journalismus engagiert und kritisch über menschliche Not.

 

Prof. Korfmacher, seine damalige Studentin Inga Albers, die das Plakat geschaffen hat, und Hubert Ostendorf von fiftyfifty

Doch das ist nur eine Seite der Medaille. Die Idee des Straßenmagazins basiert auf barer Münze. fiftyfifty schafft nämlich im doppelten Sinn des Wortes echten Mehrwert. Denn der Name ist Programm. Dieses Medium ist seine Botschaft. Schon mit dem Kauf der Zeitschrift tut man Gutes. Die eine Hälfte des Preises finanziert die Produktion des Heftes, die andere Hälfte geht direkt an den Verkäufer. Nicht Kopf oder Zahl, sondern Kopf und Zahl! Im Grunde genommen sind alle Verkäufer von fiftyfifty Kleinunternehmer. Sie bekommen tatsächlich nichts geschenkt. Indem sie jedes einzelne Heft auf eigenes Risiko einkaufen, lernen sie, in ihr eigenes Schicksal zu investieren. Mit ihren Verkaufserlösen verfügen sie oft erstmals wieder über ein eigenes Einkommen.

Nicht weniger wichtig als das finanzielle ist das moralische Kapital, das Menschen ohne feste Bleibe mit dem Verkauf von fiftyfifty erwirtschaften. Was sie vor allem verdienen ist Respekt. Indem sie die Arbeit als Verkäufer aufnehmen, übernehmen sie Verantwortung für ihre Zukunft. Die regelmäßige Tätigkeit strukturiert ihren Tag und gibt ihrem Leben neuen Sinn. Der Mut, sich auf die Straße zu stellen und einfach wildfremde Menschen anzusprechen, kann gar nicht hoch genug bewertet werden. Die persönliche Not öffentlich zu machen, ohne zu betteln, erfordert Selbstbewusstsein – und fordert mehr als Mitleid. 

Wenn Sie also, liebe Leserin, lieber Leser, Ihre geschätzte Aufmerksamkeit nicht irgendeinem Text zuwenden, sondern ebendiesem hier, dürfen Sie sich als Lesewesen erleben. Mit der Lektüre von fiftyfifty helfen Sie, Menschen buchstäblich von der Straße aufzulesen. In diesem Sinne: Lesen Sie wohl!

Prof. Wilfried Korfmacher, Hochschule Düsseldorf

http://www.wilfriedkorfmacher.com/archiv/referenzen/fiftyfifty-dach-ueber-kopf.html

 

 

Die fiftyfifty erscheint seit 1995 monatlich und wird für 2,40 Euro auf der Straße angeboten. Die Verkäufer*innen und Verkäufer zahlen 1,20 für den Ankauf, die Differenz ist der Gewinn - Prinzip fiftyfifty. Viele, aber nicht alle sind obdachlos, das Angebot richtet sich generell an von Armut betroffene Menschen. Mittlerweile wird die Zeitung auch von vielen Migrant*innen naus dem osteuropäischen Raum verkauft. Für alle Verkäufer*innen steht sozialarbeiterische Unterstützung zur Verfügung, auch, wenn benötigt, mit Hilfe von Übersetzer*innen. Der Verkauf einer Straßenzeitung bietet den Menschen die Möglichkeit Geld hinzu zu verdienen ohne zu betteln. Die Tätigkeit wirkt tagesstrukturierend und kann helfen Kontakte zu knüpfen. Wie unter Straßenzeitungen üblich, darf nur dort verkauft werden, wo keine andere Straßenzeitung ansässig ist. Das Verbreitungsgebiet der fiftyfifty erstreckt sich über Düsseldorf, Duisburg, Neuss, das Bergische Land, Bonn, Essen und Mönchengladbach. Vereinzelt wird sie auch in Frankfurt am Main angeboten. Im Bergischen Land, in Zusammenarbeit mit der ehemaligen Solinger Straßenzeitung "die Straße", sowie in Bonn wird die Düsseldorfer-Ausgabe durch einzelne lokale Seiten ergänzt.

Jede*r Verkäufer*in muss sich bei fiftyfifty registrieren und erhält einen Verkaufsausweis, der beim Verkauf offen getragen werden soll. Die Ausweise können je nach Stadt unterschiedlich aussehen, immer ist jedoch ein Foto und eine Nummer darauf zu sehen. Oftmals ist diese Nummer auch auf das Decklblatt der Zeitung gestempelt.

Die Verkäufer*innen suchen sich ihre Verkaufsplätze selbst, diese werden von Seiten des Vereins nicht nachgehalten.
Der Verkauf auf privatem Gelände bedarf der Erlaubnis des Eigentümers, als Privatgelände gelten auch Bahnhöfe, S- und U-Bahnstationen, sowie Rheinbahnfahrzeuge. Der Verkauf darf nicht zum Betteln benutzt werden.
 

Bei Fragen oder Problemen: 0211-6012735 oder 0211-2294060.

Beispiele für fiftyfifty Verkaufsausweise in Düsseldorf, Duisburg und Umgebung. In anderen Städten sehen die Ausweise teilweise anders aus.

 

Anzeigen in fiftyfifty

Mit einem Inserat in ffiftyfifty erreichen Sie engagierte, zumeist gut gebildete LeserInnen und stellen zugleich soziales Engagement unter Beweis. Unsere Preise (ohne evtl. mögliche Rabatte z.B. bei Mehrfachschaltung:

1/1 Seite: 2.000 Euro
1/2 Seite: 1.200 Euro
1/4 Seite: 600 Euro
1/8 Seite: 280 Euro
1/16 Seite: 150 Euro

Informationen zu Anzeigenformaten unter: https://ibb.co/c31DBZr

Preise in Euro, zzgl. Mehrwertsteuer.
Es gilt der Anzeigenschlusstermin: 1. Woche des Vormonats

Unsere Anzeigenkunden (eine kleine Auswahl): Stadtwerke Düsseldorf, Museum Kunstpalast, GLS Bank, Mieterverein, Amnesty International

Buchung: Magdalene Risch 0211 9216284

Preise für Gestaltung auf Anfrage.

 


 

 

zum epaper: www.fifty-fifty.de/magazin/epaper