Die Zukunft unserer Straßenzeitung fiftyfifty ist bedroht. Die Digitalisierung und die anhaltende Corona-Krise machen uns schwer zu schaffen. (Hier mehr Infos: https://www.fiftyfifty-galerie.de/artikel/6944/fiftyfifty-retten-mit-einem-digital-sttzungsabo-ab-38-euro-pro-jahr) Um die PAPIER-Ausgabe der fiftyfifty zu stützen, bitten wir Sie sehr herzlich um Abschluss eines Digital-Soli-Abos. Hier klicken, bitte: https://www.fiftyfifty-galerie.de/kunst/7278/1-2-3-fiftyfifty-digital-abo

 

Liebe Leserinnen und Leser!

die Mai-Ausgabe unseres Straßenmagazins fiftyfifty hat es wieder einmal in sich. Unser Autor Arno Gehring nähert sich mit sensibel geführten Interviews dem Tabu-Thema „Liebe unter Obdachlosen“. Ein Auszug: Sich haben, eine Liebe auf der Straße zu finden, eine Partnerschaft mit Schmetterlingen im Bauch zu leben, trotz aller Umstände - das gibt es. Auch wenn die Öffentlichkeit das fast komplett ignoriert oder nicht sehen will. Ein „Igitt-Thema“. Immer noch tabu. Googelt man z.B. „Liebe“ im Internet, finden sich Millionen Geschichten. Googelt man „Liebe unter Obdachlosen“ findet sich kaum etwas. Sie scheint es irgendwie nicht zu geben. Aber auch Google weiß ja nicht alles.   

Kein Geringerer, als Satiriker Martin Sonneborn, Mitherausgeber des Satiremagazins Titanic, der einst Thomas Gottschalk mit seiner berühmten Buntstift-Wette genarrt hatte, nun für „seine“ satirische PARTEI Mitglied im EU-Parlarment, schreibt über die Folgen des Krieges in der Ukraine: Für die Bundeswehr, die jedes Jahr (!) rund 50 Milliarden Euro (!) erhält – zweitgrößter Einzelposten im Bundeshaushalt – soll es jetzt zusätzlich ein Sondervermögen von 100.000 Millionen geben. Wenn wir uns, hüstel, nicht verrechnet haben, will die Ampel-Koalition somit in den nächsten vier Jahren PRO MINUTE 150.000 Euro in Rüstung stecken. Während die gesellschaftlichen Subsysteme der Bildung, Gesundheit, öffentliche Daseinsfürsorge, Bierversorgung, digitale & Verkehrsinfrastruktur in Zeitlupe... äh: zerbröseln. 

Ist nur  e i n e  Meinung im demokratischen Spektrum - wir können auch anderer Meinung sein, völlig klar.

Außerdem in der neuen fiftyfifty: Ein Beitrag unseres Streetworkers Oliver Ongaro über die Schwierigkeiten, einen Krankenhausplatz für einen Obdachlosen zu bekommen. Ein Buch von Tobias Schlegl berichtet eindringlich von der anhaltenden Flüchtlingstragödie im Mittelmeer und einem Einsatz des Rettungsschiffs Sea-Eye-4. Thomas Hirsch empfiehlt eine Ausstellung des Sprayers von Zürich, Harald Nageli, in Köln. Eva Pfister bespricht den neuen Roman der Autorin Emine Sevgi Özdamar, die demnächst den Düsseldorfer Literaturpreis erhält. Hans Peter Heinrich schließlich stellt Argumente für und gegen das 100-Milliarden-Sondervermögen-Militär-Programm der Bundesregierung zusammen. Und Clara Vesely berichtet über die Hilfsorganisation „Merhaba & Mahlzeit“.

Sie sehen also: Wieder einmal ein gelungenes Heft - die Lektüre lohnt sich. Hoffen wir, dass es auf der Straße einen guten Absatz findet, damit unsere obdachlosen Verkäufer*innen ein wenig Geld verdienen, um ihre Not zu lindern. Deshalb auch ist es wichtig, dass Sie weiterhin auch die Zeitung auf der Straße kaufen und tatsächlich abnehmen, um die Auflage wieder zu stabilisieren.

Ihr fiftyfifty-Team

 

PS: Auch jede Spende ist willkommen. Bitte spenden Sie auf unser Konto von asphalt e.V./fiftyfifty bei der Postbank Essen, DE35 3601 0043 0539 6614 31 oder online hier: www.fiftyfifty-galerie.de/spenden.

Wir bitten Sie auch, sofern noch nicht geschehen, die fiftyfifty nicht nur auf der Straße zu kaufen, das natürlich in jedem Fall!!!, sondern auch digital zu abonnieren, so, wie dies bereits fast 1.400 Menschen getan haben. Mit dem Digital-Abo tragen Sie dazu bei, dass wir trotz des Auflagenrückgangs die Print-Ausgabe, die für Obdachlose überlebenswichtig ist und durch die jeden Monat über 100.000 Euro auf der Straße umverteilt werden, weiter produzieren können. Mehr Infos und Bestellmöglichkeit ab 38 Euro/Jahr hier: https://www.fiftyfifty-galerie.de/artikel/6944/fiftyfifty-retten-mit-einem-digital-sttzungsabo-ab-38-euro-pro-jahr. (Jede/r neue Abonnent*in bekommt ein Kunstwerk geschenkt.)

PPS: Bitte kein Bettelgeld geben, sondern das Heft auch tatsächlich abnehmen (Tip gerne). Die neue fiftyfifty mit diesen und weiteren Beiträgen ist bei den fiftyfifty-Straßenverkäufer*innen im Verbreitungsgebiet erhältlich. Wie üblich für 2,80 Euro, die Hälfte davon ist für den/die Verkäufer*in.