Die Zukunft unserer Straßenzeitung fiftyfifty ist bedroht. Die Digitalisierung und die anhaltende Corona-Krise machen uns schwer zu schaffen. (Hier mehr Infos: https://www.fiftyfifty-galerie.de/artikel/6944/fiftyfifty-retten-mit-einem-digital-sttzungsabo-ab-38-euro-pro-jahr) Um die PAPIER-Ausgabe der fiftyfifty zu stützen, bitten wir Sie sehr herzlich um Abschluss eines Digital-Soli-Abos. Hier klicken, bitte: https://www.fiftyfifty-galerie.de/kunst/7278/1-2-3-fiftyfifty-digital-abo

Und wieder ein neues Jahr mit einer neuen fiftyfifty – die erste für 2021. Die Herausforderungen des Jahres 2020 haben wir mit Ihrer Hilfe gut gemeistert. Danke dafür. Was das neue Jahr wohl bringen mag? Weil wir viel Hilfe und Solidarität in unserem Engagement für Obdachlose erhalten haben, blicken wir trotz vieler Schwierigkeiten hoffnungsvoll in das neue Jahr. Wir wünschen uns, dass auch Sie dies ein wenig wenigstens tun können.

Das neue Heft ist wieder einmal sehr gelungen – dank unseres wunderbaren Redaktionsteams. Im Vorwort stellt unser Streetworker Kai Ansorge die Forderung auf, dass die sozialen Folgen der Corona-Krise von denen bezahlt werden muss, die dies am besten können. Kai wörtlich: “Wenn wir am Ziel einer solidarischen Gesellschaft festhalten wollen, müssen diejenigen, die mehr abgeben können, dazu auch gezwungen werden. Wer von der Krise profitiert, muss auch mehr Steuern zahlen – das ist nur gerecht.”

Arno Gehring hat zusammen mit seiner Frau, der Fotografin Nicole Gehring, und unserer Grafikerin Heike Hassel eine neue Serie begonnen. Motto: Hinter jeder fiftyfifty steckt ein Mensch. Im ersten Portrait wird unser Verkäufer Georg vorgestellt, der trotz mancher Rückschläge sein Leben auf der Straße und danach in einer Wohnung gut meistert.

Der Titel von Peter Heinrich beschäftigt sich mit der Kraft der Melancholie. Sie wird oft mit Depression verwechselt. Diese jedoch ist ein Leiden, das die Seele erstickt, während Melancholie sie weiten kann, Platz schafft für Gedanken und Kreativität. Der Melancholiker tritt einen Schritt zurück, begegnet dem Alltäglichen mit Besonnenheit und Skepsis. Bereits Aristoteles war überzeugt, dass alle außergewöhnlichen Menschen in Kunst und Wissenschaft Melancholiker sind, dass ein gewisser Grad an Weltschmerz jedem Nachdenklichen eigen ist. Wie wahr, gerade in Pandemie-Zeiten. Apropos: Peter Heinrich widmet sich in einem weiteren Artikel dem Thema “Kinderarmut in Corona-Zeiten”. Das Leben jedes fünften Kindes in Deutschland ist von Armut überschattet, nicht selten mit lebenslangen Folgen wie sozialen und psychischen Entwicklungsdefiziten oder Bildungsnachteilen. Die Corona-Krise droht das Problem weiter zu verschärfen. Es ist mit einem deutlichen Anstieg der Armutszahlen zu rechnen.

Unser Kunsthistoriker Thomas Hirsch beschreibt eine wunderbare Ausstellung des Künstlers und fiftyfifty-Unterstützers Stephan Balkenhol in Duisburg, die hoffentlich bald auch zu besuchen sein wird. Balkenhol ist einer der bekanntesten Bildhauer der Welt und mit überdimensionalen Holzskulpturen berühmt geworden. Und Kultur-Redakteurin Eva Pfister liefert eine kleine Biographie des Schriftstellers Friedrich Dürrenmatt, der nun 100 Jahre alt geworden wäre.

Alles in Allem wieder ein spannendes, lehrreiches und kurzweiliges Heft. Wir wünschen gute Lektüre.

Wir bitten Sie – als gute Tat für das neue Jahr – sofern noch nicht geschehen, die fiftyfifty nicht nur auf der Straße zu kaufen, das natürlich in jedem Fall!!!, sondern auch digital zu abonnieren, so, wie dies bereits fast 700 Menschen getan haben. Mit dem Digital-Abo tragen Sie dazu bei, dass wir trotz des Auflagenrückgangs u.a. durch Corona die Print-Ausgabe, die für Obdachlose überlebenswichtig ist und durch die jeden Monat über 100.000 Euro auf der Straße umverteilt werden, weiter produzieren können. Mehr Infos und Bestellmöglichkeit ab 38 Euro/Jahr hier: https://www.fiftyfifty-galerie.de/artikel/6944/fiftyfifty-retten-mit-einem-digital-sttzungsabo-ab-38-euro-pro-jahr. (Jede/r neue Abonnent*in bekommt ein Kunstwerk – Fisch Multiple plus Grafik von Kondo - im Wert von 100 Euro geschenkt.)

Ihnen und Ihren Lieben Glück, Zufriedenheit und Gesundheit im neuen Jahr.

Übrigens: Wenn Sie Verkäufer*innen der fiftyfifty auf der Straße sehen, kaufen Sie bitte eine Zeitung. Jeden Monat werden durch den Straßenverkauf über 100.000 Euro umverteilt – zwischen Obdachlosen, die nichts haben, und Menschen mit mehr oder weniger Einkommen. Dies soll auch so bleiben.

PS: Bitte kein Bettelgeld geben, sondern das Heft auch tatsächlich abnehmen (Tip gerne). Die neue fiftyfifty mit diesen und weiteren Beiträgen ist bei den fiftyfifty-Straßenverkäufer*innen im Verbreitungsgebiet erhältlich. Wie üblich für 2,40 Euro, die Hälfte davon ist für den/die Verkäufer*in.