Lieber Leserinnen und Leser,

wer hätte das gedacht? fiftyfifty ist nun schon 25. In all den Jahren haben obdachlose Menschen über 12 Mio. Zeitungen verkauft. Entsprechend viel Geld und mehr wurde von unten nach oben umverteilt und über 12 Mio. Kontakte zwischen Benachteiligten und „Bürgerlichen“ hat es gegeben. Es sind Freundschaften auf Augenhöhe zwischen Arm und Reich entstanden. Lesen Sie bitte dazu meinen Rück- und Ausblick auf den Seiten 4 bis 10 und das bewegende Portrait des Kollegen Peter Heinrich über Rudi vom Dreieck, einem Verkäufer der ersten Stunde auf Seite 22.

Was wird bleiben und was wird an Herausforderungen auf uns zukommen? Bleiben werden die vielen Wohnungen für Obdachlose und es werden noch viele hinzukommen, wenn unsere Spender*innen, darunter nicht zuletzt die vielen Künstler*innen, uns weiter unterstützten. An dieser Stelle: danke, danke, danke. Doch die größte Herausforderung in der nächsten Zeit wird darin bestehen, diese Zeitung zu retten. Durch die Digitalisierung hat sich die Auflage etwa halbiert. Noch arbeiten wir kostendeckend. Das soll bitte so bleiben. Daher: Bitte kaufen Sie weiterhin die fiftyfifty und empfehlen Sie uns auch weiter. Erzählen Sie allen, die es hören wollen oder auch nicht, dass ein Euro, schnell in den Bettelbecher geworfen, allein nicht hilft. Sie wissen ja: fiftyfifty ist das Herzstück all unserer Projekte. Und es ist überlebensnotwendig, das Heft auch regelmäßig zu kaufen. Am besten 2 x pro Monat, 1 x zum Verschenken.

Im Jahr 25 wollen wir aber nicht jammern, sondern dankbar zurückschauen auf das, was wir mit viel Unterstützung und Solidarität haben tun dürfen. Darauf, dass wir mit unserem wunderbaren Team, den Wohnungslosen und allen Unterstützer*innen der Bürgergesellschaft quasi eine Familie sind, in der eine/r dem/der anderen hilft. In der wir gemeinsam streiten für die Rechte der Benachteiligten und Ausgegrenzten. Und dies auch in Zukunft. Wir sind die Lobby für die und mit denen, die keine Lobby haben.

Im Jahr 25 wollen wir unsere Erfolge auch gemeinsam feiern. Mit einer Benefiz-Ausstellung im NRW-Forum, Eröffnung am 24.4., mit einem Pro-Bono-Auftritt von Herbert Knebel am 23.9. im Kulturzentrum zakk und vielen Beiträgen zum Jubiläum in diesem Heft.

Im Namen des ganzen Teams wünsche ich Ihnen für 2020 alles Gute, Gesundheit, Glück, Erfolg und die Erfahrung, dass wir nie allein sind, Ihr

Hubert Ostendorf ist Gründer und Geschäftsführer von fiftyfifty.

 

fiftyfifty ist in vielen Städten des Rheinlandes und Ruhrgebietes für 2,40 Euro bei Obdachlosen erhältlich. Die Hälfte vom Verkaufspreis dürfen die Verkäufer*innen für sich behalten. Wie immer gilt: fiftyfifty-Lesen lohnt sich. Gegen den Zeitgeist. Auf Papier. Echt und ungelogen. Real statt digital.