Neulich: Im Bus
Jede/r Benutzer*in von Öffis kennt das, besonders im Berufsverkehr: Schlangen an der vorderen Bustür der Umlandbusse, die meisten Fahrgäste zeigen ihr Deutschlandticket, manche wollen auch ein Einzelticket kaufen, nicht selten mit einem größeren Schein. Das ruft nicht nur bei den Fahrgästen drinnen und noch draußen Stirnrunzeln hervor, sondern oft auch beim Busfahrer. Denn all das hält den Betrieb auf und Pünktlichkeit wird erwartet von den Öffis – immer, auch wenn dann jemand kompliziert wird und etwas über Tarife oder Anschlüsse erfahren will. Deshalb werden Auskunftheischende oft mehr oder weniger barsch auf das Internet oder irgendwelche Aushänge verwiesen.
Neulich war das anders: ein umständlicher Frager bekam eine detaillierte Antwort vom Fahrer („sehr gern“), und dann kamen da noch zwei Jugendliche mit dunklem Teint, die nicht genug Kleingeld für ihre Tickets hatten. Grummeln und Unruhe in der Warteschlange. Der Busfahrer: „Das kriegen wir alles hin“, und über den Lautsprecher: „Wer kann denn den netten Burschen hier 50 Cent schenken?“ Zwei Fahrgäste konnten. Und als die Jugendlichen sich dann auch beim Fahrer bedankten, kam wieder sein „sehr gerne“. Die Stimmung im Bus verbesserte sich fühlbar.
Der war übrigens pünktlich im nächsten Ort.
Margarete Pohlmann