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Intro: Über zunehmende soziale Ausgrenzung

Liebe Leserinnen und Leser,

die Zahl der Straftaten gegen obdachlose Menschen in Deutschland ist 2025 deutlich gestiegen. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums wurden im vergangenen Jahr 2.563 Delikte registriert. In den beiden Vorjahren lag die Zahl jeweils bei knapp 2.200 Fällen. Mehr als 2.000 Straftaten richteten sich gegen Männer, in gut 500 Fällen waren Frauen betroffen. Die meisten Fälle wurden in Berlin erfasst, gefolgt von Bayern und Nordrhein-Westfalen.

Der Anstieg fällt deutlich stärker aus als die Zunahme der Zahl obdachloser Menschen. Während die Zahl der Straftaten gegen Obdachlose um fast 17 Prozent zunahm, ging die Gesamtkriminalität in Deutschland laut Polizeilicher Kriminalstatistik um 5,6 Prozent zurück. Die Aufklärungsquote bei Straftaten gegen obdachlose Menschen lag zudem unter dem bundesweiten Durchschnitt. Bei Gewaltdelikten gegen die Ärmsten in unserem Lande wurden 66,5 Prozent der Fälle aufgeklärt, insgesamt lag die Quote bei 77,5 Prozent. Besonders niedrig war die Aufklärungsquote bei „politisch motivierten“ Straftaten gegen Obdachlose. Wir von fiftyfifty fragen: Was für eine Gesinnung muss ein/e Straftäter*in haben, um sich an den Wehrlosesten überhaupt zu vergehen; welches Menschenbild voller Verachtung steckt dahinter?

Wir von fiftyfifty finden diese ganze Entwicklung abscheulich. Gewalt gegen diejenigen, die in unserer Gesellschaft ganz unten sind, gegen die, die sich am wenigsten wehren können, ist widerwärtig. Allerdings passt dies zu einer zunehmenden sozialen Ausgrenzung, dazu, dass rassistische und sozialdarwinistische Einstellungen sowie ein gesellschaftlicher Rechtsruck immer salonfähiger werden. fiftyfifty ist daher in den sozialen Bewegungen gegen Rassismus, Antiziganismus, für bezahlbaren Wohnraum und für die Rechte von Benachteiligten federführend aktiv. Es darf nicht sein, dass obdachlose Menschen verstärkt zur Zielscheibe von Gewalt und Anfeindungen werden. Wir bitten daher, dem Trend entgegen zu wirken und Obdachlosen zu helfen: Ein freundliches Wort, eine Tasse Kaffee und das Kaufen einer Straßenzeitung können viel bewirken. Zudem bitten wir um Aufmerksamkeit und bei Straftaten den Opfern zu helfen sowie die Polizei zu rufen. Wehret den Anfängen.

Ich danke Ihnen, dass Sie fiftyfifty gekauft und damit ein Zeichen gegen Ausgrenzung und für Solidarität gesetzt haben.

Herzliche Grüße, Ihr

Hubert Ostendorf

...ist Mitgründer und Geschäftsführer von fiftyfifty.