Neulich: Eignungstest
Seit einiger Zeit mache ich Erfahrungen mit einem lokalen Ausländeramt. Da sitzen die Menschen, die Anträge anderer Menschen auf Familienzusammenführung, Bleiberecht etc. bearbeiten. Ich habe gehört, dass viele dieser Menschen freundlich, engagiert und kompetent sind und oft an der Grenze zur Überlastung arbeiten. Aber von diesen habe ich leider noch keine getroffen. Meine Erfahrungen sind also keine guten.
Deshalb mutete ich neulich einer langjährigen Freundin eine witzig bis sarkastisch gemeinte „Behauptung“ zu: Dass nämlich sämtliche Bewerber*innen für einen Job in einem Ausländeramt einen Test bestehen müssten, der sie als unberührbar, vorschriftenverliebt und vorauseilend gehorsam ausweise. Erst wenn eine entsprechende Empathie-Immunität glaubhaft belegt sei, kämen sie für eine Arbeit im Amt in Betracht.
Der – durchaus klugen und ämtererfahrenen – Freundin erschien das so plausibel, dass sie die Geschichte nicht nur glaubte, sondern weitererzählte – und wieder erschien dieser Fake allgemein glaubhaft.
Die Frage sei erlaubt: Wie stellt sich unsere Regierung, wie stellt sich der Innenminister, wie stellen sich „seine“ Ämter dar, dass man/frau ihnen solche Obszönitäten zutraut?
Margarete Pohlmann