Intro: Hans Peter Heinrich über die wachsende Schere zwischen Arm und Reich
Liebe Leserinnen und Leser,
einundzwanzig, zweiundzwanzig, dreiundzwanzig, vierundzwanzig - 4 Sekunden, dann hat der reichste Mann der Welt, Elon Musk, so viel verdient wie ein Durchschnittsmensch in einem Jahr. Die 172 deutschen Milliardär:innen müssen da schon härter ran: „Sie verdienen durchschnittlich 6000 Dollar während eines 20-minütigen Powernaps (Nickerchens) und 145000 Dollar während eines achtstündigen Schlafs“, rechnet die Hilfsorganisation Oxfam vor. Eine Erhöhung der Abgaben in Form einer Reichensteuer haben sie aktuell nicht zu befürchten. Andererseits werden immer wieder Forderungen laut, den Erlös aus gesammelten Pfandflaschen, mit dem Bedürftige versuchen, ihre finanzielle Notlage um ein paar Euro aufzubessern, auf das Bürgergeld anzurechnen.
Extrembeispiele, zugegeben. Aber wohin entwickelt sich unsere Gesellschaft, in der mittlerweile rund drei Millionen Kinder und Jugendliche so gut wie perspektivlos in Armut aufwachsen müssen? Der soziale Kahlschlag geht unvermindert weiter. Der Paritätische Gesamtverband hat jüngst noch das hinter verschlossenen Türen erarbeitete Dokument einer Arbeitsgruppe von Vertreter:innen des Bundes, der Länder und kommunalen Spitzenverbänden veröffentlicht, das drastische Kürzungsvorschläge bei Leistungen für Kinder, Jugendliche und Menschen mit Behinderungen formuliert.
Jenen, die durch alle sozialen Netze gefallen sind, den Wohnungs- und Obdachlosen, steht seit nunmehr gut 30 Jahren fiftyfifty mit verschiedenen Hilfsprojekten zur Seite. Herzstück unserer Arbeit ist das Magazin, das sie soeben in den Händen halten. Wie schon berichtet, ist seine Existenz aufgrund der drastisch sinkenden Verkaufsauflage bedroht und damit auch die Möglichkeit für die Ärmsten unserer Gesellschaft, durch den Verkauf des Straßenmagazins etwas Geld hinzu zu verdienen, ohne zu betteln, und ihrem Tag Struktur zu geben. Bitte sehen Sie es uns nach, wenn wir Sie deshalb immer wieder um Mithilfe ersuchen müssen. Sei es durch den (evtl. sogar mehrfachen) Kauf unseres Straßenmagazins, sei es durch Spenden. Bitte bleiben Sie uns gewogen!
Ihr
Hans Peter Heinrich