Kurzmeldungen
Die Rheinische Post über Krise bei fiftyfifty
Die Obdachlosenzeitung fiftyfifty sieht sich in ihrer Existenz bedroht. (…) Die Auflage sei von früher 40.000 verkauften Exemplaren im Monat auf unter 12.000 im Januar gesunken. (…) Bisher trage sich die Zeitung selbst und müsse nicht aus Spendengeldern oder den Einnahmen durch die Kunstverkäufe subventioniert werden. Das sei unter vergleichbaren Straßenmagazinen ungewöhnlich. (…) Wer das Projekt fiftyfifty weiterhin unterstützen wolle, müsse, so fiftyfifty, „so ein Papierding auch mal in die Hand nehmen.“ (…) Über fiftyfifty laufen noch weitere Projekte wie Housing First oder Tierärzte für Straßenhunde. Diese würden zwar unabhängig vom Magazin finanziert, doch „der Bekanntheitsgrad ist über die Zeitung am Größten“, so Streetworker Oliver Ongaro, damit würden die Spenden akquiriert. „Alles ist rund um das Straßenmagazin entstanden, damit sind wir groß geworden.“ Eine geringere Bekanntheit könnte zu weniger Spenden führen, so die Sorge, und damit auch die anderen Projekte gefährden. (…) Um die 500 Menschen verkauften das Magazin derzeit. Die Verkäufer würden damit aus der Bittstellerrolle herausgeholt und hätten mehr Kontakt zu anderen Menschen. „Das ist würdevoller, besser“, als Betteln, sagt Ongaro.
Glückliche Gewinner durch das ObdachLOS: Sabine und Bernhard C. Mit dem Kauf des Loses kann fiftyfifty online gelesen werden und es gibt viele Preise. (Foto: M. Risch)
Tickets für Eric Clapton mit ObdachLOS gewonnen
Große Freude bei Sabine und Bernhard C. Sie haben den Hauptgewinn des letzten ObdachLOSes gewonnen: 2 Tickets für das lange ausverkaufte Konzert von Eric Clapton. „Hilfe und Glück gehören manchmal zusammen“, so fiftyfifty-Büroleiterin Magdalene Risch. Sie appelliert an alle, die fiftyfifty digital lesen wollen, das ObdachLOS zu kaufen und damit den Zugangscode zur Online-Ausgabe zu erwerben sowie gleichzeitig an einer Verlosung von tollen Gewinnen teilzunehmen. „Auch wer die Zeitung in Papierform schon hat, kann mit dem ObdachLOS zusätzlich helfen“, so Magdalene Risch. Immerhin: Jedes zweite Los gewinnt. Ein Gewinn besonders für unsere Verkäufer*innen. Denn 1,70 Euro vom Verkaufspreis in Höhe von 3,40 Euro dürfen sie behalten.
Das Team aus ehemaligen Obdachlosen in der Kantine im Ministerium von NRW-Sozialminister Karl-Josef Laumann. (Foto: Oliver Ongaro)
Ehemals Obdachlose betreiben Kantine im Ministerium
Wer hätte das jemals für möglich gehalten? Ehemals Obdachlose, nun im Housing First-Wohnen, haben die verwaiste Kantine im Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW übernommen. Im März startete die erste Speisung mit etwa 200 Bediensteten der Behörde. Eine offizielle Eröffnung mit Minister Karl-Josef Laumann gab es danach auch. Seither gibt es zunächst zweimal die Woche ein köstliches Mittagessen sowie Kaffee und Kuchen in allerbester Qualität - unterstützt von Sterneköchin Agata Reul. Projektleiter Denis Nikolay (unser Foto: dritter von rechts) ist stolz auf seine Mitarbeiter*innen. „Das Projekt zeigt, dass Menschen Chancen brauchen und sie auch nutzen“, sagt er.