fiftyfifty online lesen +++ fiftyfifty online lesen +++ fiftyfifty online lesen +++ fiftyfifty online lesen +++ fiftyfifty online lesen +++ fiftyfifty online lesen +++ fiftyfifty online lesen +++
 

Das aktuelle Heft online lesen?

Code hier eingeben

Du hast keinen Code? Den Code kannst du auf der Straße bei fiftyfifty-Verkäufer*innen für 2,80 Euro auf einer Rubbelkarte kaufen und dann bis zum Ende des Monats so oft du willst die fiftyfifty online lesen. Den Code erhältst du inklusive eines Loses, mit dem du tolle Preise gewinnen kannst. Das Los haben wir sinnigerweise Obdach LOS genannt.

Intro: Alena Hansen über Wohnen als Menschenrecht

Liebe Leser*innen,

Obdachlosigkeit ist kein individuelles Versagen, sondern die extremste Form von Armut und sozialer Ausgrenzung. Menschen verlieren ihre Wohnung aus vielfältigen Gründen: Krankheit, Arbeitslosigkeit, Sucht oder Gewalterfahrungen. Wer einmal auf der Straße lebt, gerät schnell in einen Kreislauf aus Ausgrenzung, gesundheitlichen Problemen und Perspektivlosigkeit. Genau hier setzt Housing First an - ein Konzept, das die klassische Wohnungslosenhilfe auf den Kopf stellt.

Housing First bedeutet: zuerst eine eigene Wohnung - ohne Vorbedingungen. Keine Auflagen, kein „Beweis der Wohnfähigkeit“ in Notunterkünften als Bedingung für eine Wohnung.

Wohnen ist die Grundlage für Stabilität, Würde und gesellschaftliche Teilhabe. Erst mit einem sicheren Zuhause können weitere Herausforderungen angegangen werden. Housing First Düsseldorf, gegründet 2021 und unter der Schirmherrschaft von Düsseldorfs Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller, setzt dieses Prinzip konsequent um. Die Teilnehmenden erhalten unmittelbar eigenen Wohnraum sowie eine freiwillige, bedarfsorientierte sozialarbeiterische Begleitung. Die Wohnung bleibt - auch in Krisenzeiten.

Was das bewirkt, zeigen die Lebenswege der Menschen, die wir begleiten. Felicia, Anfang zwanzig, lebte mehrere Jahre ohne festen Wohnsitz, bewahrte ihre Habseligkeiten in Einkaufswagen auf und hatte den Anschluss an Schule und Arbeit verloren. Heute lebt sie seit sechs Monaten in einer eigenen Wohnung, besucht wieder die Schule, arbeitet und führt eine stabile Partnerschaft.

Tim lebte fast zwei Jahrzehnte auf der Straße. Seit knapp zwei Jahren wohnt er in einer eigenen Wohnung. Nach einer Therapie ist er clean und stabil. Über das Projekt „Housing First meets METRO“ fand er zunächst ein Praktikum und anschließend eine feste Arbeitsstelle. Vor wenigen Monaten zog er mit seiner langjährigen Partnerin in eine größere Wohnung.

Yannick lebte zehn Jahre in einer verlassenen Tankstelle, die zugleich sein Rückzugsort und Atelier war. Heute wohnt er seit fast zwei Jahren in einer eigenen Wohnung, hat sich deutlich stabilisiert, nimmt am Kunstkurs Akademie der Straße von fiftyfifty teil und konnte seine Werke bereits auf Ausstellungen präsentieren.
Diese Beispiele stehen stellvertretend für viele andere. Housing First wirkt. Unser Team begegnet täglich Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen, Suchterkrankungen und erheblichen gesundheitlichen Belastungen. Housing First bahnt diesen Menschen den Weg aus einem menschenunwürdigen Leben auf der Straße - hin zu Sicherheit, Würde und Zukunftsperspektiven.
Wohnen ist ein Menschenrecht.

Alena Hansen

...ist Leiterin der Sozialarbeit bei Housing First Düsseldorf. (Foto: Katharina Mayer)