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Intro: Johannes Dörrenbächer über bezahlbaren Wohnraum

Liebe Leser*innen,

eine andere Welt ist möglich! Eine Welt ohne Armut, ohne Wohnungslosigkeit – und damit auch ohne fiftyfifty, ohne unsere Sozialberatung, ohne unsere tiermedizinische Sprechstunde „Underdog“ und ohne „Housing First“. Vielleicht klingt das überraschend, aber wir wünschen uns genau das: überflüssig zu werden. Denn unser Traum ist eine Gesellschaft, in der niemand mehr auf der Straße leben muss.

Doch Wohnungslosigkeit lässt sich nur beenden, wenn es genügend bezahlbaren Wohnraum gibt. Dieses Ziel erreichen wir nicht allein in der Beratung oder im Gespräch mit Betroffenen, sondern nur, wenn wir uns politisch einmischen. In der Sozialarbeit nennt man dies das „politische Mandat“ - und kaum ein Träger nimmt es so ernst wie fiftyfifty. Deshalb engagieren wir uns im Bündnis für bezahlbaren Wohnraum, unterstützen Mieter*innen gegen Entmietung und kämpfen um jede bezahlbare Wohnung.

Seit Jahren fließt Kapital in den Wohnungsmarkt, und auch gestiegene Zinsen haben daran wenig geändert. Die meisten der Wohnungen in deutschen Großstädten liegt in privater Hand. Werden von privat Häuser verkauft, treten oft Investoren auf den Plan, die hohe Preise zahlen und danach unter massivem Renditedruck stehen. Ihr Geschäftsmodell: Entmietung. Denn leerstehende Wohnungen bringen mehr Profit, lassen sich teurer verkaufen oder zu höheren Preisen neu vermieten. So verschwindet Schritt für Schritt bezahlbarer Wohnraum.

Aufhalten lässt sich diese Entwicklung nur, wenn Wohnungen wieder in Gemeineigentum überführt werden. Städte brauchen dafür ein wirksames Vorkaufsrecht und ausreichend Mittel - und müssen Wohnungen in den Händen großer Investoren enteignen können. So könnten Wohnungen wieder nach den Bedürfnissen der Allgemeinheit genutzt werden. (Bitte lesen Sie dazu auch das Interview mit dem Co-Vorsitzenden der Linken, Jan van Aken auf den Seiten 14 bis 16 in diesem Heft.)
Wohnen ist ein Menschenrecht. Wohnungslosigkeit sowie Wohnungsnot könnten tatsächlich überwunden werden - und fiftyfifty würde dann eines Tages überflüssig. Bis dahin aber bleiben wir dran: in unserer täglichen Sozialarbeit und als politische Stimme für die, die keine Lobby haben. Denn jeder Mensch braucht ein Zuhause.

In diesem Sinne grüße Sie

Johannes Dörrenbächer

... ist Sozialarbeiter bei fiftyfifty und Sprecher vom Bündnis für bezahlbaren Wohnraum.