Hollywood-Star Keanu Reeves: Einfach ein Mensch
Ein kalter Morgen in Manhattan. Die U-Bahn ist überfüllt, die Menschen müde und ungeduldig. Mitten in der Menge steht ein Mann in einem unscheinbaren schwarzen Mantel, mit schulterlangem Haar und leicht gebeugter Haltung. Er sieht aus wie einer von vielen – bis er einer Frau seinen Platz anbietet. Erst in diesem Augenblick, als jemand genauer hinsieht, fällt der Groschen: Es ist Keanu Reeves. „Er hat nicht einmal gezögert“, erinnert sich eine Mitfahrerin später. „Er war einfach freundlich. Kein Hollywood-Star, kein Aufsehen. Einfach ein Mensch.“
Zwischen Glanz und Schatten
Keanu Charles Reeves wurde am 2. September 1964 im libanesischen Beirut geboren. Seine Kindheit verlief alles andere als glamourös. Nach der Trennung der Eltern zog seine Mutter mit ihm nach Kanada, wo er in Toronto aufwuchs. Schon früh entdeckte er die Schauspielerei. Nach ersten TV-Rollen kam der Durchbruch mit Bill & Ted’s Excellent Adventure. Später folgten Welterfolge wie Speed und natürlich The Matrix.
Doch hinter den Kulissen war sein Leben von Verlusten überschattet. Der Tod seines Freundes River Phoenix, die Totgeburt seiner Tochter, der Unfalltod seiner Partnerin Jennifer Syme und die Krebserkrankung seiner Schwester – Schicksalsschläge, die andere Menschen hätten zerbrechen lassen. Reeves selbst spricht selten darüber, aber wenn, dann in klaren Worten: „Trauer verändert nicht, wer du bist. Sie zeigt dir, wer du wirklich bist.“
Ein Star, der abseits der Bühne hilft
Aus diesen Erfahrungen erwuchs ein tiefes Mitgefühl. Reeves gründete eine Krebsstiftung, die Kinderkliniken und Forschung unterstützt. Lange Zeit wusste kaum jemand davon – bis er in einem seiner selten gegebenen Interviews beiläufig erwähnte: „Ja, ich habe eine Stiftung gegründet. Ich rede nur nicht darüber – ich will nicht, dass es um mich geht.“ Dieses stille Engagement zieht sich durch sein gesamtes Leben. Reeves möchte nicht im Mittelpunkt stehen. „Ruhm ist lästig und Geld bedeutet mir nichts“, sagt er. Er habe viel Geld verdient, wolle aber das Leben genießen und sich „nicht mit dem Aufbau eines Bankkontos“ stressen. Ergo: „Ich verschenke viel und lebe einfach.“
Auf Augenhöhe mit Obdachlosen
Für eine nie realisierte Filmrolle lebte Keanu Reeves zeitweise freiwillig auf der Straße - mit nur einer Zahnbürste und 20 Dollar. Er beschrieb diese Zeit als „Geschenk der Dankbarkeit“: „Ich durfte mit diesen Menschen leben, essen, umgehen und atmen, also wusste ich, was sie bewegt.“ Durch diese Erfahrung erst habe er den „wahren Luxus einer ungestörten Nacht in einem weichen Bett“ schätzen gelernt. Am Ende kehrte er zurück, um seine neuen Bekannten zum Abendessen einzuladen: „Ich hatte erwartet, dass sie nach einem Steak oder Hummer fragen würden – aber sie wollten nur zu McDonald’s!“
Keanu Reeves über Schicksalsschläge: „Trauer verändert nicht, wer du bist. Sie zeigt dir, wer du wirklich bist.“ (Foto: Governo do Estado de São Paulo)
In Los Angeles, wo glitzernde Premieren neben Zeltstädten voller Obdachloser stattfinden, unterstützt Reeves Programme, die Nahrung, Kleidung und vor allem Perspektiven bieten. Ein Straßenhelfer erzählt: „Viele Stars spenden, um mit einem Foto in die Medien zu kommen. Keanu kommt einfach vorbei, sitzt bei den Leuten auf dem Boden, hört zu. Er fragt nach ihren Geschichten. Das ist selten.“ Dennoch: Bilder, die Keanu auf dem Gehweg neben einem obdachlosen Mann zeigen, gingen ohne dass er es gewollt hätte um die Welt – nicht als PR-Aktion, sondern als zufällige Momentaufnahme.
Großzügigkeit hinter den Kulissen
Auch im Filmgeschäft ist seine Haltung außergewöhnlich. Bei The Matrix verzichtete Reeves auf einen großen Teil seiner Gage, damit das Produktionsbudget für Effekte und das ganze Team größer ausfiel. Ein Stuntman erinnert sich: „Er hat jedem von uns eine Rolex geschenkt. Nicht weil er musste, sondern weil er wollte, dass wir wissen: Er sieht uns.“
Bei The Replacements verzichtete er auf 90 % seiner Gage, damit Gene Hackman mitspielen konnte. Für Reeves war das selbstverständlich. „Filme sind Teamarbeit“, sagte er einmal. „Wenn alle glänzen, ist der Film gut. Nicht nur, wenn der Hauptdarsteller glänzt.“
Ein Superstar zum Anlehnen
Vielleicht liegt darin die Faszination Reeves’: Er ist ein globaler Superstar, der es schafft, normal zu bleiben. Fans berichten immer wieder von Begegnungen: einem zufälligen Gespräch an der Tankstelle, einer bezahlten Mahlzeit, einem freundlichen Lächeln. Eine junge Frau, die ihn auf der Straße traf, schrieb später in den sozialen Medien: „Ich war nervös, ihn anzusprechen. Er drehte sich zu mir, lächelte und sagte: ‚Danke, dass du Hallo gesagt hast.‘ Ich ging weg mit dem Gefühl, jemand Besonderem begegnet zu sein – nicht einem Star, sondern einem guten Menschen.“
Mehr als ein Filmheld
Keanu Reeves hat in seiner Karriere unzählige Helden gespielt – vom Auserwählten in The Matrix bis zum gnadenlosen Kämpfer John Wick. Doch seine größte Rolle ist vielleicht die, die niemand sieht: die des Menschen, der in kleinen Gesten Großes bewirkt. „Ich versuche einfach, respektvoll zu sein“, sagte er einmal. „Wir alle kämpfen unseren eigenen Kampf.“ Und genau darin liegt seine stille Größe: In einer Welt, die laut und schnelllebig ist, verkörpert Keanu Reeves etwas Seltenes: Mitgefühl und Nächstenliebe.
Imi Gasit
Rollen, die Keanu Reeves unsterblich machten
Johnny Utah in Point Break (1991)
Jack Traven in Speed (1994)
Neo in The Matrix (1999–2003, 2021)
John Wick in John Wick (2014–2023)
Gute Taten von Keanu Reeves in Zahlen
Millionenbeträge anonym an Krebsforschung gespendet
Unterstützung von Kinderkliniken in den USA & Kanada
Unterstützung von Projekten für Obdachlose
Rolex-Uhren für das Matrix-Stuntteam (je ca. 10.000 $)
Weihnachtsboni von bis zu 20.000 $ für Crewmitglieder
Mehrfacher Gehaltsverzicht, um Projekte möglich zu machen