Kurzmeldungen
fiftyfifty-Verkäufer*innen auf Facebook
Was bedeutet die fiftyfifty denen, die sie verkaufen. Das berichten unsere Lieben, von denen wir einige auf Facebook vorgestellt haben. Etwa Django, oder Ion, oder Sandra, oder Michaela, oder Felix oder Alina und Petru - hier auf unserem Foto. Das Ehepaar aus Rumänien verkauft unser Magazin schon lange in Duisburg. Sie sind glücklich, dass sie ein wenig Geld für ihre Kinder verdienen, die bei den Großeltern in einer ärmlichen Hütte in einem Dorf in Rumänien leben - abseits der Mehrheitsbevölkerung in einer bitterarmen Gegend, diskriminiert, ohne Chance auf Teilhabe und Arbeit. Die Kampagne auf Facebook hat viel Zuspruch erhalten; es gibt aber auch Hater, die sich rassistisch äußern, leider. Wir finden: Wer sich mit einer Straßenzeitung in der Hand der Öffentlichkeit preisgibt, verdient Respekt. Alina sagt: „Wir sind freundlich, nehmen niemandem etwas weg, bekommen keine Leistungen. Warum lässt man uns nicht in Frieden?“
Sabine Moritz mit Felix Krämer (li) und Hubert Ostendorf bei der Eröffnung ihrer Ausstellung in der fiftyfifty-Galerie. (Foto: Amal Montasir)
Sabine Moritz für Obdachlose
Sabine Moritz hat für unserer Obdachlosenhilfe 50 Bilder gemalt. Bei der Vernissage waren wieder einmal viele Interessierte anwesend. Sie lauschten den Erklärungen von Felix Krämer, Direktor des Kunstpalastes Düsseldorf. Die „January Roses" sind, so die Künstlerin, „Botschaften der Solidarität und Hoffnung für obdachlose Menschen, die uns daran erinnern, dass immer Schönheit wachsen kann, wenn wir uns einander zuwenden und helfen.“ Ein Bild kostet 2.500; es sind bereits weit mehr als die Hälfte verkauft. Der Erlös aus dem Verkauf der Bilder wird für den Kauf eines Apartments für eine/n Obdachlose/n verwendet. Online bestellen - hier: fiftyfifty-galerie.de.
fiftyfifty-Sozialarbeiterin Alena Hansen und Streetworker Oliver Ongaro freuen sich, dass Krzysztof Glinkowski (Mitte) eine Haftstrafe erspart bleibt. (Foto: dorf-aktuell.de)
fiftyfifty-Verkäufer Krzysztof muss nicht ins Gefängnis
(dorf-aktuell/ff). fiftyfifty-Verkäufer Krzysztof gehört zu den ehemaligen Obdachlosen, die es geschafft haben. Er hat einen Entzug gemacht, über Housing First eine eigene Wohnung, bezieht keinerlei staatliche Unterstützung mehr, da er seinen Lebensunterhalt mit gleich zwei Jobs selber regelt. Und doch sollte er wegen des Diebstahls einer Flasche Wein für 1,49 Euro sechs Monate ins Gefängnis. 2019 hatte der gebürtige Pole eine dreijährige Bewährungsstrafe wegen Ladendiebstahls und Schwarzfahren kassiert. Damals lebte er noch auf der Straße. Kurz vor dem Ende seiner Bewährung klaute er in einem Supermarkt besagte Flasche Wein – und wurde erwischt. Es folgte eine weitere Freiheitsstrafe von drei Monaten, die wieder zur Bewährung ausgesetzt wurde. Denn das Gericht erkannte an, dass Krzysztof sein Leben in den Griff bekommen wollte. Doch dann ist die Bewährung widerrufen worden und Krzysztof sollte tatsächlich einfahren. Einen Antrag auf Wiedereinsetzung des Verfahrens hatte das Amtsgericht Düsseldorf abgelehnt. Mit Hilfe eines Anwaltes wurde Beschwerde beim Landgericht eingelegt. Das Landgericht Düsseldorf hat nun der Beschwerde gegen die Ablehnung des Antrags auf Wiedereinsetzung stattgegeben und zudem entschieden, dass die Bewährung nicht zu widerrufen ist. Krzysztof muss nun doch nicht in den Knast. „Der Fall zeigt, wie wichtig eine kostenlose juristische Beratung für arme und obdachlose Menschen mit geringer Beschwerdekompetenz ist“, erklärt fiftyfifty-Streetworker Oliver Ongaro. Und Housing-First-Sozialarbeiterin Alena Hansen ergänzt: „Ohne anwaltliche Unterstützung wäre Krzysztof einfach ins Gefängnis gegangen.“