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Im Jahr 2016 hat Papst Franziskus 4.000 Obdachlose im Vatikan empfangen. Mit dem Kapitalismus ging er hart ins Gericht. Er kritisierte die Wegwerfgesellschaft, eine Wirtschaft ohne Rücksicht auf den Menschen und soziale Ungleichheit sowie die Lobbyar

„Diese Wirtschaft tötet“ - Die Katholische Soziallehre von Papst Leo XIII. bis zum heutigen Papst Leo XIV.

Die Katholischen Kirche hat in Deutschland oft nicht zu Unrecht einen schlechten Ruf. Doch kaum jemand weiß, wie fortschrittlich ihre Soziallehre ist. Diese ist ein zentrales Element der kirchlichen Lehre zu wirtschaftlichen und friedenspolitischen Herausforderungen. Seit Papst Leo XIII. mit seinem Lehrschreiben Rerum Novarum im Jahr 1891 den Grundstein legte, haben die Enzykliken der Päpste immer wieder fundamentale Rechte der Arbeitenden und damit verbunden Kritik an der Wirtschaft formuliert. Der neue Papst stellt sich mit der Wahl seines Namens - Leo XIV. - bewusst in diese Tradition.

 

Industrialisierung: Arbeiterpapst Leo XIII. mit Rerum Novarum (1891)

Die Enzyklika Rerum Novarum gilt als Geburtsstunde der modernen Katholischen Soziallehre. Papst Leo XIII. nahm darin Stellung zur sozialen Frage in der Industriegesellschaft - insbesondere zu den Lebensbedingungen der Arbeiter. „Die Arbeiter sind keine Sklaven; man darf mit ihnen weder wie mit Sachen noch wie mit Maschinen verfahren. ... Ihre Menschenwürde muss in jeder Hinsicht geachtet werden. … Es ist offenbar wider die Gerechtigkeit, wenn der größere Teil der Bevölkerung in derartiger Not lebt, dass er sich kaum über das Tierreich erhebt.“ (Rerum Novarum, Nr. 29) Die Industrialisierung nämlich führte zu einer enormen Verarmung und Verelendung der Arbeiterklasse, während die oberen Schichten einen zunehmenden Wohlstand erlebten. Deshalb mahnte Leo XIII: „Es ist (auch) gegen die Gerechtigkeit, dem Arbeiter seinen gerechten Lohn zu verweigern.“ (Nr. 17) Er räumte zwar das Recht auf Privateigentum ein, betonte aber immer wieder vehement die Verpflichtung der Arbeitgeber, gerechte Arbeitsbedingungen zu schaffen.

 Ein Slum für Arbeiter und deren Familien in Glasgow um 1890. Papst Leo XIII. geißelte schon damals die Zustände dort und anderswo mit den Worten, dass sich „der Mensch kaum über das Tierreich erhebt“. (Foto:  Wikipedia)

Weltwirtschaftskrise: Papst Pius XI. mit Quadragesimo Anno (1931)

Vierzig Jahre später griff Papst Pius XI. (nicht zu verwechseln mit seinem in der Kritik am Naziterror so zaudernden Nachfolger Pius XII.) die Gedanken seines Vorgängers auf und entwickelte sie in Quadragesimo Anno weiter. In einer Zeit von Weltwirtschaftskrise und wachsendem Totalitarismus betonte er die Verantwortung des Staates, soziale Gerechtigkeit zu sichern. „Der Arbeitslohn darf nicht so bemessen sein, dass der Arbeiter und seine Familie unmöglich davon leben können.“ (Quadragesimo Anno, Nr. 71). Oder: „Die Arbeiterschaft darf nicht einer ungerechten Knechtschaft unterworfen werden.“ (Nr. 25). Und auch: „Wo es sich um ein wirkliches Gemeingut handelt, da muss der Staat eingreifen.“ (Nr. 25). Schließlich: „Das Vermögen darf nicht in der Weise verteilt sein, dass nur wenigen Reichtum und die große Masse im Elend lebt.“ (Nr. 58) Wesentlich schließlich, dass das Prinzip der Subsidiarität erstmals ausdrücklich formuliert wird: Höhere Ebenen der Gesellschaft sollen nur dann eingreifen, wenn untere Ebenen überfordert sind - ein bis heute zentrales Element der Soziallehre. „Die soziale Ordnung und ihr ständiges Fortschreiten müssen auf dem Prinzip der Subsidiarität beruhen.“ (Nr. 79)

 

Kalter Krieg: Papst Johannes XXIII. mit Mater et Magistra (1961) sowie Pacem in Terris (1963)

Mit Blick auf den Kalten Krieg und die globale Entwicklung griff Johannes XXIII. soziale, wirtschaftliche und friedenspolitische Fragen auf. In Mater et Magistra sprach er über internationale Gerechtigkeit und die Rolle der Kirche in einer sich wandelnden Welt. „Das Gemeinwohl verlangt, dass die Rechte der menschlichen Person geachtet, gefördert und geschützt werden.“ (Mater et Magistra, Nr. 19) Johannes XXIII., der mit der Eröffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils die Katholische Kirche von Grund auf modernisierte, prangerte ungezügelten Reichtum an und ist damit gerade heute in Zeiten von Musk, Bezos und Co hochaktuell: „Es ist gegen die Gerechtigkeit, dass ein Teil der Menschheit im Überfluss lebt, während ein anderer Teil an dem Notwendigsten Mangel leidet.“ (Nr. 157) Mit Pacem in Terris wandte er sich erstmals ausdrücklich an „alle Menschen guten Willens“ – nicht nur an Katholiken. Er unterstrich die Bedeutung der Menschenrechte, des „gerechten Friedens“ und der internationalen Zusammenarbeit in Zeiten des atomaren Wettrüstens: „Jeder Mensch hat das Recht auf Leben, auf körperliche Unversehrtheit und auf die zur Entfaltung des menschlichen Lebens unbedingt erforderlichen Mittel.“ (Pacem in Terris, Nr. 11) Diese Aussage war (und ist) radikal, weil sie ein universelles Menschenrecht unabhängig von Nation, Religion oder Ideologie formuliert – mitten im Kalten Krieg. Johannes XXIII. verwirft mit der Forderung nach gerechtem Frieden endgültig die unselige Lehre vom gerechten Krieg. Indem er sich nicht nur an Christen sondern an alle Menschen wendet, was für damalige kirchliche Verhältnisse sehr fortschrittlich war, vollzieht er einen direkter Brückenschlag zwischen katholischer Soziallehre und den von den Vereinten Nationen postulierten Menschenrechten.

 Student*innenrevolte 1967/68 in Berlin. Auch Papst Paul VI. fordert soziale Gerechtigkeit, lehnt aber Geburtenkontrolle und Schwangerschaftsunterbrechung, wie seinerzeit oft gefordert, ab: „Es wäre ein schwerer Irrtum zu meinen, man könne mit einem direkten Eingriff in die Fortpflanzung die wirtschaftlichen oder sozialen Probleme lösen.“ (Foto: Wikiwand)

Student*innen-Unruhen: Paul VI. mit Populorem Progressio (1967)

Papst Paul VI. wurde zu Lebzeiten oft als „Pillenpapst“ verunglimpft, weil viele Menschen sein Pontifikat einzig auf das Verbot der Empfängnisverhütung und Abtreibung in Humanem Vitae (1968) reduziert haben - zu einer Zeit, als in großer Zahl Frauen gegen die Abschaffung des Paragraphen 218 in Deutschland auf die Straße gingen und entsprechend empört auf die Enzyklika reagierten. Bei aller berechtigten Kritik an dem päpstlichen Text: Ein Aspekt dieses Lehrschreibens wurde weitestgehend ignoriert, nämlich, dass Paul VI. ablehnt, Missstände wie Hunger, Armut oder vermeintliche Überbevölkerung durch Tötung ungeborenen Lebens oder künstliche Geburtenkontrolle zu beseitigen - eine „Strategie“ des britischen Nationalökonomen Thomas Robert Malthus (1766 - 1834), die nach Auffassung des Globlisierungskritikers Jean Ziegler („Ein Kind, das verhungert, wird ermordet.“) bis heute weit verbreitet ist, nach dem Motto: „Die Afrikaner (oder die Inder oder die Roma) setzen zu viele Kinder in die Welt.“ Was Paul VI. in Humanem Vitae schrieb, ist eine Replik auf Malthus, dessen „Bevölkerungsgesetz“ in der berühmt-berüchtigten Quintessenz mündete: „Ein Mensch, der in einer schon okkupierten Welt geboren wird, wenn seine Familie nicht die Mittel hat, ihn zu ernähren, oder wenn die Gesellschaft seine Arbeit nicht nötig hat, dieser Mensch hat nicht das mindeste Recht, irgend einen Teil von Nahrung zu verlangen, und er ist wirklich zu viel auf der Erde. … Die Natur gebietet ihm abzutreten.“ Paul VI. dagegen rief stets zur sozialen Gerechtigkeit, Bildung, Entwicklungshilfe und Verantwortung auf. Wörtlich heißt es: „Es wäre ein schwerer Irrtum zu meinen, man könne mit einem direkten Eingriff in die Fortpflanzung die wirtschaftlichen oder sozialen Probleme lösen, die die Menschheit bedrücken.“ In seiner Sozialenzyklika Populorum Progressio von 1967 konkretisiert Paul VI.: „Privateigentum verpflichtet. Wer von seinem Überfluss gibt, gibt nicht aus seinem Eigentum, sondern gibt lediglich zurück, was er schuldet.“ (Populorum Progressio, Nr. 23) Dieses Zitat basiert auf einem zentralen Prinzip der Katholischen Soziallehre: dem „universalen Bestimmungszweck der Güter“. Das bedeutet, dass die Güter der Erde allen Menschen zustehen – nicht nur denen, die sie besitzen. Eigentum ist demnach kein absolutes, sondern ein relatives Recht. Es ist legitim, aber an das Gemeinwohl gebunden. Die Aussage, dass jemand, der vom Überfluss gibt, eigentlich zurückgibt, was er schuldet, ist radikal: Sie dreht die gängige Vorstellung von „Almosen" als freiwilliger Wohltat um. Es geht nicht mehr um Großzügigkeit, sondern um Gerechtigkeit. Der/die Reiche schuldet den Armen etwas – nicht weil sie arm sind, sondern weil der/dem Reichen zu viel gehört.
Paul VI. ist mit seinen sozialrevolutionären Ideen aber, zumindest was die deutschen Katholik*innen anbetrifft, nie durchgedrungen, weil lediglich seine kritikwürdige Sexualmoral in der öffentlichen Debatte eine Rolle spielte. Fast ist es so bis auf den heutigen Tag in der Wahrnehmung aller Sozialenzykliken auch anderer Päpste geblieben: In Deutschland stehen Fragen wie Zölibat, Ordination von Frauen und Missbrauch völlig zu Recht im Vordergrund, drängen aber zu Unrecht die soziale Sprengkraft der Sozialenzykliken in den Hintergrund. Die deutschen Bischöfe vernachlässigten angesichts der einseitigen Fokussierung auf liberale Themen die authentische Soziallehre Roms, lehrte schon Ende der 1970er Jahre mein Professor, der Theologe und Priester Filipe Jose Couto, ein Linker aus Mosambik.

 Solidarność-Demonstration im Mai 1982 in Warschau. Papst Johannes Paul II. sehnte den Fall des Kommunismus herbei, zeigte sich aber enttäuscht von den kapitalistischen Verhältnissen danach: „Die Arbeit darf nicht als eine Ware betrachtet werden.“ (Foto: Wikipedia)

Zusammenbruch des Sozialismus: Johannes Paul II. mit Laborem Exercens (1981) und Centesimus Annus (1991)

Auch Papst Johannes Paul II. widmete sich intensiv der Soziallehre. In Laborem Exercens stellte der erste Pontifex aus Polen die Würde der Arbeit in den Mittelpunkt: „Die Arbeit ist der Schlüssel zur sozialen Frage.“ (Laborem Exercens, Nr. 3) Sie sei „für den Menschen da und nicht der Mensch für die Arbeit“ (Nr. 6) - eine fundamentale Kritik an kapitalistischen Systemen, in denen der Mensch dem Produktionsprozess untergeordnet wird. Johannes Paul II. setzt die Würde des Menschen klar über ökonomische Interessen und fordert damit eine Umkehr der Realität im Wirtschaftsleben: Der Mensch sei „das Subjekt der Arbeit, nicht ein Objekt oder bloß ein Produktionsfaktor“.
In Centesimus Annus, 100 Jahre nach Rerum Novarum, reflektierte Johannes Paul II. über die Umbrüche des 20. Jahrhunderts, darunter den Fall des Kommunismus' und forderte erneut die soziale Verantwortung in Arbeits- und Produktionsprozessen: „Die Arbeit darf nicht als eine Ware betrachtet werden, durch sie übt der Mensch eine wesentliche Dimension seiner Selbstverwirklichung aus.“ (Nr. 43) Und, geradezu revolutionär allemal für einen Papst, der nach dem ersehnten Fall des Sozialismus’ ernüchtert sich nicht nur in seiner Heimat nicht mit den Segnungen des Kapitalismus' begnügen mag: „Die vorrangige Bedeutung der Arbeit gegenüber dem Kapital ... besteht darin, dass die Arbeit immer das erste Prinzip ist, der vorrangige Wert der Arbeit.“ (Nr. 32). In Zeiten von Rechtspopulismus in vielen Teilen der Welt geradezu weitsichtig: „Eine echte Demokratie ist nur in einem Rechtsstaat möglich und auf der Grundlage einer richtigen Auffassung vom Menschen.“ (Nr. 46)

 

Globalisierung: Benedikt XVI. mit Caritas in Veritate (2009)

Der erzkonservative Papst Benedikt XVI. brachte eine neue Tiefe in die Soziallehre, indem er die Verbindung von Liebe und Wahrheit betonte: „Die Liebe – caritas – ist ein außerordentliches Element der christlichen Soziallehre.“ (Caritas in Veritate, Nr. 2). „Die Wirtschaft hat im Menschen als moralischem Subjekt und nicht in der Gewinnmaximierung ihr Zentrum.“ (vgl. Nr. 36). Benedikt ging auf Globalisierung, Umweltschutz und Ethik in der Wirtschaft ein. Die wirtschaftliche Tätigkeit müsse moralisch verantwortet und auf das Gemeinwohl ausgerichtet sein. „Ohne Wahrheit, ohne Vertrauen und Liebe zum Wahren gibt es kein soziales Gewissen und keine Verantwortung.“ (Nr. 5)

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 Im Jahr 2016 hat Papst Franziskus 4.000 Obdachlose im Vatikan empfangen. Mit dem Kapitalismus ging er hart ins Gericht. Er kritisierte die Wegwerfgesellschaft, eine Wirtschaft ohne Rücksicht auf den Menschen und soziale Ungleichheit sowie die Lobbyarbeit der Konzerne. (Foto: KNA)

Umweltkrise: Franziskus mit Laudato si’ (2015) und Fratelli tutti (2020)

Papst Franziskus hat die Soziallehre unter dem Gesichtspunkt der ökologischen und sozialen Gesamtverantwortung neu profiliert. In Laudato si’ betont er die „Sorge für das gemeinsame Haus“: „Alles ist miteinander verbunden.“ (Laudato si’, Nr. 91) Franziskus kritisiert einen menschenverachtenden Kapitalismus mit einem Satz, der um die Welt ging: „Diese Wirtschaft tötet.“ Wirtschaftsliberale haben daher immer wieder versucht, Franziskus als Marxisten zu diskreditieren. Immerhin: Papst Franziskus erklärte einmal: „Es sind die Kommunisten, die wie Christen denken.“ Er lobte den Begründer der Befreiungstheologie, Gustavo Gutiérrez, und rehabilitierte damit eine ganze Bewegung, von der Johannes Paul II. sich scharf distanziert hatte. Letzterer belegte mit Unterstützung des Präfekten der Glaubenskongregation, Joseph Ratzinger, dem späteren Papst Benedikt XVI., den wichtigsten Vertreter der Befreiungstheologie, Leonardo Boff, mit Rede- und Lehrverbot, was zu dessen Austritt aus dem Franziskanerorden führte. 2013 erklärte Papst Franziskus, die marxistische Ideologie sei zwar falsch, viele Marxisten, die er getroffen habe, seien aber gute Menschen. Er förderte daher die Zusammenarbeit zwischen Marxisten und Christen. In Fratelli tutti ruft Franziskus zu globaler Geschwisterlichkeit auf und kritisiert die Wegwerfgesellschaft, eine Wirtschaft ohne Rücksicht auf den Menschen und soziale Ungleichheit sowie die Lobbyarbeit der Konzerne: „Die Politik darf nicht länger der Wirtschaft unterworfen sein.“ (Fratelli tutti, Nr. 189) Franziskus brachte den Sinn der Katholischen Soziallehre auf den Punkt, indem er sagte: „Die Kirche kann und darf sich nicht abseits halten bei der Auseinandersetzung um Gerechtigkeit.“ Franziskushat immer wieder mit eindrücklichen Gesten, etwa wenn er Gefangenen bei Gründonnerstagsfeiern in Gefängnissen die Füße gewaschen hat, die Welt berührt und aufgerüttelt. Im Jahr 2016 hat er 4.000 Obdachlose aus ganz Europa im Vatikan empfangen und gesagt: „Ich bitte Sie um Verzeihung für all die Male, in denen wir Christen angesichts eines armen Menschen wegsehen!“

 

Heute: Leo XIV., ein ehemaliger Armenpriester ruft zum Frieden auf

Der neue Papst hat noch keine Enzyklika veröffentlicht. Als ehemaliger Armenpriester, der in peruanischen Favelas tätig war, ist ihm die „Weiterentwicklung der Soziallehre in dieser Zeit bedeutender gesellschaftlicher Veränderungen“ ein Anliegen: „In unserer Zeit gibt es einen weit verbreiteten Durst nach Gerechtigkeit, ein Verlangen nach echter Vater- und Mutterschaft, eine tiefe Sehnsucht nach Spiritualität, besonders unter den Jugendlichen und den Ausgegrenzten, die nicht immer wirksame Mittel finden, um ihre Bedürfnisse kundzutun.“ So wolle „die Soziallehre der Kirche mit ihrem spezifischen anthropologischen Ansatz zu einer echten Auseinandersetzung mit sozialen Fragen anregen.“ Leo XIV. findet deutliche Worte zum Zustand dieser Welt: „In unserer Zeit erleben wir noch immer zu viel Zwietracht, zu viele Wunden, die durch Hass, Gewalt, Vorurteile, Angst vor dem Anderen und durch ein Wirtschaftsmodell verursacht werden, das die Ressourcen der Erde ausbeutet und die Ärmsten an den Rand drängt.“ Der Papst betont, dass es einen Zusammenhang zwischen Gerechtigkeit und Frieden gibt. Zu seiner Amtseinführung sagte er vor rund 150.000 Menschen auf dem Petersplatz: „In Gaza hungern Kinder, Familien und alte Menschen. In Myanmar haben neue Feindseligkeiten unschuldige Menschenleben gekostet. Die gepeinigte Ukraine wartet sehnsüchtig auf Verhandlungen über einen gerechten und dauerhaften Frieden.“

Hubert Ostendorf, Dipl. Religionspädagoge

 

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