Fortuna-Legenden verkaufen fiftyfifty
Nicht nur auf dem Fußballplatz waren die Fortuna-Legenden Oliver Fink und Rouwen Hennings stets echte Ehrenmänner. Jetzt sprangen die beiden Ex-Kicker den Ärmsten zur Seite: Um den Verkauf der Obdachlosenzeitung anzukurbeln, arbeiteten die zwei eine Stunde lang als „fiftyfifty“-Verkäufer. Wenn Oli Fink und Rouwen Hennings in Fortuna-Montur durch die Stadt laufen, schlägt ihnen normalerweise nichts als die größte Sympathie entgegen. Am Dienstagmittag sah das etwas anders aus. Oli und Rouwen trugen statt dem F95-Logo nämlich einen Verkäuferausweis von fiftyfifty auf der Brust. Und erlebten Düsseldorf von ganz unten. Los ging’s am Fortuna-Fanshop am Burgplatz, wo das Fortuna-Duo seine Ausweise und die Zeitungen erhielt. Die beiden (echten) fiftyfifty-Verkäufer Vanessa und Thomas hatten dort bereits auf ihre neuen Kollegen gewartet, um mit ihnen auf Arbeitstour zu gehen. … Am Tabakladen von Micha Beckmann wurden die Fortuna-Helden schließlich ihre erste Zeitung los: Der Inhaber hatte die zwei erkannt und kam aus dem Laden gestürmt, um ein Exemplar zu erwerben. Wer nun aber dachte, dass es so weiterging, hatte sich geschnitten. Die meisten Passanten erkannten die Herren Fink und Hennings erst gar nicht, weil sie ihnen überhaupt nicht ins Gesicht sahen. Die Leute sahen nur die Verkäufer einer Obdachlosenzeitung und würdigten sie keines Blickes. „Das war schon eine heftige Erfahrung“, sagte Rouwen Hennings anschließend. „Es ist erschreckend, dass die Verkäufer tagtäglich mit einer solchen Ablehnung konfrontiert werden.“ Am Ende hatten die Fortunen fünf Zeitungen verkauft.
Colja Schliewa im EXPRESS
Auch die beiden ehemaligen Fortuna-Spieler Oliver Fink und Rouwen Hennings kaufen nach eigener Aussage regelmäßig die fiftyfifty. Allerdings mussten sie – wie offenbar viele Menschen – zugeben, gedacht zu haben, es würde den Verkäufern helfen, wenn sie nur eine Spende dalassen. Nun bitten die beiden Fortunen daher darum, das Magazin auch tatsächlich zu kaufen. „Man tut den Menschen etwas Gutes.“
Anne Orthen, RHEINISCHE POST