die kunst zu helfen
Thomas Rentmeister - Biographie

Thomas Rentmeister denkt meistens groß. Egal, ob sein riesiges Stahlgestellbett zu unserer Ausstellung bei e.on in 2015 oder sein Zuckerberg mit Einkaufswagen, seine Nutella-Wand, seine Tempo-Plastik ... oder, oder, oder. Er nutzt „Haushaltsmaterialien aus industrieller Massenanfertigung – von Zuckerwürfeln über Wattestäbchen bis hin zu Papiertaschentüchern, Steckdosen und ganzen Kühlschränken. Der 1964 geborene Professor für Bildhauerei an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig, der einst bei Günther Uecker und Alfonso Hüppi studiert hat, bezieht sein Werk formal-stilistisch auf Minimal-Art – allerdings oft mit einer gehörigen Prise Ironie. Der Philosoph Hannes Böhringer bescheinigt dem Künstler in seinem Essay Kühlschrank kaputt: „Alle Deutungen gleiten an ihm ab.“ Seine Kühlschrankarbeiten etwa entwerfen „ein Bild vom entropischen Endzustand der Kunst“.

Die Skulpturen und Installationen von Thomas Rentmeister, der vielfach für sein Werk ausgezeichnet wurde, werden weltweit gezeigt und vom Publikum mit Begeisterung, Staunen und bisweilen Kopfschütteln aufgenommen. Der Kurator und Museumsdirektor Stephan Berg bezeichnet dies als „Balanceakt zwischen Verführung und Abstoßung, zwischen dem Ästhetischen und dem Unangenehmen“ als einen wichtigen „Motor der Arbeiten Rentmeisters“; der Künstler wolle vor allem den Punkt finden, „an dem das Süße, das Schöne umschlägt in das Eklige, Verdrängte, Unpassende.“

Für fiftyfifty hat Thomas Rentmeister quasi als Symbol des Anrechtes auf ein Zuhause oder auch als Symbol dafür, vom Sperrmüll leben zu müssen, ein kleines Matratzen-Multiple geschaffen, angelehnt an eine Plastik in Originalgröße aus rostigem Eisen, die er geschaffen hat. Das nach einem 3-D-Scan einer Original-Matratze im Marmor-Steinguss-Verfahren hergestellte Multiple in den Maßen 28 x 14 x 2,5 cm ist an Detailltreue kaum zu übertreffen. Die Auflage beträgt nur 10 plus 3 e/a.