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Verein will beim Personal sparen
Düsseldorf. Der Stellvertreter von Thomas Beckmann will die Ausgaben überprüfen.

Der stellvertretende Vorsitzende Werner Just kündigt Konsequenzen beim Hilfsverein "Gemeinsam gegen Kälte" an. "Wir müssen sicherstellen, dass Spenden in höherem Maße weitergegeben werden", sagt Just unserer Redaktion. Man werde auch die Personalkosten reduzieren. Zudem müsse man die "Darstellung" der Vereinsarbeit verbessern, damit kein falscher Eindruck in der Öffentlichkeit aufkomme. Der Vorsitzende, der Cellist Thomas Beckmann, kündigt an, nach Abschluss der laufenden Tournee aktualisierte Zahlen zur Vereinsarbeit zu veröffentlichen. Beckmann spricht von der "schwersten Krise, die der Verein je hatte".

Der Verein ist in die Kritik geraten, weil nur ein geringer Anteil der Spenden in der Obdachlosenarbeit ankommt. Bei Einnahmen von rund 400.000 Euro waren im vergangenen Jahr nur 24.000 Euro an Hilfsprojekte ausgeschüttet worden. Laut Beckmann klingen die Zahlen wegen eines "unglücklichen Stichtags" so dramatisch. Für das laufende Jahr kündigt er hohe Ausschüttungen an, allein auf dem Vereinskonto lägen noch 100.000 Euro. Ein Mitgründer, Fiftyfifty-Geschäftsführer Hubert Ostendorf, ist nach Bekanntgabe der Jahreszahlen ausgetreten. "Ich möchte nicht noch einmal erleben, dass Fiftyfifty in den Kontext von Schwierigkeiten anderer gerät", sagt er. Auch Bruder Peter Amendt, Leiter von "Vision:teilen", hat den Verein verlassen.

(arl)
Rheinische Post, 03.03.2016
 
"fiftyfifty" und "vision:teilen" rufen zu Spenden auf
Jetzt im Winter brauchen Obdachlose in Düsseldorf besonderen Schutz. In kalten und nassen Nächten sind sie auf den Straßen in Gefahr. Das sagen die Macher von Fifty/Fifty - und verbinden die Warnung gleich mit einem Spendenaufruf. Benötigt werden wetterfeste Schlafsäcke, bzw. Geld, damit sie gekauft werden können. Genau wie Obdachlose brauchen aber auch Flüchtlinge Hilfe, die im Moment in der Nähe von Dünkirchen in Frankreich ausharren; teilweise unter freiem Himmel. Auch für diese Menschen bittet Fifty/Fifty um Spenden.
Antenne Düsseldorf, 16.02.2016
 
Heimat ist nicht an Orte gebunden
Stadtmitte. Katharina Mayer empfängt in einem mobilen Foto-, Film- und Tonstudio Menschen aller Nationalitäten und will etwas über ihr Heimatverständnis erfahren - gestern an der Hohenzollernstraße, am Wochenende am Grabbeplatz. Von Marc Ingel

Katharina Mayer ist neugierig - und sehr kommunikativ. Beides kommt ihr zugute bei einem Projekt, mit dem die Fotografin gestern vor der Galerie Lausberg an der Hohenzollernstraße startete und das sie heute und morgen auf dem Plateau am Grabbeplatz in der Innenstadt fortsetzt. In einem umgebauten Bauwagen empfängt sie Menschen aller Nationalitäten, gerne Flüchtlinge, fragt diese, zu ihrer Definition von Heimat, fotografiert die Besucher, die spontan oder gezielt vorbeikommen, macht Ton- und Filmaufnahmen, wenn es ihr erlaubt wird. "Fliegende Heimat" hat Mayer ihr Projekt getauft.

Die Professorin an der Hochschule für Gestaltung in Iserlohn hat gleich mehrere Partner für ihre Idee gewinnen können: den Düsseldorfer Verlag Onomato zum Beispiel, Fiftyfifty und nicht zuletzt die Caritas. Das Ergebnis des Projekts soll noch in diesem Jahr im Rahmen einer Ausstellung in der Galerie Lausberg vorgestellt werden.

Was am Ende dabei herauskommt, kann Katharina Mayer natürlich noch nicht vorhersagen, eine Vorahnung hat sie aber schon. Denn bereits im Verlauf der Woche hatte sie, quasi als Testdurchlauf, einige Heimatgeschichten im Künstlerverein Onomato gesammelt. "Ein 18-jähriger Syrer erzählte mir, Heimat sei für ihn Familie. Sein Land habe er verloren, in Deutschland wolle er Mathematiklehrer werden, eine Rückkehr nach Syrien schließe er aber nicht aus", rekapituliert Mayer das Gespräch. Auch Ordensschwester Regina Massqwe aus Tansania, die in einem Seniorenheim in Düsseldorf arbeitet, machte mit. Für sie genieße die Familie ebenfalls Priorität, auch wenn das Verständnis, was darunter zu verstehen sei, im Vergleich zu ihrer geografischen Heimat ein anderes sei: "In Tansania leben wir mit unseren Eltern, bis es Zeit ist, zu sterben." Für den Komponisten Boris Polonski wiederum heißt Heimat "lebende Wesen, die mich lieben, und die ich liebe".
Rheinische Post, 12.02.2016
 
Prinzenpaar besucht Gutenachtbus
Düsseldorf. 13 Termine zählte das Programm des Prinzenpaars. Dennoch haben Prinz Hanno I. und Venetia Sara am späten Montagabend noch einen Stopp beim Gutenachtbus eingelegt.

Das Projekt von Vision:Teilen und Fiftyfifty kümmert sich viermal in der Woche in der Altstadt und am Hauptbahnhof um Menschen, die arm sind oder auf der Straße leben und versorgt sie mit einer Mahlzeit und warmen Getränken. Jedes Prinzenpaar sucht sicht für seine Session ein Projekt aus, das es unterstützt. "Wir wollten ein Projekt auswählen, das noch nicht so bekannt ist", sagt Prinz Hanno. Dafür verkaufen Helfer des Prinzenpaares Pins auf Veranstaltungen, der Erlös ist für den Gutenachtbus bestimmt. Franziskanerbruder Peter Amendt, der 2005 die Initiative Vision:Teilen mitgegründet hat, freut sich über diese Beachtung für das Projekt. Es sei neben der finanziellen auch eine große moralische Unterstützung.

Der Besuch des Prinzenpaars dauert an diesem Abend nicht länger als eine Viertelstunde. Nach der Session wollen Hanno und Sara die Arbeit des Teams in Ruhe einen ganzen Abend begleiten.

(jaw)
Rheinische Post, 04.02.2016 – Beitrag herunterladen
 
Klasse: Prinzenpaar hilft Obdachlosen
Prinz Hanno und Venetia Sara sind ein absolutes Super-gute-Laune-Prinzenpaar. Aber sie denken auch an diejenigen, die nichts zu lachen haben, sammeln in Ihrer Session füäcke mit, die nun an Menschen, die auf der Straße leben, weitergeben werden.
Düsseldorfer Anzeiger, 03.02.2016
 
Schüler entwerfen Postkarten für Fiftyfifty
Düsseldorf. Eine verlassene Parkbank an der Königsallee, zwei geöffnete Handflächen oder Pappe, auf denen persönliche Sorgen stehen - die Schüler der Klassen der Medientechnischen-Assistenten an der Lore-Lorentz-Schule haben zum dritten mal Postkarten für Fiftyfifty gestaltet.

Es sind Bilder, die Mut machen sollen und die Aufmerksamkeit auf diejenigen lenken, die im Alltag oft untergehen: Düsseldorfer ohne Dach über dem Kopf. 25 Motive hat die Jahrgangsstufe 11 unter der Leitung von Lehrer Marcel Riedel entworfen und gelayoutet.

Die Fiftyfifty-Verkäufer erhielten die Sets zu Weihnachten. Sie sind erhältlich für fünf Euro.
Rheinische Post, 30.12.2015
 
fiftyfifty-Plakate im Rathaus
Zum 20-jährigen Bestehen des Straßenmagazins fiftyfifty haben Studierende des Fachbereichs Design der Hochschule Düsseldorf Großflächenplakate für die Kampagne "out of home" gegen Obdachlosigkeit gestaltet.
In einer Ausstellung im Rathaus, Marktplatz 2, zeigen fiftyfifty und die Studierenden der Hochschule bis zum 6. Januar die Street-Art-Poster.

"Als 'Protest-Poster' konzipiert machte die Plakatkampagne in diesem Jahr in unserer Stadt auf die Situation von obdachlosen Menschen aufmerksam und richtete sich gegen Obdachlosigkeit. Zugleich lenkte sie mit einfallsreichen Motiven den Blick auf fiftyfifty. Die Organisation, die vor allem durch das gleichnamige Straßenmagazin bekannt ist, leistet seit 20 Jahren Hilfe unterschiedlicher Art für Wohnungslose in Düsseldorf und unterstützt verschiedene Projekte. fiftyfifty ist eine unverzichtbare Ergänzung des breiten Angebotes für Wohnungslose, das die Stadt alleine oder zusammen mit freien Trägern vorhält", sagt Bürgermeister Günter Karen-Jungen.

Die Studierenden des Fachbereichs Design der Hochschule Düsseldorf haben die Kampagne unter der Leitung von Prof. Wilfried Korfmacher gestaltet. Das Motto "out of home" ist ein Begriff aus der Marketingkommunikation, der sich eigentlich auf diejenigen Medien bezieht, die üblicherweise nicht zuhause, sondern eben im öffentlichen Raum rezipiert werden.

"Und da das Medium des Plakates einer der prototypischsten Vertreter dieser Gattung ist, passt der Titel perfekt zu dieser Kampagne, die einmal mehr auf das gerade in großen Städten wie Düsseldorf nach wie vor drängende Problem der Obdachlosigkeit aufmerksam machen will", fasst Korfmacher die Intention der Aktion zusammen. Nachdem die Plakate schon im Sommer in der Düsseldorfer U-Bahn und auf den Straßen der Stadt gezeigt wurden, sind sie nun auch in der Ausstellung im Rathaus zu sehen.

Vorab wurden die drei besten Entwürfe der Kampagne am 8. Juli in der fiftyfifty-Galerie von einer hochkarätig besetzten Jury prämiert. Die Gewinner sind ebenfalls im Rathaus zu sehen: Thomas Straleks Variation des berühmten Werbeslogans "Bitte ein Bett" (1. Preis), Melanie Hartmann und Sarah Stühmer mit ihrer Persiflage auf das Quiz "Wer wird Millionär" (2. Preis) und Aladin Cabarts Porträt des fiftyfifty-Verkäufers Thomas auf der Kö (3. Preis).

Neben den Plakaten ist in der Ausstellung im Rathaus auch ein Bodenrelief der Künstlerin Ulrike Holthöfer ausgestellt. Das Relief trägt den Namen "Society Man with Child".
Düsseldorfer Anzeiger, 14.12.2015