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Ruff denkt auch an arme Sammler
Thomas Ruff ist nicht nur ein guter Künstler, sondern auch ein guter Mensch. Er arbeitet nicht in glanzvollen Großformaten für betuchte Sammler, sondern er denkt auch an den kleinen Mann. Für ihn macht er Editionen oder kooperiert mit Einrichtungen, die durch den Verkauf seiner kleinen Schätzchen soziale Missstände beheben. Auch ärmere Häuser wie die Kunsthalle unterstützt er, damit sie durch seine Fotos ihre Kosten mildern können. Ruff hat aus all seinen Werkgruppen jeweils um die fünf Motive als Editionen ausgewählt. Diese Sonderdrucke hat er in kostbaren Spezialdrucken abziehen lassen. Die Fifty-Fifty-Galerie beispielsweise hat er auf diese Weise hochherrschaftlich bedacht. Die Käufer konnten etwa die beliebten Substrate-Serie zu erschwinglichen Preisen erhalten. All dies berichtet Ruffs Freund Thomas Weski, einer der besten Kenner der Fotoszene, im Werkverzeichnis aller Editionen, die Jörg Schnellmann im Verlag Hatje Cantz herausbringt. 180 S., 211 Abb., 49,80 Euro
Westdeutsche Zeitung, 17.12.2014
 
Wir brauchen richtige Wohnungen!
Düsseldorf. Jetzt wurde wir die ,Aktion Herberge ins Leben gerufen. Dadurch sollen Asylbewerbern Unterkünfte in Düsseldorf vermittelt werden.

Die gemeinschaftlichen Bereiche sind stark vermüllt. Duschen sind defekt, die hygienischen Zustände katastrophal, heißt es in einem öffentlichen Brief, den Flüchtlinge, die in einer Düsseldorfer Notunterkunft leben, morgen vor der Ratssitzung Oberbürgermeister Thomas Geisel überreichen wollen.

Die Bedingungen in den Notunterkünften sind unwürdig, weiß auch Markus Rottmann vom Düsseldorfer Flüchtlingsrat, Aber selbst wenn sich die Zustände bessern würden, blieben die Unterkünfte eine Notlösung. Für die erste Aufnahme seien sie geeignet, aber nicht für einen längeren oder gar dauerhaften Aufenthalt.

Wir brauchen richtige Wohnungen!, so Rottmann, Deswegen haben wir die ,Aktion Herberge ins Leben gerufen. Die Aktion ruft Vermieter, Privatleute, Verbände und Institutionen dazu auf, Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Wir sprechen hier nicht davon, die Couch im Wohnzimmer anzubieten, so Rottmann, vielmehr brauchen wir sichere und menschenwürdige Wohnungen, in die Flüchtlinge einziehen können. Die Kinder brauchen einen Tisch zum Hausaufgaben machen, die Eltern eine Küche und einen Rückzugsort. Die Stadt zahlt nach dem Asylantengestez eine Miete für die Wohnungen.

Die Initiative Aktion Herberge vom Straßenmagazin fiftyfifty, der Flüchtlingsinitiative Stay!, der franziskanischen Initiative Vision Teilen, der Diakonie Düsseldorf und dem Flüchtlingsrat unterstützt die Stadt Düsseldorf dabei, genügend geeigneten Wohnraum zu finden und bereit zu stellen. Sie übernimmt das Überprüfen der Angebote.

In den vergangenen Jahren hat die Stadt einiges versäumt, sagt Thorsten Nolting von der Diakonie. Unter der vorigen Ratsmehrheit wurde zu viel Wohnraum aus der sozialen Förderung genommen und an Investoren verkauft. In der neuen Spitze der Stadt sehe man jetzt eine Chance, heißt es. OB Geisel steht mit den Initiatoren der Aktion Herberge und allen anderen engagierten Bürgern in engem Kontakt. Beim Runden Tisch besprechen wir uns regelmäßig mit der Stadt und fühlen uns ernst genommen, so Nolting.

Wir verfolgen kein utopisches Ziel. Wir reden hier von 1800 Flüchtlingen in einer Stadt mit über 600 000 Einwohnern, so Hubert Ostendorf, Geschäftsführer von fiftyfifty, Das muss zu schaffen sein! Nolting ergänzt: 450 Menschen sind zur Zeit in Hotels untergebracht. Die meisten sind Familien, unter den 1800 Flüchtlingen sind etwa 600 Kinder. Mit 100 Wohnungen wäre uns schon sehr geholfen.

Wer Wohnungen zu einem günstigen Preis zur Verfügung stellen kann, meldet sich bitte bei den Organisatoren bei fiftyfifty unter 0211 / 9216284.

Wir brauchen richtige Wohnungen! | NRZ.de - Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/nrz/staedte/duesseldorf/wir-brauchen-richtige-wohnungen-id10103306.html#plx1094226657
NRZ, 03.12.2014
 
Lore-Lorents-Kolleg tut etwas für Obdachlose
Schon im Vorjahr haben Schüler der Gestaltungsklasse des Lore-Lorentz-Berufskollegs auf künstlerische Art Menschen ohne Wohnung in Düsseldorf geholfen, dieses Jahr gibt es eine Fortsetzung. Die jungen Gestalter haben Porträts von Obdachlosen gemacht, die sie in der Galerie "Reinraum" an der Adersstraße 3a ausstellen. Verbunden wird dies am Samstag ab 18 Uhr mit einer Wohltätikeits-Party. Auf dem Platz wird frisch Gegrilltes an Obdachlose gespendet, der Reinraum schenkt Gratis-Getränke aus. Ab 22 Uhr legt in der Galerie ein DJ auf. Die Jung-Designer haben zudem ein Kartenset gestaltet, das für den guten guten Zewck verkaufen.
Westdeutsche Zeitung, 03.12.2014
 
Unterkünfte für Flüchtlinge gesucht
Mit der Aktion Herberge sollen Düsseldorfer bewegt werden, Wohnraum zur Verfügung zu stellen.

Düsseldorf. Hubert Ostendorf von Fifty-Fifty kann nicht verstehen, dass es so schwer sein soll, eine passende Unterkunft für Flüchtlinge in Düsseldorf zu finden. 1850 Flüchtlinge, 650 bis 700 von ihnen Kinder, leben in der Stadt, teils in entsprechenden Unterkünften, teils in Hotels. Ostendorf findet, dass das auf Dauer nicht der richtige Weg sein kann. Zumal die Stadt in den vergangenen Jahren geschlafen, systematisch Obdächer abgebaut habe.

Wir brauchen eine neue Willkommenskultur in der Flüchtlinge nicht als Belastung, sondern als Bereicherung wahrgenommen werden, sagt er. Deshalb rufen Fifty-Fifty, Diakonie, Flüchtlingsrat, Flüchtlingshilfe Stay und die franziskanische Initiative vision: teilen Düsseldorfer dazu auf, Wohnraum für Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen.

Die Aktion Herberge richtet sich an Privatleute, aber auch an Kirchengemeinden, Wohngemeinschaften oder Wohnungsbaugesellschaften. Wer eine Unterkunft für Flüchtlinge bereitstellen möchte, kann sich telefonisch bei den Helfern melden. Ein Mitarbeiter prüft das Angebot vor Ort anhand eines Kriterienkatalogs: Wie viele Quadratmeter hat die Wohnung? Sind geeignete Duschräume und eine Küche vorhanden? Sprechen die Vermieter eine Fremdsprache, um sich mit den Mietern zu verständigen, falls diese noch kein Deutsch verstehen? Gibt es Kindergärten in der Nähe?

Denn den Initiatoren geht es nicht darum, Flüchtlingen kurzfristig ein Dach über dem Kopf, sondern eine langfristige Perspektive zu bieten. Sie versprechen sich davon auch, dass Flüchtlinge sich schneller in Düsseldorf zu Hause fühlen. Ist die Wohnung geeignet, will das Bündnis diese der Stadt, die die Kosten für die Unterbringung trägt, melden.

Nur ernsthaftes Engagement ist bei der Aktion gefragt

Pfarrer Thorsten Nolting von der Diakonie hält das für eine sinnvolle Lösung. Viele Menschen seien bereit, Flüchtlingen zu helfen. Zahlreiche Düsseldorfer spendeten zum Beispiel Kleider für Menschen, die aus Syrien oder andern Ländern geflohen seien. Mit der Aktion Herberge wollen wir sie bestärken, noch einen Schritt weiterzugehen, sagt er. Wenn 100 Düsseldorfer Wohnungen zur Verfügung stellen, könnte das, so die Initiatoren, die Situation der Flüchtlinge in Düsseldorf deutlich verbessern. Nur eines will das Bündnis nicht: Dass sich Vermieter melden, die Wohnungen anbieten, die sie auf dem freien Markt nicht anbieten können, da diese zum Beispiel im schlechten Zustand sind. Nolting: Es geht uns um echtes Engagement.

* Unterkunft

In Düsseldorf leben derzeit rund 1850 Asylbewerber, im nächsten Jahr werden es zeitweise über 3000 sein. Einige von ihnen wohnen auch in Hotels. OB Geisel und Sozialdezernent Hintzsche wollen diese Flüchtlinge, wie die WZ berichtet, sie aus den Hotels herausbringen. Denn die Lösung ist nicht nur für die Menschen nicht so gut, sondern geht auch ins Geld. So hat die Stadt 2013 schon 3,3 Millionen Euro an Hoteliers überwiesen.
Westdeutsche Zeitung, 03.12.2014
 
Beats for Berber und Weihnachtskarten
SCHÜLER-AKTION FÜR OBDACHLOSE

Bereits im vergangenen Jahr haben Schüler des Bildungsganges Gestaltung der Lore-Lorentz-Schule ehrenamtlich ein Weihnachtskartenset für fiftyfifty-Verkäufer kreiert, das diese auf der Straße verkaufen konnten. Nun stellt eine Gruppe junger Gestalter (Chiara Macher, Jule Bohm, Maurice Stifka und Ronja Freiwald) Portraitaufnahmen von Obdachlosen im "reinraum" auf der Adersstraße 3 a in Düsseldorf aus - anlässlich eines ganz besonderen Events: Zur Vernissage findet am Nikolaustag ab 18 Uhr eine Charity Party für Obdachlose statt.

Oben auf dem Platz wird ein Team der Düsseldorfer Metzgerei Inhoven Wurstvariationen grillen und an alle anwesenden Obdachlosen spenden. Der reinraum e.V. unterstützt das Projekt zusätzlich mit einem freien Getränkeausschank in Form von (Glüh)Wein und Wasser.
Musikalisch untermalt wird diese Veranstaltung von DJ Marty (damenundherren
e.V.) und zwei Lehrern der Lore-Lorentz-Schule (D. Körner und M. Riedel a.k.a. KÖRRIE MUSIC). Ab 22 Uhr wird dann der Ausstellungsraum unter Tage zum Partyraum erklärt. Auch hier wird die Hälfte des Eintrittsgeldes an die Obdachlosenhilfe fiftyfifty gespendet.

Der Titel dieser Charity-Veranstaltung "Beats for Berber" ist auf einem Verkäufertreffen von
fiftyfifty entstanden. Viele Obdachlose vergleichen ihr Dasein mit dem der Berber, einem Nomadenvolk in Nordafrika.

Auch in diesem Jahr wird wieder ein Kartenset aus 25 Postkarten von jungen Designern des
Berufskollegs in Eller gestaltet. Anlass ist das 20jährige Jubiläum des Straßenmagazins fiftyfifty. Die Karten werden über fifityfifty-Verkäufer, über die Galerie fiftyfifty (Jägerstr. 15, Düsseldorf und fiftyfifty.de) sowie über die Buchhandlung BiBaBuze in Bilk für 5 Euro verkauft.

Die Postkarten werden am 12. Dezember um 12 Uhr auf dem Düsseldorfer Weihnachtsmarkt präsentiert. Der berühmte Cellist Thomas Beckmann (Gemeinsam gegen Kälte), der fiftyfifty in seinem Engagement für Obdachlose eng verbunden ist, wird in diesem Kontext ein öffentliches kleines Konzert geben.
Neue Düsseldorfer Online Zeitung, 02.12.2014
 
Beats für die Berber
Die Temperaturen fallen in diesen Tagen merklich, die Zeit auf der Straße wird für Obdachlose härter. Glücklich darf sich schätzen, wer ein Dach über dem Kopf hat und geregelt warme Mahlzeiten einnehmen kann. Derzeit leben geschätzt rund 500 Obdachlose in Düsseldorf, und gerade im Winter bricht für die Menschen, die auf der Straße leben müssen, eine mitunter lebensbedrohliche Zeit an.

Bereits seit einigen Jahren engagiert sich nun der Lehrer Marcel Riedel für die Obdachlosenhilfe fiftyfifty und erdenkt gemeinsam mit seinen Schülern Wohltätigkeitsaktionen zugunsten obdachloser Menschen in Düsseldorf. Angefangen hat alles damit, dass ich über den engen schulischen Rahmen hinaus meine Schüler fördern wollte, erzählt Riedel. Der studierte Designer, der seit 2009 als Lehrer im Ausbildungsgang Gestaltungstechnik an der Lore-Lorentz-Schule in Eller tätig ist, wollte seinen Schülern auch einen praktischen Zugang zum Fach Gestaltungstechnik bieten. In der ebenfalls in Eller beheimateten fiftyfifty-Galerie fand er einen Kunden, der sich für die von Schülern gestalteten Projekte und Produkte interessierte. Gleichzeitig verfolgen seine Aktionen einen nachhaltigen Zweck, denn zugunsten der Obdachlosenhilfe werden stets auch Spenden generiert.

So erstellten die Schüler unter Führung ihres Lehrers Riedel bereits im vergangenen Jahr zu Weihnachten eine Postkartenserie, die auf dem freien Markt sowie von den Verkäufern des Sraßenmagazins fiftyfifty an Passanten verkauft werden konnten. In diesem Jahr planten sie das Fotoprojekt (Heart)beats for Berber, das Portraitfotos von in Düsseldorf lebenden Obdachlosen zeigt. Die küntslerischen und ästhetischen Fotos werden nun in einer Ausstellung im Reinraum, einem Kunstverein auf der Adersstraße 30a, gezeigt.

Vier Schüler des Bildungsganges Gestaltungstechnischer Assistent, Chiara Macher, Jule Bohm, Maurice Stifka und Ronja Freiwald, folgen dabei dem Ziel, Grenzen aufzubrechen und aktive Hilfe für Obdachlose zu leisten. Wir möchten mit unseren Bildern betonen, dass Obdachlose genau so als Mensch gesehen werden müssen wie jeder andere auch, sagt Ronja Freiwald. Sie sind genauso herzlich und normal wie du und ich. Wir wollen gegen Vorurteile angehen und beweisen, dass sie anders sind, als viele glauben, setzt die 17-Jährige hinzu.

Die Arbeiten der Schüler werden nun von Samstag, 6. Dezember, bis Mittwoch, 17. Dezember im ungewöhnlichen Kunst- und Kulturverein zu sehen sein. Zur Vernissage am Samstag, 6. Dezember, findet am Nikolaustag ab 18 Uhr zudem eine Charity Party für Obdachlose statt.

Während auf dem Platz vor dem Kunstverein Reinraum ein Team der Düsseldorfer Metzgerei Peter Inhoven Wurstvariationen grillen und an alle Obdachlosen spenden wird, unterstützt der Kunstverein das Projekt zusätzlich mit einem freien Getränkeausschank in Form von Glühwein und Wasser.

In einem Spendenstiefel werden überdies selbst gewählte Spendenbeiträge gesammelt, die in voller Höhe der Obdachlosenhilfe fifityfifty zugute kommen. Musikalisch untermalt wird die Veranstaltung zusätzlich von DJ Marty sowie zwei Lehrern der Lore-Lorentz-Schule, denn neben David Körner wird auch Marcel Riedel selbst zugunsten der guten Aktion Platten auflegen.

Ab 22 Uhr wird dann der Ausstellungsraum unter Tage zur Partyzone für Jedermann erklärt.

Auch dort wird die Hälfte des Eintrittsgeldes an die Obdachlosenhilfe fiftyfifty gespendet.

Übrigens: Der Titel dieser Wohltätigkeitsveranstaltung Beats for Berber stammt vom Chefredakteur der fiftyfifty, Hubert Ostendorf, selbst, denn Obdachlose, so Ostendorf, bezeichnen sich selbst oft als Berber, also als Nomad
enfolk.
NRZ, 01.12.2014
 
FiftyfiftyAusgabe mit Hape Kerkeling und Gauck
27.11.2014
FIFTYFIFTY WEIHNACHTSHEFT UND AUSSTELLUNG
FiftyfiftyAusgabe mit Hape Kerkeling und Gauck
Die Dezember-Ausgabe des Straßenmagazins fiftyfifty mit einigen
Highlights ist erschienen. So schreibt der Bundespräsident Joachim Gauck
ein Vorwort, weitere Autoren sind Hape Kerkeling, der Komiker Herbert
Knebel, ein Interview mit Thomas D. von den Fantastischen Vier, und es
gibt einen Beitrag über den indischen Kinderretter und
Friedensnobelpreisträger Kailash Satyarthi. Außerdem lädt die Fiftyfifty-
Galerie in der Jägerstraße 15 zu einer Ausstellung mit Werken von Lior
Körner zugunsten der Obdachlosenhilfe ein.
Im Vorwort des neuen Heftes schreibt Bundespräsident Joachim Gauck: Der
Augenblick, in dem auf einem Bahnhofsvorplatz oder an einer Bushaltestelle
eine Straßenzeitung den Besitzer wechselt, ist zwar meistens nur ein kurzer,
aber doch ein wichtiger Moment der Solidarität. Weil darin mitschwingt: Es ist
mir nicht egal, wie es Ihnen geht. Ich will etwas dazu beitragen, dass Sie den
Schritt in ein anderes, ein selbstbestimmteres Leben schaffen können. ...
Die Titelgeschichte befasst sich mit dem neuen Buch von Hape Kerkeling (Der
Junge muss an die frische Luft). Der Komiker, Entertainer und Autor hat sich
mit einer Ausgabe unserer Zeitung fotografieren lassen und gesagt: fiftyfifty ist
eine gute Idee, die ich gerne unterstütze, denn Obdachlose brauchen unsere
Hilfe.
Passend zur Vorweihnachtszeit hat Comedian Herbert Knebel einen
Gastbeitrag in seinem typischen Ruhrpottdeutsch geliefert. Darin: Mein ganz
persönlichet Haileit! Weihnachtsmarkt! Der Terror hat ein Gesicht! Dat Elend
trägt einen Namen! Da wird dann der ganze nutzlose Plunder für teuer Geld
verscherbelt, den se im 1 Euro Shop dat ganze Jahr über nich losgeworden
sind. Dat landet dann aum Weihnachtsmarkt als Heimarbeit ausn Erzgebirge,
Sauerland, Eifel oder andre verarmte Gegenden!
Schließlich: ein Interview mit Thomas D. von den Fantastischen Vier zum 25-
jährigen Bandjubiläum. Darin: Wir werden weiser und reifer und gewinnen
Erfahrungen, die wir mitteilen können. Gleichzeitig bin ich auch stolz darauf,
dass wir die Ältesten sind und diesen Scheiß immer noch machen, ohne uns
einer Jugendkultur anzubiedern. Außerdem: Ein Beitrag über den indischen
Kinderretter und Friedensnobelpreisträger Kailash Satyarthi, friedenspolitische
Überlegungen des Theologen Peter Bürger und eine aktuelle sozialkritische
Analyse über Ebola.
Das neue Heft kostet 1,90 Euro und ist bei Obdachlosen in Düsseldorf,
Duisburg, Mönchengladbach, Krefeld, Essen, Bonn, im Bergischen Land und in
Frankfurt/Main erhältlich. Die Hälfte vom Verkaufspreis dürfen die Verkäufer
für sich behalten. Das Weihnachtsheft erscheint in einer erhöhten Auflage von
75.000 Exemplaren (statt üblicherweise 40.000).
Ausstellung
Heute Abend beginnt die Vernissage der Ausstellung Die große Wäsche von
Lior Körner (Jahrgang 1982) in der Fiftyfifty- Galerie. Wir zeigen neue
Zeichnungen und Druckgrafiken dieses einzigartigen Künstlers, der unsere
Obdachlosenhilfe schon seit Jahren großzügig unterstützt. Freuen Sie sich auf
eine im wörtlichen Sinne groß-artige Ausstellung (Vorbesichtigung ab 27.11.,
Dauer bis Januar 2015, Eröffnung 28.11. 19 Uhr). Nicht wenigen Künstlern wird
die Ehre einer Einführungsrede durch einen bedeutenden Kurator eines
bedeutenden Museums zuteil. Seien Sie gespannt auf die erläuternde Worte
von Dr. Kay Heymer, Museum Kunst Palast, Düsseldorf. Im Anschluss spielt das
Ensemble TTT Freejazz vom Feinsten. Frank Wollny (Bass) und Ryan Carniaux
(Trompete) lassen sich von den Bildern Lior Körners inspirieren auch eine
Form der Interpretation seines Werkes, so Hubert Ostendorf von Fiftyfifty.
Am Vernissage-Abend (und nur an diesem Abend) bieten wir Ihnen eine
hochwertige Lithografie-Edition von Lior Körner gegen eine Spende für
Obdachlose, deren Höhe Sie selbst festlegen. Wir haben nur 50 Grafiken. Wenn
Sie Ihr Kommen verbindlich per Rückmail anmelden, setzen wir Sie auf eine
Bevorzugten-Liste (nur die ersten 50 mails, natürlich).
Näheres unter www.fiftyfifty.de und www.fiftyfifty-galerie.de
Neue Düsseldorfer Online Zeitung, 27.11.2014
 
Erneut Einbruch bei
Düsseldorf. Der Hilfsorganisation für Obdachlose fehlen jetzt rund 4000 Euro. Von Christian Herrendorf

Übers Metalltor geklettert, die Holzabdeckung vom Fenster weggebrochen, die Scheibe eingeschlagen, den Tresor geknackt - mit hohem Maß an krimineller Energie sind Unbekannte in der Nacht zu Montag in den Verkaufskiosk der Obdachlosenzeitung an der Immermannstraße eingestiegen. Für "Fiftyfifty" war es der zweite Einbruch innerhalb von drei Monaten. In beiden Fällen entstand ein Schaden von jeweils rund 2000 Euro.

"Wir sind fassungslos", sagte "Fiftyfifty"-Mitarbeiterin Magdalene Risch, nachdem sie den Tatort in der Stadtmitte besichtigt hatte. "Wir haben nach dem ersten Einbruch alles stärker gesichert, deshalb ist nun die Zerstörung noch größer." Die Täter hätten den Wohnungslosen damit doppelt geschadet, weil der Kiosk so verwüstet ist, dass dort vorerst kein Verkauf möglich ist - und weil auch die Einnahmen verschwunden sind. Risch: "Uns bleibt nur eins: Wir müssen alles noch besser sichern."

Die Polizei untersucht die Spuren, die sie gestern aufgenommen hat, auch darauf, ob es Zusammenhänge zur ersten Tat gibt. Die Betroffenen haben den Eindruck, dass der oder die Täter nach einem ähnlichen Muster vorgegangen sind. Zudem scheint es sich um jemanden zu handeln, der mit der Örtlichkeit gut vertraut ist oder der einen Tippgeber hat, der sich dort gut auskennt. "Wir ermitteln auch in diese Richtung", sagte Polizeisprecher Marcel Fiebig.

Da der Einbruch recht laut geschehen sein muss, hofft die Polizei noch auf Zeugen, die sich unter Telefon 0211 8700 melden können.
Rheinische Post, 11.11.2014
 
Tresor geknackt: Zweiter Einbruch bei Fifty-Fifty
Polizei: Täter erbeuteten schon im August Geld aus einem Verkaufskiosk des Obdachlosenvereins.

Bittere Erfahrung für den Obdachlosenverein Fifty-Fifty: Geld aus der Kasse des gleichnamigen Straßenmagazins ist bei einem Einbruch gestohlen worden - es ist schon der zweite Diebstahl inerhalb weniger Wochen an gleicher Stelle.

Gestern wandte der Verein sich mit der Nachricht an die Öffentlichkeit. In der Nacht zu Donnerstag haben Unbekannte das oben mit spitzen Zacken versehene Eisentor zum Innenhof des Franziskanerklosters an der Immermannstraße überwunden. Dann verschafften sie sich mit Gewalt Zutritt zu dem kleinen Container, von dem aus die Magazine an die Verkäufer abgegeben werden, und knackten dort den Tresor. "Das ist im August schon einmal passiert, in beiden Fällen wurden zusammen rund 2000 Euro erbeutet" berichtet Magdalene Risch von Fifty-Fifty. Dazu komme noch einmal etwa die gleiche Summe für Reperaturen. Versichert ist der Verein nicht.

Dort hofft man nun, dass die Täter gefunden werden, die Vorgehensweise sei beide Male ähnlich gewesen. "Allein das Eisentor zu überwinden, dafür braucht es schon Energie", so Magdalene Risch gestern. Fifty-Fifty will das Häuschen diesmal effektiver sichern. Zudem sollen in dem Tresor nachts keine größeren Summen Bargeld mehr aufbewahrt werden.
Westdeutsche Zeitung, 11.11.2014
 
Tresorknacker zu Besuch bei "fiftyfifty"
Von Günther Classen

Düsseldorf - Die "fiftyfifty"-Mitarbeiter sind entsetzt. Zum zweiten Mal wurde in den Verkaufskiosk im Hof des Franziskaner-Klosters an der Immermannstraße eingebrochen und ein Schaden von 4000 Euro hinterlassen. Dabei wurde auch ein schwerer Tresor geknackt mit den Einnahmen der Verkäufer. Magdalene Risch: "Zuerst waren die Täter im August hier, kamen dann letzte Woche wieder. Da war brutale Gewalt am Werk. Die Täter können wir überall vermuten. Es herrscht hier ein großer Publikumsverkehr einschließlich der Speisungen." Der Sachschaden ist dabei größer als die Beute, die im Bereich nur weniger 100 Euro liegt. Risch: "Es ist das Geld aus den Verkaufserlösen, das ist bitter, zumal uns keine Versicherung den Schaden ersetzt. Wir haben jetzt weitere Sicherheitsmaßnahmen ergriffen, die wir hier aber lieber nicht erklären wollen." Wer "fiftyfifty" helfen möchte: Postbank Essen, IBAN: DE35 3601 0043 0539 6614 31 BIC: PBNKDEFF
Express, 11.11.2014
 
Mantelspenden für Obdachlose
(RP)Zu einer besonderen Mantel-Teilung ruft der Düüsseldorfer "gutenachtbus", ein Hilfsprojekt für Obdachlose, auf: Wer eine warme Jacke oder einen Mantel übrig hat, kann diese Spenden am morgigen Dienstag von 22 bis 23 Uhr vor dem Kom(m)ödchen am Bus abgeben. "Auch in Düsseldorf gibt es Arme, die im Winter frieren müssen", sagt Bruder Peter Amendt, Leiter des gemeinsamen Projektes von vision:teilen und fiftyfifty.
www.gutenachtbus.org
Rheinische Post, 10.11.2014
 
Mäntel für Obdachlose
Wer eine warme Jacke oder einnen Mantel übrig hat, kann damit am 11. November zum "gutenachtbus" kommen. Der Bus, ein Hilfsprojekt für Obdachlose, steht von 22 bis 23 Uhr vor dem Kom(m)ödchen. Das Projekt von Fifty-Fifty und vision:teilen ist auf Spenden angewiesen, damit Obdachlose unter anderen mit Kleidung und Lebensmitteln versorgt weren können.
Westdeutsche Zeitung, 08.11.2014
 
Fiftyfifty will enger mit der Stadt kooperieren
(sg) Nachdem die Stadtverwaltung gestern mit Blick auf den bevorstehenden Winter die Hilfsangebote für Wohnungslose vorgstellt hat, meldet sich nun auch die spendenfinanzierte Obdachlosenorganisation Fiftyfifty zu Wort und weist auf Angebote hin. Die Organisation hat aus den Erlösen der eigenen Galerie und aus Spenden mehrere Wohnungen gekauft, in denen Obdachlose auch für längere Zeit untergebracht werden. Eine dieser fünf Wohnungen ist als akute Notunterkunft eingerichtet.

Fiftyfifty-Geschäftsführer Hubert Ostendorf hat für das neue Jahr einen Termin mit OB Thomas Geisel vereinbart, will dann im Rathaus über eine engere Zusammenarbeit mit der Stadt sprechen. "Es geht darum, unsere Hilfsmaßnahmen sinnvoll zu bündlen und bekannt zu machen", so Ostendorf. Gemeinsam mit der franziskanischen Initative vision-teilen betreibt Fiftyfifty neben den Notunterkünfeten auch den "Gute Nacht Bus", der als mobiles Sprech-und Esszimmer für Obdachlose unterwegs ist.

Das Fiftyfifty-Notquartier ist insofern besonders, als dort auch Paare und Obdachlose mit Hunden unterkommen können. Gerade für letztere gibt es kaum Notschlafstellen", sagt Ostendorf. Deshalb Deshalb versucht der Verein, vor dem Winter Obdachlose, die Unterkünfte meiden, zumindest mit warmen Schlafsäcken zu versorgen. "Wir haben einen Großhändler gefunden, der uns für 150 Thermo-Schlafsäcke einen sehr guten Preis macht"; sagt Ostendorf. Doch auch die 30 Euro pro Schlafsack müssten bezahlt werden, dafür bittet der zu Fiftyfifty gehörende Asphalt e.V. um Spenden. (Asphalt e.V., Stichwort: Schlafsack, Postbank Essen; BIC: PBNKDEFF, IBAN: DE 3536010043 05396614 31) Auch Sachpenden nimmt der Verein an, allerdings keine einfachen Stepp-Schlafsäcke. "Auch in denen kann man bei nächtlichen Minusgraden erfrieren", sagt Ostendorf.
Rheinische Post, 07.11.2014
 
Niemand muss auf der Straße schlafen
In den nächsten Nächten werden Temperaturen um fünf Grad erwartet. Stadt und Hilfsorganisationen bereiten sich darauf vor, im Winter mehr Obdachlose in ihren Notunterkünften aufzunehmen. 140 Plätze gibt es das ganze Jahr über.

Für den Durchschnittsbürger sind die nächtlichen Temperaturen gerade niedrig genug, um zumindest kurzzeitig die Heizung anzuschalten. Für Obdachlose dagegen sind die bisherigen Herbstnächte noch ausreichend mild, viele behalten ihre Schlafplätze in Hauseingängen und windgeschützten Nischen.

Doch das wird sich in den kommenden Wochen ändern. Mit Minusgraden und Frost steigt jeden Winter die Zahl derer, die vom Angebot der Stadt und kirchlicher Einrichtungen Gebrauch machen. Nicht nur die Kälte, auch der Schutz vor Übergriffen mag in der dunklen Jahreszeit eine Rolle dabei spielen, dass selbst jene unter den Wohnungslosen, die aus Überzeugung lieber unter freiem Himmel als unter einem Dach schlafen, dann die Notschlafstellen nutzen.

900 Männer und Frauen letztere sind deutlich in der Unterzahl sind von der städtischen Wohnungslosenhilfe in Notunterkünften untergebracht. Das sind städtische Wohnungen ebenso wie Sammelunterkünfte. Weitere 140 Notschlafstellen stehen das ganze Jahr über zusätzlich zur Verfügung. Und diese Kapazität kann die Stadt jederzeit erweitern. Mit Blick auf den bevorstehenden Winter hat auch das Sozialwerk der Ordensgemeinschaft Arme Brüder des heiligen Franziskus zusätzliche Schlafstellen an der Prinz-Georg-Straße geschaffen, teilte die Stadt mit.

Im Rathaus weiß man von 120 bis 150 Personen, die die Angebote nicht nutzen. Scham mag dabei ebenso eine Rolle spielen wie Unwissenheit oder auch Angst vor Behörden. An sie richten die niederschwelligen Angebote, sich tagsüber bei zumeist spendenfinanzierten warmen Mahlzeiten und in geheizten Räumen aufzuwärmen. Und eben auch zusätzliche Schlafplätze im Winter.

Im extrem kalten Januar 2009 hatte die Stadt erstmals auf Initiative des damaligen Oberbürgermeisters Dirk Elbers beheizte am Rheinufer aufstellen lassen, die das DRK betreute. Später hatte bei extremen Temperaturen die Bergerkirche ihre Tore für Obdachlose geöffnet.

Damit die auch von bestehenden Angeboten erfahren, sind Streetworker im Einsatz, die sich finanziert von der Stadt und Landschaftsverband Rheinland um die Obdachlosen kümmern, auch den Kontakt zu ihnen halten. Und auch die Mitarbeiter des städtischen Ordnungs- und Servicedienstes OSD haben in der kalten Jahreszeit ein Auge auf die Obdachlosen. Wer nicht in eine Notschlafstelle will, kann bei ihnen wenigstens einen warmen Schlafsack bekommen. Die Düsseldorfer Bürger bittet die Stadt zudem, selbst auch die Augen offenzuhalten. Wer einen Obdachlosen in potenzieller Gefahr sieht, sollte dann die Beratungsstelle der Wohnungslosenhilfe (Telefon 899 6289) oder die Nachtunterkunft der Ordensgemeinschaft. (Tel. 60283500) anrufen, bei akuter Gefahr den Notruf wählen. Auch, wenn ein Obdachloser plötzlich fehlt, der sonst immer im Viertel unterwegs ist, sind die Hilfsdienste für einen Hinweis dankbar.

Dazu gehört natürlich auch die Obdachlosenhilfsorganisation Fiftyfifty, die ebenfalls Wohnungen unterhält, in denen Obdachlose untergebracht werden können. Bis zum Frühjahr waren Fiftyfifty und die Ordensgemeinschaft enge Partner in der Obdachlosenhilfe. Dann hatte ein Finanzskandal bei den Armen Brüdern, durch den auch Fiftyfifty Spendengelder verlor, ein Zerwürfnis zwischen den beiden verursacht. Im städtischen Infoblatt über Hilfsmöglichkeiten für Obdachlose wird Fiftyfifty nicht erwähnt.
Rheinische Post, 06.11.2014
 
Seit 50 Jahren für die Armen da Teil 1
Goldene Profess
Vor einem halben Jahrhundert haben Bruder Matthäus und Bruder Wendelin ihr Ordensgelübde abgelegt.

Von Anne Wolf

Dass sie in eine Ordensgemeinschaft eintreten wollen, war Bruder Matthäus und Bruder Wendelin früh klar. "Ich war von der Erstkommunion beeindruckt", erinnert sich Bruder Matthäus. Bereits damals habe er ein persönliches Verhältnis zu Jesus empfunden. "Als ich das Gymnasium verlassen habe, habe ich mich dann gefragt, was für ein Leben ich eigentlich führen will", erzählt der 70-Jährige.
"Ich war mir relativ schnell sicher, dass es ein religiöses und ein karitatives sein soll." Priester zu werden, sei für ihn nicht infrage gekommen. "Das habe ich mir nicht zugetraut." Und so gelangte Matthäus, der zwar katholisch aufgewachsen ist, "aber nicht streng reglementiert" schließlich bei der Armen Brüdern.

Die Eltern waren von den Plänen anfangs nicht recht begeistert

Die Eltern seien von der Idee anfangs nicht so recht begeistert gewesen. "Natürlich hätte mein Vater, der Ingenieur war, gerne gesehen, dass ich ihm nachfolge.
Aber der war da pragmatisch."
Die Mutter habe schrecklich geweint. Aber zugestimmt. "Ich war ja erst 19, damals war man erst mit 21 volljährig." 50 Jahre ist es bereits her, dass Bruder Matthäus den Profess, sprich: das Ordensgelübde abgelegt hat.
Auch Bruder Wendelin ist seit 50 Jahre dabei. Gefeiert wurde das an diesem Wochenende.
Während Bruder Matthäus aus Düsseldorf stammt, hat Bruder Wendelin, einen längeren Weg zurückgelegt, bevor er bei den Armen Brüdern in Düsseldorf landete. "Ich war ziemlich aktiv in der Katholischen Jugend und war 22, als ich den Entschluss gefasst habe, in den Orden einzutreten." Geboren im Saarland kam er über das Mutterhaus in Aachen 1982 nach Düsseldorf. "Einzelzimmer gab es damals noch nicht. Hier war alles spartanischer und ich einer der Jüngsten", erinnert sich der 73-Jährige.
Waren in Düsseldorf in den Anfangsjahren noch 14 Brüder Zuhause, sind es heute noch nicht mal mehr eine Handvoll.
Was Bruder Matthäus und Bruder Wendelin sehr bedauern.
Bruder Matthäus schätzt, dass die Menschen mit Arbeit und Familie genug zu tun haben, was sie ausfüllt: "Die Sinnfrage stellt sich heute nicht mehr so." Eine Beziehung zum Schöpfer aufzubauen - das sei vielen fremd.
Auch er selbst habe den Gedanken gehabt: "Mein Gott, ist das das Richtige?" Aber dieser Gedanke habe nie dazu geführt, einen anderen Weg einzuschlagen: "Zu den Gelübden gehört auch die Treue", sagt der 70-Jährige.
Bruder Wendelin hatte sich eigentlich vorgestellt mit jungen Leuten zu arbeiten, bevor er nach Düsseldorf kam.
Obwohl er sich nun um Obdachlose kümmert, bereut er seine Entscheidung, in den Orden eingetreten zu sein, nicht. "Für die Zukunft wünsche ich mir, dass ich mein religiöses Leben so weiterführen kann.

Als Mönch zurückgezogen leben? Ein Wunschtraum

Auch Bruder Matthäus gibt zu, dass er sich seine Arbeit anfangs anders vorgestellt hatte, das Ideal, als Mönch zurückgezogen zu leben, sich nicht verwirklichen ließ.
Heute mache es ihn froh, Menschen die in der Gesellschaft
WZ, 18.10.2014
 
Seit 50 Jahren für die Armen da Teil 2
keinen Platz gefunden hätten einen Lebensraum zu schaffen.
Für die Zukunft wünscht er sich auch, ein positives Bild der Armen Brüder vermitteln zu können. Wie die WZ berichtete, waren die Armen Brüder dubiosen Anlagebetrügern aufgesessen und hatten 7,2 Millionen Euro verloren. "Die Leute haben uns vertraut. Ich kann verstehen, dass viele, die uns gegenüber positiv eingestellt waren, geschockt sind", sagt er.
WZ, 18.10.2014
 
Nach Finanz-Skandal: Die "Armen Brüder" kritisieren jetzt "fiftyfifty"
...und sie werben um neues Vertrauen in der Stadt
von Michael Kerst

Düsseldorf - Der millionenschwere Finanzskandal um die "Armen Brüder des Heiligen Franziskus" und die Obdachlosenhilfe "fiftyfifty" (EXPRESS berichtet) geht in eine neue Runde - und erstmals setzen sich die "Brüder" zur Wehr.
In einem Interview der Zeitschrift "Forum Katholikenrat Düsseldorf" nehmen der Vorsitzende des Vereins "Sozialwerke e. V.", Bruder Matthäus Werner, und Geschäftsführer Heinz Theo Wollschläger Stellung und wollen "Fakten gerade rücken, die in der öffentlichen Wahrnehmung fehlerhaft dargestellt worden sind", so Wollschläger. "Wenn der Geschäftsführer von >>fiftyfifty<<, d.Red.) davon spricht, dass mehr als 22 Millionen Euro aus Spendengeldern des >>fiftyfifty<<-Vereins in Projekte der >>Armen Brüder<< geflossen seien, so ist das schlichtweg falsch."
Bruder Matthäus verspricht Transparenz "so offen wie möglich und nötig" und will das Vertrauen und den "Kredit" in der Düsseldorfer Öffentlichkeit "unbedingt erhalten".
Express, 17.10.2014
 
Seit 50 Jahren für die Armen da
Goldene Profess
Vor einem halben Jahrhundert haben Bruder Matthäus und Bruder Wendelin ihr Ordensgelübde abgelegt.

Von Anne Wolf

Dass sie in eine Ordensgemeinschaft eintreten wollen, war Bruder Matthäus und Bruder Wendelin früh klar. "Ich war von der Erstkommunion beeindruckt", erinnert sich Bruder Matthäus. Bereits damals habe er ein persönliches Verhältnis zu Jesus empfunden. "Als ich das Gymnasium verlassen habe, habe ich mich dann gefragt, was für ein Leben ich eigentlich führen will", erzählt der 70-
WZ, 17.10.2014
 
"Haben zu stark auf Fifty-Fifty gesetzt"
VERZOCKT Arme Brüder rechtfertigen sich in einem Interview.

Gut sieben Millionen Euro hat sie in den Sand gesetzt: die Ordensgemeinschaft der Armen Brüder des Heiligen Franziskus. Inzwischen ist ein gutes halbes Jahr über die Affäre hinweggegangen. Für Geschäftsführer Heinz-Theo Wollschläger offenbar genug Zeit, um nun in einem Interview seine Sicht darzustellen. In der aktuellen Ausgabe des "Forum Katholikenrat" äußert er sich gemeinsam mit Bruder Matthäus Werner zu den Vorwürfen.

Bemerkenswert ist zum einen die Tatsache, dass sich beide nach wie vor als Opfer betrachten, sie sprechen von einem "unglücklichen" Investment. Hubert Ostendorf von Fifty-Fifty (der Verein hat seine Spendengelder viele Jahre an die Armen Brüder gegeben) hatte Wollschläger vorgeworfen, sich nicht genug informiert zu haben, er sei einem "dahergelaufenen Vertreter" auf dem Leim gegangen. Nun ätzt Wollschläger gegen Fifty-Fifty. Er "gestehe ein", im Rahmen der Spendenakquise "zu stark" auf Fifty-Fifty gesetzt zu haben. Das ganze Interview: www.katholische-dusseldorf.de/forum-magazin-katholikenrat.html
Westdeutsche Zeitung, 17.10.2014
 
Knoebel spendet drei Kunstwerke
(RP) Imi Knoebel, ehemaliger Schüler von Joseph Beuys und führender Vertreter der Minimal Art, schenkt der Obdachlosenhilfe Fifty-Fifty drei Originalwerke seiner Reihe "Pure Freude" im Wert von 21000 Euro. Verkauft werden sie für jeweils 7000 Euro. Mit dieser Spende will Knoebel seine Anerkennung für die neue Ausrichtung von Fifty-Fifty ausdrücken. Diakoniepfarrer Thorsten Nolting freut sich, denn vom Erlös soll eine Wohnung für Obdachlose Frauen und ihre Kinder gekauft werden. Die Kunstwerke sind in der Galerie, Jägerstraße 15, zu sehen.
Rheinischen Post, 16.10.2014
 
Mini-Lohn und Bier für Obdachlose
Obdachlose Alkoholiker machen die Stadt sauber - für einen Mini-Lohn und drei Flaschen Bier. Gerade erst ist in Essen das umstrittene Projekt "Pick up" gestartet, da zeigen auch die Düsseldorfer schon Interesse an dem Vorhaben. Der Plan: Suchtkranke, die schon mehrere Therapieversuche hinter sich haben, säubern städtische Plätze und erhalten dafür neben 1,25 Euro Stundenlohn auch Bier. Die Idee stammt aus Amsterdam, wo das "Veegproject" (Fegeprojekt) schon seit knapp zwei Jahren erfolgreich läuft.

Thema des Tages
Projekt für Süchtige

Hubert Ostendorf, Geschäftsführer der Obdachlosenhilfe Fifty-Fifty, ist angetan von dem Sozialprojekt: "Die Diskussion dazu muss unbedingt angestoßen werden. Das Projekt ist richtig und gut und ein Beitrag zum sozialen Frieden", sagt er und betont: "Wir akzeptieren die Menschen, nicht den Alkohol. Leider ist die Sucht Bestandteil des Lebens auf der Straße." Es gehe nicht darum, Alkoholabhängigkeit zu fördern. "Wer latent süchtig ist, kommt für diesen Einsatz ja nicht in Frage, nur austherapierte Alkoholiker." Klaudia Zepuntke (SPD) ist stellvertretende Vorsitzende des Sozial- und Gesundheitsausschusses und verspricht: "Bei der Drogenhilfe wird sich viel tun, das Projekt aus Essen kann ein weiterer Baustein sein."

Niedrigschwellige Angebote für Schwerstabhängige sind wichtig

Niedrigschwellige Angebote, die Schwerstabhängige erreichen und sie wieder an das Gesundheitssystem anschließen, seien wichtig. "Das Thema darf aber nicht so platt als Suff-Projekt rübergebracht werden. Da muss man schon etwas tiefer ins Thema einsteigen."
Auch die CDU, die in der Vergangenheit Projekte wie Alkoholkonsumräume ablehnte, hat jetzt als Oppositionspartei eine Kehrtwende vollzogen: "Wir waren bislang ja mit einer recht konservativen Grundhaltung ausgerüstet, haben uns im sozialen Bereich oft schwer getan", gibt Andreas-Paul Stieber zu, Sprecher der CDU im Sozial- und Gesundheitsausschuss, und fügt hinzu: "Wenn wir mit einem solchen Projekt Obdachlose davon überzeugen können, zu einem geordneten Tagesablauf zurückzufinden, dann lohnt es, ein solches Projekt zu starten." Man müsse sich jetzt zusammensetzen und auch mit den Projektkoordinatoren in Amsterdam und Essen reden.
Derweil ist die Meinung bei den Betroffenen zu dieser Initiative gespalten.
Barbara (32), die seit Anfang des Jahres wieder auf der Straße lebt und zur Zeit im Methadon-Programm ist, stört der Mini-Lohn: "Ein-Euro-Jobs gibt es überall. Die Bezahlung müsste besser sein, so fühlen wir uns nur ausgenutzt", sagt sie. Der drogenabhängige Christian (32) regt sich sehr über die Gabe von Bier auf: "Mit Alkohol ist man nicht Herr der Lage und kann auch nicht arbeiten, so erreicht man gar nichts." Wolfgang (41) ist seit fünf Jahren Obdachlos und alkoholabhängig: "Die Idee ist gut, man will uns verstehen und uns mit Bier locken, das könnte mich interessieren!".


Ist das Projekt für Betroffene und Stadt sinnvoll?

Ja, das Projekt hat eine Chance verdient, weil Verdrängen und Verbote bisher wenig gebracht haben.

Von Marion Seele-Leichert

Putzen für Bier-das Projekt polarisiert und erhitzt die Gemüter. Viele empören sich darüber, dass Schwerstabhängige ohne nennenswerte Bezahlung als billige Arbeitskraft ausgebeutet und dann auch noch mit Suchtmitteln versorgt werden. Das Konzept ist jedoch ein
unkonventioneller Ansatz, Schwerstabhängige überhaupt zu erreichen, um so den Einstieg in weitere Hilfsangebote zu ermöglichen. Suchtkranken Bier als Lohn für gemeinnützige Arbeit zu geben mag zwar eine ungewöhnliche Maßnahme sein, kann aber ein Mittel zum Zweck sein und die Teilnehmer des Projektes dauerhaft mobilisieren. In Amsterdam hat die Initiative bereits Erfolg, neben der Suchtbekämpfung sorgte die Straßenaufräumarbeit für einen strukturierten Tagesablauf.
Nur wer schon viele Jahre lang von harten Drogen abhängig war und harte Alkoholika konsumiert, dem bietet das Projekt drei Flaschen Bier - mehr nicht. Und die alkoholabhängigen Obdachlosen erhalten durch diese Arbeit zudem das wichtige Gefühl, gebraucht zu werden. Das Projekt hat eine Chance verdient, zumal Verdrängen und Verbote bislang wenig gebracht haben. Bier und Besen sind ein Therapieansatz!

Nein, wenn dieses Projekt auch in Düsseldorf umgesetzt würde, wäre das der dritte Schritt vor dem ersten.

Von Rene Schleucher

Schon die Idee mit dem Bier geht gar nicht. Ja, Drogenpolitik braucht einen akzeptierenden Ansatz. Aber dann wäre es besser einen höheren Stundenlohn zu zahlen. Das würde vermeiden, dass sich die Betroffenen ausgenutzt fühlen. Und jeder könnte sich das Bier kaufen, das er braucht. Es ihm noch in die Hand zu drücken, ist nicht wirklich nötig.
Was vor allem aber gegen eine Umsetzung des Projektes in Düsseldorf spricht, ist, dass es den dritten Schritt vor dem ersten bedeuten würde.
Wer den akzeptierenden Ansatz ernst meint, sollte sich für eine staatlich kontrollierte Heroin-Abgabe stark machen - das wäre viel dringender. Allein schon deshalb, weil viele Junkies stark unter verunreinigtem Stoff leiden. Wenn man auf diesem Pfad weitermachen will, könnte man sich in einem zweiten Schritt auch der Trinker-Szene annehmen. So wurde in Düsseldorf vor drei Jahren die Einführung eines Trinkerraumes diskutiert, wo sich Alkoholabhängige täglich aufhalten dürfen. Der Konsum etwa von Bier würde dort toleriert. Es könnte dort Essen ebenso geben wie eine medizinische Grundversorgung sowie den Zugang zu Sozial- und Therapieangeboten. Leider gab es dafür damals keine Mehrheit.
WZ, 15.10.2014
 
Straßenhunde als Fotomotive im neuen Kalender
Ein silbergrau-melierter Zwergpudel schaut interessiert in die Kamera, ein süßer Mischling posiert vor der Schlossturm-Kulisse, und ein Schäferhund räkelt sich am Rheinufer. Insgesamt ein Dutzend Vierbeiner führen im neuen "Straßenhund-Kalender" der Obdachlosen-Initiative Fiftyfifty durchs Jahr 2015. Es gibt ihn ab sofort bei den Verkäufern des Düsseldorfer Straßenmagazins. Die Motivauswahl ist groß, denn viele von ihnen sind längst auf den Hund gekommen. Wenn sie ohne Hund an ihrem Stammplatz vor dem Rewe-Supermarkt in Oberkassel steht, dann fragen Passanten Fiftyfifty-Verkäuferin Heidi U.garantiert:"Ist Yoschi krank?" Die beiden gehören einfach zusammen, nur bei schlechtem Wetter bleibt der Zwergpudel zuhause, er ist schon ein alter Hund, längst zahnlos, doch die Jahre haben seine zierliche Gestalt nicht verändert. Was ihr der Hund bedeutet? "Alles", sagt Heidi U. Das gilt für viele ihrer Kollegen, oft haben sie mit Menschen nicht die besten Erfahrungen gemacht, "aber ihre Hunde enttäuschen sie sie."
Es sei ein Vorurteil, dass Wohnungslose nicht gut mit ihren Tieren umgehen, meint auch Fiftyfifty-Geschäftsführer Hubert Ostendorf. Er zitiert die Milieustudie eines bekannten Hundetrainers, der zu dem Ergebnis kommt, dass eher das Gegenteil richtig sei: Obdachlose würden ihre Hunde eigentlich nie allein lassen und sie gut behandeln. Umgekehrt aber bietet der Hund seinem Menschen Schutz, "und er motiviert ihn dazu, Verantwortung zu übernehmen, für den Hund, aber auch für sich selbst", so Ostendorf. Der "Straßenhund-Kalender" ist in einer Auflage von 8000 Stück erschienen ( er kostet zehn Euro, die Hälfte bleibt dem Verkäufer), das Vorwort hat diesmal die Fernseh-Journalistin Claudia Ludwig geschrieben. Vom Erlös wird "Underdog" unterstützt, das Tierarztprojekt von Fiftyfifty. Alle zwei Wochen macht der Bus mit ehrenamtlichen Tierärzten in der Altstadt und in Holthausen Station, Obdachlose können dort ihre Hunde kostenlos behandeln lassen. Julia von Lindern, die als Sozialpädagogin in dem Projekt arbeitet, beobachtet immer wieder die starke Bindung zwischen Obdachlosen und ihren Vierbeinern, und dass diese Hunde oft besonders gelassen sind. Außerdem:"Über die Tiere erreichen wir die Menschen."
Rheinischen Post, 08.10.2014
 
Hubert Ostendorf: Wir haben die Krise überwunden
DÜSSELDORF
Hubert Ostendorf (53) setzt sich mit seinem Verein fiftyfifty seit fast 20 Jahren für Obdachlose in der Stadt ein. Vor etwa einem halben Jahr erschütterte der Finanzskandal rund um die Partner Ordensgemeinschaft der Armen Brüder den Verein in den Grundfesten.
Ein hoher Millionenbetrag war verspekuliert worden. Bei vielen Bürgern herrschte Misstrauen. Mit dem EXPRESS sprach er über die schwierige Zeit nach dem Skandal, zukünftige Projekte, den Wandel der Obdachlosigkeit und darüber, was der neue OB Thomas Geisel besser machen kann als sein Vorgänger.
Wie schwer hat sie der Finanzskandal getroffen?
Die ersten Folgen waren katastrophal. Ich konnte nachts nicht mehr schlafen. Alles stand auf null. Ich sah mich vor den Trümmern von 20 Jahren harter Arbeit. Die Leute haben kein Magazin mehr gekauft, die Künstler haben sich abgewendet und die Spenden blieben aus.

Vermutlich litten auch die Straßenverkäufer darunter
Klar, die Leute drückten unseren Verkäufern ein paar Münzen in die Hand und sagten: Aber nicht verzocken. Dabei sind sie diejenigen, die am wenigsten dafür konnten.
Haben sie zu dieser Zeit darüber nachgedacht, aufzugeben?
Nein, natürlich nicht. Wir haben uns sofort mit dem ganzen Team getroffen, was die fiftyfifty-Familie dann extrem gestärkt hat.
Wie haben sie versucht, das Vertrauen der Bürger zurückzugewinnen?
Durch Öffentlichkeit. Ich habe jeden Brief, der mir geschrieben wurde, per Hand beantwortet. Zudem haben wir einen neuen Beirat gegründet, haben uns neu aufgestellt. Diese Veränderungen haben wir kommuniziert, und das ist uns in der Bevölkerung zum Glück auch abgenommen worden. Das Vertrauen ist zurückgewonnen, wenn auch nicht vollständig.
Das heißt, fiftyfifty geht es wieder gut?
Ja, die Krise ist überwunden. Wir sehen hoffnungsvoll in die Zukunft. Wir haben tolle neue Projekte, auch wenn sich die Finanzierung schwierig gestaltet. Wir stehen jedenfalls nicht mehr vor der Situation, dass die Existenz von fiftyfifty auf dem Spiel steht.
Welche Projekte sind denn geplant?
In der Frauen-Notaufnahmestation Ariadne hinter dem Hauptbahnhof sind allein letztes Jahr 54 Frauen mit ihren Kindern aufgenommen worden so viele wie noch nie. Diakoniepfarrer Thorsten Nolting und ich sind allerdings der Meinung, dass dies kein richtiges Umfeld für Kinder ist. Man braucht für Kinder eigene Räume, wie ein Spielzimmer. Deshalb planen wir zusammen mit der Diakonie, eine Wohnung einzurichten, in der wir vier, fünf Frauen mit ihren Kindern unterbringen können. Aufgrund des überhitzen Immobilienmarkts in der Stadt, wird es allerdings teurer als geplant.
Hat sich die Obdachlosigkeit gewandelt?
Definitiv. Früher war der typische Obdachlose ein bärtiger Mann im mittleren Alter mit Bierflasche. Heute kommen Obdachlose aus allen Schichten. Außerdem sind es viele Frauen, Kinder oder Menschen mit Migrationshintergrund.
Wird Obdachlosen in Düsseldorf noch zu wenig geholfen?
Ja und nein. In der Gesellschaft wird die Kluft zwischen Arm und Reich immer größer. In Düsseldorf ist die Hilfsbereitschaft allerdings sehr groß, was wir gerade nach der Krise erleben durften. Das Klischee, dass in Düsseldorf nur hochnäsige Menschen wohnen, ist absolut falsch. Wir sind von allen Straßenmagazinen mit das erfolgreichste. Das ist Beweis genug für die Hilfsbereitschaft der Düsseldorfer.
Was wünschen sie sich vom neuen Oberbürgermeister Thomas Geisel?
Wir haben natürlich auch einen politischen Ansatz. Wir wollen immer, dass auch die Rahmenbedingungen verändert werden. Dirk Elbers ist in seiner Amtsperiode nie bei uns gewesen. Die Zeichen unter Thomas Geisel stehen gut. Auf kommunaler Ebene gibt es drei Punkte, wo dringend was passieren muss: Zum einen brauchen wir dringend neuen bezahlbaren Wohnraum. Zweitens sind in den letzten Jahren systematisch Flüchtlings- und Obdachlosenunterkünfte abgebaut worden, was wir stark kritisiert haben. Eine Situation wie in Duisburg, wo die Menschen in Zelten unterkommen, ist doch keine Lösung. Da hat die Politik lange die Augen vor Veränderungen geschlossen. Und drittens muss in der Drogenpolitik was geschehen, wenngleich sich hier schon ein bisschen was getan hat. Aber langfristig muss die Entkriminalisierung von Drogenabhängigen stattfinden. Auch das ist ein Beitrag zum sozialen Frieden. Thomas Geisel hat also genug zu tun.
Express, 22.09.2014
 
Die Hohe Straße feiert am Sonntag
Eine Auktion mit zeitgenössischer Galeriekunst, ein historischer Rundgang wie im Museum oder eine eigene Saxofonistenparade zum Mitmachen - das sind nur drei Argumente, die das Gebiet rund um die Hohe Straße im Herzen der Carlstadt am Sonntag wieder zum kreativen Ankerpunkt Düsseldorfs machen. Zum zwölften Mal feiern die Anwohner und Geschäfte auf der Hohe Straße von 11 Uhr bis 19 Uhr wieder das jährliche Straßenfest.

fiftyfifty-Galerie versteigert Kunstwerke auf der Bastionstraße.

Großen Andrang erwartet Ruth Benninghoven, Hauptorganisatorin des Traditionsfestes, vor allem auf der Bastionstraße: Hier wird die fiftyfifty-Galerie insgesamt 40 Kunstwerke versteigern - die Preise beginnen bei zehn Euro.
Inspirierende Modeeindrücke kann man bei der Modenschau um 15 Uhr sammeln - hier präsentieren 15 Geschäfte der Hohe Straße ihre Kollektion auf ganz individuelle Weise. "Die Skatermarke Titus wird seine Modelle mit Skateboards über den Laufsteg fahren lassen", verrät Ruth Benninghoven.
WZ, 19.09.2014
 
Mädchen helfen Armen
Frida (10) und Mara (9) haben ein Herz für arme Menschen. Aus Verkäufen auf dem Flohmarkt und Auftritten mit Trompete und Klarinette auf der Straße sammelten die beiden 115 Euro - und spendeten das Geld Obdachlosen. In Empfang genommen wurde der Betrag jetzt von fiftyfifty.
WZ, 17.09.2014
 
Schülerinnen sammeln für fiftyfifty
Düsseldorf. Als Alexandra Voskuhl von Fiftyfifty eine junge, helle Stimme am anderen Ende der Leitung hört, ist sie überrascht. Als die zehnjährige Frida dann auch noch anfängt zu erzählen, weswegen sie eigentlich anruft, ist die Überraschung sogar noch viel größer. Denn mit ihrer Freundin Mara (9) hat die Düsseldorfer Schülerin Spenden für die Obdachlosenhilfe gesammelt - beim Verkauf auf dem Flohmarkt und beim Klarinette- und Trompetespielen auf der Straße. 115 Euro sind so zusammengekommen, sagt die Schülerin am Telefon und dass sie damit gerne Wohnungslose in der Stadt unterstützen will.
Woher die beiden Mädchen die Arbeit von Fiftyfifty kennen? Weil ihre Familien öfters die Zeitung kaufen würden, sagen die Mädchen dann wenige Stunden später bei der Übergabe ihrer Spende bei Fiftyfifty an der Jägerstraße. Auch das Projekt "Underdog", die mobile Tierarztpraxis von Fiftyfifty, die sich um die Tiere von Obdachlosen kümmert, sei den Düsseldorfer Schülerinnen deswegen bekannt. Übergeben haben die beiden Mädchen ihre Spende in Höhe von 115 Euro übrigens in einer bunt beklebten Box.

"An dieser Stelle möchten wir uns recht herzlich bei Frida und Mara für ihre Spende und ihr Engagement für Wohnungslose bedanken", sagt Alexandra Voskuhl von der Obdachlosen-Hilfe.

Quelle: RP
Rheinische Post, 17.09.2014
 
Von Kochbüchern und Cowboyhüten
Eigentlich läuft es im Leben doch immer auf eine Frage hinaus: Und, wie war ich? Wir sagen es Ihnen und vergeben Sternchen für die Düsseldorfer Gesellschaft. Wenn es nicht so unfassbar wäre, könnte man drüber lachen: Da dreht sich bei den Jonges an einem Abend alles um Gleichstellung, Emanzipation, um Gewalt gegen Frauen - und da schenkt Wolfgang Rolshoven, Baas dieses Männerbundes, der ReferentIn ein Kochbuch. Ungeschickt, instinktlos unüberlegt. Zur Strafe kein Sternchen. Bei einem Dreh für einen Werbespot hat Schauspieler Mario Adorf einen Cowboyhut liegenlassen. Dieser Hut wurde von der Düsseldorfer Werbeagentur Havas, die schon einige ehrenamtliche Kampagnen für die Obdachloseninitiative fiftyfifty gemacht hat, versteigert. Der gesammelte Erlös von 500 Euro geht an das Projekt "Underdog", bei dem die Hunde der Obdachlose versorgt werden. Vielleicht erfährt Mario Adorf das ja - und macht noch mal ein Scheinchen locker. Erst einmal Lob an die Agentur.
Rheinische Post, 13.09.2014
 
Fiftyfifty stellt Wohnungen für Flüchtlinge bereit
Als Hilda Eno-Ndum mit ihrem einjährigen Sohn noch im Flüchtlingsheim lebte, da war an den Aufbau eines geordneten Lebens nicht zu denken. Seit einigen Tagen lebt sie nun in einem kleinen Apartment in Eller und kann zur Ruhe kommen.
"Ich kann nachts schlafen, mein Sohn kann schlafen. Das ist wunderbar", sagte die 28-jährige Frau, die vor anderthalb Jahren aus Kamerun nach Düsseldorf kam. Sie lernt Deutsch und wünscht sich, eine Ausbildung zur Altenpflegerin zu machen.
Hilda Eno-Ndum ist eine der ersten Teilnehmer eines neuen Wohnprojekts vom Verein Fiftyfifty. Die Obdachlosenorganisation hatte eine Kunstspende, eine Grafik von Gerhard Richter, für 200 000 Euro verkaufen können. Das Geld investierte Fiftyfifty nach und nach in den Kauf von drei Apartments in Düsseldorf (zwei in Eller, eines in Wersten). "Das Bild der Obdachlosen hat sich gewandelt", sagt Hubert Ostendorf von Fiftyfifty. Zwar gebe es heute auch noch die klassischen Berber, aber weniger als früher. Hinzugekommen seien dafür mehr Frauen mit kleinen Kindern, häufig auch mit Migrationshintergrund.
Diejenigen, die im Flüchtlingsheim leben und anerkannte Asylbewerber sind, haben keine Chance eine Wohnung zu finden und sind von Obdachlosigkeit bedroht. Sie sprechen kaum Deutsch und haben keine Arbeit. "Da legen die Vermieter direkt wieder auf", sagt Oliver Ongaro von Fiftyfifty.
Diese Erfahrung machte auch der 28-jährige Ahmad Babelli. Er war vor einem halben Jahr aus Syrien vor den Bomben geflüchtet. Er hatte eine Ausbildung als Mechaniker begonnen aber nicht abgeschlossen. Weil die Maschinen, an denen er arbeitete, aus Deutschland kamen, habe er gedacht, da könne das Land nicht so schlecht sein. Wenn er seine Deutschkenntnisse verbessert hat, möchte er nun endlich den Beruf des Mechanikers erlernen.
Als nächstes Projekt plant Fiftyfifty zusammen mit der Diakonie eine Dependance der Frauennotaufnahme Ariadne. Durch die gestiegenen Immobilienpreise sind aber mittlerweile 400 000 Euro statt der ursprünglich veranschlagten 250 000 Euro notwendig.
RP, 12.09.2014
 
Fifty-Fifty hilft jetzt Flüchtlingen
Am meisten genießt Hilda Eno-Ndum, dass sie und ihr kleiner Sohn Symon endlich in Ruhe durchschlafen können. Vor rund anderthalb Jahren war die 28-Jährige aus Kamerun nach Deutschland geflüchtet. Seitdem hat sie in einer Unterkunft für Flüchtlinge gelebt, in der an einen ruhigen Schlaf nicht zu denken war - eine eigene Wohnung zu finden, schien schier unmöglich. Mit Unterstützung der Obdachlosenhilfe Fifty-Fifty und der Flüchtlingsinitiative Stay kann Eno-Ndum nun doch die Tür zu ihrem eigenen Apartment hinter sich zuziehen.

Thema des Tages
Fifty-Fifty

Mit Spenden, die Fifty-Fifty in den vergangenen Monaten gesammelt hat, hat die Obdachlosenhilfe in Eller und Wersten drei Apartments gekauft, die sie möbliert und Stay zur Verfügung gestellt hat. Bis zu einem Jahr können Flüchtlinge in diesen Wohnungen leben. "Die Menschen können dort endlich zur Ruhe und sich auf ihre Qualitäten besinnen", sagt Oliver Ongaro von Fifty-Fifty.
"Außerdem unterstützen Ehrenamtler die Betroffenen in dieser Zeit, auf dem freien Markt eine richtige Wohnung zu finden", fügt Nicole Tauscher von Stay hinzu.
Zu diesen Betroffenen gehört auch Ahmad Babelli, der aus Syrien nach Deutschland geflüchtet ist. Der junge Mann hofft, bald seine Ausbildung als Mechaniker, die er im vom Bürgerkrieg gebeutelten Land begonnen hatte, fortsetzen zu können.
Für Fifty-Fifty ist die Zusammenarbeit mit Stay auch ein Neuanfang nach dem Bruch mit dem Orden die Armen Brüder.
Die Armen Brüder, an die Fifty-Fifty bisher Spenden weitergegeben hatte, waren dubiosen Anlagebetrügern auf den Leim gegangen und hatten dadurch 7,2 Millionen Euro verloren. Daraufhin hatte Fifty-Fifty die Zusammenarbeit für beendet erklärt. "Dass wir Flüchtlinge unterstützen, bedeutet nicht, dass wir das Betätigungsfeld Obdachlosenhilfe verlassen", sagt Fifty-Fifty-Geschäftsführer Hubert Ostendorf. Vielmehr gebe es den "klassischen Berber" kaum noch, sind auch Flüchtlinge oder Frauen mit Kindern zunehmend auf der Straße anzutreffen.
Natürlich sei das Finanzdebakel nicht spurlos an Fifty-Fifty vorübergegangen. Bisher habe die Obdachlosenhilfe rund zwei Millionen Euro Umsatz im Jahr gemacht, rund 600 000 Euro davon über die Galerie, in der gespendete Kunstwerke verkauft werden. In diesem Jahr, schätzt Ostendorf, komme gerade die Hälfte des Betrages zusammen.
"Der Vertrauensverlust ist einfach da - auch wenn wir bei den Bildverkäufen weiterhin erfolgreich sind." Zu verdanken sei das Gerhard Richter, der nach dem Skandal ein Gemälde gespendet habe, das für 200 000 Euro einen neuen Besitzer gefunden habe. Von diesem Geld hat Fifty-Fifty auch die Wohnung gekauft, die Hilda Eno-Ndum und ihrem Sohn nun einen ruhigen Schlaf ermöglichen.
Die 28-Jährige will sich dort auf ihr nächstes Ziel konzentrieren: "Ich will eine Ausbildung zur Altenpflegerin machen", sagt sie.
WZ, 12.09.2014
 
fiftyfifty kauft Wohnungen für 150 000 Euro
Das Straßenmagazin fiftyfifty startet in Zusammenarbeit mit der Düsseldorfer Flüchtlingsinitiative Stay! ein Wohnprojekt für Asylbewerber. Dafür wurden mit Spendengeldern drei Wohnungen in Eller und Wersten für insgesamt 150 000 Euro gekauft, in denen Flüchtlinge künftig bis zu sechs Monate leben können.

Oft sei der Schritt aus einer Flüchtlingsunterkunft in eine eigene Wohnung zu groß und ende wieder in einer Notunterkunft, erklärt Fiftyfifty-Geschäftsführer Hubert Ostendorf: Aus den Appartements heraus findet sich leichter eine neue Wohnung. Diese sollen speziell Müttern mit Kindern Platz auf 25 bis 30 Quadratmetern bieten. Die Wohnungen befinden sich in normalen Wohngegenden mit einer gemischten Hausgemeinschaft. Ostendorf: Problemhäuser wie in Duisburg soll es nicht geben. Wir hoffen, dass die Integration der Flüchtlinge auch durch die Nachbarn gelingt.

Das Budget für die Hausfinanzierung stammt von einer Großspende, die fiftyfifty durch den Verkauf einer Grafik von Gerhard Richter einnehmen konnte: 200 000 Euro wurden dabei zu gleichen Teilen aufgeteilt in ein Wohnprojekt für obdachlose Mütter und eben jene neuen Asylbewerberwohnungen.
NRZ, 10.09.2014
 
Von alten Idolen und frischen Nachwuchskünstlern
Die Stadt einmal aus der Perspektive eines Obdachlosen sehen, einmal einen eigenen Poetry-Slam schreiben oder Samy Deluxe aus nächster Nähe sehen - das neue Halbjahresprogramm im Zakk auf der Fichtenstraße ist vielversprechend.
Los geht es am 7. September mit einem Stadtrundgang der besonderen Art: Unter dem Oberthema "Straßenleben in Düsseldorf" zeigen Verkäufer der Straßenzeitung fiftyfifty in einem Stadtrundgang ihre nicht immer schöne Sicht auf Düsseldorf. Ernst wird es auch bei dem Projekt "Wandel findet Stadt", das vom 12. bis 19. Oktober über die Bühne geht. Hier können sich alte und junge Migranten aus Düsseldorf in ihren Erfahrungen austauschen - und über das zukünftige Leben vor Ort diskutieren.
Wichtigstes Highlight wird in diesem Jahr der Auftritt des Hamburger Rappers Samy Deluxe - er wird im Rahmen seiner Tour "Gute Alte Zeit" alte und neue Songs spielen.
Einen ganz besonderen Gast erwartet das Zakk-Team um Geschäftsführer Jochen Molk auch am 22. Dezember: "Christian Ehring aus dem Kom(m)ödchen wird im Rahmen der kabarettistischen Jahresabrechnung bei uns auftreten", sagt Christine Brinkmann, Programmplanerin für den Bereich "Wort&Bühne". Neu sind auch die Projekte, die das Zakk dieses Mal verstärkt anbietet: Unter dem Namen "Idiots & Idols" können sich Jugendliche ab 14 Jahren mit Migrationshintergrund mit Hilfe von selbst entworfenen Texten oder Comics mit ihren Werten auseinandersetzen. Der Kurs startet am 6. September. Es gibt noch freie Plätze. Am 22. November können sich Newcomer aus allen Musikbereichen einen Namen machen. Der Eintritt ist frei.
WZ, 29.08.2014
 
Würdigungen für Ehrenamtliche
Düsseldorf. Für ihr besonderes ehrenamtliches Engagement hat die Initiative "HelferHerzen" der Drogeriemarktkette dm jetzt Einzelpersonen und Gruppen aus Düsseldorf gewürdigt.

Auszeichnungen gingen an Uwe Plath (Vorsitzender des Imkervereins Apidea mellifica), Klaus Backhaus (Hilfe für Obdachlose - "Der gutenachtbus"), Claudia Seidensticker (Gründerin von Krass e.V. - künstlerische und kulturelle Bildung für Kinder), Dieter Kriegeskorte (Ehrenamtlicher bei der Bahnhofsmission), Gabriele van den Burg ( Froschkönige gegen KinderArmut e.V. ), Aline Kochen (Betreuung von Wohnungslosen), sowie an Studenten bilden Schüler e.V., fiftyfifty-underdog und SunPod - der sonnige Podcast. Die Geehrten erhalten eine von der Künstlerin Hannelore Langhans gestaltete Skulptur, zudem werden 17 000 Euro auf die insgesamt 17 Preisträger der Region verteilt.

Über die Preisträger entschieden hatte eine Jury, in der Schauspielerin Janine Kunze, Awo-Geschäftsführer Michael Kipshagen, Ute Krupp (Henkel), Unesco-Sonderbotschafterin Ute-Henriette Ohoven, Borussia-Düsseldorf-Manager Andreas Preuß, Moderatorin Janine Steeger sowie der dm-Gebietsverantwortliche Rolf Posch saßen. Eine nationale Jury unter anderem mit Kabarettist Eckart von Hirschhausen und Schauspieler Hannes Jaenicke wird aus allen regional Ausgezeichneten noch die nationalen Preisträger auswählen.
Rheinische Post, 01.08.2014
 
Initiative HelferHerzen ehrt Ehrenamtliche
(kjp) Michael Kipshagen, Kreisgeschäftsführer der AWO Düsseldorf, wählte als Juror beim dm-Preis für Engagement der Initiative HelferHerzen 17 Ehrenamtliche aus Düsseldorf und Neuss als besonders herausragend aus.

Beim diesjährigen dm-Preis für Engagement der Initiative HelferHerzen konnten Bürgerinnen und Bürger Menschen und Initiativen vorschlagen, die besondere ehrenamtliche Arbeit leisten. Die dm-Drogeriemarkt-Kette rief im Frühjahr zusammen mit ihren Partnern Naturschutzbund Deutschland e. V. (NABU), Deutscher Kinderschutzbund Bundesverband e. V. (DKSB) und Deutsche UNESCO-Kommission e. V (DUK) zur Teilnahme an der Initiative auf. 9.175 Menschen schlugen deutschlandweit daraufhin besondere Personen oder Projekte vor.

Ehrenamtliches Engagement bekommt auch in der Öffentlichkeit einen immer größeren Stellenwert, so AWO-Kreisgeschäftsführer Michael Kipshagen, der in der Jury für Düsseldorf und Neuss saß. Wir haben 17 Preisträgerinnen und Preisträger mit besonderen Leistungen geehrt. Diese stehen aber stellvertretend für viele andere, die ganz selbstverständlich regelmäßig ehrenamtlich engagiert sind.

Preisträger sind u. a. fiftyfifty-underdog, Hilfe für Hunde von Obdachlosen in Düsseldorf, oder Initiative Schmetterling Neuss e. V., ein ambulanter Kinderhospizdienst. Die Geehrten erhalten eine Skulptur der Künstlerin Hannelore Langhans und insgesamt 17.000 Euro für die Weiterentwicklung der Projekte.

In den Einrichtungen der AWO Düsseldorf selbst sind ca. 600 Ehrenamtliche im Einsatz, ob als Sprachpatinnen und Sprachpaten für Menschen mit Migrationshintergrund, als zusätzliche Unterstützung für Ältere in den Senioreneinrichtungen oder im Bereich niedrigschwelliger Beratungs- und Betreuungsangebote unter Anleitung hauptamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wir haben für Interessierte genau das Ehrenamt, das zu den individuellen Fähigkeiten und Neigungen der Einzelnen passt, so Kipshagen.

Wer sich bei der AWO Düsseldorf ehrenamtlich engagieren möchte, wird daher vorab individuell und passgenau von der Initiative Ehrenamt beraten.
AWO Düsseldorf, 01.08.2014
 
Jan Delay und die Düsseldorfer Obdachlosen
Düsseldorf. Der Musiker Jan Delay spricht im Interview mit der Düsseldorfer Obdachlosen-Zeitung fiftyfifty über seine neuen Songs.

Ein spannendes Experiment: Neun Nachwuchsredakteure tauschten das Studentenleben gegen Arbeitsrealität. Für die Sonderausgabe der Straßenzeitung fiftyfifty haben sie die Düsseldorfer Straßen unsicher gemacht. Die Straße ist Inspiration und das Thema der diesjährigen Sonderausgabe: Straßenkunst, Straßenmusik und Straßenleben. Besonderes Highlight ist die Titelstory: Jan Delay spricht im Interview mit fiftyfifty über seine neuen Songs, seine Jugend und Heimat in St. Pauli. Sein Fazit zum Leben auf der Straße: Obdachlosen wird immer noch zu wenig geholfen.

Rapper Chakuza, der im September ein neues Album herausbringt, erzählt in der fiftyfifty über seinen Imagewandel: Vom Straßengangster, der mit Bushido zusammen rappte, zu einem sympathischen Musiker, der über seine Probleme offen spricht. Die Sonderausgabe wird im August und September 2014 neben den regulären Ausgaben der fiftyfifty verkauft.

Zitate aus der Szene
Sie widmet sich dieses Mal dem Ursprung und der Herkunft des Magazins der Straße. Ein Fokus der Ausgabe liegt auf dem erfolgreichen Projekt Underdog, das sich der medizinischen Betreuung der Hunde von Obdachlosen annimmt und auf einer Reportage über den Schwulenstrich mit Zitaten aus der Szene.

Im Interview mit dem Künstler Klaus Klinger, Gründer des Straßenkunstvereins Farbfieber erfahren wir mehr über die Möglichkeit, Farbe in die Städte und auf die Straße zu bringen. Zudem waren in diesem Jahr die Verkäufer der fiftyfifty zum ersten Mal selbst in die Ausgabe eingebunden.

In einer beeindruckenden Fotostrecke zeigen die Studierenden in der Ausgabe nicht nur die Schattenseiten des Straßenlebens, sondern vor allem auch die Persönlichkeit der Verkäufer der fiftyfifty. Mit viel Prominenz und enormer Themenbreite ist die Straßensonderausgabe ein spannendes Magazin geworden.

Die Studierenden verbinden fotografische Arbeiten, Reportagen und Interviews zu einer bunten, jungen Zeitung. Sie zeigt: Straße ist nicht nur grau, sondern vor allem eins: lebendig!

Zum fünften Mal haben Studierende der AMD Akademie Mode Design Düsseldorf eine Ausgabe der fiftyfifty produziert. Das Erfolgsprojekt fiftyfifty verkauft sich in ganz NRW mit einer Auflage von rund 40 000 Exemplaren.
NRZ, 27.07.2014
 
Mode-Studenten gestalten Magazin
Düsseldorf. Das war ein ganz besonderer Ausflug auf die Königsallee: Sarina Zink, Martha Mermertas, Nadja Leszinski, Larissa Königs und ihre Studienleiterin Ina Köhler wollten aber nicht einkaufen gehen, sondern für die Sonderausgabe des Obdachlosenmagazins FiftyFifty werben.

Die Modejournalistinnen der Akademie Mode & Design Düsseldorf (AMD) haben sich dem Thema Straßenkunst, Straßenmusik und Straßenleben gewidmet und zum Teil mit Obdachlosen die Ausgabe gestaltet. Die Studierenden zeigen anhand von Fotos den Alltag von Obdachlosen auf der Straße, stellen aber auch Verkäufer des Heftes vor. Es ist das fünfte Mal, dass AMD-Studenten eine Ausgabe von Fiftyfifty produziert haben.

In diesem Heft ist auch der Sänger Jan Delay vertreten. Im Interview spricht er über seine Songs, seine Jugend und seine Liebe zu St. Pauli. Er ist der Meinung: "Obdachlosen wird immer noch zu wenig geholfen."
Rheinische Post, 25.07.2014
 
Jan Delay kommt als Pappkamerad auf die Kö
Als Pappkamerad überraschte gestern Musikstar Jan Delay die Passanten auf der Kö. Mit ihm werben angehende Modejournalistinnen der AMD Akademie Mode & Design für die von ihnen gestaltete Sonderausgabe der Straßenzeitung fiftyfifty.
Besonderes Highlight ist die Titelstory: Sänger Jan Delay spricht im Interview über seine neuen Songs, seine Jugend und Heimat in St. Pauli. Sein Fazit zum Leben auf der Straße: "Obdachlosen wird immer noch zu wenig geholfen." Er schmückt auch die Titelseite der Ausgabe. Rapper Chakuza, der im September ein neues Album herausbringt, erzählt über seinen Imagewandel: Vom Straßengangster, der mit Bushido zusammen rappte, zu einem sympathischen Musiker, der über seine Probleme offen spricht.
Die Sonderausgabe wird im August und September neben den regulären Ausgaben der fiftyfifty verkauft. Sie widmet sich dem Ursprung und der Herkunft des Magazins - der Straße. Straßenverkäufer werden in den Mittelpunkt gerückt. Außerdem waren in diesem Jahr die Verkäufer der fiftyfifty zum ersten Mal selbst Thema der Ausgabe. In einer Fotostrecke zeigen die Studenten nicht nur die Schattenseiten des Straßenlebens, sondern vor allem auch die Persönlichkeit der Verkäufer. Die Zusammenarbeit der AMD mit fiftyfifty hat bereits Tradition - es ist die fünfte Ausgabe, die von Studenten produziert wurde.
WZ, 25.07.2014
 
Jan Delay auf dem Cover von fiftyfifty
Das Cover der neuen Ausgabe des Straßenmagazins fiftyfifty schmückt sein bekanntes Gesicht. Der Sänger Jan Delay hat der Zeitung ein Interview gegeben. Er spricht über seine neuen Songs, seine Jugend in St. Pauli und über das Leben auf der Straße: "Obdachlosen wird immer noch zu wenig geholfen."
Ebenfalls in der Ausgabe vertreten: der Rapper Chakuza. Er spricht über seinen Wandel vom Gangsta-Rapper zum sympathischen Musiker.
Entstanden ist die Sonderausgabe des Magazins mit Hilfe der Studenten der AMD, Akademie Mode & Design.
WZ, 21.07.2014
 
Jan Delay auf dem Cover von fiftyfifty
Die neue fiftyfifty bringt Jan Delay aufs Cover: Modejournalistinnen der AMD (Akademie Mode & Design Düsseldorf) präsentieren zusammen mit Obdachlosen eine selbst entwickelte Sonderausgabe der Straßenzeitung. Zu Gast im Heft sind die Musiker Jan Delay und Chakuza. Jan Delay spricht im Interview über seine neuen Songs, seine Jugend und Heimat in St. Pauli. Sein Fazit: "Obdachlosen wird immer noch zu wenig geholfen." Die Sonderausgabe wird im August und September neben den regulären Ausgaben verkauft.
WZ, 19.07.2014
 
Vernissage
Der Verein Asphalt, Herausgeber der Obdachlosenzeitung fiftyfifty, lädt am Freitag, 13. Juni, um 16 Uhr zur Eröffnung der Ausstellung "Viele Grüße" mit Werken von Stephan Balkenhol. Zwölf handsignierte Grafiken, eine Skulptur der Edition Griffel-Kunst und ein Bronze-Relief stehen dabei in der Galerie an der Jägerstraße 15 zum Verkauf. Die Erlöse gehen an ein Wohnprojekt für obdachlose Frauen mit Kindern, das Asphalt in Kooperation mit der Diakonie initiieren will.
NRZ, 05.06.2014
 
Zusätzlicher Wohnraum für obdachlose Mütter
Die Obdachlosenhilfsorganisation fiftyfifty und die Diakonie wollen zusätzlichen Wohnraum für Mütter und deren Kinder schaffen. Nach Angaben von fiftyfifty fehlen in der "Ariadne", einer Notaufnahme für Frauen mit zehn Zimmern, unter anderem ein Aufenthaltsraum und eine Spielecke für Kinder. "Die Zimmer sind zudem eng und nicht für Kinder geeignet", sagt Diakonie-Pfarrer Thorsten Nolting. Deshalb wollen beide Organisationen ein Appartement für drei bis vier wohnungslose Mütter mit Kindern erwerben. Die Projektkosten werden auf 250 000 Euro geschätzt. Spenden sind möglich auf das Konto von asphalt/fiftyfifty, Postbank Essen (BLZ 360 100 43), Konto 539 661 431.
Rheinische Post, 05.06.2014
 
Fiftyfifty: Kein Zurück zu Armen Brüdern
Düsseldorf. Nach dem Finanzskandal bei der Ordensgemeinschaft brach der Obdachlosenhilfe die Unterstützung weg. Nur langsam erholt sich die Organisation. Einen neuen Schirmherrn will sie nach dem Rücktritt von Bruder Matthäus vorerst nicht.
Sie waren eine untrennbare Einheit, die Armen Brüder des Heiligen Franziskus und die Obdachlosenhilfsorganisation Fiftyfifty. Doch seit die Ordensgemeinschaft sieben Millionen Euro an einen dubiosen Geldanleger verlor, ist das sprichwörtliche Tischtuch zerschnitten. Er habe sich noch einmal mit Bruder Matthäus getroffen, sagt Fiftyfifty-Geschäftsführer Hubert Ostendorf. "Wir haben uns auch die Hand gereicht - aber es gibt kein Zurück."

Seit Wochen wartet Fiftyfifty auf einen Nachweis darüber, wo die Ordensgemeinschaft die für Wohnprojekte überwiesenen Spendengelder der Obdachlosenhilfe verwendet hat. Rechtsanwalt Rainer Felkl hat das schon im März angefordert. "Als nach sechs Wochen keine Reaktion kam, habe ich der Ordensgemeinschaft eine Frist gesetzt, die demnächst abläuft - eine Antwort gibt es nicht", sagt der Anwalt, der seit kurzem dem neu gegründeten Beirat der Obdachlosenhilfe angehört.

Die Idee, nach der Trennung von der Ordensgemeinschaft in einem Beirat gemeinsame Strategien zu entwickeln, kam von Unternehmensberaterin Maria Fischer, die sich schon lange für Fiftyfifty engagiert. "Ich kann ganze Companys organisieren, dann kann ich das hier auch", sagt sie und gehört nun mit Anwalt Felkl, Schriftstellerin Ingrid Bachér, Schauspielerin Jasmin Hahn, Hochschullehrerin Ulrika Eller-Rüter, Autor Peter Martin, Karikaturist Berndt Skott und den Fiftyfifty-Verkäufern Martin Paul und Elvira Nagel zum Beirat.

Der plant nicht bloß Kulturveranstaltungen, sondern legt auch den Kurs für den weiteren Umgang mit dem Orden und die künftigen Finanzanlagen fest. Um Geldanlagen habe man sich bislang nicht kümmern müssen, sagt Ostendorf, und nach Bekanntwerden des Millionenverlusts der Armen Brüder habe Fiftyfifty ohnehin kaum noch etwas zum Anlegen gehabt.

"Wir waren am Ende. Das Spendenaufkommen ging dramatisch zurück, Künstler wie Markus Lüpertz wollten nichts mehr mit uns zu tun haben, unsere Verkäufer wurden auf der Straße verhöhnt." Auf 5000 Exemplaren des Magazins blieben die Verkäufer (denen die Hälfte des Verkaufserlöses zugute kommt) plötzlich sitzen. Verkäufer Martin Paul berichtet: "Manche Passanten sagten, wir sollten uns lieber Geld von der Kirche holen. Oder gaben uns etwas mit den Worten ,nicht wieder verzocken'." Heute, vier Monate nach dem Skandal, sei es gelungen, die Lage zu beruhigen. "Wir haben deutlich machen können, dass unsere Magazin-Verkäufer am wenigsten dafür können, dass Fiftyfifty mit dem Anlagegeschäft des Ordens nichts zu tun hat", so Ostendorf. Als Gerhard Richter demonstrativ eine Grafik spendete, deren Verkauf Fiftyfifty 200 000 Euro brachte, sei das wie ein Signal gewesen: Auch Markus Lüpertz und andere Künstler erklärten sich wieder bereit, zu helfen. "Es geht wieder aufwärts", sagt Ostendorf, der daran anfangs arge Zweifel hatte. "Ich hätte nicht gedacht, dass uns das so schnell gelingt."

Einen neuen Schirmherrn will Fiftyfifty erst einmal nicht suchen. "Das sähe doch seltsam aus, wenn wir Bruder Matthäus einfach austauschen würden", sagt Ostendorf. Das Vorwort im Fiftyfifty-Magazin, das seit Jahren dem Schirmherrn vorbehalten war, hat in der aktuellen Ausgabe Ingrid Bachér geschrieben, in der nächsten wird Diakonie-Vorstand Thorsten Nolting die Einleitung schreiben. Mit der Diakonie hat Fiftyfifty die Zusammenarbeit jetzt verstärkt. Von dem Erlös der Richter-Grafik sind bereits zwei Wohnungen für Obdachlose gekauft worden, eine dritte soll mit der Diakonie für wohnungslose Mütter mit Kindern eingerichtet werden.

Die Konfession gewechselt habe Fiftyfifty aber nicht, sagt Ostendorf. Wenn die Franziskaner vom Kloster an der Oststraße zur Marienkirche umgezogen sind, werde Fiftyfifty dort wieder seinen Platz erhalten.

von Stefani Geilhausen
Rheinische Post, 05.06.2014
 
Keiner kaufte die Obdachlosenzeitung
Der Finanzskandal rund um die Ordensgemeinschaft der Armen Brüder des Heiligen Franziskus schlug hohe Wellen. Unter den Nachwehen des Skandals hatte besonders die Obdachlosenzeitung "fiftyfifty" zu leiden, die 18 Jahre lang mit der Ordensgemeinschaft zusammenarbeitete - der Verkauf der Zeitung ging massiv zurück. Jetzt hat sich "fiftyfifty" neu aufgestellt und blickt positiv in die Zukunft.

7,2 Millionen Euro hatte die Ordensgemeinschaft verzockt. Geld, das in Teilen von der Obdachlosenhilfe "fiftyfifty" kam. Geschäftsführer Hubert Ostendorf (53) aber richtet jetzt den Blick nach vor: "Wir haben einen kompetent besetzten Beirat ins Leben gerufen, der sich zukünftig um die Beratung in allen Belangen kümmert".
Der Beirat, bestehend aus neun Personen, übernimmt somit die Aufgaben, die bis zum Skandal die Ordensgemeinschaft innehatte. Das es mit dem Beirat aufwärts geht, hoffen vor allem die Straßenverkäufer von "fiftyfifty". 5000 Exemplare weniger pro Monat wurden nach dem Skandal verkauft. Doch nicht nur das. Martin Paul, eines der Beiratsmitglieder und Zeitungsverkäufer: "Die Leute sind teilweise höhnisch, sagen: >>Holt euch das Geld doch bei der Kirche!<<" Aber zum Glück reagieren nicht alle so harsch. Elvira Nagel, ebenfalls Mitglied im neuen Beirat: "Wenn man eine feste Stelle hat, wo man immer verkauft, kennt man die Leute. Da kommen sie dann auch auf einen zu, weil sie wissen, dass wir nichts dafür können." Und langsam wird es wieder besser. In den letzten Wochen ist wieder ein deutliches Spendenplus zu verzeichnen. Ostendorf: "Mit dem Zuspruch, den wir erfahren, kann es nur aufwärts gehen."
Express, 05.06.2014
 
Nach Skandal: Neuer Beirat für fiftyfifty
Nachdem Franziskanerbruder Matthäus Werner die Schirmherrschaft über das Straßenmagazin fiftyfifty niedergelegt hat, wurde jetzt ein prominent besetzter Beirat ins Leben gerufen: Mit dabei sind etwa Schriftstellerin Ulrika Eller-Rüter, Rechtsanwalt Rainer Felkl, Unternehmerin Maria Fischer, Schauspielerin Jasmin Hahn sowie Karikaturist Berndt A. Skott. Gemeinsam trifft man sich morgen um 12 Uhr vor dem Carsch Haus zu einem Promi-Verkauf, um die Auflage zu stützen. Diese war Folge des Finanzskandals bei der Ordensgemeinschaft der Armen Brüder gesunken.
WZ, 03.06.2014
 
"Ich dachte, fiftyfifty geht kaputt!"
Nach dem Finanzskandal bei der Ordensgemeinschaft der "Armen Brüder des Heiligen Franziskus" stand auch die Obdachlosenzeitung Fiftyfifty vor dem Aus. Drei Monate nach Bekanntwerden der finanziellen Schwierigkeiten hat sich der Düsseldorfer Asphalt wieder bekrabbelt.

Ich habe wirklich gedacht, Fiftyfifty geht kaputt! So dramatisch schildert Hubert Ostendorf erstmals, wie schlimm es im Februar wirklich um die Obdachlosen-Zeitung und den gemeinnützigen Verein Asphalt als Herausgeber stand: Wir haben keine Zeitung mehr verkauft, keine Spenden mehr bekommen, keine Bilder mehr für unsere Galerie. Asphalt stand vor dem Aus. Hubert Ostendorf, Mitbegründer und Geschäftsführer von Asphalt, konnte nächtelang nicht schlafen, litt physisch und psychisch unter der Situation.

Grund: Fiftyfifty wurde durch den Finanzskandal beim Sozialwerk der Ordensgemeinschaft der Armen Brüder des heiligen Franziskus mit in den Abgrund gerissen völlig zu unrecht. Das Sozialwerk mit seinem Vorsitzenden Bruder Matthäus und Geschäftsführer Heinz-Theo Wollschläger hatte beim Finanzdienstleister Infinus 7,2 Millionen Euro mit hohem Zinsversprechen angelegt nach der Pleite des kriminellen Unternehmens ist das Geld futsch.

Verein hat sich mittlerweile endgültig vom Sozialwerk getrennt
Das Sozialwerk der Armen Brüder betreibt in Düsseldorf mehrere Heime für Obdachlose und Senioren, hat eigene Streetworker. Es wurde unterstützt von Asphalt und seiner Zeitung Fiftyfifty. In den vergangenen 18 Jahren wurden 20 Millionen Euro aus Erlösen der vereinseigenen Galerie und Spenden an die Ordensgemeinschaft überwiesen. Als der Finanzskandal im Februar öffentlich wurde, kam der Einbruch bei Asphalt und Fiftyfifty . Besonders ärgerlich: Ostendorf, seine Mitstreiter und auch die Stadt, die neben dem Landschaftsverband Geld für die Notschlafstellen des Sozialwerkes gibt, erfuhren aus den Medien vom Skandal...

Inzwischen hat sich der Verein endgültig vom Sozialwerk der Armen Brüder getrennt. Zahlungen wurden eingestellt, weil Forderungen von Asphalt nach Aufklärung, Rücktritt des Geschäftsführers und einer nachvollziehbaren Finanzstruktur nicht nachgekommen wird.

Nach umfangreicher Öffentlichkeitsarbeit, Gesprächen mit Unterstützern und Helfern hat sich Asphalt wieder bekrabbelt. Die Auflage der Zeitung ist wieder auf altem Niveau, wir bekommen wieder Spenden und Bilder für unsere Galerie, freut sich Ostendorf. Besonders schön: Maler Gerhard Richter spendete ein Bild im Wert von 200 000 Euro das war innerhalb eines Tages verkauft. Und auch Markus Lüpertz, anfangs total sauer über den Skandal, mit dem Asphalt und Fiftyfifty letztlich nichts zu tun hatten, ist wieder versöhnt: Er spendierte bereits ein handsigniertes Postkarten-Set.

Asphalt arbeitet künftig mit anderen Kooperationspartnern, Gespräche laufen derzeit mit der Diakonie. Auch verstärkt in eigene Projekte wird investiert: Vom Erlös des Richter-Bildes wurden zwei Wohnungen gekauft, mit denen Obdachlosen ein neues Leben ermöglicht wird.
NRZ, 15.05.2014
 
"Arme Brüder" verlieren wohl 7,2 Millionen Euro
Weil ein Anlageunternehmen Insolvenz angemeldet hat, könnten die "Armen Brüdern des heiligen Franziskus" mehr als sieben Millionen Euro verlieren. Der Orden versucht einen Totalverlust zu verhindern.

Dem Franziskaner-Orden in Düsseldorf droht durch die Insolvenz des Dresdner Anlageunternehmens Infinus ein Verlust von 7,2 Millionen Euro. Zuletzt seien 3,2 Millionen Euro langfristig und 4 Millionen Euro kurzfristig angelegt worden, erklärte das zum Orden der "Armen Brüder des heiligen Franziskus" gehörende Sozialwerk in Düsseldorf.

Der Verein bekundete die Hoffnung, dass ein Totalverlust des angelegten Geldes vermieden werden könne. Weder die Geschäftstätigkeit des Vereins noch Arbeitsplätze seien gefährdet.

Das Sozialwerk hat nach eigenen Angaben seit 20 Jahren Geld aus Rücklagen sowohl kurz- als auch langfristig bei Infinus angelegt. Seit 2006 seien verschiedene Investitionen erfolgreich getätigt worden. Anlageentscheidungen seien auf Basis von Empfehlungen verschiedener Persönlichkeiten und bester Ratings erfolgt.

Nach den positiven Erfahrungen seien die Vereinsorgane von der Insolvenz und möglichen Unregelmäßigkeiten überrascht worden. Das Sozialwerk "fühlt sich getäuscht und hintergangen", so Vorstand Bruder Matthäus.

25.000 Anleger geschädigt

Inzwischen wurden laut Sozialwerk-Geschäftsführer Heinz-Theo Wollschläger die Infinus-Konten des Vereins eingefroren. Es laufe ein gerichtliches Verfahren, um das angelegte Geld zurückzubekommen. Das Sozialwerk engagiert sich unter anderem in der Alten-, Wohnungslosen und Beschäftigungshilfe.

Von dem Dresdner Finanzskandal sind offenbar rund 25.000 Anleger betroffen. Sie sollen der Infinus-Gruppe zwischen 400 und 600 Millionen Euro anvertraut haben. Völlig offen ist derzeit noch, ob und in welcher Höhe die Geschädigten Geld zurückerhalten.
Die Welt, 11.04.2014
 
Kabarett
Die Düsseldorfer kennen Christian Ehring vor allem als Mitglied und Autor des Kom(m)ödchen-Ensembles, dem er mit Maike Kühl und Heiko Seidel seit Jahren ausverkaufte Vorstellungen in Serie beschert. Seit einiger Zeit führt er zudem in der Tonhalle immer wieder als Moderator durch klassische Musikabende. Doch Ehring hat noch zahlreiche andere Engagements, sei es im Fernsehen, Radio oder auf der Bühne. Im Zakk stellt er jetzt sein Programm "Anchorman" vor, der Abend ist eine Benefizaktion zugunsten von fiftyfifty. In dem Programm ist er Elmar Stelzwedel - ein Nervenbündel mit Fönfrisur, ein Kommentator mit Persönlichkeitsspaltung, kurz: ein Wickert in witzig. Jahrelang war er die Nummer eins der Spätnachrichten, seriös, professionell und gut frisiert. Und jetzt: Wegen eines einzigen Kommentars gefeuert, fristlos entlassen, aus und vorbei. Und Elmar Stelzwedel, der immer alles verstanden hat, versteht plötzlich die Welt nicht mehr. "Anchorman" ist eine Mischung aus Theater, Musik und politischer Satire.
WZ, 07.04.2014
 
Christian Ehring
Deutschlands schrägster Nachrichtensprecher? "Anchorman"! In seinem zweiten Soloprogramm kombiniert der Satiriker von EXTRA 3 und der heute-show pointiert Theater und Musik zu einer rasanten Form von jungem Kabarett. Hochaktuell, hochpolitisch, hochclever. Alles zu Gunsten von fiftyfifty!
biograph, 04.04.2014
 
Wettbewerb bringt fiftyfifty 50 000 Euro
Mit dem 1. Platz beim Plakatwettbewerb Best of 18/1 hat die Agentur Havas Worldwide dem Obdachlosen-Magazin Fiftyfifty das Preisgeld von 50 000 Euro gesichert. Das Geld kommt jetzt der Errichtung von zwei neuen Häusern für Obdachlose zugute.

Das schlichte Plakat ohne Bild wurde extra für den Wettbewerb konzipiert, um die Siegerprämie für den guten Zweck zu spenden. Dank einer tollen Voting-Unterstützung aus dem Umfeld von Fiftyfifty, der Düsseldorfer Agentur und nicht zuletzt durch Facebook-Posts von Fortuna Düsseldorf und den Toten Hosen, konnte sich Havas Worldwide den Sieg in der Finalrunde mit großem Vorsprung sichern. Insgesamt wurden zu Beginn des Wettbewerbs etwa 2000 Entwürfe eingereicht.

Ein Dank an alle
Der gute Zweck stand für uns bei diesem Plakatkonzept im Vordergrund und wir freuen uns sehr, dass wir nun die Siegerprämie an Fiftyfifty spenden und damit die Obdachlosenhilfe direkt unterstützen können, sagte Ulrich Förster, CEO Havas Worldwide Düsseldorf.

Wir danken allen, die für uns gevotet haben, allen, die den Wettbewerb gepostet haben, nicht zuletzt unseren Freunden von Fortuna Düsseldorf und den Toten Hosen, der Agentur Havas Worldwide für Idee und Gestaltung und den Sponsoren, die die 50 000 Euro Preisgeld zur Verfügung gestellt haben. Unser Sieg ist auch ein Beweis für die Kraft unseres Netzwerkes, freute sich der Schirmherr von Fiftyfifty, Bruder Matthäus Werner.

Die Verleihung des Plakatwettbewerbs fand in Köln statt und wurde von Thaddäus Assenmacher, geschäftsführender Gesellschafter der ASS Werbe GmbH, als Initiator ausgerichtet. Alle Einreichungen wurden zunächst einer Vorjury präsentiert. Nach Entscheidung der Vorjury wurde eine Top 50 erstellt, die auf der Homepage einzusehen war. Aus diesen konnten registrierte Teilnehmer ihr Voting für die Top 10 vornehmen.
NRZ, 01.04.2014
 
fiftyfifty hat die Krise überwunden
Finanzskandal - Verein investiert Spenden selbst in Wohnungen.

Das Bild von gerhard Richter hängt zwar an der Wand, aber auf dem Schild daneben leuchtet ein roter Punkt: verkauft für 200 000 Euro. Schon bevor die Benefizausstellung der Obdachlosenhilfe fiftyfifty gestern Abend von Hubert Ostendorf eröffnet wurde, waren viele der aktuell gespendeten Kunstwerke vekauft. "Wir haben die Krise überwunden", sagt Ostendorf. Als Beweis zeigt er die Arbeiten der namhaften Künstler, die dem Verein auf nach dem Finanzskandal um die Ordensgemeinschaft der Armen Brüder die Treue halten.

Nachgehakt
Man habe offensives Krisenmanagement betrieben und "Kante gezeigt", erklärt Ostendorf. So sei der Verkauf der Straßenzeitung nach dem Einbruch wieder auf dem Niveau von vorher und auch in Wohnungen für Obdachlose investiere man weiter. "Dank der Spende von Gerhard Richter konnten wir gerade wieder eine Wohnung kaufen." Ja, man habe weniger Spenden zur Verfügung als vorher, aber man brauche auch weniger, da die Onbdachlosenhilfe nicht mehr in so große Projekte investiere wie zuvor mit der Ordensgemeinschaft. Das erhöhte Arbeitspensum versucht fiftyfifty mit mehr Personal aufzufangen. Zu den fünf Stellen sei zum 1. April eine halbe dazu gekommen.
WZ, 29.03.2014
 
"Die Kunst mehr als Ware betrachten"
Düsseldorf. Udo Dziersk ist erfolgreicher Maler und Professor an der Kunstakademie. Seine Karriere hat er von Anfang an selbst gesteuert.

Udo Dziersk hatte Ende der 1980er-Jahre kaum das Studium an der Kunstakademie beendet, da verkaufte der damals 27-Jährige ein Gemälde nach dem anderen. Dziersks Erfolg war alles andere als ein Zufall. Der Maler hat sich schon früh selbst um die Vermarktung seiner Werke gekümmert, statt sein Talent von einem Sammler oder Galeristen entdecken zu lassen. Seine Eigeninitiative hat sich bewährt. Die Bilder des Künstlers werden hochpreisig gehandelt. Außerdem wurde Dziersk im Jahr 2002 nach langem Schaffen als freiberuflicher Künstler als Professor an die Kunstakademie Düsseldorf berufen. Zurzeit stellt Udo Dziersk seine Bilder in der Fiftyfifty-Galerie aus.

"Ich bin schon immer gern auf andere Menschen zugegangen", sagt er. Seine offene Art nutzte er während seiner Lehrzeit geschickt aus. Zwar hätte er als Student Gerhard Richters und Markus Lüpertz' erst einmal durchatmen können, denn schließlich, so erzählt er, kamen beim Akademie-Rundgang die ersten Sammler und Händler auf ihn zu. Bald war sein Name fester Bestandteil einer Galerie. Aber Herumsitzen hat ihn nicht interessiert. Er besuchte Kunst-Messen und sah sich an, welche Stile und Namen die internationalen Galerien vertraten. Direkt angesprochen hat er die Aussteller aber nicht. "Auf Messen wird nur verkauft. Mit Künstlern möchten die Galeristen kaum verhandeln." So reiste später Dziersk durchs Land und stellte sich und seine Arbeit vor. Nicht immer wurden ihm beim Klinkenputzen alle Türen geöffnet. "Ich bin oft gegen die Wand gerannt." Aber manchmal hat es eben doch geklappt. Nach und nach standen seine Bilder in mehreren Galerien Deutschlands, und mit der Karriere des Malers ging es bergauf. Er gab sein kleines Atelier an der Talstraße in Düsseldorf auf, um ein größeres Atelier mit Wohnhaus in Wuppertal zu beziehen.

Als Kunstakademie-Professor im Orientierungsbereich gibt Udo Dziersk seine Tricks zur Selbstvermarktung an die jungen Studierenden weiter. Dabei stößt er zuweilen auf Widerstand und Unverständnis. "Wenn ein Künstler ein Werk fertig gestellt hat, identifiziert er sich stark mit ihm", sagt er. "Künstler sind daher oft nicht in der Lage, ihre Arbeit mit einem Preis auszuzeichnen." Derartige Zurückhaltung bezeichnet er aber als Fehler. "Sobald ein Bild das Atelier verlässt, wird es zur Ware", sagt er überzeugt. Einen pragmatischen Abstand pflegt Dziersk selbstverständlich auch zu seinen eigenen Bildern. Gelassen erklärt er, wie er ein Bild entwickelt, bis es von einer Vorlage zu einem Großformat geworden ist. Für die Werke "A Pienza" und "La Visione" fertigte er in Italien Landschaftsmalereien in Kleinformaten an. Spontan habe er dabei seinen eigenen Schatten auf dem kargen Boden fotografiert. Später im Atelier zurück, kombinierte er auf großen Leinwänden diese Motive in Öl mit den Schattensilhouetten und fügte zum Teil hyperrealistisch gemalte Objekte hinzu.

Auf die Frage, welchem Stil seine beeindruckenden Bilder zuzuordnen sind, sagt er schnell: "Das interessiert mich nicht." Warum auch seine Bilder haben auch ohne Schubladendenken einen guten Preis. Und diesen fügt er jedem Gemälde der Ausstellung in der Fiftyfifty-Galerie zu. Im hohen fünfstelligen Bereich zum Beispiel liegen "A Pienza" und "La Visione". "Wir müssen unser Kunstwerk mehr als Ware betrachten", sagt er. "Auf dem Kunstmarkt herrschen harte Gesetze. Alles andere ist emotionales Gedusel."
Rheinische Post, 15.03.2014
 
Künstler machen sich für fiftyfifty stark
Beckmann und Udo Dziersk helfen beim Helfen.

"Wir sind stark angeschlagen, das Vertrauen ist zerstört", sagt fiftyfifty Geschäftsführer Hubert Ostendorf. Bei einer umstrittenen Geldanlage hatten die ehemaligen Partner der Ordensgemeinschaft der "Armen Brüder" 7,2 Millionen Euro verloren und damit auch das Straßenmagazin in schweren Verruf gebracht. Nach der Trennung von den Ordensbrüdern versuchen die Macher des Obdachlosenblattes fiftyfifty nun verzweifelt, verlorenes Vertrauen wiederherzustellen.
Um den Ruf wieder aufzupolieren, springen jetzt namhafte Düsseldorfer Künstler die Bresche. Gestern gab Star-Cellist Thomas Beckmann (56) bei fiftyfifty ein Konzert zugunsten der Obdachlosenhilfe. Parallel dazu stellt derzeit der Düsseldorfer Kunstprofessor und Maler Udo Dziersk (52) seine aktuellen Werke in der fiftyfifty Galerie auf der Jägerstraße 15 aus. Für Hubert Ostendorf ist das Engagement der Künstler unbezahlbar: "Es ist einfach nur großartig, das diese Menschen darum werben, dass man es den Obdachlosen nach dem Anlageskandal jetzt nicht noch schwerer macht, als sie es ohnehin haben."
Express, 13.03.2014
 
Thomas Beckmann spielt bei fiftyfifty
Ein Konzert für Wohnungslose gibt Cellist Thomas Beckmann heute um 11 Uhr im Streetwork Büro von fiftyfifty an der Ellerstraße. Rund 1,5 Millionen Euro hat Beckmann, der den Verein "Gemeinsam gegen Kälte" zur Unterstützung von Obdachlosen gegründet hat, seit 1996 in Benefizkonzerten eingespielt.
WZ, 12.03.2014
 
Tony Cragg Originale heute bei fiftyfifty
In seinem berühmten Wuppertaler Skulpturenpark hat der ehemalige Direktor der Düsseldorfer Kunstakademie, Tony Cragg, der Obdachlosenhilfe fiftyfifty Unterstützung versprochen - und jetzt löst er dies mit fünf Radierungen in limitierter je-20-Stück-Auflage für die fiftyfifty Galerie ein. Die Werke mit dem Titel "Profiles" sind eine "Hommage an Menschen von der Straße". Heute ist die letzte Gelegenheit, in der Galerie eines davon zum Vorzugspreis (8000 Euro) zu kaufen.
Rheinische Post, 27.02.2014
 
fiftyfifty Boss: Mir blutet das Herz
Düsseldorf - Sie waren beste Freunde. Und wenn er an die 18 Jahre gemeinsamer Arbeit und Freundschaft zurückdenkt, ist Hubert Ostendorf den Tränen nah. Ostendorf (53), Gründer der Düsseldorfer Obdachlosenhilfe fiftyfifty, und Bruder Mattjäus (60) von den Armen Brüdern des Heiligen Franziskus. Der Finanzskandal des Ordens, der 7,2 Millionen Euro verzockte, hat ihre Freundschaft beendet. "Das tut mir so weh", sagt Ostendorf, der mit einem offenen Brief die Zusammenarbeit mit dem Orden aussetzte. "Mir blutet das Herz." Ostendorf erinnert sich: "Geburtstage, Weihnachten, Ostern, die Taufe meiner Kinder. Bruder Matthäus war immer da. Ich habe sogar mal drei Monate bei ihm im Kloster gewohnt. Ich weiß, dass er lebt wie ein Heiliger."
Aber er sei schlecht beraten und habe nach Ostendorfs Kritik die Schirmherrschaft über fiftyfifty einfach niedergelegt. Dabei hätte er nur den Fehler zugeben und personelle Konsequenzen ziehen sollen. Deswegen müsse fiftyfifty nun auf seinen eigenen Beinen stehen. Ostendorf plant schon neue Projekte, will u. a. ein Haus für junge obdachlose Flüchtlinge kaufen und am Tierheim einen OP-Raum für die Hunde von Obdachlosen einrichten.
Express, 24.02.2014
 
Arme Brüder: Sozialwerk-Vorstand soll trotz Finanzskandal bleiben
Düsseldorf. Die Mitgliederversammlung des Vereins Sozialwerke, der für die Ordensgemeinschaft der armen Brüder des heiligen Franziskus Wohnheime für Obdachlose und Altenheime unterhält, hat dem Vorsitzenden Bruder Matthäus und Geschäftsführer Heinz-Theo Wollschläger ihr Vertrauen ausgesprochen.

Sie war zu einer außerordentlichen Sitzung zusammengekommen, um über die Folgen der Geschäfte mit dem Finanzdienstleistungsinstitut Infinus zu beraten, durch die ein Verlust von 7,2 Millionen Euro entstanden war. Die Führung der Sozialwerke habe stets im Auftrag und mit Zustimmung der Mitgliederversammlung gehandelt. Bruder Matthäus und der Vorstand sollen die erfolgreiche Arbeit im sozialen Bereich fortführen, heißt es in einer offiziellen Stellungnahme.

Dagegen hatte Hubert Ostendorf von der Initiative Fiftyfifty, die mit den Armen Brüdern zusammengearbeitet und Bruder Matthäus als Schirmherren hatte, personelle Konsequenzen gefordert, weil das Vertrauen in die Arbeit zerstört worden sei.

Es sei zu befürchten, dass Spender sich zurückhalten würden. Wegen des Finanzskandals ist die Zusammenarbeit vorerst beendet, Bruder Matthäus tritt nicht mehr als Schirmherr auf. Er bedauert es, "nicht mehr Bindeglied von zwei Institutionen sein zu könne, die sich für Wohnungslose einsetzt", sagte er unserer Zeitung. Aber der Orden werde weiterhin Hilfe für den Verkauf des Straßenmagazins Fiftyfifty (Verkaufsstellen und Transporte) leisten.

Der Verein unterwirft sich jedoch einer schärferen Finanzkontrolle und übernimmt die Anlagerichtlinien des Diözesan-Caritasverbandes, die Nachhaltigkeit und Ethik bei Finanzanlagen berücksichtigen. Zudem wurde die Düsseldorfer Kanzlei Baum Reiter und Collegen beauftragt, die Rechtmäßigkeit der Investitionen zu prüfen und Ansprüche des Ordens gegenüber der insolventen Infinusgruppe zu vertreten, um Geld zurückzuerhalten. In welcher Höhe das sein könne, sei nicht vorauszusagen, weil es noch keine Akteneinsicht gebe, so die Kanzlei.
Rheinische Post, 21.02.2014
 
Arme Brüder weisen Schuld von sich
Trotz des Millionenverlustes bleibt die Führung im Amt. Experte nennt Risikoanlage sehr leichtfertig.

Düsseldorf. 7,2 Millionen Euro weg und alles geht weiter wie bisher? Nach der ersten Mitgliederversammlung der Armen Brüder nach dem Finanzdebakel ließen Bruder Matthäus als Vorsitzender und Geschäftsführer Heinz-Theo Wollschläger am Donnerstag verlautbaren, dass sie ihre seit Jahren erfolgreiche Arbeit fortführen wollen. Wie berichtet, sind die Armen Brüder offenbar dubiosen Anlagebetrügern auf den Leim gegangen, die hohe Renditen versprochen hatten.

Das Tuch zwischen der Ordensgemeinschaft und der Obdachlosenhilfe Fifty-Fifty die im Laufe der Jahre Spenden von rund 20 Millionen Euro an die Armen Brüder gegeben hat scheint dagegen endgültig zerrissen. Denn die von Geschäftsführer Hubert Ostendorf geforderten personellen Konsequenzen gibt es nicht. Auch ein Ausdruck des Bedauerns fehlt in der Mitteilung. Stattdessen wird betont, dass die achtköpfige Mitgliederversammlung dem Führungsduo das Vertrauen ausgesprochen habe. Man fühle sich von der Anlagefirma getäuscht, sei mithin Opfer.

Arme Brüder in Aachen zeigen sich sehr enttäuscht

Seit dem Millionen-Verlust sind die Armen Brüder auch für ihr Krisenmanagement in die Kritik geraten. Zunächst wurde die Nachricht zurückgehalten, Partner und Geldgeber Fifty-Fifty beklagt miserable Kommunikation. Nun endete die Mitgliederversammlung mit wenig zählbaren Ergebnissen. Einzige Ausnahme: Es sollen Anlagerichtlinien eingeführt werden. Denn obwohl es verschiedene Möglichkeiten zu verantwortungsvoller Geldanlage gibt, war das bei der Ordensgemeinschaft bislang wohl kein Thema eine Tatsache, die in Kirchenkreisen für Verwunderung sorgt, etwa bei Dominikanerpater Wolfgang Sieffert. Er legt aber Wert auf die Feststellung, dass die Armen Brüder in den vergangenen 20 Jahren in Düsseldorf sehr gute Arbeit geleistet hätten.

In der Vorwoche hatten die Armen Brüder den Diözesan-Caritasverband um Rat gebeten, dort riet man dringend dazu, über Anlagerichtlinien nachzudenken. Experten bezeichnen es als sehr leichtfertig, dass 50 Prozent des Vermögens in eine einzige riskante Anlage flossen.

Ostendorf zeigte sich am Donnerstag maßlos enttäuscht. Die Verantwortlichen würden nicht zur Rechenschaft gezogen, stattdessen Kosmetik betrieben. Als die Brüder schon von dem Verlust wussten, hätten sie im Dezember und Januar noch Überweisungen über 520 000 Euro von Fifty-Fifty angenommen, ohne etwas zu sagen.

Die Armen Brüder waren für die WZ am Donnerstag nicht zu sprechen.
WZ, 21.02.2014
 
Keine personellen Konsequenzen trotz Millionenverlust bei Düsseldorfer Orden Keine personellen Konsequenzen trotz Millionenverlust bei Düsseldorfer Orden | WAZ.de - Lesen Sie mehr auf: http://www.derwesten.de/staedte/duesseldorf/keine-personellen-ko
Düsseldorf. Trotz des Verlustes von 7,2 Millionen Euro bei dubiosen Anlagenfirmen gibt es keine personellen Konsequenzen beim Sozialwerk der Armen Brüder des heiligen Franziskus in Düsseldorf. Der Obdachlosen-Verein Asphalt zeigt sich tief enttäuscht. Damit ist der Bruch mit dem Sozialwerk wohl endgültig.

Auch nach der Mitgliederversammlung beim Sozialwerk der Ordensgemeinschaft der Armen Brüder des Heiligen Franziskus gibt es nach dem Verlust von 7,2 Millionen Euro bei dubiosen Finanzanlagen keine großen Konsequenzen. Stattdessen wurde gestern in einer Mitteilung noch einmal gerechtfertigt, warum die Millionen bei der betrügerischen Infinus-Gruppe angelegt wurde: Man habe sich auf Ratings verlassen, auf Berichte der Fachpresse, Aussagen von Kurt Biedenkopf über Infinus. Die Ordensgemeinschaft sieht sich mit ihren geprellten Millionen weiter als Opfer: Hier sind wir getäuscht, enttäuscht und hintergangen worden. Kritik an der hochriskanten Anlage Enttäuschungen über den Millionen-Verlust kann die Ordensgemeinschaft nachvollziehen, nimmt sich davon aber nichts an: Hier muss zu einer sachlichen Betrachtung gefunden werden.

Der Forderung von Asphalt e.V., des Herausgebers der Obdachlosen-Zeitung Fiftyfifty, es müssten personelle Konsequenzen aus dem Finanzdebakel gezogen werden, kommt das Sozialwerk nicht nach obwohl es pro Jahr etwa eine Million Euro an Spenden von Asphalt bekommen hat: Bruder Matthäus als Vorsitzenden des Sozialwerkes und Geschäftsführer Heinz-Theo Wollschläger wurde von den acht Mitgliedern des Sozialwerkes das volle Vertrauen ausgedrückt: Es ist gewünscht, dass diese Personen ihre seit Jahren erfolgreiche Arbeit fortführen.

Tiefe Enttäuschung bei Asphalt
Tiefe Enttäuschung gestern beim Obdachlosen-Verein Asphalt: Damit ist der Bruch mit dem Sozialwerk wohl endgültig. Und Bruder Matthäus wird die längste Zeit Schirmherr von Fiftyfifty gewesen sein.

Auch wenn das Sozialwerk, das unter anderem zwei Obdachlosen-Asyle in Düsseldorf unterhält und zwei Altenheime, das angelegte Geld gar nicht oder nur zum kleinen Teil zurück bekommt, so sieht es sich wegen der Millionen-Pleite in seiner Geschäftstätigkeit nicht beeinträchtigt, man wolle ihr in vollem Umfang weiter nachkommen. Zweck des Vereins ist die Betreuung und Pflege alter, hilfsbedürftiger Menschen sowie Hilfe und Betreuung von Wohnungslosen. Im Rahmen dieses Engagements werden 19 Häuser und Einrichtungen unterhalten, für die die angelegten Gelder vor allem Instandhaltungsrücklage waren. Ein Haus befindet sich noch im Bau, ein weiteres folgt planmäßig.

Zumindest eine Konsequenz hat das Sozialwerk gezogen: Künftig werden die Anlagerichtlinien des Caritasverbandes übernommen.
NRZ, 20.02.2014
 
Lüpertz droht mit Boykott
Düsseldorf - Die Obdachlosenhelfer von fiftyfifty - sind immer wütender auf ihre alten Kooperationspartner von den Armen Brüdern des Heiligen Franziskus. "Ich werde ständig angesprochen, wie wir denn so viel Geld verlieren konnten. Der Assistent von Markus Lüpertz war da und teilte mit, dass der Meister total wütend sei und uns keine Bilder mehr spenden will. Eine vermögende Künstlerin will ihr Millionenerbe nicht mehr wie geplant spenden, und unsere Zeitungsverkäufer werden immer weniger Aufgaben los", sagt Mitbegründer Hubert Ostendorf. Dabei hat fiftyfifty mit dem Finanzskandal bei den Brüdern - 7,2 Millionen Euro wurden bei einer Betrügerfirma in den Sand gesetzt - überhaupt nichts zu tun. "Was gar nicht geht: Seit November wussten Bruder Matthäus und sein Geschäftsführer Theo Wollschläger davon, uns erzählten sie nichts", ärgert sich Streetworker Oliver Ongaro. Noch im Januar überwies fiftyfifty mehr als 100 000 Euro Spendengelder für den bau eines Obdachlosenheims an die Brüder. "Wollschläger muss zurücktreten. Er hat 50 Prozent der Rücklagen seines Vereins Betrügern anvertraut", findet Ongaro.
Express, 18.02.2014
 
"Wir haben die Reißleine gezogen" Seit fast 20 Jahren arbeitete die Obdachlosen-Initiative "fiftyfifty" mit den Armen Brüdern des heiligen Franziskus zusammen. Jetzt wurde die Kooperation beendet, weil die Brüder Geld verzockt haben.
"Kein Telefon steht mehr still", sagt Hubert Ostendorf, Initiator der Obdachloseninitiative "fiftyfifty". Das Straßenmagazin würde immer wieder mit den umstrittenen Geldanlagen der Sozialwerke der Ordensgemeinschaft der Armen Brüder in Verbindung gebracht. Wie berichtet bangt der Orden nach der Pleite der Infinus-Finanzgruppe um 7,2 Millionen Euro.

Ein Assistent von Künstler Markus Lüpertz, der "fiftyfifty" seit Jahren unterstützt, sei beim Verein reingeschneit, habe sich wort- und gestenstark darüber erkundigt, wie man so viel Geld versenken kann, erinnert sich Ostendorf. Eine Spenderin habe ihr Testament aufgrund des Finanzskandals zurückgezogen.

"Viele Künstler wollen uns ihre Werke nicht mehr geben, die Leute kaufen die ,fiftyfifty' immer weniger." So kann es nicht weitergehen, sagt Ostendorf. "Wir mussten uns als Team zusammensetzen und als Team entscheiden", ergänzt Sozialarbeiter Oliver Ongaro.

Eine persönliche Entscheidung

Die Entscheidung sie ist die Aufkündigung der 18 Jahre dauernden Kooperation des Obdachlosenvereins Asphalt, der die Straßenzeitung "fiftyfifty" herausgibt, mit den Sozialwerken der Ordensgemeinschaft. Die Entscheidung sie ist auch eine persönliche.

Denn Bruder Matthäus, Vorsitzender der Sozialwerke, und Hubert Ostendorf, Geschäftsführer von Asphalt, sind gut befreundet. "Er ist immer für mich da gewesen", sagt Ostendorf, "für mich ist das richtig schwer". Und dennoch: "Dieser Schritt war notwendig."

Noch im Januar habe der Verein Asphalt eine sechsstellige Spendensumme an die Sozialwerke überwiesen. Geld, um das jetzt das ganze "fiftyfifty"-Team bangt. Insgesamt seien in den vergangenen Jahren etwa 20 Millionen Euro an Spenden vom Obdachlosenverein an die Sozialwerke gegangen.

Imageschaden abwenden

Sieben Häuser für Wohnungslose sind durch diese Kooperation entstanden. "Alle Spenden, die wir gesammelt haben, sind auch in diese Häuser geflossen", betont Ostendorf. "Wir fragen uns dennoch, ob wir um die Früchte unserer Arbeit betrogen worden sind."

Es gehe jetzt vor allem darum, einen Imageschaden weiter abzuwenden. In der nächsten Ausgabe der "fiftyfifty", die am 26. Februar erscheint, wird deshalb statt des üblichen Vorworts eine Zusammenfassung der Situation dargestellt werden. "Die Reißleine", meint Ostendorf, habe man mit der Aufkündigung der Zusammenarbeit bereits gezogen.

"Aber die Tür ist nicht auf ewig zugesperrt." Was nötig wäre für eine erneute Kooperation zwischen dem Verein Asphalt und dem Orden? Ostendorf: "Wir fordern eine lückenlose Aufklärung und personelle Konsequenzen."
Die Welt, 18.02.2014
 
Arme Brüder: Fiftyfifty fordert Erneuerung
Düsseldorf. Die Ordensgemeinschaft müsse Vertrauen wieder herstellen. Ein Personalwechsel sei nötig.

Das Streetworker-Team von fiftyfifty hat Schwerarbeit zu leisten, um die Wellen der Empörung einzudämmen, die nach dem Bekanntwerden der waghalsigen Geldtransaktionen und dem wahrscheinlichen Verlust von 7,2 Millionen Euro der Ordensgemeinschaft der armen Brüder des heiligen Franziskus hochschlagen. "Die Zeitungsverkäufer von fiftyfifty werden angesprochen, wieso Geld verzockt wurde, Künstler wollen ihre Werke nicht mehr zur Verfügung stellen, Spenden für fiftyfifty sind in den vergangenen Tagen kaum noch eingegangen", berichtet Hubert Ostendorf vom Verein asphalt, der Träger des Straßenmagazins ist und Spenden für Wohnungslosenprojekte akquiriert.

Es sei sehr mühevoll, deutlich zu machen, dass nicht fiftyfifty für die Finanztransaktionen verantwortlich ist, sondern der Verein Sozialwerke der Ordensgemeinschaft der armen Brüder. "Wir haben eng zusammengearbeitet, um Wohnungslosen zu helfen, deshalb war Bruder Matthäus auch Schirmherr von fiftyfifty", sagte Ostendorf. Mehr noch, "uns verbindet eine Freundschaft, die auf eine harte Probe gestellt wird." Jedenfalls nennt fiftyfifty den Ordensmann nicht mehr als Schirmherr.

Und fordert einschneidende Konsequenzen. "In die Führung des Vereins kann kein Vertrauen mehr nach den Geldgeschäften bestehen, ein personeller Wechsel ist nötig, und es muss ein Aufsichtsrat installiert werden, der Richtlinien für Geldanlagen festlegt und deren Einhaltung kontrolliert", nennt Streetworker Oliver Ongaro die Haltung des Teams. Das betont, alle Spendengelder von fiftyfifty, die an die Sozialwerke weitergeleitet wurden, seien nachweislich für den Bau von Unterkünften für Wohnungslose verwendet worden.

Nach dem Bekanntwerden der Finanzpraktiken könne Spendern aber nicht vermittelt werden, dass das Geld weiterhin an den Verein mit der alten Führungsspitze gezahlt werde. "Es fehlt das Vertrauen", sagte Ongaro. Erst mit einer neuen Führungsspitze könne ein neues Fundament für eine Zusammenarbeit geschaffen werden. Gleichzeitig müsse ein Kontrollgremium für Transparenz sorgen. Die habe es bisher nicht gegeben, auch nicht gegenüber fiftyfifty.

Um Unterstützer darüber aufzuklären, dass fiftyfifty nichts mit den riskanten Geldgeschäften zu tun habe, "wird es im neuen Heft kein Geleitwort geben, sondern zwei Seiten, auf denen über die Vorgänge berichtet werden", kündigte Ostendorf an. Fiftyfifty werde weiterhin Spenden sammeln für Projekte andere Einrichtungen, beispielsweise für die Wohnungslosenhilfe der Diakonie, für den Ausbau der medizinischen Hilfe für Wohnungslose oder für einen Behandlungsraum im Tierheim, in dem die Tiere der Wohnungslosen tierärztlich versorgt werden können.
Rheinische Post, 17.02.2014
 
Obdachlosenzeitschrift
Düsseldorf. Die Obdachlosenhilfe Fifty-Fifty hat ihre Zusammenarbeit mit der Ordensgemeinschaft der Armen Brüder beendet.

Hintergrund ist ein Streit um eine Fehlinvestition des Ordens. Wie berichtet ist dieser der unseriösen Finanzfirma Infinus auf den Leim gegangen und hat 7,2 Millionen Euro verloren.

Die Art und Weise, wie das geschah, macht Fifty-Fifty-Geschäftsführer Hubert Ostendorf sauer. Denn die Einnahmen der gleichnamigen Obdachlosenzeitung und der Kunstgalerie sind zu einem großen Teil an die Ordensgemeinschaft der Armen Brüder des heiligen Franziskus Sozialwerke e.V. (so der offizielle Name) gegangen, die damit Alten- und Obdachlosenheime gebaut hat.

Die daraus resultierenden Einnahmen sollten als Rücklage angelegt werden. Jetzt ist ein Großteil dieses Geldes wohl verloren. Und der entstandene Imageschaden riesig, sagt Ostendorf: Schon jetzt ist die Auflage der Straßenzeitung gesunken. Es gibt wütende Anrufe von Spendern. Einige wichtige Künstler wollen keine Werke mehr zur Verfügung stellen.

Heinz-Theo Wollschläger weist die Vorwürfe zurück

Was Ostendorf vor allem sauer macht, ist, dass sich der Vorstand der Sozialwerke keine externe Beratung geholt habe: Wenn ich sieben Millionen Euro investieren will, muss ich doch jemand fragen, der Ahnung hat und nicht das Geld einem dahergelaufenen Vertreter geben. Und wenn man schon in riskante Geschäfte investieren will, dann doch nicht 60 Prozent des vorhandenen Vermögens. Das war Gier.

Ostendorfs Botschaft ist deutlich: Ich fordere personelle Konsequenzen bei den Sozialwerken. Und es muss endlich professionelle Kontrollinstanzen dort geben. So lange das nicht so sei, werde die Zusammenarbeit mit den Sozialwerken beendet.

Deren Geschäftsführer Heinz-Theo Wollschläger weist die Vorwürfe von sich: Wir haben uns extern beraten lassen. Zudem habe es diverse Ratings gegeben, die das Investment haben sinnvoll erscheinen lassen. Ostendorfs Angriff sei persönlich motiviert, Wollschläger spricht von einem Unverhältnis. Die Frage nach Konsequenzen stellt er zurück: Ich will unserer Mitgliederversammlung am 19. Februar nicht vorgreifen.

Zwischen die Fronten geraten ist derweil Bruder Matthäus Werner, Mitbegründer und Schirmherr von Fifty-Fifty auf der einen Seite und zugleich Vorsitzender und neben Wollschläger zweiter Vorstand der Ordensgemeinschaft Sozialwerke e.V. auf der anderen Seite. Ihn kränken Ostendorfs Vorwürfe, wenngleich er einräumt: Wir sind ein Risiko eingegangen, das man nicht hätte machen sollen.

Und: Ich kann den Ärger verstehen. Dass er nicht länger Schirmherr von Fifty-Fifty sein soll auch weil er Ostendorf erst spät über die Probleme informierte mache ihn traurig. Gleichwohl will er von Wollschläger nicht abrücken, fühlt sich von Infinus getäuscht. Über den Streit geht auch eine lange Freundschaft in die Brüche: Bruder Matthäus und Ostendorf galten 18 Jahre als Dreamteam für Fifty-Fifty.
Wz, 15.02.2014
 
Finanzskandal sorgt für Ärger bei Düsseldorfer Orden
Düsseldorf. Ein Finanzskandal und die Folgen: 7,2 Millionen Euro hatte die Düsseldorfer Ordensgemeinschaft der armen Brüder des heiligen Franziskus bei dem Pleite-Unternehmen Infinius angelegt. Der drohende Millionen-Verlust entzweit nun engagierte Helfer: Die Obdachlosen-Zeitung Fiftyfifty setzte die Zusammenarbeit aus.

Aufgrund des Finanzskandals um das Sozialwerk der Ordensgemeinschaft Arme Brüder des Heiligen Franziskus hat die Obdachlosen-Zeitung Fiftyfifty die Zusammenarbeit ausgesetzt. Gleichzeitig wurde heftige Kritik geübt am Finanzgebaren des Sozialwerkes.

Das hatte, wie mehrfach berichtet, 7,2 Millionen Euro bei dem hochriskanten und betrügerischen Unternehmen Infinus angelegt und nach der Firmenpleite verloren. Diese Gelder waren die Instandhaltungsrücklage für die beiden Obdachlosen-Heime des ordenseigenen Sozialwerkes und die beiden Altenheime. Gelder von Fiftyfifty wurden zu keiner Zeit in irgendein Invest angelegt und verspekuliert, sagte Hubert Ostendorf vom Straßenzeitungs-Projekt Fiftyfifty. Die von uns akquirierten und zur Verfügung gestellten Gelder sind in die Wohnprojekte für Obdachlose vollständig verbaut worden und bleiben somit erhalten.

Ärger über hohen Verlust der Vermögensanlage
Trotzdem ist man sauer über den hohen Verlust der Vermögensanlage: Über die zweifelhafte Anlagestrategie der Ordensgemeinschaft waren wir nicht informiert. Informationen habe man erst vergangene Woche kurz vor Presseveröffentlichungen erhalten, ein Einblick in die Bücher wurde nicht gewährt. Wir vermissen ethische und moralische Kriterien in dem Anlagegebaren der Sozialwerke, Anlagerichtlinien existieren wohl erst gar nicht, so Ostendorf. Es ist der Eindruck entstanden, dass das Invest ohne Kenntnis professioneller Anlagestrategien vollzogen wurde und Kontrollinstanzen nicht vorhanden sind oder versagt haben. Und weiter: Es bedarf unseres Erachtens umfassender struktureller und personeller Konsequenzen bei der Ordensgemeinschaft, damit gesichert ist, dass zukünftig Gelder sorgfältig, professionell sowie ethisch und sozial vertretbar angelegt werden.

Aufgrund des Finanzskandals sei die Auflage der Straßenzeitung bereits gesunken. Ein weiteres Auflagen-Minus würde für Fiftyfifty das Aus bedeuten. Bis zur völligen Aufklärung des Sachverhaltes durch unabhängige Wirtschaftsprüfer und die Staatsanwaltschaft wurde die Zusammenarbeit mit der Ordensgemeinschaft daher jetzt ausgesetzt.
Der Westen, 14.02.2014
 
René Marik in der neuen Ausgabe von fiftyfifty
Der beliebte Puppenspieler René Marik hat ein Interview für das Straßenmagazin fiftyfifty gegeben. Er spricht darin über seine Figuren Maulwurf, Eisbär & Co und warum er damit aufhört. Außerdem berichtet er von seinem Kinofilm "Autsch'n" und erzählt von seinem Werdegang zum Comedy Idol, seiner abgebrochenen KFZ-Ausbildung und einem abgebrochenen Mathematikstudium. Den Leser erwartet ein Interview mit Cliff Richard, der seine hundertste Platte veröffentlicht hat und auf Deutschland-Tournee ist. Fiftyfifty Schirmherr Bruder Matthäus Werner freut sich über die prominente Unterstützung für das Straßenmagazin. Beide Interviews sind in der aktuellen Ausgabe von fiftyfifty.
WZ, 29.01.2014
 
Radierungen von Cragg bei fiftyfifty
Tony Cragg hat als seinen Beitrag zur Finanzierung von 40 neuen Obdachlosen-Wohnungen fünf verschiedene Radierungen in einer exklusiven Auflage von je nur 20 Exemplaren unter dem Titel "profiles" geschaffen. Diese Kaltnadelradierungen auf Bütten, nummeriert, datiert und handsigniert, gibt es zur Zeit in der Galerie fiftyfifty zum Preis von 2200 Euro. Alle fünf Grafiken im Set kosten 10 000 Euro. Pro Person wird maximal ein Set verkauft, Händler sind vom Erwerb ausgeschlossen. Vor mehr als zehn Jahren hat Bruder Matthäus Werner für fiftyfifty den Bildhauer, der bis vor kurzem Direktor der Kunstakadamie war, um Unterstützung der Obdachlosenhilfe gebeten. Es kam zu Begegnungen in seinem Atelier in Wuppertal, wo er seinen über die Landesgrenzen hinweg bekannten Skulpturenpark Waldfrieden angelegt hat. Craggs Skulpturen sind in allen bedeutenden Museen und Sammlungen vertreten erzielen weltweit Spitzenpreise. Cragg ist mit vielen Ehrungen ausgezeichnet wie etwa dem renommierten Turner Prize.
WZ, 27.01.2014
 
Bin erschüttert, wie viele Obdachlose hier liegen
Düsseldorf Riesen-Streit um Obdachlose im reichen Düsseldorf! Ausgelöst hat ihn Schauspielerin Jutta Speidel, die gerade im Theater an der Kö (Verliebt, verlobt, verschwunden) gastiert.
Die Schauspielerin im Interview mit Antenne Düsseldorf: Ich bin erschüttert, wie viele Obdachlose herum liegen! Eine Stadt wie Düsseldorf hat es nicht nötig, dass sie sich nicht besser um diese Leute kümmert. Besonders für eine Metropole, die viel für ihr Stadtbild tut, sei das nicht schön.
Wolfgang Janetzki (CDU), Vorsitzender des Sozialausschusses, kontert: Das sieht vielleicht so aus, ist aber falsch. Die Stadt tut sehr viel für Obdachlose, hält für jeden ein Dach überm Kopf vor. Diejenigen, die auf der Straße leben, wollen nicht in unseren Unterkünfte wohnen.
Vize-Sozialamtschefin Maria Ewers nennt Zahlen: In Notunterkünften wohnen 800 Obdachlose, in stationären Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe 400, nur 200 haben sich für die Straße entschieden. Auch für sie gibts Notschlafstellen.
Fiftyfifty-Initiator Hubert Ostendorf: Ich freue mich, dass Frau Speidel mit offenen Augen durch die Stadt geht. Das Obdachlosen-Problem hat Düsseldorf aber wirklich gut im Griff.
Bild, 20.01.2014
 
Über 20 Jahre mit Obdachlosenmagazin auf der Straße
Herr Paul, wie fällt Ihre finanzielle Adventsbilanz aus?

Martin Paul: Ich kann mich nicht beklagen. Aber das gilt im Grunde genommen das ganze Jahr über. Viele Leute kennen mich, kein Wunder, ich bin ja auch mehr als 20 Jahre auf der Straße.

Sind die Leute denn im Advent freigiebiger als sonst?

Paul: Doch, das schon. Die Zeitung verkauft sich im Dezember recht gut, vor allem aber kommen jetzt mehr Passanten und fragen: Darf ich Ihnen auch einfach nur so etwas geben? Gerne, sage ich dann.

Sie stehen immer an diesem Ausgang vom Carsch-Haus an der Grabenstraße. Wäre es nicht lukrativer, sich auf einen der Weihnachtsmärkte zu stellen?

Paul: Ach was, nein, da ist nicht viel zu holen. Ich habe das vor vielen Jahren mal auf dem Engelchenmarkt versucht aber es ist ja doch nur ein Geschiebe und Gedränge, und die Leute sind auch bald genervt, wenn sie beim Glühweintrinken permanent angebettelt werden. Das kann ich gut verstehen.

Wie also sieht Ihre Taktik aus?

Paul: Zurückhaltung, Zurückhaltung, Zurückhaltung. Wobei das jetzt nicht antrainierte Taktik ist, sondern meinem Naturell entspricht. Man sollte die Leute nicht direkt ansprechen oder gar bedrängen, das geht vielen auf den Keks. Ich habe nicht einmal einen Becher, den ich jemandem hinhalte.

Und sonst, wie empfinden sie denn so die Düsseldorfer?

Paul: Ich fühle mich wohl hier und das sagt ja auch etwas über die Düsseldorfer aus. Wenn man ihnen höflich begegnet, dann sind sie auch nett. Es kommt gerade jetzt im Winter immer wieder vor, dass mich jemand fragt, ob ich einen Kaffee oder ein belegtes Brötchen möchte. Aber natürlich höre ich auch viel blödes Gemecker. Manche regen sich sogar auf, wenn hier in der Altstadt jemand Geige auf der Straße spielt können Sie das verstehen?

Nein, es sei denn, es klingt grauenvoll. Wollen Sie ein bisschen von sich erzählen?

Paul: Wie gesagt, ich war bei Fifty-Fifty praktisch von Anfang an dabei, mein Verkäuferausweis hat die Nummer 35. Und ich stehe noch immer sechs Tage von 10 bis 14 Uhr mit einem Lächeln hier auf der Straße. Ich bin ohnehin nicht der Typ, der immer anderen die Schuld gibt. Ich weiß, dass ich selber Mist gebaut habe.

Welchen denn?

Paul: Ich war in Holland auf dem Gymnasium, kurz vor dem Abschluss und dann hab ich mich mit meinen Eltern total verkracht und alles hingeschmissen. Und das heißt in Holland: Du stehst ohne Schulabschluss da.

Wie gings weiter?

Paul: Ich hab trotzdem zwei Ausbildungen machen können, als Autolackierer und als Kunststoffhersteller. Ich bin dann nach Berlin gegangen und habe da auch in der Kunststoffindustrie gearbeitet. Irgendwann aber bin ich voll in der Berliner Partyszene versackt.

Alkohol, Drogen: Als Sie nach Düsseldorf kamen, waren Sie nicht in einem guten Zustand.

Paul: Nein, weiß Gott nicht. Ich habe in der Notschlafstelle an der Klosterstraße übernachtet

und lange Platte gemacht, war mit meinem Schlafsack und Hund am Rhein oder hinterm Opernhaus. Aber da geht jetzt auch nichts mehr, einige Kollegen haben sich einfach nicht benommen, ihren Müll nicht weggeräumt oder Leute angepöbelt.

Wie ist Ihre Lage aktuell?

Paul: Ziemlich gut, denn ich lebe jetzt in einer kleinen Wohnung in Bilk. Und an den Feiertagen habe ich frei.
WZ, 24.12.2013
 
Schüler hängen Karten auf Leine
Schüler der Lore-Lorentz-Schule engagieren sich erneut für Obdachlose. Sie haben 25 Postkarten mit weihnachtlichen Motiven gestaltet, die die fiftyfifty-Verkäufer im Satz für zehn Euro verkaufen können. "Die Motive sollen über Obdachlosigkeit aufklären", so der verantwortliche Lehrer Marc Riedel. Die Präsentation der Karten ist heute um 13 Uhr auf dem Marktplatz, wenn die Schüler 500 Karten vor dem Rathaus auf einer langen Wäscheleine aufhängen wollen.
Rheinische Post, 24.12.2013