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Agentur gewinnen Preis
(rö) Die Dienstleistungsagentur "d.a.n.k.e" hat für die fiftyfifty-Galerie den ersten Preis im Moplak-Transportmedien Grandprix 2011 gewonnen. Der Siegerentwurf, eine gestaltete Straßenbahn der Rheinbahn, zeigt großflächig Werke bekannter Künstler wie Otmar Alt. Dazu zieren die Slogans "fiftyfifty bringt Kunst auf die Straße" und "Kunst holt Obdachlose von der Straße" die Bahn-Außenseiten.
Rheinische Post, 13.02.2012
Kunst bringt 70 000 Euro für fiftyfifty
(cwo) Es war ein ganz elitärer Abend: Kunden der Strategieberatung SMP konnten bei edlen Häppchen und einem guten Schluck Wein Bilder der Künstler Andreas Gursky, Thomas Ruff, Jörg Immendorff, Candida Höfer und Gerhard Richter kaufen. Die Vernissage für den guten Zweck fand in den Büroräumen von SMP – die sich in einem Stadtpalais der Jagenberg Villa an der Wasserstraße befinden – statt. Mittendrin im Geschehen war auch Hubert Ostendorf, Chefredakteur von fiftyfifty. Er freute sich über die rund 150 Gäste, die zur „Art Charity“kamen. Unter dem Motto „Kunst für einen guten Zweck“konnte die illustre Gästeschar insgesamt 65 Gemälde, Fotografien und Drucke erwerben, die preislich zwischen 150 und 25 000 Euro lagen. Das teuerste Werk stammte von Gerhard Richter, der als weltweit wichtigster lebender deutscher Künstler gilt. Holger Neinhaus, Vorstand von SMP, betonte am Abend : „Wir wollen uns für die Kunstszene engagieren und ebenso gesellschaftliche Verantwortung zeigen. Die Art Charity in Kooperation mit fiftyfifty verbindet diese beiden Anliegen perfekt.“Was dann am Ende des Abends zusammenkam, kann sich sehen lassen: Der gesamte Erlös beträgt rund 70 000 Euro und kommt komplett den Düsseldorf Obdachlosen zugute. „Wir stecken das Geld in ein neues Wohnprojekt am Rather Broich“, sagte Hubert Ostendorf, ChefreHolger von SMP (re.) und Hubert das größte Bild des Abends von Candida dakteur von fiftyfifty, der ganz begeistert über das Engagement der kauffreudigen Menschen war. Und auch Schirmherr – FranziskanerBruder Matthäus Werner – freute sich über die zum wiederholten Male gelungene Aktion. Die „Art Charity“ fand bereits zum zweiten Mal statt. 2011 hatte die Unternehmungsberatung erstmals zu dieser Veranstaltung eingeladen. Bei der Premiere kamen rund 45 000 Euro für den guten Zweck zusammen.
Rheinische Post, 13.02.2012
Bei Wind und Wetter auf der Straße
Mihhaila Ana hofft auf eine bessere Zukunft
Dinah Büssow
Eller. Bei diesen Temperaturen geht man am besten gar nicht vor sie Tür. Mihhaila Ana hat keine Wahl. Ihr Arbeitsplatz ist die Straße. Vor einem Supermarkt an der Jägerstraße verkauft sie das Straßenmagazin fifty-fifty-bei jedem Wetter. Sie ist warm angezogen, trotzdem friert sie. Ana kommt aus Rumänien im September ist sie mit ihrem Mann und ihrem 12-jährigen Sohn nach Düsseldorf gezogen. Sie sind Roma. In Rumänien ging es ihnen nicht gut. Sie haben auf der Straße Obst verkauf, konnten kaum davon leben. Unterstützung vom staat gab es auch nur sehr wenig. "Ich habe gehofft, dass die Zukunft hier besser wird," sagt Ana, die in Düsseldorf vor drei Monaten ihr zweites Kind zur Welt gebracht hat. Weil Ana nicht krankenversichert ist, soll sie 3000 Euro für die Entbindung ihrer Tochter zahlen - Geld, das sie nicht hat und in absehbarer Zeit auch nicht verdienen kann. Ana bekommt keine Arbeitserlaubnis. Grund ist die Übergangsregelung, die die EU für die neuen Mitgliedsstaaten vorschreibt. Weil Ana und ihr Mann keine Arbeiterlaubnis bekommen, können sie sich auch nicht krankenversichern. Ein Teufelskreis. Ana lebt mit ihrer Familie in einer kleinen Wohnung. Vom Staat bekommen sie keine Unterstützung. Um die Miete und ihren Lebensunterhalt zu bezahlen, verkaufen sie und ihr Mann das Straßenmagazin. sie wechseln sich damit ab. Einer muss Zuhause bleiben, sich um das Baby kümmern. Ihr Mann steht oft sechs oder sieben Stunden am Tag in der Kälte, je nach dem, ob es gut läuft oder nicht, verdient er dabei zwischen 30 und 50 Euro. Etwa 400 fifty-fifty-Verkäufer gibt es in Düsseldorf, 150 von ihnen kommen aus Rumänien. Ana spricht kein Deutsch. "Guten Tag" und "Danke" kann sie sagen. Für den Verkauf der Zeitungen reichen ihre Sprachkenntnisse. "Viele junge Leute sprechen ja auch Englisch", sagt die 30-Jährige, die sich trotz Kälte nicht beklagt. "Die Leute vor dem supermarkt sind freundlich zu mir", erzählt sie. Eine Frau habe ihr sogar einen Gutschein für eine Drogerie geschenkt, damit sie Babysachen kaufen könne. Manchmal bringen die Passanten einen heißen Kaffee, gerade wenn es so bitterkalt wie jetzt ist. Vielleicht hat Ana einfach Glück oder sie spricht nicht über schlechte Erfahrungen. Fifty-fifty-Mitbegründer Hubert Ostendorf hingegen redet darüber, denn er hat schon oft miterlebt, dass Roma diskriminiert werden, so erst kürzlich: "Mein Sohn hat einem Roma-Mädchen sein Fahrrad geschenkt. Er ist vier Jahre damit gefahren. Das Mädchen nur vier Tage, dann hat die Polizei es ihm weggenommen, weil sie meinten, sie habe es gestohlen," ärgert sich Ostendorf.
NRZ, 04.02.2012
Obdachlose vor der Kälte schützen
Angesichts der klirrenden Kälte ruft das Straßenmagazin fiftyfifty zu besonderen Aufmerksamkeit und mehr Hilfe auf. Fiftyfifty-Mitbegründer Hubert Ostendorf bittet die Bevölkerung, armen Menschen, die Straßenzeitungen verkaufen, die Verweildauer in der Kälte zu verkürzen. "Helfen Sie mit, dass Obdachlose ihren tagesbedarf schnell verdient haben und wieder zurück in ihre Unterkünfte gehen können." er bittet zu prüfen, ob im Freien liegende Obdachlose ansprechbar seien. Im Zweifel sei der Gutenachtbus, Feuerwehr oder die Polizei anzurufen.
RP, 02.02.2012
Galerie zeigt Grafiken von Hans Kralik
fiftyfifty Hommage an ehemaligen Kulturdezernenten.
Als Kulturdezernent sollte Hans Kralik nach Kriegsende dem kulturellen Düsseldorf neues Leben einhauchen. Fünf jahre lang erfüllte er diese Aufgabe, musste jedoch sein amt 1951 gemäß dem Adenauer-Erlass wieder aufgeben. Die Order von 1950 untersagte Mitgliedern staatsfeindlicher Organisationen die Tätigkeit in einer behärde. Also verließ der Kommunist Kralik, der im KZ Börgermoor interniert und in der Wiederstandsbewegung engagiert war, das Kulturdezernat. Dem Künstler Hans Kralik und seiner Frau Lya widmet die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes in Koorperation mit der evangelischen Kirche jetzt eine Ausstellung, die 2010 bereits in Paris zu sehen war. Grafiken, Holz- und Linolschnitte Kraliks zeigt vom 13. bis 28. Januar die fifty-fifty-Galerie an der Jägerstraße 15. "Leider mussten wir ohne Unterstützung der Stadt Düsseldorf die Schau konzipieren", sagt Jürgen Schuh, Sprecher der Verfolgten-Vereinigung. Eine finanzielle Hilfe sei erfolglos beantragt worden. Auch bei der Suche nach geeigneten Ausstellungsräumen sei niemand behilflich gewesen. Schuh: "Wir haben an den Oberbürgermeister geschrieben, jedoch nie eine Antwort bekommen."
WZ, 04.01.2012
Ist der echt oder nicht?
Hilden. (sal) Fiftyfifty, oder 100 Prozent in die Tasche stecken? Jeder hat die Verkäufer der Zeitung „fiftyfifty“ schon gesehen. Doch wer von ihnen ist ein Ganove und wer nicht? Dietmar Geimer gehört nicht dazu und ist stocksauer auf die schwarzen Schafe.
Vor dem Discounter, in der Innenstadt, vor den Geschäften. Die Verkäufer der Straßenzeitung fiftyfifty stehen überall und preisen meist stillschweigend ihre Zeitung an. Vor der Weihnachtszeit sind besonders viele von ihnen zu sehen.
Unter den Verkäufern befinden sich allerdings jede Menge schwarze Schafe, die weder den Ausweis der fiftyfifty-streetwork-Sozialdiensstelle besitzen, noch legal an die Zeitschriften gekommen sind.
Jetzt vor der Weihnachtszeit scheint sich das Geschäft mit den Zeitungen besonders zu lohnen. „Das ist kein Zufall, da steckt Methode hinter“, sagt Dietmar Geimer. Er steht ist Harz-VI-Empfänger und verkauft fitftyfifty. „Trotz Verbot stehen ganze Familien von ihnen auf der Straße und verkaufen. Vor allem vor diversen Discountern und Geschäften.“
Die Zeitung mit sozialem Hintergrund wird zwar von der Bevölkerung gut angenommen, ist aber „durch die anderen“, so Dietmar, immer wieder ins Zwielicht geraten.
„Die Polizei jagt die Ganoven zwar sofort weg, doch ein paar Minuten später stehen sie wieder am gleichen Fleck. „Die Bevölkerung muss darüber aufgeklärt werden, wer die echten und die anderen sind“, sagt Geimer und bat uns um eine kurze Aufklärung für Hildens Bürger. Wir tun das nun für Sie liebe Leser, damit Sie in Zukunft die Spreu vom Weizen trennen können.
Hallo Hilden, 04.01.2012
"Düsseldorfer des Jahres" bittet um Spenden
(gök) Bruder Matthäus von der Obdachlosenhilfe Fifty-fifty bittet zum Jahresende eindringlich um Spenden: „Mittlerweile haben wir sehr viele Projekte realisiert“, so der Ordensbruder, der in diesem Jahr zum „Düsseldorfer des Jahres“im Bereich Soziales Engagement gewählt wurde: „Zu den Projekten gehört Wohnen für Obdachlose, Arbeitsbeschaffung, Armenspeisung, UnderdogTierhilfe und Hilfe für Armutsmigranten“, führt Bruder Matthäus aus. Die Kontonummer für Spenden lautet: 539661431, BLZ 36010043 (Postbank), Empfänger Asphalt e.v., Stichwort „Starthilfe 2012“.
Rheinische Post, 28.12.2011
Düsseldorf aus der Sicht eines Obdachlosen
Eigentlich müsste die Überschrift unseres Titelthemas lauten: „Düsseldorf aus der Sicht Wohnungsloser“, denn wir hatten das Glück, durch die Vermittlung von fiftyfifty gleich mit vier Betroffenen sprechen zu dürfen. Und wir haben dabei gelernt, dass sie den Begriff „Obdachlose“ gar nicht gern hören, sondern lieber von „Wohnungslosen“ sprechen möchten, denn ein „Obdach“ haben die meisten von ihnen, nur eben keine eigene Wohnung.
Wir besuchen also das fiftyfifty Büro auf der Ellerstraße. Dort treffen wir zunächst auf die beiden Sozialarbeiter Oliver Ongaro und Kai Ansorg, die alle Hände voll zu tun haben, sich um wohnungslose Menschen zu kümmern, die vor ihren Schreibtischen Schlange stehen und darauf warten, dass ihnen geholfen wird. Darunter übrigens auch viele Roma und Sinti, denn fiftyfifty kümmert sich im Rahmen des Projektes „Eastwest – Auswege statt Ausgrenzung“ auch um von Wohnungslosigkeit und Armut bedrohte Zuwanderer.
Dann lernen wir unsere Gesprächspartner kennen, drei Männer und eine Frau, was übrigens auch dem Verhältnis Männer/Frauen bei den Wohnungslosen entspricht. Ungefähr 80 bis 85 Prozent sind Männer und 15 bis 20 Prozent Frauen. Armin ist 39 Jahre alt, kommt ursprünglich aus Mönchengladbach, hat auch mal in München gelebt und ist seit dem Jahr 2000 in Düsseldorf. Jörg ist 48 Jahre alt, gebürtiger Neusser und lebt seit 16 Jahren in Düsseldorf. Axel ist 51 Jahre alt und gebürtiger Düsseldorfer, genau wie Mirjam, 35 Jahre alt. Die vier kennen sich schon lange und scheinen sich auch sehr gut zu verstehen, wenn sie auch übereinstimmend sagen, dass echte Freundschaften untereinander eher selten und auch nicht einfach sind. Als Außenstehender würde man ja erwarten, dass Menschen in einer Notlage sich immer gegenseitig helfen und unterstützen, aber das ist wohl sehr oft nicht der Fall. Es gibt auch bei den wohnungslosen Menschen viele „schwarze Schafe“, die andere Wohnungslose bestehlen – es ist also schwer, einander zu vertrauen. Dies ist auch einer der Gründe, warum viele Wohnungslose einen Hund haben, nicht nur zum Schutz, sondern oft ist das Tier der einzige Freund.
Jörg ist gelernter Bäcker, war aber 30 Jahre lang drogenabhängig und ist – mit Hilfe des Methadonprogramms – erst seit einigen Monaten clean. Er lebt inzwischen nicht mehr auf der Straße, sondern hat eine kleine Wohnung im Stadtteil Eller. Er bezieht Hartz IV und verkauft außerdem, wie die drei Anderen auch, das Straßenmagazin fiftyfifty. Einer „normalen“ Arbeit ist er seit vielen Jahren nicht mehr nachgegangen und heute ist ihm dies auch kaum mehr möglich, da er vor einigen Monaten leider einen Arm verloren hat. Jörg erzählt, dass in Düsseldorf vergleichsweise viel für die Wohnungslosen getan wird, Institutionen wie Caritas oder Diakonie sind in diesem Bereich sehr aktiv. Er sagt auch, dass viele Wohnungslose gerne wieder arbeiten möchten, ihnen aber letztlich mit einem Ein-Euro-Job nicht gedient ist, denn meist ist dieser auf drei Monate begrenzt und zu einem festen Job verhilft er nicht. Das bestätigt auch Axel, der einen solchen Job bei der Radstation am Hauptbahnhof für drei Monate hatte. Er würde sehr gern dort fest arbeiten, am liebsten in der Werkstatt mit geregelten Arbeitszeiten, denn er ist gelernter Maschinenschlosser und handwerklich richtig gut. Axel hat viele Jahre als Zeitschriftenwerber gearbeitet und in dieser Zeit viel Geld verdient, aber er hat auch 28 Monate im Gefängnis gesessen, weil er versucht hat, Drogen aus Holland über die Grenze zu bringen. Selbst nach der Zeit im Gefängnis hat er noch einmal vier Jahre auf dem Großmarkt gearbeitet, allerdings ohne Auszeiten oder Urlaub, und als seine damalige Freundin ihn dann verließ, um nach England zu gehen, konnte er nicht mehr und verlor sehr schnell Arbeit und Wohnung. Vor fünf Jahren kam er in die Einrichtung am Rather Broich zu Bruder Matthäus und seit zweieinhalb Jahren lebt er nun wieder in einer eigenen Wohnung. Alle vier sagen übrigens übereinstimmend, dass leider einige Notunterkünfte in Düsseldorf geschlossen wurden, die man aber eigentlich unbedingt braucht. Meistens muss man bis 20.00 Uhr dort eintreffen und morgens um 8.00 Uhr wieder gehen, hier wünschen sich die Wohnungslosen etwas mehr Flexibilität.
Auch Armin hat viele Jahre ganz normal gelebt und gearbeitet, er hat sogar zwei Ausbildungen absolviert, nämlich eine als Sattler und eine zweite als Koch. Er hat in München mit Frau und Kind gewohnt, bei Audi gearbeitet, gut verdient und fuhr einen Firmenwagen. Eines Tages kam die betriebsbedingte Kündigung, die Freundin nahm Drogen und er trank zuviel – der Absturz kam schnell. Zurück nach Mönchengladbach wollte Armin nicht, also kam er nach Düsseldorf, lebte lange auf der Straße, schlief auch immer draußen, bis er sich irgendwann selbst um eine Veränderung kümmerte. Er trinkt immer noch gern, aber nicht mehr so viel wie früher und lebt – nach einiger Zeit auf einer Warteliste für eine Wohngemeinschaft – seit Anfang des Jahres in Reisholz mit fünf anderen ehemals Wohnungslosen in einem Einfamilienhaus. Aber ohne ein großes Maß an Eigeninitiative wäre das nicht möglich gewesen.
Mirjam ist die Jüngste in der Runde und wird von den Anderen gerne als „das Küken“ bezeichnet. Sie ist irgendwann im Leben dem falschen Mann begegnet, er war kriminell – Mirjam benutzt den Begriff „Mitternachtsschlosser“, wenn sie von ihm erzählt. Sie hat ihn sogar geheiratet, während er im Gefängnis saß. Sie hatte kein Geld und keine Arbeit, da war der Weg in die Wohnungslosigkeit und zum Zelt am Rheinufer nicht weit. Durch die fiftyfifty-Initiative ist es ihr aber mittlerweile gelungen, auf die Warteliste für eine Wohngemeinschaft zu kommen. Außerdem hat sie eine Umschulung zur Lageristin gemacht und wünscht sich, eines Tages auch wieder einen festen Job zu bekommen. Derzeit übernachtet sie in der Unterkunft von Bruder Matthäus am Rather Broich und hofft, dass sie bald in einer Wohngemeinschaft leben kann.
Ein Hauptproblem der meisten Wohnungslosen sind übrigens die Schulden, z.B. bei Stadtwerken, GEZ oder auch staatlichen Gläubigern. Oft haben sie auch bereits eine
Eidesstattliche Versicherung (Offenbarungseid) geleistet und sie haben kaum Möglichkeiten, ihre Schulden jemals abzubezahlen.
Wir haben unsere vier Gesprächspartner zum Schluss gefragt, was sie denn in Düsseldorf verbessern würden, wenn sie die Möglichkeit dazu hätten. Sie sagen übereinstimmend, dass es mehr Notunterkünfte geben müsse bzw. dass die Stadt vorhandene nicht schließen sollte. Auch gibt es wohl im Vergleich zur Anzahl der Wohnungslosen nicht genügend Streetworker und wenn sie ihre Hunde mit in die Unterkünfte bringen dürften, wäre ihnen auch geholfen.
Übrigens leben ungefähr 150 Wohnungslose tatsächlich draußen auf der Straße. Das heißt, sie nutzen die Angebote, die es in der Stadt gibt, meistens nicht – für diese Gruppe Menschen werden dann im Winter z.B. beheizte Zelte benötigt, damit niemand erfriert. Das hat uns Bruder Matthäus erzählt, den wir natürlich auch besucht haben, denn was wäre ein Artikel zum Thema Wohnungslosigkeit ohne ein Gespräch mit ihm. Er, Mitbegründer von fiftyfifty, ist das Gesicht der Stadt, wenn es um Hilfe und Unterstützung für Wohnungslose geht und er hat sich das zur Lebensaufgabe gemacht. Nicht umsonst wurde er von der Rheinischen Post und Center TV im Dezember in der Kategorie „Soziales Engagement“ als „Düsseldorfer des Jahres“ ausgezeichnet. Die Ordensgemeinschaft der Armen-Brüder des heiligen Franziskus, Sozialwerke e.V., der Bruder Matthäus angehört, hilft den Wohnungslosen mit fünf verschiedenen Angeboten. Es beginnt mit Streetwork und Nachtunterkunft, also der Erstversorgung der Menschen, die von sich aus Hilfsangebote nicht annehmen können oder wollen. Die Streetworker suchen sie auf und versuchen, ihr Überleben zu sichern. Dann gibt es das so genannte Betreute Wohnen, hier wird wohnungslosen Menschen über einen Zeitraum von maximal 18 Monaten geholfen, wieder eine selbstständige Lebensführung zu erlernen. Zu den Angeboten gehören auch stationäre Hilfen in so genannten Außenwohngruppen, wo die Betroffenen lernen können, ihren Lebensalltag wieder alleine zu bewältigen, also ein ganz normales Leben zu führen. Die stationären Hilfen mit Vollversorgung verfolgen das gleiche Ziel, hier geht es aber zunächst vor allem um medizinische Versorgung, denn viele Wohnungslose sind gesundheitlich stark beeinträchtigt. Ein ganz wichtiges Angebot ist die Beschäftigungshilfe, denn das Ziel ist ja, die Chancen der Wohnungslosen, wieder eine Arbeit zu finden, zu verbessern. In verschiedenen Gewerken wie z.B. Druckerei, Maler- und Lackiererarbeiten oder Hausmeisterservice haben sie die Möglichkeit, zu arbeiten und so neue Perspektiven zu finden und wieder am Leben teilzunehmen.
Beate Werthschulte
lola, 28.12.2011
Ein Tag auf der Straße: Der Ausweis, der unsichtbar macht
Düsseldorf. Gottfried Keller hatte recht: Kleider machen Leute. Sind die Schuhe durchgelaufen, Pulli und Hose verschlissen, ändert sich der Blick der Mitmenschen. Die angenehmste Art ist dabei noch, wenn der Blick einfach durch einen durchgeht. Wer zuvor noch freundlich lächelt, nimmt mich jetzt nicht mehr wahr. So ist das, wenn man unsichtbar ist.
Ich stehe am Marktplatz, ungeschminkt und in alte Kleidung gehüllt, eine Hausfassade als Schutz im Rücken. In meiner Hand: fünf Ausgaben der aktuellen Fifty-Fifty, an meiner Hose klemmt ein Ausweis. Beides ist wie ein Stempel: Ich habe keine Ausbildung, habe ein Drogenproblem, bin obdachlos. Heute stimmt etwas davon, zumindest, wenn mich jemand fragt.
Die Idee zur Zeitschrift stammt aus Hamburg
Seit 16 Jahren gibt es Fifty-Fifty. Träger ist der Verein Asphalt. Der Mann dahinter: Hubert Ostendorf, eigentlich Religionspädagoge, mittlerweile Geschäftsführer und Herausgeber der Obdachlosenzeitung. „Ich habe damals einen Freund in Hamburg besucht“, sagt der 51-Jährige. In der Hansestadt fiel ihm das Straßenmagazin „Hinz und Kunst“ in die Hände. „Eine gute Idee, dachte ich. Sowas müssten wir in Düsseldorf machen.“ Gemeinsam mit Franziskanerbruder Matthäus Werner als Schirmherr stellte er das Heft auf die Beine.
Haben will es am Marktplatz jedoch niemand. Ich ziehe den Schal höher, die Mütze tiefer ins Gesicht. Nicht, weil es so kalt ist, es ist ein milder Tag. Aber der Wunsch, sich zu verstecken, ist groß. Eine erfolgversprechende Verkaufsstrategie ist das freilich nicht. Also sehe ich den Menschen in die Gesichter, suche Blickkontakt. Nur die wenigsten Passanten erwidern meinen Blick, meist ohne Regung. Eine junge Mutter mit Kinderwagen geht vorbei, lächelt, sagt „Guten Morgen“ – selten hat mich der Gruß eines Fremden so gefreut.
Kontakte, ein Lächeln und eine Tasse Kaffee gibt es für die Verkäufer gratis, wenn sie neue Ausgaben bei der Sozialberatung in Oberbilk abholen. 90 Cent zahlen sie, der Endpreis beträgt 1,80 Euro – die Hälfte davon dürfen sie behalten, fifty fifty. „Viele unserer Verkäufer sehen das als ihren Job an, sie kommen täglich und holen Zeitungen“, sagt Sozialarbeiter Kai Ansorge (32), einer von dreien an der Ellerstraße.
Auf der Königsallee liegt Parfüm in der Luft und der Geruch von Geld
Das Heft
Die Leser
Niederlande
Fifty-Fifty erscheint monatlich und wird von vier festen Honorarkräften produziert. „Wir verstehen uns als Markenartikel“, sagt Herausgeber Hubert Ostendorf. Der Anspruch, Obdachlose selbst schreiben zu lassen, sei schwierig umzusetzen: „Ihr Leben ist oft durch Suchtstrukturen geprägt. Deshalb arbeiten wir mit freien Mitarbeitern zusammen, die die Geschichte der Obdachlosen protokollieren.“ Das Team arbeitet nach dem Kostendeckungsprinzip. Ostendorf: „Wenn die Kosten gedeckt sind, geht jeder Cent in verschiedene Projekte.“ Das sind zum Beispiel ein Wohnprojekt für Obdachlose von der Ordensgemeinschaft der Armen-Brüder des Heiligen Franziskus, die Beschäftigungshilfe der Ordensgemeinschaft, die Wohnraumbörse oder das Speisezimmer am Franziskanerkloster.
In der Kartei der Beratung sind mehr als 2100 Düsseldorfer Verkäufer aufgeführt. „Nicht alle sind aktiv“, sagt Ansorge. Allerdings sei in den seltensten Fällen eine neue Arbeitsstelle der Grund, manche kämen einfach nicht mehr. „Unsere Verkäufer sind zwischen 16 und 70 Jahre alt, leben in Notunterkünften oder sind obdachlos. Seit der Einführung von Hartz IV ist der Kreis größer geworden.“ Täglich gebe es neue Anfragen, mindestens drei Ausweise stelle er in der Woche aus. „Die Gründe sind oft materielle Armut, Verschuldung, Drogen“, zählt Ansorge auf. Nachweisen müsse das niemand: „In den meisten Fällen sieht man das den Menschen leider an.“
Nach zwei Stunden am Marktplatz schmerzen mein Rücken und die Füße. Verkaufsort und Taktik bedürfen einer Änderung – wobei von Verkauf bislang keine Rede sein kann. Der Weg über die Flinger Straße führt vorbei an Weihnachtsmarktbuden, Glühwein trinkenden, Bratwurst essenden und Geschenke kaufenden Menschen. Der Advent ist die Zeit der Großzügigkeit, sollte man glauben. Ist aber nicht so. Zwischen Glühwein- und Bratwurstidylle machen sich Obdachlose einfach nicht so gut.
Immerhin habe ich mich an meine Rolle gewöhnt und bewege mich jetzt freier. Also ab auf die Kö, auf den Prachtboulevard, wo sich pelz- und schmuckbehangenes Klientel tummelt. Hier liegt der Geruch exklusiven Parfüms in der Luft und der Geruch von Geld. 1,80 Euro kostet eine Ausgabe von Fifty-Fifty. Dafür kann man weder eine Stunde lang den Benz im Parkhaus der Kö-Galerie abstellen, noch gibt es dafür einen Latte Macchiato mit fettfreier Milch und Caramel-Flavour.
„Möchten Sie ein Heft kaufen?“ Ich gehe auf die Menschen zu, zeige ihnen das Produkt, spreche sie an. Engagement als Verkaufsmasche. Funktioniert nicht. „Nein, danke“, mal nur ein Kopfschütteln, anderen gelingt es, den regungslosen Blick geradeaus beizubehalten. „Nachher“, sagt eine Frau, „ich hab’ schon zwei gekauft“, eine andere. Ein älterer Herr zieht die Augenbrauen hoch, eine Gruppe halbstarker Jungs mustert mich irritiert.
Ein junger Mann wartet vor dem Louis-Vuitton-Shop, in der Hand eine riesige Einkaufstasche. Ob er ein Heft kaufen möchte? „Nein“, sagt er und dreht sich weg. „Dass solche Leute nichts Besseres zu tun haben“, raunt eine Dame im Pelzmantel ihrer Freundin zu und greift nach ihrer Prada-Tasche. Abseits von eleganten Spendengalas scheint es nicht schick zu sein, Bedürftigen zu helfen.
Dabei ist es ein gutes Produkt, das ich verkaufen will. 30 Seiten, ein ansprechendes Layout, ein interessanter Themenmix, viel Kultur, Menschengeschichten. „Marias Revolte für das Leben“, heißt die Titelgeschichte der Dezemberausgabe, „Die weibliche Botschaft der Weihnacht“.
„Warum gehen Sie nicht arbeiten?“, fragt eine Passantin
Eine Seniorin bleibt vor mir stehen, sieht mich eindringlich an. „Warum gehen Sie nicht arbeiten?“, fragt sie. Ihr Ton ist vorwurfsvoll, sie kneift die Augen kritisch zusammen. Probleme mit der Ausbildung, Drogen – es fällt schwer, dieses Gespräch. „Wie wär’s denn mit ’ner Lehre? Erkundigen Sie sich mal!“ Ist das mütterliche Sorge oder Abscheu vor der Armut? Ein Heft kauft sie jedenfalls nicht.
Am Nachmittag breche ich den Versuch ab. Verkauft habe ich kein einziges Heft. Ich treffe Tom, einen echten Verkäufer. „So sieht unser Alltag aus“, sagt er nüchtern. Ich gebe ihm die fünf Hefte. Ein gutes Gefühl. Nicht nur, dass er sich freut, sondern auch, dass ich meinen Ausweis einfach wieder abnehmen kann.
WZ, 23.12.2011
fifty-fifty bittet um gut erhaltene Fahrräder
(gök) Die Obdachlosenorganisation fifty-fifty sammelt derzeit gespendete Fahrräder, um sie an ihre Zeitschriften-Verkäufer weiterzugeben. Grund sind die steigenden Preise im öffentlichen Personennahverkehr: Die Verkäufer müssen Bus und Bahn nutzen oder lange Fußwege in Kauf nehmen, um zu ihren Verkaufsorten zu gelangen. Wenn die Preise anziehen, können sie nicht mehr bazahlt werden. Räder können monatgs bis donnerstags von 14-17 Uhr in der Galerie, Jägerstraße 15, abgegeben werden.
Rheinische Post, 14.12.2011
Bus der Hoffnung für Obdachlose
Düsseldorf- Ab sofort bietet das Franziskanerkloster Obdachlosen ganzjährig Hilfe in der Nacht. Dienstags und Donnerstags steht der "gutenachtbus" der Initiative "Vision: teilen" und der fiftyfifty abends von 22 bis ein Uhr am Hauptbahnhof oder am Lore-Lorentz-Platz das mobile Ess-und Sprechzimmer bereit. "Nachts fahrten ja keine U-Bahnen mehr und man muss sich ja warm halten. "Ich finde es gut", sagt der Obdachlose Timo Rheinen (19). Ein hauptamtlicher und rund sechs ehrenamtliche Mitarbeiter sorgen für das leibliche Wohl. Im Wagen können sich Betroffene an der Standheizung aufwärmen, erhalten warme Getränke und Snacks.
Express, 10.12.2011
Bruder Matthäus ist "Düsseldorfer des Jahres"
Die RP-Leser hatten die Wahl: Sie sollten mit ihrem Votum den "Düsseldorfer des Jahres" in der Kategorie "Soziales Engagement" bestimmen. Sie haben sich mit überwältigender Mehrheit für Bruder Matthäus Werner ausgesprochen. Womit sicher ist, was mit seinem Preisgeld von 5000 euro geschehen wird. Das Geld geht an die Obdachlosenhilfe. Schließlich ist der Franziskanermönch Matthäus Mitgründer des Vereins "asphalt", aus dem die Organisation "fiftyfifty" 1995 hervorgegangen ist. Seitdem gibt es das Straßenmagazin, das längst zu einem teil der Landeshauptstadt geworden ist. Die Einnahmen aus dem Verkauf der Hefte gehen zur Hälfte an die Verkäufer selbst, zur anderen Hälfte wurde damit die Obdachlosenhilfe aufgebaut, die Tausenden ein dach über dem Kopf, Mahlzeiten, Kleidung und Selbstwertgefühl gegeben hat und weiterhin gibt. Der 68-jährige Bruder, der selbst in Oberkassel aufgewachsen ist und aus einer "gut katholischen" Familie stammt, wie er sagt, ist durch und durch authentisch. Denn er gehört zu den wenigen, die etwas Seltenes in ihrem Leben umgesetzt haben: Er hat genau das getan, was er immer wollte. Er ist Mönch geworden, weil er sich Jesus nahe fühlte. Er wollte Häuser für arme Menschen bauen und hat es getan. Er wollte dem Gott dienen, der alle Menschen gleichermaßen annimmt. "Bei ihm zählen nicht Status und Leistung", sagt Bruder Matthäus. Genau wie bei ihm selbst, der sich um die Ausgestoßenen unserer Zeit kümmert. Am Montag, 12. Dezember, wird Matthäus Werner gemeinsam mit den weiteren "Düsseldorfern des Jahres" aus anderen Kategorien im Henkel-Saal geehrt. Die Rheinische Post und Center.tv verleihen die Auszeichnung.
Rheinische Post, 03.12.2011
Straßenmagazin gibt es auch auf Niederländisch
(gök) Speziell für die von Niederländern gut besuchten Weihnachtsmärkte gibt es das Straßenmagazin fifty-fifyt jetzt auch in der niederländischen Sprache. Das teilt die redaktion des Magazins mit. Allerdings sind die Themen nicht mit denen der deutschen Ausgabe identisch: Die Titelgeschichte handelt von der Sängerin Shakira, die sich für Straßenkinder einsetzt. Andere Beiträge thematisieren die Probleme der Roma in Westeuropa und auf dem Balkan. Die niederländische Ausgabe kostet 1,80 Euro und wird auch in den Niederlanden demnächst angeboten.
RP, 30.11.2011
Ruff spendet Kunst für die Zirkuskinder
Der Fotostar stellte schon Werke für eine halbe Million Euro zur Verfügung.
Thomas Ruff, international bekannter Fotostar, hatte nicht viel Zeit. Er tauchte gestern bei der Obdachlosenhilfe von bruder Matthäus an der Ellerstraße auf, lieferte einen Stapel Fotos ab und verschwand zehn Minuten später. Der Wert der Farbabzüge mit Aufnahmen vom Mars beläuft sich auf rund 100 000 Euro. "Thomas Ruff macht nicht viel Worte, aber er tut mehr als jeder andere Künstler", sagte Bruder Matthäus. Rechnet man alle fünf Editionen zusammen, die er im Laufe der letzten Jahre für die Obdachlosenhilfe überreicht hat, so sind dies Werte für eine halbe Million Euro. Die fünfte Serie kommt pünktlich zum Weihnachtsfest. Der Verkaufserlös ist für den Straßenzirkus Upsala aus St. Petersburg bestimmt. Thomas Ruff und seine Familie haben die artistischen Höchstleistungen der jungen Akrobaten aus der russischen Stadt in einem Düsseldorfer Theater bestaunt und sofort in ihr herz geschlossen. fifty-fifty organisiert seit über zehn Jahren die Auftritte der Künstler, die im Sommer 2012 wieder im FFT auftreten werden. Jetzt war die Hilfe akut, denn die jungen Russen verloren ihre Proberäume. Ein Bauunternehmen überließ ihnen ein Grundstück. Vom Erlös aus der Ruff-Edition (1400 Euro pro Stück) wird ein großes Zelt gekauft.
WZ, 29.11.2011
Deutsche-Bank-Mitarbeiter unterstützen fiftyfifty
(tb) Das Team "Spezialberatung Investments" der Deutschen Bank in Düsseldorf unterstüzt den Obdachlosen-Hilfe-Verein fiftyfifty. Eine Spende von 1200 Euro ist für die Weihnachtsfeier des Vereins am 13. Dezember vorgesehen. Im Rahmen einer Weihnachtswunschaktion können rund 180 Bedürftige sich durch einen "Wunschbaum", kleine Wünsche erfüllen. Ab diese woche steht in der Kundenhalle an der Königsallee dieser Baum, an dem jeder Interessierte einen Wunsch "pflücken" kann, um einen Obdachlosen zu beschenken.
RP, 19.11.2011
Fiffy-Fiffy statt Fifty-Fifty/ Underdog zum fünfjährigen Bestehen gibt es ein Hunde-Sonderheft.
Über den Hund den Mensch erreichen: Das Projekt Underdog will nicht nur Tierhilfe sein, sondern auch Streetwork leisten. Seit fünf Jahren fahren ehrenamtliche Tierärzte und eine Sozialarbeiterin mit einem Praxismobil durch die Stadt. Zum Jubiläum gibt es das Sonderheft Fiffy-Fiffy, das sich dem Hund in der Literatur und Kunst widmet. Am Praxismobil versorgen die Ärzte Schnittwunden an Pfoten, geben Mittel gegen Flöhe aus und versorgen andere Wehwehchen. "Wir haben jährlich 400 000 Euro Kosten für Medikamente und den Unterhalt des Fahrzeugs", sagt Hubert Ostendorf vom Srtraßenmagazin Fifty-Fifty. Für die obdachlosen Tierhalter ist die Hilfe kostenlos, Underdog finanziert sich über Spenden - ein bundesweit einzigartiges Projekt. "Über die Besucher am Mobil wollen wir ein Vertrauensverhältnis zu den Menschen aufbauen, um bei Problemen an sie heranzukommen", erklärt Ostendorf und erzählt von Hundehalter Heiko: "Er hat in einem Zelt geschlafen. In eine Notunterkunft wollte er nicht." Als dann der harte Winter kam, ließ er sich doch überzeugen. "Mittlerweile ist er ins betreute Wohnen gewechselt. Ohne den Kontakt über Underdog wäre das nicht möglich gewesen", ist Ostendorf überzeugt. Mit dem Sonderheft soll nicht nur der Erfolg des Projektes gefeiert, sondern auch der Umsatz der Straßenverkäufer gesteigert werden: Die Hälfte des Preises behält der Verkaüfer. Auf 31 Seiten enthält Fiffy-Fiffy Hundegeschichten und -gedichte der Weltliteratur, zum Beispiel Tucholskys "Traktat über den Hund", "Herr und HUnd" von Thomas Mann, Homers "Argos" und Marion Poschemanns "Hundenovelle". Illustriert ist das Heft mit Abbildungen von tierischen Kunstwerken von Gerhard Richter, Beat Streuli, Claudia Rogge oder Imi Knoebel. Die Werke sind ab 18. November in der Benefiz-Galerie von Fifty-Fifty, Jägerstraße 15, zu sehen und zu kaufen.
Westdeutsche Zeitung, 03.11.2011
fiftyfifty zeigt Meister der Farbpunkte
Düsseldorf - In seinen Bildern flirren die Farbpunkte, ein Gewirr aus einzelnen Farbkleksen. Gestern besuchte der Düsseldorfer Maler Hermann-Josef Kuhna seine Ausstellung "Inspiration of Colours" in der Galerie fiftyfifty (Jägerstr. 15). Hier werden bis zum 11. November Original Seriagraphien und von Kuhna gestaltete Uhren zu Gunsten der Obdachlosenhilfe verkauft. Preise ab 120 Euro, zwei Uhren kosten 100 Euro.
Bild, 20.10.2011
Design- Preis für fiftyfifty-Kampagne
Die Düsseldorfer Benefiz-Galerie fiftyfifty ist in Berlin mit dem begehrten Designpreis "red dot" ausgezeichnet worden. Prämierrt wurde die City-Lights-Plakatkampagne mit Kunstwerhen, die in der Galerie für die Obdachlosenhilfe verkauft werden. Darunter Plakate mit Werke von Top-Künstlern wie Thomas Ruff, Imi Knoebel, Otto Piene und Candida Höfer. Hervorgehobenn wurde die bestechend einfache Gestaltung.
Rheinische Post, 13.10.2011
30 000 Besucher kommen zum Fest der Hohe Straße
Auf der Hohe Straße geht es nomalerweise recht beschaulich zu. Gestern aber gibt es kaum noch ein Durchkommen. Zehntausende Besucher amüsieren sich beim neunten Fest der Hohe Straße. Vor der Fassade historischer Häuser genießen sie Wein und andere Spezialitäten, die angeboten werden. Von dem etwas unbeständigen Wetten und einer Baustelle auf der Bastionstraße lassen sich die Besucher nicht stören : " Mir gefeällt es, hier ist immer ein besonderes Publikum und die Veranstalter bieten viele Attraktionen", sagt Claus Voigt, der fast jedes Jahr das Fest besucht. Es gibt viel Musik, eine Modenschau, und das Düsseldorfer Marionettentheater feiert Premiere, bei den Aufführungen stauen sich die Gäste. Die teilnehmenden 50 Händler der Carlstadt ziehen ein positives Fazit: "Ich habe bei den Menschen nur in zufriedene und strahlende Gesichter geschaut", sagt Ruth Benninghoven, Koordinatorin des "Hohe Straßen Fest". Bei der Kunstaktion zugunsten von fiftyfifty kommen in diesem Jahr 26 000 Euro zusammen.
Westdeutsche Zeitung, 19.09.2011
Kunst-Transparent zerstört
In der Nacht zu gestern ist das Transparent zur Ausstelung "Ever After" der Fotokünstlerin Claudia Rogge an der fiftyfifty-Galerie (Jägerstraße 15) mit Messern zerschnitten, völlig zerstört worden. Das Transparent zeigte nackte Obdachlose, barock in einer Höllendarstellung inszeniert.
fiftyfifty-Herausgeber Hubert Ostendorf: "Ein Angriff auf die Würde der Obdachlosen und die Freiheit der Kunst."
Bild, 16.09.2011
Richter zu ersteigern
Düsseldorf - Er gehört zu den teuersten zeitgenössischen Künstlern, seine Werke erzielen Millionen-Erlöse. Jetz gibt es die Chance, ein Kunstwerk von Gerhard Richter für "kleines Geld" zu erwerben. Er hat den handsignierten Siebdruck "Hund 1965" für die Auktion der Obdachosenhilfe fiftyfifty zu Verfügung gestellt.
Mindestgebot 2000 Euro. Versteigert wird ab 12.30 Uhr am fiftyfifty-Stand beim Hohe-Straßen-Fest am 18. September.
Bild, 14.09.2011
Ein Nachtbus soll nun für die Obdachlosen fahren
Ende November, Anfang Dezember soll ein neues Hilfsprojekt starten: der Nachtbus für Obdachlose. Auf die Straßen schicken möchten ihn für fifty-fifty Bruder Matthäus Werner von den Armen-Brüdern und Franziskaner-Bruder Peter Amendt mit seiner "Vision teilen". Allerdings müssen sie dafür erst noch schnell 38 000 Euro an Spenden zusammenbekommen. Soe viel kostet nämlich der neue Mercedes "Sprinter", der - nach Hamburger Vorbild - zu später Stunde Obdachlose und Drogen- oder Alkoholkranken, die "Platte machen", aufsuchen und ihnen Hilfe bringen soll. Der Bus wird entsprechend ausgerüstet: mit Sitz- und Liegegelegenheiten, Schreibtisch samt Laptop (für die Dokumentation), einer Außenmarkise als Regenschutz und natürlich mit Essenscontainern, Schlafsäcken und warmen Decken. Am Steuer sitzen ehrenamtliche Helfer, fachlich angebunden sind sie aber immer an die szenekundigen Streetworker von fiftyfifty.
"Diese Form der aufsuchenden Hilfe ist neu hier", sagt Bruder Peter. Sie bleibe stets angebunden an das bestehende Hilfesystem mit den bekannten Anlaufstellen für gefährdete Obdachlose. Hubert Ostendorf, Geschäftsführer von fiftyfifty, hat das Projekt in St. Petersburg kennengelernt. Nun bittet er dringend um Spenden: "Sonst können wir den Bus nicht pünktlich zum Winterbeginn anschaffen und losfahren lassen."
Westdeutsche Zeitung, 03.09.2011
30 NACKTE OBDACHLOSE, BIS ZU 13 000 EURO WERT.
Düsseldorf - Es sind Fotos von Körpern, die vom Leben geschunden sind. Mit Wunden, Verbänden, Tätowierungen. Gewagtes Projekt der Foto-Künstlerin Claudia Rogge (46).
Sie hat 30 Obdachlose nackt fotografiert, die einzelnen Fotos freigestellt und digital zu drei monumentalen Kunstwerken zusammengefügt. Die Menschenberge landen im Himmel, in der Hölle und im Fegefeuer. Zu erkennen: DIe Süchtige, die sich eine Spritze setzt. Der Trinker, dem der Fusel über den Unterkiefer rinnt.
Die Fotoaktion entstand in Zusammenarbeit mit der Obdachlosenhilfe fiftyfifty, der der Erlös aus dem Verkauf zukommen soll.
Die Großformate kosten 13.000, die Einzelportraits je 980 Euro. Zu sehen in der Galerie fiftyfifty Jägerstraße 15 vom 16. bis 29. September.
Bild, 02.09.2011
Nachwuchsjournalisten gestalten Straßenzeitung
Laufstege,Luxus,Unbeschwerheitt - eigentlich stellt man sich die Arbeit von Modejournalisten glamourös vor.Elf Nachwuchsredakteurinnen der AMD Akademie Mode & Design Düsseldorf schlüpften jetzt in eine ganz andere Rolle:Sie entwickelten für die Straßenzeitung "fifty-fifty" eine Sonderausgabe zum Thema Jugend.Julia Lauber,Absolventin der AMD Düsseldorf,hatte das Projekt mit einer Arbeit im Jahr 2009 initiiert und ebnete simit den Weg für die erfolgreiche Zusammenarbeit.Präsentieren werden die Studentinnen ihre eigene Ausgabe am Freitag,5.August,11 Uhr,selbst auf der Straße.Und zwar auf der Königsallee,Ecke Eickhoff.Dieses Sommersemester nutzten die Nachwuchsjournalistinnen aus dem vierten Semsterfür das besondere Projekt.Für doe Sonderausgabe,die zusätzlich zum regulären Magazin erscheint,hatten sie drei Monate rund um das Thema Jugend recherchiert,tauchten ein in die Welt der "fifty-fifty"-Verkäufer und Obdachlosen,beobachteten,staunten,lerntenb und lachten.Sie diskutierten über Politik,Liebe und Literatur und legten Vorbehalte und Ängste ab."Wir haben interessante Menschen getroffen und sie auch kennen gelernt",darin sind sich die Studentinnen einig.
So plauderten sie mit Moni und Django über ihr neues Leben ferab der Straße,Julia von Lindern stellte ihnen ihre interesssante Arbeit als Streetworkerin vor,und auch die Mädels vom "Knackpunk" hatten die jungen Modejournalistinnen nachdenklich werden lassen.
Beraten und unterstützt wurden die elf Studentinnen von "fifty-fifty"-Chef Hubert Ostendorf und einem Dozententeam der AMD.
Rheinische Post, 03.08.2011
Kabarett für fifty-fifty
Die ersten beiden Veranstaltungen waren kaum zu toppen:Die Künstler waren in Höchstform,die Zuschauer deshalb aus dem Häusschen und die Obdachlosenhilfe fifty-fifty um je mehr als 4000 Euro reicher.Si einen Erfolg müsse man doch wiederholen,meinte Robby Hillmanns vom Kulturzentrum zakk in Düsseldorf und gab damit den Anstoß zum dritten Kabarett-Heimspiel für den guten Zweck.Der soll nun am 21.August steigen und hat wieder jede Menge Düsseldorfer Kabarettisten an Bord.Mit dabei sind Christian Ehring,Jens Heinrich Claassen,Volker Diefes,Horst Fyrguth,Hary heib,Sven Heubes,Frank Küster,Michael Steinke und Sabine Wiegand.Bruder Matthäus,Gründer und gute Seele von fiftyfifty,verspricht:"Das wird ein Abend,bei dem kein Auge trocken bleibt,die Lachmuskeln strapaziert und die Hirnzellen geölt werden." Der Kabarettabend beginnt um 19Uhr im Zakk,Fichtenstr.40.Der Eintritt beträgt 20 Euro im Vorverkauf,16 Euro kosten ermäßigte Karten.Tickets gibt es unter www.zakk.de
Rheinische Post, 03.08.2011
fifty-fifty warnt vor falschen Verkäufern
Hubert Ostendorf vom Obdachlosen-Magazin fifty-fifty warnt vor Betrügern,die im Raum Düsseldorf mit einer Fotokopie des Titelblattes des Straßenmagazins Spenden sammeln.Offenbar handele es sich bei einigen Betrügern um ehemals offiezielle fiftyfifty-Verkäufer,von denen man sich nach Regelverstößen getrennt habe,sagt Herausgeber Ostendorf.Er rät dazu,die Zeitung nur bei Verkäufern zu erwerben,die ihre Lizenz gut sichtbar tragen.
Westdeutsche Zeitung, 01.08.2011
Zirkus Upsala beendet Gastspiel im FFT
Der vielfach ausgezeichnete Kinderzirkus aus St.Petersburg gibt heute um 18 Uhr seine letzte Vorstellung in diesem Jahr.
Rheinische Post, 01.08.2011
"fifty-fifty" erscheint mit literarischen Beiträgen
Die neue Ausgabe der Obdachlosen-Zeitung enthält ausschließlich literarische Beiträge - Kurzgeschichten,Kolumnen,Romanzüge.Die Gastbeiträge liefern etwa Senta Berger,Wladimir Kaminer und Martin Suter.Das August-Heft erscheint heute.
Rheinische Post, 28.07.2011
Werbeagentur Euro RSCG spendet für "fiffy fiffy"
Heute wird die Düsseldorfer Werbeagentur Euro RSCG einen Scheck über 3000 Euro an die Verantwortlichen der Obdachlosenzeitung "fifty fifty" überreichen.Bei dem von der Bank für Sozialwirtschaft ausgerufenen "Wettbewerb Sozialkampagne" hatte die Agentur einen Sieger gestellt.Das Preisgeld wird nun dem Projekt zur Verfügung gestellt.Bruder Matthäus,einer der Gründer des Obdachlosenprojektes "fifty fifty",lobt die Sozialkampagne der Agentur.Der Ordensmann will das Geld in die Beschäftigungshilfe unvenstieren.
Rheinische Post, 27.07.2011
Wirte machen mobil gegen renitente Bettler
Terrassen-Die Gastronomen in der Altstadt wollen sich jetzt mit Fotos wehren.
Ein pikantes Thema stand bei der letzten Versammlung der Alstadtwirte auf dem Programm: Es ging um "Agressives Betteln und Belästigung von Terrassengästen." Vertreter von OSD und Polizei gaben Tipps, wie sich die Wirte bei Problemen verhalten sollen. Pikant ist das Thema deshalb, weil die Gastronomen nicht in die falsche Ecke gestellt werden wollen. "Es geht nicht um Fifty-Fifty Verkäufer", stellt Isa Fiedler, Sprecherin der Altstadt-Wirte, klar. "Die machen keine Probleme." Im Visier habe man "Bettel-Banden", die regelmäßig in der Stadt auftauchten. Fiedler: "Wenn man beim Essen drei Mal in der Stunde angesprochen wird, ist das unangenehm."
Auf dem Carlsplatz soll sich das Konzept schon bewährt haben
Das Phänomen trete in Schüben auf: " Die wechseln offenbar regelmäßig die Stadt. Wenn der Kontrolldruck hier zu groß ist, gehen sie wieder woanders", sagt Fiedler. Das Wort "Bande" will Ordnungsamtsleiter Michael Zimmermann indes nicht gebrauchen, denn: "Dass da gewerbsmäßig Straftaten verübt werden, kann ich nicht belegen. Betteln an sich ist ja nicht verboten." Auffälig sei indes, dass viele von denjenigen, deren Personalien man aufgenommen habe, den selben Familiennamen tragen. Den Wirten ist das einerlei, sie wollen konsequenter vvon ihrem Hausrecht-das sie auch auf den Terrassen haben Gebrauch machen und renitente Bettler vertreiben. Sollten die nicht Folge leisten, sollen die Gastronomen zur Kamera greifen und Fotos machen, rät die Polizei. Entsprechende Beweismittel werde man an die Beamten der Altstadtwache Die könnten gegebenenfalls die Personalien feststellen, wenn die betreffenden Personen weiterhin in der Altstadt unterwegs seien. Ein ebtsprechendes Konzept sei bereits auf dem Carlsplatz erfolgreich angewendet worden, heißt es. Betteln im öffentlichen Raum ist derweil für die Stadt kein großes Thema mehr, seit der OSD konsequent gegen diejenigen vorgeht, die sich nicht an die Speilregeln halten. Davon zeugen auch diverse Musikinstrumente, die in der OSD-Asservatenkammer liegen. Sie werden sicher gestellt, wenn etwas gegen einen Straßenmusiker ein Bußgeld verhängt wird, aber unklar ist, ob er zahlen kann.
Westdeutsche Zeitung, 27.07.2011
Kunst für den Tunnel
AKTION Die Initiative "Freiraum" gestaltet die Unterführung Ellerstraße und feiert dabei ein Fest.
Viele Unterführungen gehören zu den unwirtlichen Orten der Stadt,die an der Ellerstraße beim Hauptbahnhof ist sicher eine davon.30 Künstler treten am Samstag an,um daran etwas zu ändern.Die Kunstaktion wird von einem ganztägigen Fest begleitet - und ist als Protest gegen städische Politik gemeint.
Seit Jahren wird über die Verschönerung der Unterführungen diskutiert,passiert ist bislang sedhr wenig.Die Künstlergruppe möchte nun nicht länger warten und damit ein Zeichen setzten.Mitinitator Klaus Klinger:"Solche Orte stehen im krassen Gegensatz zu dem Bilder der Stadt,das offiziell beschworen wird:mit Kö-Bogen,großen Events und Hochkultur.
Die Künstler kritisieren die Stadt für ihr fehlendes Engagement
Schon seit langem versucht die Gruppe,Kontakt zu Bahn und Stadt aufzunehmen,um an der Ellerstraße etwas zu ändern.Die Resonanz sei mäßig gewesen.Schon im Vorkjahr hatten die Künstler in einer ähnlichen Aktion einen Teil der Tunnelwände verziert und damit einen Polizeieinsatz ausgelöst.Jetzt gebe es immerhin eine Freigabe für die neue Aktion.Die Stadt gibt 4000 Euro dazum,was Klinger läppisch findet:"Wir investieren Arbeit und Material im Wert von 100.000 Euro."Zehn Menschen hätten allein einen ganzen Tag gebraucht,die Wände zu reinigen.
Einer der Teilnehmer am Samstag ist der Graffitikünstler Joe von den Majo-Brothers.Er weist darauf hin,dass solche Kunst auch als Garffitischutz taugt:"Wenn das gut gemacht ist,wird es von den Sprayer akzeptiert und sie übermalen es nicht:"
Im Sinne der Aktion "Freiraum für Bewegung" setzten sich die Initiatoren außerdem dafür ein,dass die Subkultur sich in der Stadt besser entfalten kann.Düsseldorf habe etwa keine legalen Sprayflächen.Mitinitiator Hubert Ostendorf von fiftyfifty fordet außerdem mehr Akzeptanz für Minderheiten wie Obdachlosee oder Roma.
Westdeutsche Zeitung, 08.07.2011
Film über fiftyfifty hat Premiere im Metropol
Viele begegnen ihnen täglich auf der Straße,nun gibt es einen Dokumentarfilm über sie:die Verkäufer des Straßenmagazins fiftyfifty.Katharina Rustemeyer hat de Film mit dem Titel "einsachzich" im Rahmen ihres Studiums am Institute of Design Düsseldorf gedreht und zeigt darin auch,was es heißt,auf der Straße zu leben.Die Premiere im Metropol-Kino am Samstag 19 Uhr werden fiftyfifty-Mitgründer Hubert Ostendorf und Bruder Matthäus eröffnen.Der Eintritt ist frei.
Westdeutsche Zeitung, 23.06.2011
FLOP
Gestern Mittag ein schnelles Essen in einem der kleinen Delikatessa:imbisse im Carschhaus. Plötzlich kommt ein Mann mit fiftyfifty-Ausweis um den Hals,hat den Stumpen seines amputierten Armes freigelegt und bettelt mit dem Becher in der anderen Hand um ein paar Münzen.Mitleid gut und schön - aber auf so plumpe und unschöne Art,wenn man gerade isst,das ist ein absoluter Flop!
NRZ, 17.06.2011
16 Jahre fuftyfufty - "Mugurel" im Zakk
Pünktlich zum sechzehnjährigen Bestehen der Obdachlosenhilfe fiftyfifty präsentiert das preisgekrönte Roma-Ensemble "Mugurel" im Zakk,Fichtenstraßen 40,sein aktuelles Programm.Zwischen zehn und fünfzehn Musiker und Tänzer,die alle von fiftyfifty auf ihrem Weg unterstützt werden,sorgen dabei unter anderem mit Panflöten,Klarinetten und verschiedenen Tänzer für exotisches Flair.Der Eintritt ist kostenfrei,eine Anmeldung unter Telefon 9216284 aber erforderlich.
Rheinische Post, 16.06.2011
Christof,lebe wohl
DÜSSELDORF
Als sie Christof am zweiten Weihnachtsfeiertag 1983 zur Welt brachte, hatte Helga noch von einer glücklichen Familie geträumt. Der Traum zerplatzte, als ein paar Monate später ihr Mann die kleine Familie verließ.
Christof A. hat fünf Jahre lang das fiftyfifty-Magazin verkauft. Foto: fiftyfiftySchon damals, sagt sie, war Christof nicht einfach. Hyperaktiv würde man heute wohl sagen, womöglich ein Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS) diagnostizieren. Damals aber war er bloß ein "schwieriges Kind". Und die Mutter, die aus einer früheren Beziehung einen damals zweijährigen Sohn zu versorgen hatte, irgendwann völlig überfordert.
Als sie ihren dritten Sohn zur Welt brachte, kam sie mit Christof überhaupt nicht mehr zurecht. Das eifersüchtige Kind kam zu Pflegeeltern nach Langenfeld. Wenn die Mutter ihn besuchte, "war er ganz normal". Wenn sie wieder ging, verletzte er sich selbst, versteckte sich im Kindergarten unter Tischen und Bänken, sprach nur noch unverständliches Zeug. Helga holte ihn nach Hause. Das ging eine Zeit lang gut, sagt sie. Und dann war sie es, die nicht mehr konnte. Kai, der jüngste, kam zu seinem Vater, Christof ins Heim.
InfoFiftyfifty
Seit 16 Jahren kümmert sich die gemeinnützige Organisation um Obdachlose im Raum Düsseldorf. Bedürftige verkaufen das gleichnamige Straßenmagazin, der Erlös wird halbe-halbe (fiftyfifty) zwischen Verkäufern und der Organisation geteilt. Mitbegründer war Bruder Matthäus von der Ordensgemeinschaft der Armen Brüder des Hl. Franziskus.
fiftyfifty hat mehr als 3000 Obdachlose in Wohnungen untergebracht, verteilt Kleiderspenden und bietet medizinische und tiermedizinische Hilfe an.
Seinen Vater hat er immer kennenlernen wollen, sagt Helga. Kaum hatte er Schreiben gelernt, da schickte er Briefe über das Jugendamt. Dass niemals Antwort kam, sagt die Mutter, "darunter hat er sehr gelitten, sein Leben lang". Denn Christof hat immer wieder den Kontakt zum Vater gesucht. Erst vor ein paar Monaten hat er ihn angerufen. Da hieß es, er solle sich erst melden, wenn er sein Leben auf die Reihe gebracht hätte. So hat es Christof seiner Mutter erzählt, die das noch immer nicht fassen kann. "Was ist das für ein Vater, der so etwas von seinem Kind verlangt und ihm nicht einmal Hilfe anbietet?"
ER BÜXTE AUS DEM HEIM AUS ,UM DIE MUTTER ZU BESUCHEN
Helga hätte Christof gern geholfen, sein Leben auf die Reihe zu bekommen. Aber sie hat es nicht gekonnt. Sie hat mit ihrem eigenen Leben genug zu tun, und damit, es zumindest in der Spur zu halten. Drogen und Alkohol haben ihr Bemühen oft genug gestört. Sie hat ihre Kinder nie aufgegeben. Auch nicht, als schließlich Kai und Christof im Kinderhilfezentrum waren.
Sie haben sich oft gesehen, nicht nur zu den Besuchszeiten. Wenn Schwimmen auf dem Programm des Heims stand, büxte Christof aus und kam zu ihr. "Dann hat er die Badehose nass gemacht, damit es im Heim nicht auffiel", erinnert sich Helga mit einem Lächeln, das dem gewitzten kleinen Kerl von damals gilt.
Im Heim war vom Charme des kleinen Jungen nichts zu spüren. In der Gruppe für die "schwierigen Kinder" sei er nicht klargekommen, sagt Helga. "Er war für die Gruppe zu schwierig", sagt ihr Sohn Kai. Der hatte immer eine enge Verbindung zum großen Bruder. Auch als Christof, inzwischen ein Teenager, zu einer neuen Pflegefamilie kam. In Niedersachsen brachte ihn das Jugendamt auf einem Bauernhof unter, dessen Besitzer für die Betreuung nicht ganz pflegeleichter Jugendlicher ausgebildet ist.
Spargel und Heidelbeeren gab es dort und einen Trecker, dessen bloße Erwähnung alle zum Lachen bringt. "Der war sein größtes", sagt Helga. Lebhaft hat sie diesen einen Besuch auf dem Hof bei Lüchow vor Augen, als Christof ihr ganz stolz seine Künste mit dem Traktor vorführen wollte. Und den Trekker an die Fachwerkmauer fuhr.
"Christof war schon immer sehr impulsiv", sagt Uwe, ein Freund der Familie. "Der konnte in Nullkommanix drei Literflaschen Cola trinken und ist dann völlig ausgeflippt, war aufgedreht und wollte alles gleichzeitig tun. Und dann, wenn's vorbei war, kam das Gegenteil."
Was auf Unbeteiligte damals gewirkt haben mag wie teenie-typischer Übermut, wird nur wenige Jahre später zum unübersehbaren Muster in Christofs Leben werden. Die Hochs voller Lebensfreude, voller Wünsche und Ziele und dem Ehrgeiz, sie zu verwirklichen. Und die Tiefs, die immer tiefer werden. Und die immer wiederkehren.
In Düsseldorf hatten die Behörden das unruhige Kind auf eine Sonderschule geschickt. Im Wendland schaffte Christof wenigstens den Hauptschulabschluss. Dann kam er nach Hause zurück. Aber er kam nicht mehr wirklich an. "Er ist immer hin und her, zwischen Düsseldorf und dem Bauernhof", sagt die Mutter. Er träumte von einer Ausbildung, wollte eine Lehre machen, aber nirgends hielt er es lange aus. "Er war rastlos", erinnert sich Uwe, "ein Getriebener." Und niemand wusste, was ihn trieb.
Irgendwann hatte er keine Bleibe mehr. Bei den Armen Brüdern des Heiligen Franziskus kam er in einer Wohngruppe unter. "Ein feiner Kerl", sagt Ludwig, den alle Django nennen. Sie wohnten damals auf demselben Flur, und Christof hat nicht nur viel mit ihnen geredet, sondern auch tatkräftig mit angepackt, wenn Django Hausmeisterarbeiten erledigte. Monika, Djangos Frau, hat er die Einkaufstaschen getragen und ihr auch sonst geholfen, wenn ihre behinderte Hand ihr Schwierigkeiten machte. "Er war so liebenswert und höflich." Und wenn einer Monika verspottet hat, dann, sagt Django, "hat Christof sie beschützt".
Seine Kunden mochten den fiftyfifty-Verkäufer sehr
Doch Christof hat zwei Gesichter. Er ist der gut aussehende, fröhliche Sonnenschein, der lustige Filme liebt, romantische Musik hört und glücklich ist, wenn er mit seinem Fahrrad unterwegs sein kann. Und er ist der, der eifersüchtig auf alles und jeden ist und kaum Selbstvertrauen hat, der sich immer öfter volllaufen lässt und dann jegliche Kontrolle verliert. Wieder nüchtern, schämt er sich, bittet alle um Verzeihung, die unter ihm zu leiden hatten, und stürzt in ein tiefes Loch der Depression.
Einmal versucht er in einer solchen Phase, sich das Leben zu nehmen. Immer wieder verletzt er sich selbst. Diese Art der Autoaggression, das so genannte Ritzen, ist auch Anzeichen für eine klinische Depression. Ein paar Mal wird Christof in die Landeskliniken eingeliefert. Danach wirkt er auf Mutter und Bruder wieder ganz okay.
Weil das Geld knapp ist, geht er zu fiftyfifty. Auch seine Mutter verkauft das Obdachlosen-Magazin und hat ihm den Job empfohlen. Er wird so etwas wie der Star der Truppe. Steht er mal ein paar Tage nicht an seinem Platz vor Aldi an der Erkrather Straße, rufen die Kunden besorgt bei fiftyfifty an. Viele haben den charmanten jungen Mann mit der Zahnlücke ins Herz geschlossen. Manche bieten ihm Jobs an.
"Sein gutes Aussehen wurde ihm da manchmal zum Verhängnis", sagt Hubert Ostendorf, Geschäftsführer bei fiftyfifty. "Die Leute trauten ihm viel mehr zu, als er tatsächlich konnte." Und das führte immer wieder zu Misserfolg. In der Malerwerkstatt der Beschäftigungshilfe, die die Ordensgemeinschaft gegründet hat, um Menschen wie Christof an die Arbeitswelt heranzuführen, ist er richtig gut. Der Meister ist zufrieden. Und Christof träumt von einer Malerlehre.
Wenn das Geld knapp und die Sucht nach Alkohol groß ist, begeht er Diebstähle. Längst ist es nicht mehr bloß Cola, die ihn antreibt. Wenn er im Vollsuff mit irgendwem in Streit gerät, schlägt er zu. Ein Jugendrichter schickt ihn zum Anti-Aggressionstraining. Aber das nützt nichts, wenn er betrunken ist.
Irgendwann hat er so viele Strafen angehäuft, dass ihm Gefängnis droht. Ostendorf redet mit dem Staatsanwalt, die Strafen werden in eine vierstellige Zahl von Sozialstunden umgewandelt, die Christof bei fiftyfifty absolviert. Er tütet Briefe ein, macht Botengänge. Die Arbeit macht ihm Freude. Die Kollegen schätzen ihn. Nun will er Bürokaufmann werden. Aber seine Rechtschreibung ist miserabel, die ganze Schulbildung mangelhaft.
Aber er hat auch Erfolge. In der Galerie von fiftyfifty kommt ihm beim Vorbereiten der Ausstellungen sein handwerkliches Geschick zugute und alles, was ihm der Malermeister in der Ordensgemeinschaft beigebracht hat.
Lob saugt er auf wie ein Schwamm. Als er mit Ostendorf gemeinsam die einer Praktikantin renoviert, übernimmt er ganz selbstverständlich die Führungsrolle, zeigt dem Chef, was er wie machen soll. "Er hatte so viel Potenzial", erinnert sich Ostendorf, der wie Christof begeisterter Radfahrer ist. Als die Sozialstunden abgearbeitet sind, sucht Ostendorf bei seinem Fahrradmechaniker nach einer Perspektive für Christof.
Heinrich Zwiorek ist zuerst nicht sehr begeistert, als sein Stammkunde ihn um ein Praktikum für einen fiftyfifty-Verkäufer bittet. Ostendorf verbürgt sich für den jungen Mann. Und als er mit ihm im Laden steht, kann Zwiorek nicht glauben, dass das der Praktikant sein soll. "Der war so gepflegt, saubere Kleidung, adrette Frisur – da habe ich mich für mein Vorurteil geschämt."
Er träumt noch immer ehrgeizige Träume
Einen Monat sollte Christof bleiben, zwei sind es geworden, weil beide miteinander so zufrieden waren. Jeden Tag wartete Christof fünf Minuten vor der Zeit vorm Laden in Wersten. Nie kam er zu früh hinein, um Zwiorek nicht zu stören. Und wenn er eine Zigarette rauchen wollte, "hat er jedes Mal gefragt. Jedes Mal!" Dabei hatte Zwiorek längst gemerkt, dass sich der fleißige Praktikant vor keiner Arbeit drückte. "Ich habe gesagt, dass er mich nicht fragen muss. Aber er hat darauf bestanden", erinnert er sich noch heute kopfschüttelnd. Und daran, wie Christof ihm jede Arbeit zeigte, immer fragte "Hab ich das richtig gemacht?". Es war nicht bloß der Hunger nach Lob, der ihn fragen ließ. "Er hatte so wenig Selbstvertrauen."
Trotz bester Empfehlungen von Zwiorek scheitert Christofs Bewerbung um eine Lehrstelle als Fahrradmechaniker. Als er Zwiorek das nächste Mal im Laden besucht, trägt er Malerhosen und erzählt, er werde Anstreicher. Das ist nicht wahr. Christof ist wieder bei der Beschäftigungshilfe in der Ordensgemeinschaft gelandet. Und auch dort bleibt er nicht.
Er träumt noch immer ehrgeizige Träume. Und betäubt mit Jägermeister und Tabletten die Ahnung, dass es beim Träumen bleiben wird. Er trennt sich von seiner Freundin, sagt, er könne sich anderen Menschen nicht zumuten. Und er hört nicht hin, wenn ihm die, die ihn mögen, das Gegenteil versichern.
Am 16. Mai stürzt Christof wieder ab. Volltrunken randaliert er in seiner Wohnung, schlägt einen Freund nieder, verletzt sich selbst. Als Helga davon erfährt, will sie zu ihm. Ein Bekannter sagt ihr, dass Christof gerade ins Landeskrankenhaus gebracht werde. Helga ist erleichtert: "Dann kann ihm ja nichts passieren."
Um diese Zeit sitzt Christof angespannt mit fiftyfifty-Sozialarbeiterin Julia im Warteraum auf Station 13. Der Pförtner hat sie dorthin geschickt, als Julia nach der Aufnahme fragte. Christof fürchtet, dass er abgewiesen werden könnte. Ängstlich hat er Julia seinen frisch verbundenen Unterarm gezeigt und gesagt: "Dann passiert das noch mal." Als die Mittagspause in Station 13 vorbei ist, sagt ein Pfleger, sie seien da ohnehin falsch, müssten in Haus 2. Christof verliert die Nerven und rennt davon. Julia macht sich große Sorgen. Klinikmitarbeiter raten ihr, die Polizei zu rufen. Zusammen mit den Beamten findet sie Christof: Er hat sich mit dem Verband von seinem Arm am Klinikzaun erhängt.
"Für die, die dich kannten, warst du keine Zumutung, sondern ein Glück", sagt Hubert Ostendorf in seiner Trauerrede. "Christof, lebe wohl." Helga hat ein Lied aus Christofs CD-Sammlung ausgesucht. Es ist von "Ich & Ich" und könnte doch von ihm sein. "Ich bin nicht der, der ich sein will und will nicht sein, wer ich bin. Mein Leben ist ein Chaos, schau mal genauer hin."
Fiftyfifty und Helga haben Strafanzeige wegen unterlassener Hilfeleistung erstattet. Die Klinikleitung bestreitet Fehler bei der misslungenen Aufnahme. Jetzt soll die Staatsanwaltschaft klären, wer die Schuld an Christofs Tod trägt. Das wird Christof nicht zurückbringen, sagt Helga. "Aber wenn künftig sichergestellt ist, dass so etwas nicht wieder passiert – dann wäre sein Tod nicht ganz so sinnlos gewesen."
von Stefani Geilhausen
Rheinische Post , 11.06.2011
fifty-fifty für Plakate ausgezeichnet
fifty-fifty hat es ins vom Art Directors Club (ADC) aufgelegte Jahrbuch der deuschen Werbung geschafft.Beim Kreativfestival des ADC wurde eine Plakat-Kampagne der Obdachlosenhilfe in der Kategorie "Kunst- und Kulturplakate" ausgezeichnet.Gemeinsam mit der Agentur "Euro RSCG" hatte fiftyfifty Motive von Künstlern wie Thomas Struth und Imi Knoebel auf beleuchteten Werbeflächen an Haltestellen präsentiert.Die Motive wurden vergrößert und mit einem Hinweis auf die Galerie von fiftyfifty versehen.
Westdeutsche Zeitung, 01.06.2011
Thomas Schütte verschenkt Kunst für 18000 Euro
Heute um 19 Uhr läd die fiftyfifty-Galerie in der Jägerstraße 15 zu einer Schau der Superlative.Sie zeigt all die Kostbarkeiten,die Hubert Ostendorf zum Wohle der Obdachlosen seit Weihnachten erbettelt hat. Die Kunstwerke stehen zum Verkauf.Das wertvollste Geschenk kommt vom Starkünstler Thomas Schütte,der von einem Selbstporträt zwei Großprints anfertigen und von der Firma Conzen kostbar rahmen ließ.Fiftyfifty gibt sie für je 18.000 Euro ab.Schüttes Künstlerfreund Andreas Gursky spendiert ein Foto von 1986,das für 6.000 Euro zu haben ist.Schnäppchenjäger können Linoldrucke vom Nagelkünstler Günther Uecker oder Großfotos der Becher-Schülerinnen Candida Höfer und Katharina Meyer erwerben.
Westdeutsche Zeitung, 30.05.2011
Art-Direktoren zeichnen fiftyfifty-Plakate aus
Die Obdachlosenzeitung fiftyfifty ist für eine gemeinsame Plakataktion mit der Argentur Euro RSCG geehrt worden.Auf dem Keativfestival des Art Director Clubs (ADC) in Frankfurt wurde die Kampagne in der Kategorie "Kunst- und Kulturplakate" ausgezeichnet.Euro RSCG hatte Motive berühmter Künstler wie Thomas Struth,Imi Knoebel und Candida Höfer an beleuchteten Werbeflächen präsentiert und mit einem Hinweis auf die Benefiz-Galerie für Obdachlose von Franziskanerbruder Matthäus Werner versehen.Die Motive der Kampagne werden nun im "ADC-Jahrbuch der deutschen Werbung" abgedruckt.
Rheinische Post, 30.05.2011
Benefiz-Ausstellung in der fiftyfifty-Galerie
Unter dem Titel "Novitäten 2011" präsentierte einige bekannte Künstler ihre Werke am Freitag in der fifytfifty-Galerie.Im Angebot sind unter anderem Werke von Tony Cragg,Stephan Kaluza,Katharina Mayer,Gerhard Richter,Thomas Ruff,Birgitta Thaysen und Günther Uecker.Der Verkaufserlös ist für die Obdachlosenhilfe von fiftyfifty bestimmt.
Rheinische Post, 26.05.2011
Suizid auf Klinikgelände: Vorwürfe von fiftyfifty
Nachdem sich in der vorigen Woche auf dem Gelände der Rheinischen Landesklinik ein 27-jähriger Obdachloser erhängt hatte,hat sich Hubert Ostendorf von der Obdachlosenzeitung fifyfifty in einem öffentlich gemachten Brief von dem verstorbenen Christoph A. verabschiedet.Er hatte zuvor bereits angekündigt,die Klinik wegen unterlassener Hilfeleistung anzuzeigen.Im Brief wirft er Mitarbeitern der Klinik vor,sie hätten Mittagspause gemacht,statt sich um einen Notfall zu kümmern.So etwas dürfe nie wieder passieren.
Rheinische Post, 23.05.2011
fiftyfifty-Verkäufer erhängte sich
VORWÜRFE GEGEN DIE LANDESKLINIK DES LVR
Die Anzeichen für ein Suizidegefahr waren scheinbar eindeutig - jetzt ist fiftyfifty-Verkäufer Christof tot.Am Mittwoch fand man ihn erhängt auf dem Gelände des LVR-Klinikums.
Gegen 11 Uhr sei der 27-Jährige in psychisch schlechtem Zustand in die fiftyfifty-Beratungsstelle Oberbilk kommen,berichtet Streetworker Oliver Ongaro."Er sagte,er sei aggressiv gegenüber andere und wisse nicht weiter.Wir haben ihn mit unserer Praktikantin im Taxi in die LVR-Kliniken geschickt." Die 23-Jährige erzählte später,dass sie von der Pforte aus zu Station 13,der Abteilung für Suchtkrankheiten,geschickt worden seien.Dort wiederum seiensie an die Aufnahmstelle verwiesen worden.Auf dem Weg dorthin habe Christof von Suizid gesprochen und sei weggerannt."Unsere Praktikantin ist sofort zur Aufnahmstelle und sagte dem Personal,dass er selbstgefährdet sei.Die meinten aber nur,dass sie die Polizei rufen soll." Mehrere Polizeistreifen haben dann nach dem Mann gesucht,um 13:55 Uhr fand man ihn,bestätigt die Polizei.Im Namen von fiftyfifty will ein Anwalt jetzt wegen dem Anfangsverdacht der unterlassenen Hilfeleistung klagen.Die Klinik kann jedoch bislang kein Fehlverhalten des Personals erkennen.Man habe die Praktikantin aufgefordert die Polizei zu rufen,weil nur sie den Vermissten bMan habe ihr eine Traumabehandlung angeboten und will den Vorfall prüfen lassen.
NRZ, 20.05.2011
Suizid auf Klinik-Gelände-Staatsanwaltschaft prüft
Ein 27 Jahre alter Mann hat sich am Mittwochmittag aif dem Geländer der Düsseldorfer Landeskliniken erhängt.
Der schwer kranke Alkoholiker hatte sich in Begleitung einer Streetworkerin zu dem Krankenhaus begeben,um sich einweisen zu lassen.Als sie nach einer Dreiviertelstunde Wartens in einer offenbar falschen Station aufgefordert wurden,die Notambulanz aufzusuchen,rannte der 27-Jährige davon und drohte,sich etwas anzutun.Wenig später fand die Streetworkerin den Mann.Deren Arbeitgeber kündigte an,Anzeige wege unerlassener Hilfeleitung zu erstatten,aich die Staatsanwaltschaft prüft den Vorfall.Eine Sprecherin des Klinikträger Landschaftsverband Rheinland sagte:"Es ist tragisch,wie werden die Abläufe prüfen."
Westdeutsche Zeitung, 20.05.2011
Am Steuer für die Ärmsten
Manfred Heil fuhr viele Jahre Hilfsgüter nach Rumänien und Bulgarien. Nun ist er Kandidat für den Solidaritätspreis
Manfred Heil gehört mit zu den Kandidaten, die für den Solidaritätspreis von NRZ und Freddy Fischer-Stiftung vorgeschlagen wurden. Kein Wunder, der Wanheimerorter engagiert sich seit Jahren für andere Menschen, für arme Menschen am Rand der Gesellschaft in Südosteuropa. Seit 1993 ist er in der Auslandshilfe aktiv, einem Arbeitszweig im Bund Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland. Die Auslandshilfe engagiert sich vor allem nach dem Zusammenbruch der kommunistischen Regime in Südosteuropa für die Menschen dort. Immer wieder werden mit dem eigenen Lkw Hilfsgüter transportiert und Manfred Heil ist einer von den Fahrern, die lange Jahre die Route nach Rumänien und Bulgarien auf sich nahmen, um die Hilfsgüter dort hin zu bringen, wo sie dringend gebraucht wurden und werden.
Unvorstellbare Armut
"Diese Armut kann man sich nicht vorstellen" beschreibt der heute 77-Jährige seine ersten Eindrücke. In den Städten sehe man die Armut mittlerweile nicht mehr so, aber auf dem Land: "Verbessert hat sich die Lage im Laufe der Zeit nur für Leute, die krumme Geschäfte machen." Doch aufgeben will Manfred Heil deshalb nicht. "Soll ich die Menschen dort deshalb hängen lassen?", fragt er rhetorisch. Nein. Deshalb sammelt die Auslandshilfe immer noch Lebensmittel, aller Arten von Kleidung, aber auch Rollstühle, Gehhilfen und Schulranzen. Und Manfred Heil hilft mit, auch wenn er aufgrund seines Alters den 40-Tonner nicht mehr selbst durch Europa steuert. Aber durch den ganzen Niederrhein, die Strecken jückelt er schon, um Kleidung nach Usedom oder an anderen Orten abzuholen und zum Zentrallager zu fahren. Schließlich koordiniert er die Hilfsleistungen für das gesamte Gebiet. Mit den Fahrten ist es nicht getan: "Seit Februar sammel ich schon wieder Bananenkisten." Denn die haben sich als optimal für die Beladung des Lkw herausgestellt. Denn der fährt immer noch regelmäßig. Schließlich gilt es Altenheime, Kindertageseinrichtungen für behinderte, Krankenhäuser und ein Mutter-Kind-Heim zu versorgen. All diese Einrichtungen hat die Auslandshilfe mittlerweile in Rumänien und Bulgarien aufgebaut. "Durch die Arbeit dort entsteht ja auch Hilfe zur Selbsthilfe", sieht Manfred Heil durchaus Lichtblicke im eher trüben Alltag in Rumänien und Bulgarien. Er selbst wünscht sich mit seinen 77 Jahren so langsam einen würdigen Nachfolger, dem die Aufgabe genauso am Herzen liegt, wie ihm selbst. Und für "seine Schützlinge"? "Ich hoffe, dass die Korruption weiter eingedämt wird und die Menschen, die am Rande leben, mehr Beachtung finden." Wir hoffen mit.
NRZ, 13.05.2011
fiftyfifty-Zeitung mit eigenem ESC-Umschlag
Douze Points (12 Punkte) heißt es richztig.Die 450 Verkäufer der Obdachlosenzeitung "fiftyfifty" tragen in diesen Tagen die Zeitung aber mit einem Umschlagtitel "Düss Points" durch die Stadt."Fast in der ganzen Welt sind Straßen-Zeitungsverkäufer bekannt",erklärt Hubert Ostendorf von fiftyfifty."Da wollen wie den ESC-Gästen in der Stadt unsere Straßenzeitung in einem internationalen Design präsentieren." Zumindest der Umschlag für die Hefte ist international gehalten."Die Hefte auch noch komplett in Englisch zu übersetzen,wäre zu kompliziert geworden."Und so steht neben dem "Düss Points" auf der Rückseite "Twelve pionts for our Lena,fiftyfifty for the poor:"(Zwölf Punkte für Lena,die Hälfe für die Armen.)Damit begrüßt das "findly Streetmagazin Lena and all the other Stars of the Song Contest." So hofft die Obdachloseninitiative,auch während der ESC-Tage die Zeitung gut zu verkaufen.Gestern wurde der ESC-Umschlag,den der FH-Design-Professor Wilfried Korfmacher entwarf,bei einem Fototermin vor dem Carschhaus präsentiert.
Dafür gab es für alle Obdachlosen,die sich fürs Foto zur Verfügung stellten,noch einmal ein spezielles T-shirt mit dem gleichen Düss-Pionts-Aufdruck."Das konnten wie jetzt aber nicht für alle 450 Verkäufer herstellen",so Ostendorf
Rheinische Post, 12.05.2011
Straßenzeitung will mit Sonder-Umschlag zum ESC punkten
Zwölf Punkte für Lena und fiftyfifty für die Armen - so heißt das Motto der Mai-Sonderausgabe des Straßenmagazins "fiftyfifty".Mit dem englischsprachigen Titel sollen ESC-Besucher begrüßt werden.Zugleich wollen die Initiatoren auf die Armut in der Landeshauptstadt aufmerksam machen.fiftyfifty-Schirmherr Bruder Matthäus Werner ist zuversichtlich."Straßenzeitungen gibt es in allen europäischen Großstädten",sagt er."Aber mit dem Umschlag motivieren wir hoffentlich viele Menschen zum Kauf."Das sei besonders wünschenswert,weil die Auflage in den vergangenen Monaten um etwa 20 Prozent zurückgegangen ist.Auf den ESC freut sich Bruder Matthäus:"Es ist ein gutes Zeichen,wenn Menschen aus ganz Europa sich zu einem Musikfest treffen."
Rheinische Post, 10.05.2011
Kaufen Sie diesen Frauen nichts ab
INNENSTATDT - NEUE ABZOCK-MASCHE DER RUMÄNEN-BANDEN.MIT GEFÄLSCHTEN OBDACHLOSEN-ZEITUNGEN ERSCWINDELN SIE IN FRANKFURT TÄGLICH HUNDERTE EURO.UND DAS LAND HESSEN HAT´S SOGAR ERLAUBT.
Da kann man als Bürger nur den Kopf schütteln.Frankfurts
Stadtpolizei kann gegen dern neuartigen Bettel-Betrug nicht vorgehen,weil das Land Hessen das Gesetzt gegen diese Abzocke-Masche gestrichen hat - Bürokratieabbau! In dem internen Schreiben der Stadtpolizei spricht man soager von "rechtsfreiem Raum".Uns so ziehen jeden Tag ungehindertHorden Rumänen mit ihren gefälschten Obdachlosen Zeitungen dirch die City.Verkaufen den "Straßenträumer" oder den "Streetworker" für 1,50 Euro und betteln weiter mit den Sätzen:"Es ist für eine Suppenküche,ein Haus für die Obdachlosen." So steht`s auch in der Zeitung drin.Die erscheint 4-6 mal im Jahr,nur das Titelblatt ist ein neues.Drinnen steht immer das gleiche.Zusammenkopierte Gutmensch-Texte aus dem Internet,um Mittleid zu erregen.
Die Rumänen selbst kaufen die Zeitungen jeden Morgen rund um den Hauptbahnhof,für 50 Cent das Stück von ebenso dubiosen Machern.Die Stadtpolizei und der seriöse Verband der Straßenzeitungen INSP äußern den Verdacht:"Kriminelle bereichern sich mit der Mitleidsmasche."In vielen anderen Bundesländern wie Rheinland-Pfalz ist der Verkauf dieser Zeitungen bereits verboten worden."In Hessen dagegen liberalisiert man den Betrug",heißt es in Kreisen dere Stadtpolizei.Sie warnt: "Kaufen Sie diesen Leuten nichts ab"
Bild, 10.05.2011
Promi-Paar legte sich für Underdog ins zeug
Drei Promi-Pärchen tarten bei der Premiere der neuen show "Sitz,Plstz,Aus!" bei RTL2 an un kämpften für soziale Hundeprojekte.Sänger Ross Antony nund Schauspielerin Kerstin Landsmann traten für Underdog an,die erste Hilfe für obdachlose Hunde,und erspielten eine Spende von 5000 Euro.
Westdeutsche Zeitung, 07.05.2011
5000 Euro für Hundeprojekt
Gute Nachrichten für die Vierbeiner auf Düsseldorfs Straßen:Die Hilfsorganisation für Obdachlose fiftyfifty kann sich über ein Preisgeld in Höhe von 5000 Euro für ihr Projekt "Underdog" freuen.Als Paten des Projekts gewannen Sänger Ross Antony und Schauspielerin Kerstin Landsmann das Preisgeld bei der in dieser Woche auf RTL2 ausgestrahlten Sendunf "Sitz,Platz,Aus!" In der Sendung waren drei Promi-Pärchen als Paten dreier sozialer Hundeprojekten gegeneiander angetreten.Im Rahmen des Projekts "Underdog" suchen ehrenamtliche Tierärtze in einer mobilen Praxis die Schlafstätten von obdachlosen Hundehaltern auf und bieten veterinärmedizinische Hilfe für die Vierbeiiner an.Die Freude über den Gewinn,der für Tierarzneien dringend benötigt wird,möchte fiftyfifty mit den Fans der Sendung teilen .Die Hilfsorganisation verlost daher ein von Kerstin Landsmann signiertes weißes Underdog-T-shirt (Größe S)sowie je eine unterschriebene Autogrammkarte von Ross Antony und "Sitz,Platz,Aus!" -Moderatorin Sonja Zietlow unter allem die eine E-Mail mit dem Stichwort "KerstinRossSonja" an info@fiftyfifty-galerie.de schicken.
Rheinische Post, 06.05.2011
Einführung des Sozialtickets erneut verschoben
Erst in der vergangenen Woche hatte der Landtag dem Verkehrsetat und damit 15 Millionen Euro für dieses Jahr und 30 Millionen für 2012 als Zuschüsse für ein Sozialticket zugestimmt - aber es kommt trotzdem erst einmal nicht.Nach mehreren Anläufe sollte es Bedürftigen ab 1.Juni zur Verfügung stehen,über Ausgestaltung und Preise entscheiden die Verkehrsverbünde.Jetzt sagte der Verkehtsverbund Rhein-Ruhr (VRR) auf WZ-Anfrage,dass noch zu viele Unklarheiten bestünden,wer anspruchsberechtigt ist und wie teuer es werden solle.Die Initiative für ein Sozialticket in düsseldorf nennt die erneute Verschiebung "skandalös".
Dominikanerpater Wolfgang Sieffert:"Wir brauchen das Ticket jetzt."
Westdeutsche Zeitung, 20.04.2011
Abzocke mit falschem Obdachlosen-Magazin
Dortmund. Straßenträumer heißt das Blatt, das derzeit in vielen NRW-Städten verkauft wird. Doch das vermeintliche Obdachlosen-Magazin ist ein plumpes Imitat. Dahinter stecken vermutlich Drücker-Banden. In Rheinland-Pfalz ist es bereits verboten.
Auf den Straßen des Ruhrgebiets wird derzeit ein Blatt verkauft, das ganz bewusst mit dem Leid einer Minderheit und dem guten Willen seiner Käufer spielt. „Strassenträumer“ steht auf dem dünnen A4-Heftchen geschrieben. 1,50 Euro kostet es . Geld, das angeblich einer Suppenküche und einer Kleiderkammer für Obdachlose zugute kommt. Doch dahinter stecken vermutlich Drücker-Banden. Und das Geld fließt auf das Konto eines dubiosen Darmstädter Vereins.
Das schadet vor allem dem Ruf der etablierten Obdachlosen-Zeitungen, die sich über Jahre das Vertrauen der Bürger erkämpft haben. Das Straßenmagazin „Bodo“ etwa, das in Dortmund und Bochum von Wohnungslosen auf der Straße verkauft wird. In der Bodo-Redaktion rufen derzeit häufig irritierte Bürger an. „Sie ärgern sich nicht nur über die mangelnde Qualität des Straßenträumers, sondern auch über die Verkäufer, die oft ziemlich massiv vorgehen“, klagt Bodo-Redakteur Bastian Pütter. Ihm bleibt nichts anderes übrig, als zu versichern, dass sie mit dem plumpen Imitat nichts zu tun haben.
Immer wieder berichten Bodo-Verkäufer, dass sie sich von „Straßenträumern“ bedroht fühlen. Sozialarbeiter Pütter ist nur einmal in Kontakt mit ihnen gekommen – auf der Kortumstraße in Bochum. „Zwei Frauen haben sich immer näher an einen Obdachlosen gedrängt, der an eine Mauer gelehnt auf dem Boden saß“, erinnert sich Pütter. Schon ihre aggressive Art des Bettelns sei grenzwertig gewesen. Immer zu zweit ganz nah an die Passanten ran, direkt in den Weg gestellt, mit Körperkontakt. Als der bedrängte Obdachlose sich bei den Frauen beschwerte, tauchten plötzlich zwei Männer aus dem Nichts auf. Sie bauten sich vor ihm auf – bis ihm die Situation zu brenzlig wurde. Sogar zwei Mitarbeiter der Bochumer City-Streife hätten kapituliert und seien kopfschüttelnd weiter gegangen.
„Der Druck auf die Straßenträumer-Verkäufer ist enorm“
„Unsere Verkäufer wissen nicht, was sie in solchen Situationen tun sollen“, sagt Pütter. Und weil ihnen die „Aufpasser“ mit den meist schwarzen Kunstlederjacken nicht ganz geheuer seien, räumten sie lieber von allein das Feld. Und das sei auch genau richtig, sagt der Sozialarbeiter: „Ich weiß, wie unberechenbar Menschen sind, die unter Druck stehen. Und der Druck auf die Straßenträumer-Verkäufer ist enorm.“ Sie würden mit Kleinbussen durch ganz Deutschland gefahren und hielten sich immer ein paar Wochen lang in einer bestimmten Region auf, sagt Pütter. „Im Moment sind sie verstärkt bei uns.“ Beliebte Verkaufs-Punkte seien Plätze vor Supermärkten oder in der Fußgänger-Zone.
Auch in Duisburg machen die Straßenträumer-Banden derzeit Probleme. Hier wildern sie auf dem Terrain des Obdachlosen-Magazins „fiftyfifty“. Besonders ärgerlich für die Initiative: Sie setzt selbst Roma als Verkäufer ein. Die Verwechslungsgefahr ist da besonders hoch. „Am Anfang sind auch wir wegen unserer Zusammenarbeit mit den Roma kritisiert worden“, sagt fiftyfifty-Herausgeber Hubert Ostendorf. „Doch wir kümmern uns um die Menschen, vermitteln ihnen Wohnungen und sorgen dafür, dass sie ihre Kinder zur Schule schicken.“
„Androhung von Schlägen üblich“
Der Straßenträumer arbeite dagegen mit rumänischen Banden zusammen, die ihre Leute wie Sklaven behandeln würden. „Sie werden mit üblen Umsatzvorgaben unter Druck gesetzt“, sagt Ostendorf. Auch die Androhung von Schlägen sei üblich. „Die Verkäufer, die mit dieser Zeitung auf der Straße stehen, sind ganz arme Socken“, sagt auch Pütter. „Die wahren Täter sind die Hintermänner.“
Der Mann hinter Straßenträumer heißt Gino Imbrogno und lebt in Darmstadt. Er hat Erfahrung im Geschäft: Schon seit Jahren bringt er dubiose Obdachlosen-Zeitungen wie „Food für you“, „StraMax“ oder „Streetworker“ auf den Markt. Die Namen wechseln, doch das Konzept bleibt immer das gleiche. Den Straßenträumer vertreibt Imbrogno seit 2009. Er ist Chefredakteur und Geschäftsführer zugleich und gilt als nicht besonders auskunftsfreudig. Auch beim Telefonat mit DerWesten schaltet er sofort auf Angriff. „Sie sind doch von der Konkurrenz. Ihnen muss ich keine Auskunft geben“, schimpft er.
In Rheinland-Pfalz darf der Straßenträumer nicht mehr verkauft werden
Dann plaudert Imbrogno doch drauf los. Der Straßenträumer werde in ganz Deutschland verkauft und habe eine Auflage von bis zu 30.000 im Monat. Von Drücker-Kolonnen will er nichts wissen. „Die Verkäufer arbeiten selbstständig“, sagt er. „Sie kaufen bei mir die Zeitung für 50 Cent pro Ausgabe und verkaufen sie auf der Straße für 1,50 Euro.“ Wer sein Blatt unter die Leute bringe, sei ihm letztlich egal. Wie viel verdient er mit dem Zeitungsverkauf? „Das ist unterschiedlich, das kann man nicht genau beziffern“, sagt Imbrogno. Das Geld fließe in eine Suppenküche und eine Kleiderkammer, die er persönlich in Darmstadt betreibe, behauptet er. Der Verein helfe mehr als 100 Obdachlosen in der Stadt.
„Unsere Recherche hat ergeben, dass Herr Imbrogno keine caritative Einrichtung unterhält und auch keine andere soziale Einrichtung unterstützt“, sagt dagegen Eveline Dziendziol, Sprecherin der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Rheinland-Pfalz. In dem Bundesland darf der Straßenträumer seit 2010 nicht mehr verkauft werden. Für den Verein gilt ein Sammlungsverbot. Imbrogno hat Beschwerde eingelegt und ist damit vor dem Oberverwaltungsgericht Trier gescheitert. „Doch ich werde weiter kämpfen“, beteuert er. „Das lasse ich mir nicht gefallen.“
Plumpe Kopien von Wikipedia
Schon der Inhalt des 16 Seiten starken Blattes verrät: Selbstgeschrieben ist hier nichts. Witze, Gedichte und Sinnsprüche mit aus dem Netz kopierten Bildern füllen großflächig das Papier – dazu lange Texte über Reality-Shows oder den Nationalsozialismus, aber ohne jeglichen Autorenhinweis in Text oder Impressum. Als Quellen entpuppen sich schnell Wikipedia, private Blogs und Nachrichtenseiten. Nicht ein Buchstabe ist abgewandelt. Was auch Vorteile hat: In den offenbar per Copy&Paste eingefügten Texten steckt kaum ein Rechtschreibfehler – anders als in den wenigen beigefügten Eigentexten.
Derweil darf der Straßenträumer in NRW unbehelligt weiterverkauft werden. Dem Innenministerium sind die Hände gebunden: Anders als in Rheinland-Pfalz kann kein landesweites Verbot ausgesprochen werden. NRW hat das hierfür erforderliche Sammlungsgesetz 1998 gekippt, um unnötige Genehmigungsverfahren zu verhindern. „Deshalb sind in diesem Fall die Ordnungsbehörden in den Städten gefragt“, erklärt Jörg Rademacher vom NRW-Innenministerium.
„Bürger sollten sich dringend ans Ordnungsamt wenden“
Doch in Dortmund und Bochum sind die Ordnungsämter noch nicht alarmiert. „Wenn Bürger sich von Straßenverkäufern belästigt fühlen, sollten sie sich dringend ans Ordnungsamt wenden“, sagt Michael Meinders, Sprecher der Stadt Dortmund. „Erst dann können wir auch aktiv werden.“ Möglich ist es auch, die Verkäufer wegen aggressiven Bettelns bei der Polizei anzuzeigen.
In Mönchengladbach greift die Stadt bereits durch: Jedes Mal, wenn der kommunale Ordnungsdienst einen Straßenträumer-Verkäufer erwischt, ist ein Bußgeld von 35 Euro fällig. „Wir berufen uns darauf, dass sie keine Genehmigung für die Nutzung öffentlicher Wege-Flächen haben“, sagt Stadtsprecher Wolfgang Speen. Mit Erfolg: „Seitdem ist keiner mehr hier aufgetaucht.“
Der Westen, 18.04.2011
Armenspeisung:Rotarier spenden 5000 Euro
Der Rotary Club Hilden-Haan hat 5000 Euro für die Obdachlosen -und Armenspeisung des Fransiskanerkloster an der Immermannstraße gespendet.
Der Schreck wurde von Vizepräsident Bernd Weigel an die Ordensbrüder Matthäus Werner und Peter Amendt übergeben.Anlass für die Spende war ein Besuch des Clubs in der fiftyfifty-Galerie.
Westdeutsche Zeitung, 18.04.2011
nrw kann umstrittene Zeitung nicht ladesweit verbieten
Mönchengladbach verhängt beireits mit Erfolg Bußgelder gegen "Strassenträumer".Dortmund und Bochum rufen Bürger auf,sich zu melden
In Nrw darf der "Strassenträumer" weiterverkauft werden.Anders als in Rheinland-Pfalz kann hier kein landesweites Verbot ausgesprochen werden.Dem Innenminister sind die Hände gebunden:NRW hat das hierfür erforderlich Sammlungsgesetz 1998 gekippt,um unnötige Genehmigungsverfahren zu verhindern."Deshalb sind in diesem Fall die Ordungsbehörden in den Städten gefragt",erklärt Jörg Rademacher vom NRW-Innenministerium.Doch in Dortmund und Bochum sind ndie Ordnungsämter noch nicht alarmiert."Wenn Bürger sich von Straßenverkäufern belästigt fühlen sollten sie sich dringend ans Ordnungsamt wenden",sagt Michael Meinders,Sprecher der Stadt Dortmund."Erst dann können wir auch aktiv werden." Möglich ist es auch,die Verkäufer wegen aggressiven Bettelns bei der Polizei anzuzeigen.
In mönchengladbach greift die Stadt dagegen durch:Erwischt der Ordnungsdienst einen Straßenträumer-Verkäufer, ist in jedem Fall ein Bußgeld von 35 Euro fällig."Wir berufen uns darauf,dass sie keine Genehmigung für die Nutzuung öffentlicher Wege-Flächen haben",sagt Stadtsprecher Wolfgang Speen.Mit Erfolg:"Seitdem ist keiner mehr hier aufgetaucht."
WAZ, 18.04.2011
Die leise Ironie der Kunstwelt
Düsseldorf. Die 45. Art Cologne ist gediegen und schön. Die 200 Händler sind beflügelt, behauptet doch mancher Galerist nur zu gern, Kunst sei wertbeständiger als die Aktien an der schwankenden Börse. Gleich im Eingang begrüßt ein fantastischer Himmelsspringer von Altmeister Panamarenko, der ein Leben lang vergeblich versucht hat, vom Boden der Tatsachen in die Lüfte der Fantasie zu gelangen. 160.000 Euro will sein Galerist Jo Coucke dafür haben.
„Je teurer die Kunst ist, desto besser für den Verkauf.“
Es gibt zauberhafte Blätter für 800 Euro von Lothar Goetz bei Petra Rinck, für den klassischen Kirchner muss man allerdings bei Henze & Ketterer 1,55 bis 4,3 Millionen Euro hinblättern. Die Messe beweist zugleich Aktualität: Der Leipziger Superstar Neo Rauch malte mit 15 Quadratmetern sein größtes Bild und toppt diesen Superlativ noch mit seiner ersten Bronzeskulptur für 600.000 Euro. Da rennt das Alter Ego, halb Tier, halb Mensch, mit Benzinkanistern zum nächsten Termin oder zur Tankstelle.
Der gehörnte, blutüberströmte oder geköpfte Künstler: So sieht sich der Spanier Enrique Marty, der in der Galerie Deweer ausstellt. Marty persifliert damit die Situation der Kreativen, die Schlipse tragen, graue Anzüge bevorzugen und letztlich doch den Kopf verlieren, wenn sie sich dem Mammon im Kunstbetrieb allzu sehr hingeben.
Die Preise sind stabil, die Händler zuversichtlich. Christian Löhrl meint, viele Sammler würden aus Angst vor der Inflation in Kunst investieren. Sein Kollege Hans Strelow hakt nach: „Offensichtlich herrscht ein Misstrauen gegenüber dem Wirtschaftsboom, sonst gäbe es keinen Status quo bei den Preisen.“
Der Künstler als Hampelmann und als dutzendfach Gehörnter
Die Künstler amüsieren sich über die hektische Betriebsamkeit. Der Spanier Enrique Marty spiegelt seine Situation in 13 gehörnten Selbstporträts, werden doch die steigenden Kosten für die Messe häufig auf die Artisten abgewälzt. Die Zeiten, da sie die Hälfte des Erlöses einsteckten, sind fast vorbei. Der junge Christian Eisenberger zeigt sich als Hampelmann und dekoriert die Rückseite mit einem Beuys-Bild. Zieht man an der Strippe, öffnen sich Arme und kreisen wie bei Leonardo da Vinci um die Puppe.
Es gibt Überraschungen selbst in der Preisgestaltung. So kostet ein Aquarell von Akademie-Direktor Tony Cragg 18.000 Euro. Ein großer, prachtvoll gewirkter Teppich ist für „nur“ 14.000 Euro zu haben. Mancher Kunde muss für die Herkunft eines Werks etwas draufzahlen. Eine afrikanische Maske von der Elfenbeinküste, in deren Schönheit sich schon der Afrika-Kenner Werner Schmalenbach verliebt hat, aus dessen Besitz sie kommt, kostet bei Simonis stattliche 68.000 Euro.
Eine Persiflage auf die katholische Kirche vom Fotokünstler Klauke
Den schönsten und bösesten Stand präsentiert Hans Mayer. Aus seinen Depots stammen zwei große, frühe Siebdrucke von Ferdinand Kriwet, die der Galerist einst in seiner eigenen Siebdruckerei hergestellt hat. Heute kosten die Werke je 12.000 Euro. In der Koje selbst gibt es eine höchst aktuelle, aber schon 1974 entstandene Persiflage von Jürgen Klauke auf die katholische Kirche.
Der Kölner Inszenierungskünstler zeigt monumentale Fotos von all jenen Dingen, die einen Bischof ausmachen, wie Mitra und Stab, und bekleidet anschließend einen splitternackten Mann mit den Sachen, vor dem ein Kirchendiener im Messgewand kniet. Ein Besuch lohnt auch die Galerie Wahlandt mit den großartigen Werken von Norbert Kricke.
Westdeutsche Zeitung, 13.04.2011
Trier zeigt Kunst zum Thema Armut
TRIER.Dem Thema Armut widmet sich eine Ausstellung in Trier.Rund 250 Exponate von der Antike bis zur Gegenward sind von Sonntag an zu sehen.Die Gemälde,Skulpturen,Grafiken und Fotografien wurden aus 40 europäischen Museen zusammengetragen.Unter anderem sind Pablo Picassos "Das karge Mahl","Die Sieben Werke der Barmherzigkeit" von Pieter Brueghel d.J. und Rembrandts "Bettelmusikanten" zu sehen.Die Ausstellung im Stadtmuseum und im Rheinischen Landesmuseum dauert bis 31. Juli.
www.armut-ausstellung.de
West Deutsche Zeitung, 09.04.2011
fiftyfifty: Auflage sinkt
Verkäufe der Obdachlosenzeitung gehen um 20 Prozent zurück
Die Obdachlosenzeitung "fiftyfifty" verzeichnet einen drastischen Auflagenrückgang. Seit Beginn des Jahres sei die Auflage des in mehreren Städten verkauften Blattes um 20 Prozent auf etwa 50 000 Exemplare zurückgegangen, teilte der Verein mit. Dies sei eine bedrohliche Entwicklung, erklärte Schirmherr Matthäus Werner vom Franziskanerorden. Der Verein "fiftyfifty" investiere alle Verkaufserlöse komplett in seine sozialen Projekte, ohne Verwaltungskosten abzuziehen.
Vor allem für die Obdachlosen sei es wichtig, dass die Auflage wieder steige, erklärte Werner. Die Betroffenen seien auf den Verkauf der Zeitung angewiesen. Werner appellierte an Passanten, den Verkäufern nicht einfach Geld zuzustecken, ohne ein Heft zu erwerben. Das stelle die Ursprungsidee auf den Kopf und degradiere die Mitarbeiter zu Almosen-Empfängern. "fiftyfifty" soll Obdachlosen materiell helfen, ist aber auch ein Sprachrohr für Menschen auf der Straße, indem Texte vom Leben unter Brücken und auf dem Asphalt berichten.
Noch im vergangenen Jahr hatte der Verein "fiftyfifty" die Seitenzahl des gleichnamigen Magazins von 24 auf 36 erhöht, ohne den Preis von 1,80 Euro pro Exemplar zu erhöhen. Von dem Verkaufspreis geht die Hälfte an den Verkäufer. Die Straßenzeitung wird in Düsseldorf, Duisburg, Mönchengladbach, Krefeld, Essen, Bonn und Frankfurt am Main verkauft.
Das Magazin im Internet: www.fiftyfifty-galerie.de
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Welt Kompakt, 04.04.2011
fiftyfifty:Immer weniger Zeitungen verkauft
Die Auflage des Straßenmagazins fiftyfifty ist dramatisch gesunken.Bruder MAtthäus,Initator und Motor der erfolgreichen Obdachlosenhilfe,bittet deshalb um Unterstützung.Seit Beginn des Jahres sei die Auflage um 20 Prozent eingebrochen auf nur 50.000 Exemplare monatlich.Bruder Matthäus und Hubert Ostendorf,Leiter von fiftyfifty,sprechen von einer "bedrohlichen Entwicklung".
Denn,so Ostendorf,"Die Kunden kaufen immer seltener die Zeitung,spenden höchstens man einen Euro.Aber das ist ja fast schon Betteln.Der Sinn der Zeitung ist aber,das die Kunden etwa kaufen,der Verkäufer dafür arbeitet."
Die sinkende Auflage fällt in Zeiten steigender Kosten,so Ostendorf:"Papier ist 25 Prozent teurer geworden seit Januar.Außerdem steigen die Ausgaben für unsere Betreuung immens wegen der zunehmenden Armut.Zu uns kommen inzwischen auch viele arme EU-Bürger,deren Leben hier nicht geregelt ist durch EU-Gesetzte,und die Geld für ihre Kinder in der Schule brauchen."Bruder Matthäus bittet daher,die 350 aktiven Verkäufer von fiftyfifty in der Stadt mit dem Kauf einer Ausgabe zu unterstützen:Denn gerade der Verkauf der Zeitung "schafft für sie ein neues soziale Umfeld,Kontakt zur bürgerlichen Mitte,schafft Anerkennung und das Gefühl,gebraucht zu werden."
Neue Reihnische Zeitung, 02.04.2011
Die Obdachlosenzeitung fiftyfifty will den Opfern der Katastrophe in Japan helfen
Der Karikaturist Bernd A. Skott hat einen Aufkleber gestaltet, der für die neue fiftyfifty-Ausgabe 10.000 mal produziert wurde. Die Verkäufer bieten den Aufkleber ab Montag kostenlos an. Im Gegenzug bittet fiftyfifty um Spenden an Caritas International. Die Bankverbindung steht auf dem Aufkleber. Fiftyfifty hofft, dass pro Aufkleber mindestens 5 Euro gespendet werden.
RadioDuisburg, 25.03.2011
Gemalte Kinderträume
FIFTYFIFTY-TEAM HAT JUNGE ROMA ZU EINER MALAKTION EINGELADEN
Seine Hoffnungen in Worte zu fassen,ist oft nicht leicht.Kindern aus Zuwandererfamilien fällt das besonders schwer,dabei haben gerade sie große Träume.Deshalb hat das Duisburger fiftyfifty-Team Pinsel und Farben an Roma-Kinder verteilt,damit sie ihre Gefühle malerisch festhalten können.Nun hängen elf Leinwände in der Geschäftsstelle auf der Koloniestraße.Die Motive zeigen,wie die Kinder ihre neue Heimat sehen.
Geschäfte,Spielplätze und Häuser sind die vorherrschenden Motive.Dinge,die Patricia Iakab und ihre Familie in ihrem ländlichen Leben in Rumänien so nicht kannten."Ich war sehr überrascht,dass fast alle Kinder Häuser gemalt haben.Vielleicht,weil sie hier endlich anständig wohnen",sagt fiftyfifty-Regionalleiterin Sabena Kowoll,die die Idee zur Mal-Aktion hatte.Von jedem Bild lacht die Sonne."In der Heimat hatten wir häufiger Sonnenschein",sagt Patricia."Aber hier ist unser Leben schöner."Für die Familie steht fest:Sie will in Deutschland bleiben und ihren Traum von einem besseren Leben verwirklchen.
Nicht nur auf der Leinwand.
NRZ-Der Westen, 14.03.2011
fifty-fifty sucht dringend Frauen-und Kinderärzte
Die Obdachlosen-Organisation fifty-fifty betreut auch Menschen,die keine Krankenversicherung haben - weil sie sich beispielweise gar nicht versichern können.Im Krankheitsfall kann fifty-fifty bereits einige Ärzt vermitteln,die die Erkankten dennoch behandeln,schwierig wird es bei nötigen Krankenhausaufenthalten.Grundsätzlich sucht die Orgnisation daher vor allem Frauen- und Kinderärzte,die bereit sind,Menschen zu behandeln,deren Status in Deutschland nicht gesichert ist.Kontakt und alle weiteren Informationen bei fifty-fifty,Telefon 0211/9216284,Mail:infi@fiftyfifty-galerie.de
Rheinische Post, 07.03.2011
Jagd auf Obdachlose
MOSKAU - Für einen Skandal sorgte der Bürgermeister der russischen Stadt Tschita mit Äußerung:"Leider haben wir keine Erlaubnis zum Abschuss von Obdachlosen."
Express, 26.02.2011
Vernissage für Struth wegen Andrang geschlossen
Schon zehn Minuten vor Eröffnung der Ausstellung des Fotografen Thomas Struth in K 20 war kein Durchkommen mehr im Foyee und vor der Tür Grabbeplatz.Alle Parkhäuser zwischen Ratinger Tor und Museum waren besetzt.Die Tür zu K 20 wurden zeitweilig aus Sicherheitsgründen geschlossen.Im Inneren stand der Künstler,umgeben von seinem Bruder Andreas Struth und seiner Schwester Michaela,und strahlte vor Freude.Seine Ehefrau Tara Bray Smith betrachtete das Spektakel aus einiger Entfernung.Man wollte ihm den Abschied aus Düsseldorf etwas schwer machen,erklärte Museumschefin Marion Ackermann in ihrer Begrüßungsansprache.Unter den Zuhörern befand sich Bruder Matthäus,für dessen Obdachlosenprojekt Thomas Struth mehrfach gespendet hatte.Zur Schar der Künstler gehörte Monika Baumgartl,zu der seine Fans Carlo Schroeter,der einst als Wirt des Spoerri-Lokals am Burgplatz sehr viel für die Ess-Kunst in Düsseldorf getan hatte.
H.M
West Deutsche Zeitung, 26.02.2011
Flüchtlingsinitiative "Stay" eröffnet Cafe
Mit 15 Jahren verließt Raz Mohammad Populzei sein Heimatdorfin Düd-Afghanistan,seine Eltern und drei Geschwister,weil er in Europa auf eine bessere Zukunft hoffte.7000 Euro musste seine Familie aufbringen,damit ihn Schmuggler bis nach Düsseldorf bringen.Heute,drei Jahre später,wohnt er in einem Internat und besucht die 11.Klasse des Theodor-Fliedner-Gymnasiums.Auf die Zukunft kann er sich trotzdem nicht freuen:Mit seinem 18.Geburtstag vor einigen Wochen,kam auch der Ausweisungsbescheid.
In dem neu gegründete "Cafe United" der Flüchtlingsinitative "Stay" lässt sich Populzei nun in rechtlichen Fragen beraten,um die Abschiebung doch noch zu verhindern."Wir möchten,dass dieses Cafe ein Treffpunkt für junge Flüchtlinge wird,wo sie Hilfe von uns bekommen,sich aber auch gegenseitig unterstützen können",erklärte der Sozialarbeiter von "Stay" Michael Lukas,jetzt bei dem ersten Treffen der Betroffenen im Flüchtlingscafe.
Im Zwei-Wochen-Rythmus werden sich in den Rüäumlichkeiten von fiftyfifty auf der Ellerstraße bis zu 20 Jungendliche mit Sozialarbeitern und Rechtsanwalt treffen.Die meisten Betroffenen kommen aus den Kriegsregionen Afghanis,Irak und Somalia.
In dem Cafe bekommen sie auch die Möglichkeit,Erinnerungen an ihre Heimat auszutauschen,die sie oft schon seit Jahren nicht mehr gesehen haben.Dabei soll der Spaß aber nicht vernachlässigt werden:"Wir backen Waffeln oder machen Popcorn,außerdem verschenken wir Tickets zu verschiedenen Sportevents",so Lukas.
West Deutsche Zeitung , 24.02.2011
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