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WDR, 14.07.2015
 
Pfandring
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WDR, 19.06.2015
 
Tote Hose legt sich für Obdachlosen mit Aldi an
Düsseldorf (dpa/lnw) - Tote-Hosen-Gitarrist Breiti (51) legt sich für Obdachlose mit Aldi an. Nachdem Aldi Süd den obdachlosen Verkäufern eines Straßenmagazins in Düsseldorf ein Verkaufsverbot vor den Aldi-Filialen erteilt hat, will nun der Musiker am kommenden Donnerstag die Magazine vor einer Aldi-Filiale verkaufen, teilte das Magazin «fiftyfifty» am Dienstag mit. Der Lebensmittel-Discounter Aldi Süd hatte das Verbot damit begründet, dass sich wiederholt Kunden über Belästigungen durch die Zeitungsverkäufer beschwert hätten. Gespräche hätten nicht gefruchtet, so dass man sich zu diesem Schritt entschlossen habe.
Die Welt, 09.06.2015
 
Obdachlose verbannt: Breiti verkauft fiftyfifty vor Aldi
Düsseldorf. Dass manche Supermarkt-Ketten vor ihren Filialen keine Verkäufer des Obdachlosen-Magazins Fiftyfifty mehr dulden, hat für viel Protest gesorgt. Jetzt ergreift Toten-Hosen-Gitarrist Michael Breitkopf, besser bekannt als Breiti, für die Verkäufer Stellung.


Der Musiker will am Donnerstagvormittag vor der Aldi-Filiale an der Königsallee Fiftyfifty-Ausgaben verkaufen. Hintergrund ist das allgemeine Verbot des Verkaufs der Zeitung vor Filialen von Aldi Süd, das seit 1. Juni gilt.


"Fiftyfifty"-Verkäufer vor Aldi vertrieben: Das sind die Reaktionen
Breiti hat erst kürzlich seine Bekanntheit genutzt, um auf die Belange von Obdachlosen aufmerksam zu machen. So hat sich der 51-Jährige im Februar dieses Jahres von Fiftyfifty-Verkäufern bei einer öffentlichen Führung die Stadt aus ihrem Blickwinkel zeigen lassen. "Die Straßenzeitung ist gut, um Interesse für die Situation der Obdachlosen zu wecken, aber ein persönliches Gespräch schafft noch einmal ein ganz anderes Bewusstsein für die Alltagsprobleme", sagte Breiti damals.
RP, 09.06.2015 – Beitrag herunterladen
 
Protest gegen Aldi: ,,Breiti" gegen Fifty-Fifty-Verbot
Der Hosen-Gitarrist will am Donnerstag aus Solidarität vor Aldi an der Kö Magazine verkaufen.

Düsseldorf. Seit wenigen Tagen greift das Verbot von Aldi Süd: Fifty-Fifty-Verkäufer dürfen seit dem 1. Juni ihre Zeitschriften nicht mehr vor den Filialen anbieten. Wegen der Beschwerden von Kunden, die sich nach Angaben des Discounters zumindest in einigen Fällen durch aggressives Verhalten der Verkäufer belästigt gefühlt haben.

Doch nun bekommt Fifty-Fifty prominente Unterstützung von Breiti, dem Gitarristen der Toten Hosen. Er solidarisiert sich mit den Verkäufern und wird deshalb am Donnerstag ab 9 Uhr vor der Aldi-Filiale an der Königsallee 106 selbst einen Stapel des Straßenmagazins unter den Arm nehmen und einzelne Exemplare an Bürger verkaufen.

Breiti, der vollständig Michael Breitkopf heißt, ist für sein soziales Engagement bekannt: Gemeinsam mit der Band engagiert er sich beispielsweise seit über zehn Jahren für die Flüchtlingsorganisation Pro Asyl. Und auch dessen aktueller Einsatz sei laut Streetworker Oliver Ongaro auf einen längst bekannten Kontakt zurückzuführen.

Seit etlichen Jahren sei der Hosen-Gitarrist bereits Fürsprecher von Fifty-Fifty. Erst kürzlich war er bei einer Stadtführung von Obdachlosen dabei und bekundete dadurch während des Projektes von Fifty-Fifty und Zakk seine Solidarität mit den Menschen, die auf der Straße leben.

Streetworker Johannes Dörrenbächer hofft angesichts des aktuellen prominenten Engagements und großer Solidarität aus der Öffentlichkeit, dass Aldi die Entscheidung überdenkt: Wir haben viele Anrufe und Zuschriften von Bürgern erhalten, die den Schritt der Verantwortlichen von Aldi sehr bedauern. Die Fifty-Fifty-Verkäufer würden ihnen vor den Filialen fehlen.

Bereits seit 2009 laufen die Gespräch mit Aldi

Doch Aldi-Sprecherin Lina Unterbörsch erläutert, warum das Unternehmen hart bleibt: Wir stehen bereits seit dem Jahr 2009 in ausführlichem Austausch mit den Vertretern von Fifty-Fifty, um die in der Zusammenarbeit bestehenden Schwierigkeiten zu lösen und eine gemeinsame Grundlage für die weitere Kooperation zu finden. Leider ist es immer wieder auch nach den Gesprächen zu Verstößen gegen die getroffenen Vereinbarungen gekommen.

Es habe sich nicht um Einzelfälle gehandelt und die Situation sei über einen langen Zeitraum beobachtet worden. Die Sprecherin räumt dabei auch ein, dass sich Kunden gegenüber Aldi mit den Fifty-Fifty-Verkäufern solidarisiert hätten.

Der Verkauf mit Breiti findet im öffentlichen Raum statt. Die Aktion ist laut Miriam Goerden von Jochens Kleine Plattenfirma (JKP) aufgrund einer Anfrage von Fifty-Fifty gestartet worden. JKP ist das Plattenlabel der Toten Hosen.
Westdeutsche Zeitung, 09.06.2015 – Beitrag herunterladen
 
http://www1.wdr.de/fernsehen/ratgeber/markt/sendungen/uebersichtmarkt222.html
WDR Nachrichten, 31.05.2015
 
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WDR, 23.05.2015
 
"fiftyfifty" feiert 20-Jähriges
Düsseldorf Zehn Millionen verkaufte Zeitungen, 20 Millionen Euro Spenden und 5000 Obdachlose, die wieder ein Zuhause haben - das ist schöne Bilanz nach 20 Jahren fiftyfifty.
Düsseldorfs Straßenmagazin, eines der erfolgreichsten Deutschlands, feiert jetzt runden Geburtstag. Ab heute bieten die rund 400 Verkäufer 40000 Jubiläums-Ausgaben an.
VergrößernJubiläumsheft von fiftyfifty
Erscheint heute: das Jubiläumsheft
Foto: Meike Wirsel
Einer von ihnen: Jörg Hilden (51), der von Anfang an mit dabei ist: Einmal hat mir ein Mann gleich zehn Stück abgekauft. Sein Kollege Martin Paul (52; seit 19 Jahren bei fiftyfifty) hat sogar mal eine 500-Euro-Spende bekommen. Davon hab ich mir gute Schuhe und einen neuen Schlafsack gekauft.
Hubert Ostendorf (54), fiftyfifty-Gründer, ist stolz, dass er die Kritiker überzeugen konnte: Am Anfang sagten alle, dass so ein Heft hier nicht funktioniert, weil Düsseldorf eine reiche Stadt ist und alle arrogant sind.
Bild, 26.03.2015
 
Zehn Millionen Zeitungen in 20 Jahren
Nach zwei Jahrzehnten blicken die Macher von Fifty-Fifty auf eine Erfolgsgeschichte zurück. 400 Verkäufer sind für sie unterwegs.

Martin Paul verkauft seit knapp 20 Jahren Fifty-Fifty. Er hat einen Stammplatz an der Grabenstraße. Archiv
Martin Paul verkauft seit knapp 20 Jahren Fifty-Fifty. Er hat einen Stammplatz an der Grabenstraße. Archiv Lepke/SA, Bild 1 von 2
Martin Paul verkauft seit knapp 20 Jahren Fifty-Fifty. Er hat einen Stammplatz an der Grabenstraße. Archiv
Düsseldorf. Martin Paul hält seine Stammkunden auf dem Laufenden: Wann erscheint der Kalender, wann die Sonderausgabe der Akademie für Mode und Design? Und wann gibt es die neue Fifty-Fifty? Paul weiß die Antworten: Heute gibt es das April-Heft. Ab heute verkauft der 52-Jährige die Jubiläumsausgabe der Straßenzeitung, die vor 20 Jahren zum ersten Mal erschienen ist.

Inzwischen zählt sie zu einer der erfolgreichsten der 22 Straßenzeitungen in Deutschland. Die Bilanz: In zwei Jahrzehnten haben die Straßenverkäufer zehn Millionen Exemplare an den Mann und die Frau gebracht. Aktuell liegt die Auflage bei 40.000 Exemplaren im Monat.

In der aktuellen Ausgabe schreibt Kardinal Rainer Maria Woe*lki

Auch Paul ist schon seit fast 20 Jahre dabei. An seinem Stammplatz an der Grabenstraße kennen ihn die Leute, melden sich sogar ab, bevor sie in den Urlaub fahren. Etwa die Hälfte meiner Käufer sind Stammkunden, sagt er. Sechs Tage die Woche steht er dort, sein Schnitt liegt bei zehn Zeitungen pro Tag. 400 Verkäufer sind für Fifty-Fifty unterwegs. Manchmal schreiben die Obdachlosen auch selbst. Oft finden sie sich in prominenter Gesellschaft: In der aktuellen Ausgabe hat Kardinal Rainer Maria Woelki exklusiv für Fifty-Fifty einen Beitrag verfasst. Der Titel: Gerechtigkeit für alle?!

Die Idee für das Sozialprojekt stammt von Hubert Ostendorf, er hatte vor 20 Jahren in Hamburg auf der Straße eine Hinz & Kunzt gekauft, und an seinem Küchentisch entstand die erste Ausgabe einer Düsseldorfer Obdachlosenzeitung. Zusammen mit Bruder Matthäus vom Orden der Armen Brüder ist Fifty-Fifty über die beiden Jahrzehnte gewachsen. Kunst spielte dabei immer eine große Rolle. Namhafte Künstler wie Jörg Immendorff, Katharina Fritsch, Thomas Struth oder Gerhard Richter haben Werke für die Fifty-Fifty-Galerie gespendet. Immendorffs Oskar der Obdachlosen etwa spült als Leihgabe an ander Museen weiterhin Geld in die Kasse von Fifty-Fifty.

Wir haben über die Zeit 20 Millionen Euro Spenden in unsere Projekte investiert und so etwa 5000 Obdachlose von der Straße geholt, bilanziert Ostendorf. Vor zwei Jahren kam es dann zum Bruch mit dem Orden, der Anlagebetrügern auf den Leim gegangen war und 7,2 Millionen Euro verloren hatte. 2014 war unser Krisenjahr. Wir haben keine Zeitungen verkauft, keine Spenden bekommen und keine Kunstwerke.

Geschichte Projekte
Im April 1995 ist die erste Ausgabe von Fifty-Fifty erschienen. Seitdem wurden etwa zehn Millionen Hefte der Straßenzeitung von Obdachlosen verkauft.
Inzwischen sei die Krise überstanden und das Vertrauen wieder hergestellt. Geholfen habe dabei auch Gerhard Richter, der ein Gemälde spendete, das Fifty-Fifty 200 000 Euro eingebracht hat. Investiert wurde das Geld in Wohnungen, in denen Flüchtlinge unterkommen. Ein erstes Zuhause, von dem aus sie eine eigene Bleibe suchen können. Immer häufiger seien die Obdachlosen Flüchtlinge, Frauen mit Kindern und Menschen aus anderen Ländern, sagt Ostendorf. Das Ziel aber habe sich bis jetzt nicht geändert: Lobbyarbeit für Menschen am Rande der Gesellschaft, dafür stehe Fifty-Fifty.
Westdeutsche Zeitung, 26.03.2015
 
Fifty-Fifty warnt vor Betrüger
In letzter Zeit bieten vermehrt Verkäufer das Obdachlosenmagazin Fifty-Fifty an, die dazu keine Legitimation haben.Darauf weist Fifty-Fifty-Geschäftsführer Hubert Ostendorf hin. Die Verkäufer ohne Legitimation würden sich zum regulären Preis eine Zeitung kaufen und sich damit vor Supermärkte stellen. ,,Mit dem Hinweis, es sei ihre letzte Zeitung und man würde am nächsten Tag das Exemplar bereithalten, das die Kunden vorab bezahlen sollen, werden wohlmeinende Mitmenschen abkassiert", so Ostendorf. Er rät, immer auf den Ausweis zu achten, den legimitierte Verkäufer offen tragen müssten. Die Ausweise enthalten eine Nummer, die im Falle von Beschwerden mitgeteilt werden sollte. Im Notfall rät er, die Polizei zu alarmieren. Fifty-Fifty-Hotline unter Tel. 921 62 84.
Westdeutsche Zeitung, 11.03.2015
 
Fiftyfifty-Verkäufer zeigen Breiti ihre Stadt
Viele Obdachlose kommen ein paar Mal pro Woche zur Fiftyfifty-Beratungsstelle an der Höhenstraße/Ellerstraße. Nicht nur, um neue Straßenmagazine abzuholen, die sie weiterverkaufen können, sondern auch ihre Post. "Unter 'Dritte Bank im Hofgarten links' können Obdachlose keine Post empfangen.

Für sie ist es aber enorm wichtig, eine Postadresse zu haben, denn sonst können sie zum Beispiel keine Arge beantragen", erklärt Jimmy. Seit seiner Kindheit hat der heute 48-Jährige immer wieder für Jahre auf der Straße gelebt.

Inzwischen hat er einen festen Wohnsitz und erklärt Interessierten als Stadtführer beim Stadtrundgang "Straßenleben" den Alltag von Obdachlosen. Am Wochenende zählte auch Tote-Hosen-Gitarrist Michael Breitkopf, genannt Breiti, zu den Zuhörern. Seit Jahren engagieren er und seine Bandkollegen sich für soziale Initiativen wie Fiftyfitfy. "Die Straßenzeitung ist gut, um Interesse für die Situation der Obdachlosen zu wecken, aber ein persönliches Gespräch schafft noch einmal ein ganz anderes Bewusstsein für die Alltagsprobleme", sagt Breiti.

Im Sommer 2013 startete Fiftyifty gemeinsam mit dem Kulturzentrum Zakk die außergewöhnlichen Stadtführungen. "Etwa 1500 Personen haben bisher an den Führungen teilgenommen. Einheimische, Touristen, Kegelclubs, Schulklassen, Politiker - die unterschiedlichsten Menschen interessieren sich dafür", sagt Sozialarbeiter und Projektkoordinator Johannes Dörrenbächer. Statt zu den üblichen Sehenswürdigkeiten Düsseldorfs geht es zu Notunterkünften, Pfandleihhäusern oder dem Straßenstrich.

"Ich bin beeindruckt, wie viele persönliche Dinge die Straßenleben-Stadtführer preisgeben", sagt Breiti. "Wie schwierig es zum Beispiel für viele ist, nach einer Zeit auf der Straße wieder in einer Wohnung zu leben, sie sauber zu halten. In den Wohnheimen müssen sie das oft erst wieder üben, ehe sie selbstständig wohnen können", so der Gitarrist.
Rheinische Post, 24.02.2015
 
Hosen-Gitarrist auf Obdachlosen-Tour
Düsseldorf - Hier geht Breiti (51) mit ,,fiftyfifty" auf Tour!
Zum 20. Geburtstag des Straßenmagazin ,,fiftyfifty" nahm der Gitarrist der ,,Toten Hosen" am Samstag an einer außergewöhnlichen Aktion teil. Denn das neuste Projekt der Düsseldorfer Hilfsorganisation und des Kulturzentrum ,,zakk" sind Stadtführungen von Obdachlosen unter dem Namen "Straßenleben".
Bei diesem Spaziergang durch die City zeigen ,,fiftyfifty"-Verkäufer die Stadt aus ihrer Perspektive. Sie erklären, wo sie draußen schlafen, wo es Notunterkünfte gibt.
Doch die Obdachlosen wollen auch auf ihre Probleme aufmerksam machen, zeigen den Gästen auch die Gegenden mit hoher Kriminalitäts- und Prostitutionsrate.
Breiti unterstützt ,,fiftyfifty" schon seit über 20 Jahren, sieht die alternative Stadtführung als Solidarität mit Obdachlosen:,,Ich möchte etwas darüber lernen, wie Menschen, die an den Rand gedrängt werden, in unserer Stadt leben und überleben."
Die Führung können unter strassenleben.org gebucht werden, kosten 7 Euro.
Bild, 23.02.2015
 
So habe ich die Stadt noch nie gesehen
Es ist mit Sicherheit die Kälte, die mir Angst machen würde", sagt Michael "Breiti" Breitkopf, Gitarrist der ,,Toten Hosen". Mit den Händen in der Jacke und dicker Fortuna-Mütze läuft er mit dem Rest einer fünfzehnköpfigen Gruppe Jimmy (48) und Markus (42) hinterher. Auf der Eisenstraße hinterm Bahnhof machen sie Halt. Jimmy und Markus kennen die Gegend:,,Hier befindet sich eines der Wohnheime für Obdachlose."
Jimmy und Markus sind Stadtführer. Aber keine für die üblichen Touren über die Kö, durch den Medienhafen. Sie führen den alternativen Rundgang ,,Sraßenleben" des Obdachlosmagazins - ,,fiftyfifty". Weil sie selbst lange zu denjenigen gehörten, für die Düsseldorfs Straßen das Zuhause waren. Die Brücken über die sie gehen, waren ihr Dach,Parkhäuser warme Oasen der kalten Nacht. ,,Wir leben in einer Parallelgesellschaft" sagt Jimmy.
Für "Breiti", den erfolgsgewöhnten Musiker der wichtigsten deutschen Musiker der wichtigsten deutschen Rockband, sind sie Nachbarn" ,,Sie sind unsere Nachbarn, weil sie hier auch leben. Nur hegen wir immer sehr viele Vorurteile gegen sie und die kann man am besten beseitigen, in dem man sich kennenlernen!" Mit seiner Frau Carmen (55) folgte er deshalb Jimmy und Markus. Hört zu, warum manchmal ein Euro für Obdachlose wichtig ist - egal, wofür sie ihn benutzen. Erfährt, warum welcher Ort für Obdachlose wichtig ist.
,,So habe ich die Stadt noch nie gesehen", sagte Breiti, als sich die Gruppe dem Mintropplatz nähert. ,,Hier holen sich die Heroinsüchtigen ihr Methadon ab", weiß Markus.
Er verlor seine Wohnung durch Schulden, lebte viereinhalb Jahre auf der Straße, bis er 2013 mit Jimmy Stadtführer wurde. Jimmy, er lief als kleines Kind von Zuhause weg, hat nach 10 Jahren auf der Straße sogar eine eigene Wohnung. ,,Ich rufe mir hier gerade Dinge in den Kopf, über die ich sonst nie nachdenken würde. Es ist sehr mutig, dass uns die beiden so persönlich in ihr Leben lassen. Das berührt und beschäftigt mich.", sagt Breiti. Genau das erhofft sich Jimmy von den Führungen. ,,Die Leute sollen uns einfach kennenlernen", damit noch mehr Menschen sehen, dass Düsseldorf mehr ist als die Kö-Glitzerwelt.
Mehr Infos und Buchungen: www.strassenleben.org
Express, 23.02.2015
 
Fiftyfifty-Verkäufer zeigen Breiti ihre Stadt
Der Tote-Hosen-Gitarrist lernte beim Rundgang Straßenleben den Alltag der Obdachlosen in Düsseldorf kennen. Die speziellen Führungen sind gefragt.

Viele Obdachlose kommen ein paar Mal pro Woche zur Fiftyfifty-Beratungsstelle an der Höhenstraße/Ellerstraße. Nicht nur, um neue Straßenmagazine abzuholen, die sie weiterverkaufen können, sondern auch ihre Post. Unter Dritte Bank im Hofgarten links können Obdachlose keine Post empfangen. Für sie ist es aber enorm wichtig, eine Postadresse zu haben, denn sonst können sie zum Beispiel keine Arge beantragen, erklärt Jimmy.
Seit seiner Kindheit hat der heute 48-Jährige immer wieder für Jahre auf der Straße gelebt. Inzwischen hat er einen festen Wohnsitz und erklärt Interessierten als Stadtführer beim Stadtrundgang Straßenleben den Alltag von Obdachlosen. Am Wochenende zählte auch Tote-Hosen-Gitarrist Michael Breitkopf, genannt Breiti, zu den Zuhörern.

1500 Besucher bei Führungen von Obdachlosen
Seit Jahren engagieren er und seine Bandkollegen sich für soziale Initiativen wie Fiftyfitfy. Die Straßenzeitung ist gut, um Interesse für die Situation der Obdachlosen zu wecken, aber ein persönliches Gespräch schafft noch einmal ein ganz anderes Bewusstsein für die Alltagsprobleme, sagt Breiti.

Im Sommer 2013 startete Fiftyifty gemeinsam mit dem Kulturzentrum Zakk die außergewöhnlichen Stadtführungen. Etwa 1500 Personen haben bisher an den Führungen teilgenommen. Einheimische, Touristen, Kegelclubs, Schulklassen, Politiker die unterschiedlichsten Menschen interessieren sich dafür, sagt Sozialarbeiter und Projektkoordinator Johannes Dörrenbächer. Statt zu den üblichen Sehenswürdigkeiten Düsseldorfs geht es zu Notunterkünften, Pfandleihhäusern oder dem Straßenstrich.

Ich bin beeindruckt, wie viele persönliche Dinge die Straßenleben-Stadtführer preisgeben, sagt Breiti. Wie schwierig es zum Beispiel für viele ist, nach einer Zeit auf der Straße wieder in einer Wohnung zu leben, sie sauber zu halten. In den Wohnheimen müssen sie das oft erst wieder üben, ehe sie wieder selbstständig wohnen können, so der Gitarrist.
NRZ, 23.02.2015
 
Neues Zuhause für obdachlose Mütter
Die Obdachlosenhilfe Fifty-Fifty und die Diakonie haben gemeinsam eine Wohnung für wohnungslose Frauen mit Kindern im Düsseldorfer Norden erworben. Bisher kamen diese Frauen in der Notunterkunft ,,Ariadne" der Diakonie unter. Allein im vorherigen Jahr hatten dort 39 Mütter mit 48 Kindern und 16 Schwangeren Zuflucht gesucht.
Allerdings sei die ,,Ariadne" kein idealer Ort für Kinder, erklärt Teamleiterin Stefanie Volkenandt. Schließlich seien dort auch psychisch kranke Frauen oder Frauen mit Suchterkrankungen untergebracht, ,,Wir konnten uns nie so richtig an den Anblick von Kindern in unserem Umfeld gewöhnen", sagt sie. Dass Frauen mit Kindern statt in der Ariadne jetzt gemeinsam in einer Vier-Zimmer-Wohnung leben können, bis sie ein neues Zuhause gefunden haben, findet sie deshalb ideal: ,, Wir sind sehr froh, dass das Projekt realisiert werden konnte." Im März können die ersten Frauen einziehen.

In vier Monaten 250 000 Euro für das Projekt gesammelt

Auch Fifty-Fifty-Geschäftsführer Hubert Ostendorf, der innerhalb von nur vier Monaten 250 000 Euro für das Projekt sammeln konnte, ist zufrieden: ,,Wir sind denen, die das möglich gemacht haben", sagt er. ,,Die Wohnung hat eine tolle Größenordnung", findet auch Diakonie-Vorstandsvorsitzen- der Thorsten Nolting, der darauf verweist, dass der Förderkreis, der das Anliegen ebenfalls unterstützt habe, dass Projekt kontinuierlich begleiten wird.
Westdeutsche Zeitung, 31.01.2015
 
Obdachlose Mütter können ab März in Wohngemeinschaft einziehen
Ein Jahr lang ging es gut. Die jungen Mutter, die mit ihrem vierjährigen Sohn aus Polen nach Düsseldorf gezogen war, arbeitete bei einer älteren Dame als Pflegekraft. Damit verbunden waren Kost, Logis und natürlich die Bezahlung. Als die Dame verstarb, war alles weg: Arbeitsplatz und Wohnungen. Die junge Polin stand mit ihrem Sohn auf der Straße - bis die "Ariadne"-Notunterkunft der Diakonie sie aufnahm.
Fälle wie diese kennt Stefanie Volkenandt, Teamleiterin der "Ariadne", zur Genüge. Allein im vergangenen Jahr suchten 39 Mütter mit ihren Kindern und 16 schwangere Frauen Zuflucht in der Notschlafstelle. ,,Da sind die Verhältnisse sehr beengt, wir wollten uns nicht an diesen Anblick gewöhnen", sagt Volkenandt. Daher hat die Obdachlosenhilfe fiftyfifty mit der Diakonie zusammen eine Vierzimmerwohnung gekauft, um bedürftigen Müttern Wohnraum zu bieten. Noch ist diese nicht fertig; einige Renovierungen müssen erledigt werden. Ab März, schätzt Volkenandt, können die Mütter nahe des Hauptbahnhofs einziehen.
Innerhalb von nur vier Monaten sammelten Hubert Ostendorf, Geschäftsführer von fiftyfifty, und Thorsten Nolting, Geschäftsführer der Diakonie, die für den Kauf notwendigen 250 000 Euro. Dass in diesem kurzem Zeitraum ein solch hoher Betrag zusammenkam, erklärt sich Ostendorf so: ,, Kindern muss man helfen, das weiß jeder." Recht hohe Einzelspenden, gar im fünfstelligen Bereich, machten den Wohnungskauf schließlich möglich. Die Frauen sollen nur ein paar Monate in der Wohnung bleiben, solange bis sie eine eigene Unterkunft gefunden haben. Dabei werden sie von Familienpflegern der Diakonie und der Stadt Düsseldorf unterstützt. Dass die Mütter für diese Übergangszeit nun eine Wohngemeinschaft mit bis zu vier Frauen bilden, sei wichtig, betont Hubert Ostendorf. ,, Es ist viel leichter aus einer Wohnung heraus eine Wohnung zu finden, als aus einer Notunterkunft", erklärt er. Die junge Polin hat bereits eine in Aussicht.
Rheinische Post, 31.01.2015
 
Fifty-Fifty: Udo Lindenberg im Interview
Die Ausgabe von Fifty-Fifty erscheint im Februar mit einem Interview mit Udo Lindenberg. Darin äußert sich die Deutsch-Rock-Legende über eine Panik-Crew, für die er ,,familiäre Gefühle" hegt und dass er nachts joggen geht, um fit zu bleiben. Lindenberg wörtlich: ,,In großen Stadien muss ich eine enorme Kondition haben. Deswegen habe ich beschlossen, die Sauferei und das Zigarettenrauchen einzustellen." Auch zu politischen Fragen äußert sich der Künstler: Er wollte sich einmischen für eine bessere Welt, so Lindenberg. Das neue Heft kostet 1,90 Euro, die Hälfte davon dürfen die obdachlosen Verkäufer für sich behalten.
Westdeutsche Zeitung, 30.01.2015
 
Grüner läuft für "Underdog"
Seit 2007 versorgen ehrenamtlich arbeitende Tierärzte beim Fifty-Fifty-Projekt "Underdog" Tiere der Wohnungslosen. Die Kosten werden durch Spenden finanziert. Der Grünen-Landtagsabgeordnete Martin Sebastian Abel will die Arbeit unterstützen für den Marathon im Hamburg 1200 Trainingskilometer Lauftraining absolvieren. Über das Online-Spendenportal http://www.helpedia.de/spenden-aktionen/msa_underdog will er pro gelaufenem Kilometer einen Euro sammeln und Underdog spenden.
WZ, 16.01.2015
 
Notfall der Woche
Loubard - der junge franz. Rüde liebt seine Menschen, vielleicht etwas zu sehr. Wenn er einmal zu sehr. Wenn er einmal eine Bezugsperson hat, ... möchte er sie vor der ganzen Welt beschützen. Haben Sie Geduld mit ihm zu arbeiten und ihm ein Zuhause zu geben?

Info's unter 0211 322 777 123 Tierklinik
oder LESIA wwww.lesia.org
IBAN: DE74 3006 0601 0008 8887 79

Hilf Uns! Helfen Sie mit ihrer Spende Leben zu retten und Leid zu mindern!

Underdog Ein Projekt von fiftyfifty
asphalt e.V DE353 601 00 430 539 661 431
www.fiftyfifty-underdog.de
Rheinische Post Anzeige, 15.01.2015
 
Foto-Ausstellung: Obdachlose vor der Kamera
Von Nikolas Golsch
Schüler haben obdachlose FiftyFifty-Verkäufer porträtiert. Die Eröffnung der Ausstellung wurde mit einer Party gefeiert.

Düsseldorf. Wer an Obdachlose denkt, hat zumeist ganz bestimmte Bilder im Kopf negativ besetzt sei der Begriff, sagen vier Schüler des Lore-Lorentz-Berofskollegs, die dort den Bildungsgang zum gestaltungstechnischen Assistenten belegen.

Im Rahmen einer Projektwoche haben sie sich mit dem Thema Obdachlosigkeit beschäftigt, sind zu dem Ort gefahren, an dem Obdachlose Zeitungsverkäufer die Zeitschrift FiftyFifty erhalten. Bei einer dieser Ausgaben haben sich die Schüler vorgestellt und gefragt, wer Interesse habe bei dem Projekt mitzuwirken.

Anfangs hatten wir Zweifel, ob sich jemand bereiterklären würde und uns für ein Fotoshooting zur Verfügung steht, sagt Jule Bohm (16), eine der vier Schüler. Aber es kam, wie es keiner erwartet hatte: Viele Wohnungslose waren bereit, teilzunehmen und sich ablichten zu lassen. Die dabei entstandenen Schwarz-Weiß-Aufnahmen wurden nun im Reinraum, der alten und mittlerweile stillgelegten Toilettenanlage nahe der Berliner Allee, im Rahmen eines Charity-Events ausgestellt.

Neben den Fotografien hatten sich am Samstagabend weitere Aktive eingefunden, verkauften dort kostenlos Würstchen und Glühwein, Musiker und Songwriter Georg Zimmermann trat ohne Gage für den guten Zweck auf.

Abends gab es eine Party der halbe Erlös kommt Obdachlosen zugute

Mit von der Partie war auch FiftyFifty-Chefredakteur Hubert Ostendorf. Eigentlich hatte er auch die Obdachlosen Verkäufer seiner Zeitung eingeladen, eigentlich war es angedacht den Abend ihnen zu widmen, für sie zu sorgen doch von ihnen kam keiner. Warum, könne nur vermutet werden, sagt Ostendorf.

Dennoch war die Idee des Abends nicht vergebens veranstaltete der Reinraum-Verein in der alten Toilettenanlage unter Tage doch eine Party. Der halbe Erlös der Eintrittsgelder kommt ebenfalls den Obdachlosen zu Gute. FiftyFifty kauft davon unter anderem Wohnungen und Unterkünfte.
WZ, 08.01.2015
 
Wie Düsseldorfer Flüchtlingen helfen
Von Anne Wolf
Das Schicksal von Menschen, die aus ihrer Heimat fliehen mussten, lässt die Düsseldorfer nicht kalt. Viele wollen helfen.

Düsseldorf. Wer die Bilder von islamfeindlichen Demonstrationen im Fernsehen verfolgt, kann durchaus an der Gastfreundschaft der Deutschen zweifeln. Doch es geht auch anders: Das Schicksal der Menschen, die aus Bürgerkriegsregionen nach Deutschland geflohen sind, lässt viele Düsseldorfer nicht kalt. Die Bereitschaft zu helfen ist groß selbst bei denen, die anfangs skeptisch waren.

Ein Beispiel dafür ist die Schule an der Lacombletstraße, in der die Stadt Flüchtlinge untergebracht hat. Anfangs seien einige Anwohner darüber besorgt gewesen. Doch bereits am nächsten Tag hätten sie mit Kleidungsspenden vor der Tür gestanden. Die Ängste haben sich relativiert, sagt Peter Lorch vom Amt für Sicherheit und soziale Integration. Menschen, die selbst Kleidung oder Decken, die im Moment besonders gefragt sind, abgeben möchten, rät er allerdings, diese besser in den dafür vorgesehen Stellen, etwa bei Kleiderkammern, vorbeizubringen. So werde gewährleistet, dass die Kleidung auch dort lande, wo sie gebraucht werde.

Sportvereine spenden Freikarten, Ehrenamtler geben Unterricht

Corrie Voigtmann gehört zu denen, die sich für Asylsuchende einsetzen und das seit Jahren. Unter anderem organisiert sie die Weihnachtspäckchen-Aktion der Kirchen für Flüchtlinge. Ich will Menschen beistehen, denen es nicht so gut geht, beschreibt sie ihre Motivation und steht damit nicht alleine da. Denn die Düsseldorfer spenden nicht nur Kleidung, um Asylsuchende zu unterstützen. Sportvereine wie Fortuna Düsseldorf verschenken Freikarten.

Bei der Diakonie, die 2012 die Aufgabe der Flüchtlingsbetreuung von der Stadt übernommen hat, sind allein 80 Ehrenamtler in der Flüchtlingshilfe aktiv, geben zum Beispiel Deutschunterricht, begleiten Familien zu Behörden oder basteln und spielen mit den Kindern. Auf breite Unterstützung kann auch die Initiative Stay bauen, der rund 30 bis 40 Helfer unter die Arme greifen. Die Ärzte, die über das Medinet Menschen ohne Papiere unentgeltlich oder gegen ein geringes Entgelt medizinische Hilfe leisten, nicht mitgerechnet.

Viele Menschen wirken außerdem im Hintergrund, spenden zum Beispiel Geld für die Flüchtlingshilfe. Die meisten sind aber sehr bescheiden und wollen lieber nicht genannt werden, sagt Ulrich Erker-Sonnabend, Pressesprecher der evangelischen Kirche in Düsseldorf. Er könne nur sagen, dass durchaus Spenden von Einzelpersonen in der Höhe von um die 1000 Euro eingehen. Bei einer Kollekte am Reformationstag seien fast 2000 Euro für Flüchtlinge zusammengekommen.

Auch bei den Katholiken ist die Hilfsbereitschaft groß

Helfen
Wer Wohnraum für Flüchtlinge zur Verfügung stellen kann, kann sich bei Fifty-Fifty unter Telefon 9 21 62 84 melden. Die Organisatoren der Aktion Herberge prüfen dann das Wohnraum-Angebot vor Ort und schlagen es der zuständigen Behörde als Aufnahmeort für einen oder mehrere Flüchtling/e vor.
Auch bei den Katholiken ist die Hilfsbereitschaft groß. Obwohl Monsignore Rolf Steinhäuser zugeben muss, dass noch Struktur fehle. Dennoch haben sich bereits drei Gemeinden bereiterklärt, Menschen, die aus ihren Heimatländern geflohen sind, aufzunehmen. Darunter auch Gemeinden in Niederkassel und Heerdt, die zwei Pfarrhäuser zur Verfügung stellen, in der Familien und Frauen mit Kindern unterkommen können.

Begleitet wird die Aktion von Ehrenamtlern und vom SKFM, der für die Betreuung der Flüchtlinge eine hauptamtliche Kraft einstellen will. Mit ins Boot holen will Dechant Michael Dederichs auch die Schützenvereine: Schließlich zeichnet den Rheinländer aus, dass er schon immer die verschiedensten Gruppen bei sich aufgenommen hat, sagt er.
WZ, 06.01.2015
 
Schwierige Zeit für Obdachlose
Düsseldorf. Die Fiftyfifty-Organisation appelliert im Rahmen eines Jahresrückblicks: Gerade im Winter sind Obdachlose auf Hilfe angewiesen.

Die Hilfsorganisation Fiftyfifty blickt auf ein turbulentes Jahr zurück. Nach der Trennung vom Sozialwerk der Armen Brüder, das in Folge einer Fehlspekulation mehrere Millionen Euro verloren hatte, stand die Organisation kurz vor dem Aus. Doch Fiftyfifty erholte sich, die Spenden zogen wieder an, so dass Geschäftsführer Hubert Ostendorf auch auf einen Erfolg zurückblickt: Trotz der schwierigen Lage konnten wir drei Appartements für Obdachlose erwerben, die durch das klassische Hilfesystem nicht erfasst werden. Eine Bildspende des Künstlers Gerhard Richter hat es möglich gemacht.

Titelstory über Tote Hosen
Aktuell macht Ostendorf das frostige Wetter Sorgen. Während Schnee die einen zu Spaziergängen vor die Tür lockt, ist er für Obdachlose ein Problem. Immer noch verbringen viele Menschen die kalten Nächte im Freien. Etwa, weil sie nicht wissen, wohin sie mit ihrem Hund zum Schlafen gehen sollen in den meisten Notunterkünften sind Hunde verboten, so Ostendorf. Gerade jetzt sei daher der Gute-Nacht-Bus von Fiftyfifty und Vision:Teilen wichtig. Mithilfe von Spenden konnten im Rahmen dieses Projekts Schlafsäcke angeschafft werden, die nun an Bedürftige verteilt werden. Ich danke allen, die rechtzeitig geholfen haben, von Herzen, sagt Ostendorf.

Kalt sei es aber auch für die Fiftyfifty-Verkäufer geworden. Gerade nach Weihnachten hätten sie große Probleme, Zeitungen loszuwerden. Das neue Heft mit einer Titelgeschichte über die Toten Hosen soll Abhilfe schaffen. Darin erzählen sie von den Anfängen ihrer Band und zeigen auf alten Privatfotos den Beginn ihrer Karriere: Campino als kleiner Junge mit seinem Vater, ein früher Auftritt in einer Kirche, die Hosen vor ihrem ersten Tour-Bus ...

Im kommenden Jahr hat Fiftyfifty etwas zu Feiern: 20 Jahre gibt es die Organisation dann, die während dieser Zeit viele Projekte angestoßen und umgesetzt hat. Es ging in all den Jahren nie um blindwütige Karikativität, sagt Ostendorf. Sondern immer auch darum, Position zu beziehen. Etwa mit der Ökumenischen Erklärung, mit der wir die Rechte von alkohol- und drogenkranken Mitmenschen in der Öffentlichkeit verteidigt haben. Oder mit unserem Buch- und Ausstellungsprojekt Deutschkunde gegen Rassismus.

Aktuell sammelt Fiftyfifty für eine Mutter-Kind-Notaufnahme. 40000 Euro fehlen noch, um das Projekt zu verwirklichen.

Schwierige Zeit für Obdachlose - | WAZ.de - Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/staedte/duesseldorf/schwierige-zeit-fuer-obdachlose-id10189136.html#plx737834029
WAZ, 31.12.2014
 
Fiftyfifty: Neues Heft mit den Toten Hosen
Kalt ist es jetzt auch für Fiftyfifty-Verkäufer. Nach Weihnachten haben sie meist Probleme, noch Zeitungen loszuwerden. "Zum Glück ist gestern das neue Heft erschienen mit einer Titelgeschichte von den Toten Hosen, in denen sie von den Anfängen ihrer Band erzählen und auf alten Privatfotos den Beginn ihrer legendären Karriere zeigen", sagt Fiftyfifty-Geschäftsführer Hubert Ostendorf. Campino als kleiner Junge mit seinem Vater, ein früher Auftritt in einer Kirche, die Hosen vor ihrem ersten Tour-Bus.

Zugleich dankt Ostendorf allen, die Fiftyfifty in diesem nicht einfachen Jahr nach der Trennung von der Ordensgemeinschaft geholfen haben. 2015 geht Fiftyfifty ins 20.Jahr.
WZ, 30.12.2014
 
Obdachlosenblatt ist 20 Jahre alt
Frankfurt.
Obdachlosenblatt ist 20 Jahre alt
Das Straßenmagazin fiftyfifty, mit 55 000 verkauften Exemplaren eine der auflagenstärksten Obdachlosenzeitungen Deutschlands, begeht 2015 sein 20-jähriges Bestehen. In dieser Zeit sei zusammen mit Projektpartnern wie der Ordensgemeinschaft der Armen Brüder des Heiligen Franziskus, der Diakonie und anderen viel erreicht worden, sagte Vereinsgeschäftsführer Hubert Ostendorf, in Düsseldorf. fiftyfifty wird in Düsseldorf, Frankfurt. Duisburg, Essen, Bonn, Krefeld, und im Bergischen Land für 1,90 Euro von Obdachlosen angeboten. 95 Cent gehen an die Verkäufer. kna

Artikel vom 30.12.2014, 03:00 Uhr (Letzte Änderung 30.12.2014, 02:53 Uhr)
Artikel: http://www.fnp.de/lokales/frankfurt/Obdachlosenblatt-ist-20-Jahre-alt;art675,1194571
Frankfurter Neue Presse, 30.12.2014
 
Notfall der Woche
Loubard - der junge franz. Rüde liebt seine Menschen, vielleicht etwas zu sehr. Wenn er einmal zu sehr. Wenn er einmal eine Bezugsperson hat, ... möchte er sie vor der ganzen Welt beschützen. Haben Sie Geduld mit ihm zu arbeiten und ihm ein Zuhause zu geben?

Info's unter 0211 322 777 123 Tierklinik
oder LESIA wwww.lesia.org
IBAN: DE74 3006 0601 0008 8887 79

Hilf Uns! Helfen Sie mit ihrer Spende Leben zu retten und Leid zu mindern!

Underdog Ein Projekt von fiftyfifty
asphalt e.V DE353 601 00 430 539 661 431
www.fiftyfifty-underdog.de
Rheinische Post Anzeige, 24.12.2014
 
Notfall der Woche
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Rheinische Post Anzeige, 20.12.2014
 
Ruff denkt auch an arme Sammler
Thomas Ruff ist nicht nur ein guter Künstler, sondern auch ein guter Mensch. Er arbeitet nicht in glanzvollen Großformaten für betuchte Sammler, sondern er denkt auch an den kleinen Mann. Für ihn macht er Editionen oder kooperiert mit Einrichtungen, die durch den Verkauf seiner kleinen Schätzchen soziale Missstände beheben. Auch ärmere Häuser wie die Kunsthalle unterstützt er, damit sie durch seine Fotos ihre Kosten mildern können. Ruff hat aus all seinen Werkgruppen jeweils um die fünf Motive als Editionen ausgewählt. Diese Sonderdrucke hat er in kostbaren Spezialdrucken abziehen lassen. Die Fifty-Fifty-Galerie beispielsweise hat er auf diese Weise hochherrschaftlich bedacht. Die Käufer konnten etwa die beliebten Substrate-Serie zu erschwinglichen Preisen erhalten. All dies berichtet Ruffs Freund Thomas Weski, einer der besten Kenner der Fotoszene, im Werkverzeichnis aller Editionen, die Jörg Schnellmann im Verlag Hatje Cantz herausbringt. 180 S., 211 Abb., 49,80 Euro
Westdeutsche Zeitung, 17.12.2014
 
Weihnachtsgeschenke für Fifty-Fifty
Hilfe: Lore-Lorentz-Schüler designen Postkarten für Obdachlosenhilfe.

Von Milena Ramin
Bunte Farben, verschwommene Häuser im Hintergrund, ein lachender, bärtiger Mann. Nichts auf der von Dalia Ahmed gestalteten Postkarte erinnert an die Trostlosigkeit, die man vielleicht mit Obdachlosigkeit verbindet, wäre da nicht das Fiftyfifty-Logo.

Seit zwei Jahren kooperiert das Obdachlosenmagazin mit der Lore-Lorentz-Schule, immer vor Weihnachten entwerfen die Schüler der Gestaltungstechnikklasse Karten, die Obdachlose verkaufen und sich so ein "Weihnachtsgeld" verdienen können. Die Schüler der 11. Jahrgangsstufe sind von ihrem Auftrag begeistert: "Wir konnten mit wenig Aufwand Gutes tun", sagt Charlotte (18).

Angehende Designer freuen sich über ihren ersten echten Auftrag
Man habe aus dem Projekt aber auch viel mitnehmen können, ergänzt Max (16): "Fiftyfifty war unser erster richtiger Kunde, die Zusammenarbeit war ein toller Einblick ins Berufsleben."

Insgesamt 25 Motive sind entstanden, die sich mit dem Thema Obdachlosigkeit auseinandersetzen. "Manche sind witzig, manche ernst und sozialkritisch, eine gute Mischung", findet Fiftyfifty-Redakteur Hubert Ostendorf. Er ist sehr zufrieden: "Alles ist professionell gelaufen, obwohl die Designer erst im ersten Ausbildungsjahr sind."
Bei der Präsentation ihrer Werke unterstützt Chellist Thomas Beckmann die Schüler, mit einem kleinen Konzert auf dem Rathausplatz. Als Mitinitiator des Vereins "Gemeinsam gegen Kälte" ist er seit langem für Obdachlose engagiert.
Westdeutsche Zeitung, 17.12.2014
 
Underdog-Bildkalender
Neu, jetzt für 10 Euro Kaufen:
Underdog-Bildkalender "Straßenhunde 2015"

Sensible Portraits, Aphorismen aus der Weltliteratur. 14 Blatt, Spiralbindung, 40 x 30 cm. Rheinische Post: "Glanz- und Höhepunkt des Projekts fiftyfifty." (Auf der Straße kaufen oder unter fiftyfifty.de/shop)
Rheinische Post Anzeige, 06.12.2014
 
Wir brauchen richtige Wohnungen!
Düsseldorf. Jetzt wurde wir die ,Aktion Herberge ins Leben gerufen. Dadurch sollen Asylbewerbern Unterkünfte in Düsseldorf vermittelt werden.

Die gemeinschaftlichen Bereiche sind stark vermüllt. Duschen sind defekt, die hygienischen Zustände katastrophal, heißt es in einem öffentlichen Brief, den Flüchtlinge, die in einer Düsseldorfer Notunterkunft leben, morgen vor der Ratssitzung Oberbürgermeister Thomas Geisel überreichen wollen.

Die Bedingungen in den Notunterkünften sind unwürdig, weiß auch Markus Rottmann vom Düsseldorfer Flüchtlingsrat, Aber selbst wenn sich die Zustände bessern würden, blieben die Unterkünfte eine Notlösung. Für die erste Aufnahme seien sie geeignet, aber nicht für einen längeren oder gar dauerhaften Aufenthalt.

Wir brauchen richtige Wohnungen!, so Rottmann, Deswegen haben wir die ,Aktion Herberge ins Leben gerufen. Die Aktion ruft Vermieter, Privatleute, Verbände und Institutionen dazu auf, Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Wir sprechen hier nicht davon, die Couch im Wohnzimmer anzubieten, so Rottmann, vielmehr brauchen wir sichere und menschenwürdige Wohnungen, in die Flüchtlinge einziehen können. Die Kinder brauchen einen Tisch zum Hausaufgaben machen, die Eltern eine Küche und einen Rückzugsort. Die Stadt zahlt nach dem Asylantengestez eine Miete für die Wohnungen.

Die Initiative Aktion Herberge vom Straßenmagazin fiftyfifty, der Flüchtlingsinitiative Stay!, der franziskanischen Initiative Vision Teilen, der Diakonie Düsseldorf und dem Flüchtlingsrat unterstützt die Stadt Düsseldorf dabei, genügend geeigneten Wohnraum zu finden und bereit zu stellen. Sie übernimmt das Überprüfen der Angebote.

In den vergangenen Jahren hat die Stadt einiges versäumt, sagt Thorsten Nolting von der Diakonie. Unter der vorigen Ratsmehrheit wurde zu viel Wohnraum aus der sozialen Förderung genommen und an Investoren verkauft. In der neuen Spitze der Stadt sehe man jetzt eine Chance, heißt es. OB Geisel steht mit den Initiatoren der Aktion Herberge und allen anderen engagierten Bürgern in engem Kontakt. Beim Runden Tisch besprechen wir uns regelmäßig mit der Stadt und fühlen uns ernst genommen, so Nolting.

Wir verfolgen kein utopisches Ziel. Wir reden hier von 1800 Flüchtlingen in einer Stadt mit über 600 000 Einwohnern, so Hubert Ostendorf, Geschäftsführer von fiftyfifty, Das muss zu schaffen sein! Nolting ergänzt: 450 Menschen sind zur Zeit in Hotels untergebracht. Die meisten sind Familien, unter den 1800 Flüchtlingen sind etwa 600 Kinder. Mit 100 Wohnungen wäre uns schon sehr geholfen.

Wer Wohnungen zu einem günstigen Preis zur Verfügung stellen kann, meldet sich bitte bei den Organisatoren bei fiftyfifty unter 0211 / 9216284.

Wir brauchen richtige Wohnungen! | NRZ.de - Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/nrz/staedte/duesseldorf/wir-brauchen-richtige-wohnungen-id10103306.html#plx1094226657
NRZ, 03.12.2014
 
Lore-Lorents-Kolleg tut etwas für Obdachlose
Schon im Vorjahr haben Schüler der Gestaltungsklasse des Lore-Lorentz-Berufskollegs auf künstlerische Art Menschen ohne Wohnung in Düsseldorf geholfen, dieses Jahr gibt es eine Fortsetzung. Die jungen Gestalter haben Porträts von Obdachlosen gemacht, die sie in der Galerie "Reinraum" an der Adersstraße 3a ausstellen. Verbunden wird dies am Samstag ab 18 Uhr mit einer Wohltätikeits-Party. Auf dem Platz wird frisch Gegrilltes an Obdachlose gespendet, der Reinraum schenkt Gratis-Getränke aus. Ab 22 Uhr legt in der Galerie ein DJ auf. Die Jung-Designer haben zudem ein Kartenset gestaltet, das für den guten guten Zewck verkaufen.
Westdeutsche Zeitung, 03.12.2014
 
Unterkünfte für Flüchtlinge gesucht
Mit der Aktion Herberge sollen Düsseldorfer bewegt werden, Wohnraum zur Verfügung zu stellen.

Düsseldorf. Hubert Ostendorf von Fifty-Fifty kann nicht verstehen, dass es so schwer sein soll, eine passende Unterkunft für Flüchtlinge in Düsseldorf zu finden. 1850 Flüchtlinge, 650 bis 700 von ihnen Kinder, leben in der Stadt, teils in entsprechenden Unterkünften, teils in Hotels. Ostendorf findet, dass das auf Dauer nicht der richtige Weg sein kann. Zumal die Stadt in den vergangenen Jahren geschlafen, systematisch Obdächer abgebaut habe.

Wir brauchen eine neue Willkommenskultur in der Flüchtlinge nicht als Belastung, sondern als Bereicherung wahrgenommen werden, sagt er. Deshalb rufen Fifty-Fifty, Diakonie, Flüchtlingsrat, Flüchtlingshilfe Stay und die franziskanische Initiative vision: teilen Düsseldorfer dazu auf, Wohnraum für Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen.

Die Aktion Herberge richtet sich an Privatleute, aber auch an Kirchengemeinden, Wohngemeinschaften oder Wohnungsbaugesellschaften. Wer eine Unterkunft für Flüchtlinge bereitstellen möchte, kann sich telefonisch bei den Helfern melden. Ein Mitarbeiter prüft das Angebot vor Ort anhand eines Kriterienkatalogs: Wie viele Quadratmeter hat die Wohnung? Sind geeignete Duschräume und eine Küche vorhanden? Sprechen die Vermieter eine Fremdsprache, um sich mit den Mietern zu verständigen, falls diese noch kein Deutsch verstehen? Gibt es Kindergärten in der Nähe?

Denn den Initiatoren geht es nicht darum, Flüchtlingen kurzfristig ein Dach über dem Kopf, sondern eine langfristige Perspektive zu bieten. Sie versprechen sich davon auch, dass Flüchtlinge sich schneller in Düsseldorf zu Hause fühlen. Ist die Wohnung geeignet, will das Bündnis diese der Stadt, die die Kosten für die Unterbringung trägt, melden.

Nur ernsthaftes Engagement ist bei der Aktion gefragt

Pfarrer Thorsten Nolting von der Diakonie hält das für eine sinnvolle Lösung. Viele Menschen seien bereit, Flüchtlingen zu helfen. Zahlreiche Düsseldorfer spendeten zum Beispiel Kleider für Menschen, die aus Syrien oder andern Ländern geflohen seien. Mit der Aktion Herberge wollen wir sie bestärken, noch einen Schritt weiterzugehen, sagt er. Wenn 100 Düsseldorfer Wohnungen zur Verfügung stellen, könnte das, so die Initiatoren, die Situation der Flüchtlinge in Düsseldorf deutlich verbessern. Nur eines will das Bündnis nicht: Dass sich Vermieter melden, die Wohnungen anbieten, die sie auf dem freien Markt nicht anbieten können, da diese zum Beispiel im schlechten Zustand sind. Nolting: Es geht uns um echtes Engagement.

* Unterkunft

In Düsseldorf leben derzeit rund 1850 Asylbewerber, im nächsten Jahr werden es zeitweise über 3000 sein. Einige von ihnen wohnen auch in Hotels. OB Geisel und Sozialdezernent Hintzsche wollen diese Flüchtlinge, wie die WZ berichtet, sie aus den Hotels herausbringen. Denn die Lösung ist nicht nur für die Menschen nicht so gut, sondern geht auch ins Geld. So hat die Stadt 2013 schon 3,3 Millionen Euro an Hoteliers überwiesen.
Westdeutsche Zeitung, 03.12.2014
 
Beats for Berber und Weihnachtskarten
SCHÜLER-AKTION FÜR OBDACHLOSE

Bereits im vergangenen Jahr haben Schüler des Bildungsganges Gestaltung der Lore-Lorentz-Schule ehrenamtlich ein Weihnachtskartenset für fiftyfifty-Verkäufer kreiert, das diese auf der Straße verkaufen konnten. Nun stellt eine Gruppe junger Gestalter (Chiara Macher, Jule Bohm, Maurice Stifka und Ronja Freiwald) Portraitaufnahmen von Obdachlosen im "reinraum" auf der Adersstraße 3 a in Düsseldorf aus - anlässlich eines ganz besonderen Events: Zur Vernissage findet am Nikolaustag ab 18 Uhr eine Charity Party für Obdachlose statt.

Oben auf dem Platz wird ein Team der Düsseldorfer Metzgerei Inhoven Wurstvariationen grillen und an alle anwesenden Obdachlosen spenden. Der reinraum e.V. unterstützt das Projekt zusätzlich mit einem freien Getränkeausschank in Form von (Glüh)Wein und Wasser.
Musikalisch untermalt wird diese Veranstaltung von DJ Marty (damenundherren
e.V.) und zwei Lehrern der Lore-Lorentz-Schule (D. Körner und M. Riedel a.k.a. KÖRRIE MUSIC). Ab 22 Uhr wird dann der Ausstellungsraum unter Tage zum Partyraum erklärt. Auch hier wird die Hälfte des Eintrittsgeldes an die Obdachlosenhilfe fiftyfifty gespendet.

Der Titel dieser Charity-Veranstaltung "Beats for Berber" ist auf einem Verkäufertreffen von
fiftyfifty entstanden. Viele Obdachlose vergleichen ihr Dasein mit dem der Berber, einem Nomadenvolk in Nordafrika.

Auch in diesem Jahr wird wieder ein Kartenset aus 25 Postkarten von jungen Designern des
Berufskollegs in Eller gestaltet. Anlass ist das 20jährige Jubiläum des Straßenmagazins fiftyfifty. Die Karten werden über fifityfifty-Verkäufer, über die Galerie fiftyfifty (Jägerstr. 15, Düsseldorf und fiftyfifty.de) sowie über die Buchhandlung BiBaBuze in Bilk für 5 Euro verkauft.

Die Postkarten werden am 12. Dezember um 12 Uhr auf dem Düsseldorfer Weihnachtsmarkt präsentiert. Der berühmte Cellist Thomas Beckmann (Gemeinsam gegen Kälte), der fiftyfifty in seinem Engagement für Obdachlose eng verbunden ist, wird in diesem Kontext ein öffentliches kleines Konzert geben.
Neue Düsseldorfer Online Zeitung, 02.12.2014
 
Beats für die Berber
Die Temperaturen fallen in diesen Tagen merklich, die Zeit auf der Straße wird für Obdachlose härter. Glücklich darf sich schätzen, wer ein Dach über dem Kopf hat und geregelt warme Mahlzeiten einnehmen kann. Derzeit leben geschätzt rund 500 Obdachlose in Düsseldorf, und gerade im Winter bricht für die Menschen, die auf der Straße leben müssen, eine mitunter lebensbedrohliche Zeit an.

Bereits seit einigen Jahren engagiert sich nun der Lehrer Marcel Riedel für die Obdachlosenhilfe fiftyfifty und erdenkt gemeinsam mit seinen Schülern Wohltätigkeitsaktionen zugunsten obdachloser Menschen in Düsseldorf. Angefangen hat alles damit, dass ich über den engen schulischen Rahmen hinaus meine Schüler fördern wollte, erzählt Riedel. Der studierte Designer, der seit 2009 als Lehrer im Ausbildungsgang Gestaltungstechnik an der Lore-Lorentz-Schule in Eller tätig ist, wollte seinen Schülern auch einen praktischen Zugang zum Fach Gestaltungstechnik bieten. In der ebenfalls in Eller beheimateten fiftyfifty-Galerie fand er einen Kunden, der sich für die von Schülern gestalteten Projekte und Produkte interessierte. Gleichzeitig verfolgen seine Aktionen einen nachhaltigen Zweck, denn zugunsten der Obdachlosenhilfe werden stets auch Spenden generiert.

So erstellten die Schüler unter Führung ihres Lehrers Riedel bereits im vergangenen Jahr zu Weihnachten eine Postkartenserie, die auf dem freien Markt sowie von den Verkäufern des Sraßenmagazins fiftyfifty an Passanten verkauft werden konnten. In diesem Jahr planten sie das Fotoprojekt (Heart)beats for Berber, das Portraitfotos von in Düsseldorf lebenden Obdachlosen zeigt. Die küntslerischen und ästhetischen Fotos werden nun in einer Ausstellung im Reinraum, einem Kunstverein auf der Adersstraße 30a, gezeigt.

Vier Schüler des Bildungsganges Gestaltungstechnischer Assistent, Chiara Macher, Jule Bohm, Maurice Stifka und Ronja Freiwald, folgen dabei dem Ziel, Grenzen aufzubrechen und aktive Hilfe für Obdachlose zu leisten. Wir möchten mit unseren Bildern betonen, dass Obdachlose genau so als Mensch gesehen werden müssen wie jeder andere auch, sagt Ronja Freiwald. Sie sind genauso herzlich und normal wie du und ich. Wir wollen gegen Vorurteile angehen und beweisen, dass sie anders sind, als viele glauben, setzt die 17-Jährige hinzu.

Die Arbeiten der Schüler werden nun von Samstag, 6. Dezember, bis Mittwoch, 17. Dezember im ungewöhnlichen Kunst- und Kulturverein zu sehen sein. Zur Vernissage am Samstag, 6. Dezember, findet am Nikolaustag ab 18 Uhr zudem eine Charity Party für Obdachlose statt.

Während auf dem Platz vor dem Kunstverein Reinraum ein Team der Düsseldorfer Metzgerei Peter Inhoven Wurstvariationen grillen und an alle Obdachlosen spenden wird, unterstützt der Kunstverein das Projekt zusätzlich mit einem freien Getränkeausschank in Form von Glühwein und Wasser.

In einem Spendenstiefel werden überdies selbst gewählte Spendenbeiträge gesammelt, die in voller Höhe der Obdachlosenhilfe fifityfifty zugute kommen. Musikalisch untermalt wird die Veranstaltung zusätzlich von DJ Marty sowie zwei Lehrern der Lore-Lorentz-Schule, denn neben David Körner wird auch Marcel Riedel selbst zugunsten der guten Aktion Platten auflegen.

Ab 22 Uhr wird dann der Ausstellungsraum unter Tage zur Partyzone für Jedermann erklärt.

Auch dort wird die Hälfte des Eintrittsgeldes an die Obdachlosenhilfe fiftyfifty gespendet.

Übrigens: Der Titel dieser Wohltätigkeitsveranstaltung Beats for Berber stammt vom Chefredakteur der fiftyfifty, Hubert Ostendorf, selbst, denn Obdachlose, so Ostendorf, bezeichnen sich selbst oft als Berber, also als Nomad
enfolk.
NRZ, 01.12.2014
 
ES STAND IN DER STADTGOTTES
Der Düsseldorfer Fotograf Michael Engelbert, selbst ein großer Hundefreund, setzte in unserer Reportage "Den letzten Cent für Bello" die Obdachlosen und ihre Hunde eindrucksvoll ins Bild. Die Reportage im Oktoberheft 2013 war sein erster Auftrag für stadtgottes, inzwischen hat er mit etlichen Fotos unsere Seiten bunt gemacht. Aus dem kurzem Fototermin wurde jetzt ein ganzer Kalender: Michael Engelbert fotografierte den Kalender 2015 der Düsseldorfer Hilfsaktion Underdog, den die Obdachlosen in Düsseldorfs Straßen verkaufen.
stadtgottes, 01.12.2014
 
FiftyfiftyAusgabe mit Hape Kerkeling und Gauck
27.11.2014
FIFTYFIFTY WEIHNACHTSHEFT UND AUSSTELLUNG
FiftyfiftyAusgabe mit Hape Kerkeling und Gauck
Die Dezember-Ausgabe des Straßenmagazins fiftyfifty mit einigen
Highlights ist erschienen. So schreibt der Bundespräsident Joachim Gauck
ein Vorwort, weitere Autoren sind Hape Kerkeling, der Komiker Herbert
Knebel, ein Interview mit Thomas D. von den Fantastischen Vier, und es
gibt einen Beitrag über den indischen Kinderretter und
Friedensnobelpreisträger Kailash Satyarthi. Außerdem lädt die Fiftyfifty-
Galerie in der Jägerstraße 15 zu einer Ausstellung mit Werken von Lior
Körner zugunsten der Obdachlosenhilfe ein.
Im Vorwort des neuen Heftes schreibt Bundespräsident Joachim Gauck: Der
Augenblick, in dem auf einem Bahnhofsvorplatz oder an einer Bushaltestelle
eine Straßenzeitung den Besitzer wechselt, ist zwar meistens nur ein kurzer,
aber doch ein wichtiger Moment der Solidarität. Weil darin mitschwingt: Es ist
mir nicht egal, wie es Ihnen geht. Ich will etwas dazu beitragen, dass Sie den
Schritt in ein anderes, ein selbstbestimmteres Leben schaffen können. ...
Die Titelgeschichte befasst sich mit dem neuen Buch von Hape Kerkeling (Der
Junge muss an die frische Luft). Der Komiker, Entertainer und Autor hat sich
mit einer Ausgabe unserer Zeitung fotografieren lassen und gesagt: fiftyfifty ist
eine gute Idee, die ich gerne unterstütze, denn Obdachlose brauchen unsere
Hilfe.
Passend zur Vorweihnachtszeit hat Comedian Herbert Knebel einen
Gastbeitrag in seinem typischen Ruhrpottdeutsch geliefert. Darin: Mein ganz
persönlichet Haileit! Weihnachtsmarkt! Der Terror hat ein Gesicht! Dat Elend
trägt einen Namen! Da wird dann der ganze nutzlose Plunder für teuer Geld
verscherbelt, den se im 1 Euro Shop dat ganze Jahr über nich losgeworden
sind. Dat landet dann aum Weihnachtsmarkt als Heimarbeit ausn Erzgebirge,
Sauerland, Eifel oder andre verarmte Gegenden!
Schließlich: ein Interview mit Thomas D. von den Fantastischen Vier zum 25-
jährigen Bandjubiläum. Darin: Wir werden weiser und reifer und gewinnen
Erfahrungen, die wir mitteilen können. Gleichzeitig bin ich auch stolz darauf,
dass wir die Ältesten sind und diesen Scheiß immer noch machen, ohne uns
einer Jugendkultur anzubiedern. Außerdem: Ein Beitrag über den indischen
Kinderretter und Friedensnobelpreisträger Kailash Satyarthi, friedenspolitische
Überlegungen des Theologen Peter Bürger und eine aktuelle sozialkritische
Analyse über Ebola.
Das neue Heft kostet 1,90 Euro und ist bei Obdachlosen in Düsseldorf,
Duisburg, Mönchengladbach, Krefeld, Essen, Bonn, im Bergischen Land und in
Frankfurt/Main erhältlich. Die Hälfte vom Verkaufspreis dürfen die Verkäufer
für sich behalten. Das Weihnachtsheft erscheint in einer erhöhten Auflage von
75.000 Exemplaren (statt üblicherweise 40.000).
Ausstellung
Heute Abend beginnt die Vernissage der Ausstellung Die große Wäsche von
Lior Körner (Jahrgang 1982) in der Fiftyfifty- Galerie. Wir zeigen neue
Zeichnungen und Druckgrafiken dieses einzigartigen Künstlers, der unsere
Obdachlosenhilfe schon seit Jahren großzügig unterstützt. Freuen Sie sich auf
eine im wörtlichen Sinne groß-artige Ausstellung (Vorbesichtigung ab 27.11.,
Dauer bis Januar 2015, Eröffnung 28.11. 19 Uhr). Nicht wenigen Künstlern wird
die Ehre einer Einführungsrede durch einen bedeutenden Kurator eines
bedeutenden Museums zuteil. Seien Sie gespannt auf die erläuternde Worte
von Dr. Kay Heymer, Museum Kunst Palast, Düsseldorf. Im Anschluss spielt das
Ensemble TTT Freejazz vom Feinsten. Frank Wollny (Bass) und Ryan Carniaux
(Trompete) lassen sich von den Bildern Lior Körners inspirieren auch eine
Form der Interpretation seines Werkes, so Hubert Ostendorf von Fiftyfifty.
Am Vernissage-Abend (und nur an diesem Abend) bieten wir Ihnen eine
hochwertige Lithografie-Edition von Lior Körner gegen eine Spende für
Obdachlose, deren Höhe Sie selbst festlegen. Wir haben nur 50 Grafiken. Wenn
Sie Ihr Kommen verbindlich per Rückmail anmelden, setzen wir Sie auf eine
Bevorzugten-Liste (nur die ersten 50 mails, natürlich).
Näheres unter www.fiftyfifty.de und www.fiftyfifty-galerie.de
Neue Düsseldorfer Online Zeitung, 27.11.2014
 
Erneut Einbruch bei
Düsseldorf. Der Hilfsorganisation für Obdachlose fehlen jetzt rund 4000 Euro. Von Christian Herrendorf

Übers Metalltor geklettert, die Holzabdeckung vom Fenster weggebrochen, die Scheibe eingeschlagen, den Tresor geknackt - mit hohem Maß an krimineller Energie sind Unbekannte in der Nacht zu Montag in den Verkaufskiosk der Obdachlosenzeitung an der Immermannstraße eingestiegen. Für "Fiftyfifty" war es der zweite Einbruch innerhalb von drei Monaten. In beiden Fällen entstand ein Schaden von jeweils rund 2000 Euro.

"Wir sind fassungslos", sagte "Fiftyfifty"-Mitarbeiterin Magdalene Risch, nachdem sie den Tatort in der Stadtmitte besichtigt hatte. "Wir haben nach dem ersten Einbruch alles stärker gesichert, deshalb ist nun die Zerstörung noch größer." Die Täter hätten den Wohnungslosen damit doppelt geschadet, weil der Kiosk so verwüstet ist, dass dort vorerst kein Verkauf möglich ist - und weil auch die Einnahmen verschwunden sind. Risch: "Uns bleibt nur eins: Wir müssen alles noch besser sichern."

Die Polizei untersucht die Spuren, die sie gestern aufgenommen hat, auch darauf, ob es Zusammenhänge zur ersten Tat gibt. Die Betroffenen haben den Eindruck, dass der oder die Täter nach einem ähnlichen Muster vorgegangen sind. Zudem scheint es sich um jemanden zu handeln, der mit der Örtlichkeit gut vertraut ist oder der einen Tippgeber hat, der sich dort gut auskennt. "Wir ermitteln auch in diese Richtung", sagte Polizeisprecher Marcel Fiebig.

Da der Einbruch recht laut geschehen sein muss, hofft die Polizei noch auf Zeugen, die sich unter Telefon 0211 8700 melden können.
Rheinische Post, 11.11.2014
 
Tresor geknackt: Zweiter Einbruch bei Fifty-Fifty
Polizei: Täter erbeuteten schon im August Geld aus einem Verkaufskiosk des Obdachlosenvereins.

Bittere Erfahrung für den Obdachlosenverein Fifty-Fifty: Geld aus der Kasse des gleichnamigen Straßenmagazins ist bei einem Einbruch gestohlen worden - es ist schon der zweite Diebstahl inerhalb weniger Wochen an gleicher Stelle.

Gestern wandte der Verein sich mit der Nachricht an die Öffentlichkeit. In der Nacht zu Donnerstag haben Unbekannte das oben mit spitzen Zacken versehene Eisentor zum Innenhof des Franziskanerklosters an der Immermannstraße überwunden. Dann verschafften sie sich mit Gewalt Zutritt zu dem kleinen Container, von dem aus die Magazine an die Verkäufer abgegeben werden, und knackten dort den Tresor. "Das ist im August schon einmal passiert, in beiden Fällen wurden zusammen rund 2000 Euro erbeutet" berichtet Magdalene Risch von Fifty-Fifty. Dazu komme noch einmal etwa die gleiche Summe für Reperaturen. Versichert ist der Verein nicht.

Dort hofft man nun, dass die Täter gefunden werden, die Vorgehensweise sei beide Male ähnlich gewesen. "Allein das Eisentor zu überwinden, dafür braucht es schon Energie", so Magdalene Risch gestern. Fifty-Fifty will das Häuschen diesmal effektiver sichern. Zudem sollen in dem Tresor nachts keine größeren Summen Bargeld mehr aufbewahrt werden.
Westdeutsche Zeitung, 11.11.2014
 
Tresorknacker zu Besuch bei "fiftyfifty"
Von Günther Classen

Düsseldorf - Die "fiftyfifty"-Mitarbeiter sind entsetzt. Zum zweiten Mal wurde in den Verkaufskiosk im Hof des Franziskaner-Klosters an der Immermannstraße eingebrochen und ein Schaden von 4000 Euro hinterlassen. Dabei wurde auch ein schwerer Tresor geknackt mit den Einnahmen der Verkäufer. Magdalene Risch: "Zuerst waren die Täter im August hier, kamen dann letzte Woche wieder. Da war brutale Gewalt am Werk. Die Täter können wir überall vermuten. Es herrscht hier ein großer Publikumsverkehr einschließlich der Speisungen." Der Sachschaden ist dabei größer als die Beute, die im Bereich nur weniger 100 Euro liegt. Risch: "Es ist das Geld aus den Verkaufserlösen, das ist bitter, zumal uns keine Versicherung den Schaden ersetzt. Wir haben jetzt weitere Sicherheitsmaßnahmen ergriffen, die wir hier aber lieber nicht erklären wollen." Wer "fiftyfifty" helfen möchte: Postbank Essen, IBAN: DE35 3601 0043 0539 6614 31 BIC: PBNKDEFF
Express, 11.11.2014
 
Mantelspenden für Obdachlose
(RP)Zu einer besonderen Mantel-Teilung ruft der Düüsseldorfer "gutenachtbus", ein Hilfsprojekt für Obdachlose, auf: Wer eine warme Jacke oder einen Mantel übrig hat, kann diese Spenden am morgigen Dienstag von 22 bis 23 Uhr vor dem Kom(m)ödchen am Bus abgeben. "Auch in Düsseldorf gibt es Arme, die im Winter frieren müssen", sagt Bruder Peter Amendt, Leiter des gemeinsamen Projektes von vision:teilen und fiftyfifty.
www.gutenachtbus.org
Rheinische Post, 10.11.2014
 
Mäntel für Obdachlose
Wer eine warme Jacke oder einnen Mantel übrig hat, kann damit am 11. November zum "gutenachtbus" kommen. Der Bus, ein Hilfsprojekt für Obdachlose, steht von 22 bis 23 Uhr vor dem Kom(m)ödchen. Das Projekt von Fifty-Fifty und vision:teilen ist auf Spenden angewiesen, damit Obdachlose unter anderen mit Kleidung und Lebensmitteln versorgt weren können.
Westdeutsche Zeitung, 08.11.2014
 
Fiftyfifty will enger mit der Stadt kooperieren
(sg) Nachdem die Stadtverwaltung gestern mit Blick auf den bevorstehenden Winter die Hilfsangebote für Wohnungslose vorgstellt hat, meldet sich nun auch die spendenfinanzierte Obdachlosenorganisation Fiftyfifty zu Wort und weist auf Angebote hin. Die Organisation hat aus den Erlösen der eigenen Galerie und aus Spenden mehrere Wohnungen gekauft, in denen Obdachlose auch für längere Zeit untergebracht werden. Eine dieser fünf Wohnungen ist als akute Notunterkunft eingerichtet.

Fiftyfifty-Geschäftsführer Hubert Ostendorf hat für das neue Jahr einen Termin mit OB Thomas Geisel vereinbart, will dann im Rathaus über eine engere Zusammenarbeit mit der Stadt sprechen. "Es geht darum, unsere Hilfsmaßnahmen sinnvoll zu bündlen und bekannt zu machen", so Ostendorf. Gemeinsam mit der franziskanischen Initative vision-teilen betreibt Fiftyfifty neben den Notunterkünfeten auch den "Gute Nacht Bus", der als mobiles Sprech-und Esszimmer für Obdachlose unterwegs ist.

Das Fiftyfifty-Notquartier ist insofern besonders, als dort auch Paare und Obdachlose mit Hunden unterkommen können. Gerade für letztere gibt es kaum Notschlafstellen", sagt Ostendorf. Deshalb Deshalb versucht der Verein, vor dem Winter Obdachlose, die Unterkünfte meiden, zumindest mit warmen Schlafsäcken zu versorgen. "Wir haben einen Großhändler gefunden, der uns für 150 Thermo-Schlafsäcke einen sehr guten Preis macht"; sagt Ostendorf. Doch auch die 30 Euro pro Schlafsack müssten bezahlt werden, dafür bittet der zu Fiftyfifty gehörende Asphalt e.V. um Spenden. (Asphalt e.V., Stichwort: Schlafsack, Postbank Essen; BIC: PBNKDEFF, IBAN: DE 3536010043 05396614 31) Auch Sachpenden nimmt der Verein an, allerdings keine einfachen Stepp-Schlafsäcke. "Auch in denen kann man bei nächtlichen Minusgraden erfrieren", sagt Ostendorf.
Rheinische Post, 07.11.2014
 
Niemand muss auf der Straße schlafen
In den nächsten Nächten werden Temperaturen um fünf Grad erwartet. Stadt und Hilfsorganisationen bereiten sich darauf vor, im Winter mehr Obdachlose in ihren Notunterkünften aufzunehmen. 140 Plätze gibt es das ganze Jahr über.

Für den Durchschnittsbürger sind die nächtlichen Temperaturen gerade niedrig genug, um zumindest kurzzeitig die Heizung anzuschalten. Für Obdachlose dagegen sind die bisherigen Herbstnächte noch ausreichend mild, viele behalten ihre Schlafplätze in Hauseingängen und windgeschützten Nischen.

Doch das wird sich in den kommenden Wochen ändern. Mit Minusgraden und Frost steigt jeden Winter die Zahl derer, die vom Angebot der Stadt und kirchlicher Einrichtungen Gebrauch machen. Nicht nur die Kälte, auch der Schutz vor Übergriffen mag in der dunklen Jahreszeit eine Rolle dabei spielen, dass selbst jene unter den Wohnungslosen, die aus Überzeugung lieber unter freiem Himmel als unter einem Dach schlafen, dann die Notschlafstellen nutzen.

900 Männer und Frauen letztere sind deutlich in der Unterzahl sind von der städtischen Wohnungslosenhilfe in Notunterkünften untergebracht. Das sind städtische Wohnungen ebenso wie Sammelunterkünfte. Weitere 140 Notschlafstellen stehen das ganze Jahr über zusätzlich zur Verfügung. Und diese Kapazität kann die Stadt jederzeit erweitern. Mit Blick auf den bevorstehenden Winter hat auch das Sozialwerk der Ordensgemeinschaft Arme Brüder des heiligen Franziskus zusätzliche Schlafstellen an der Prinz-Georg-Straße geschaffen, teilte die Stadt mit.

Im Rathaus weiß man von 120 bis 150 Personen, die die Angebote nicht nutzen. Scham mag dabei ebenso eine Rolle spielen wie Unwissenheit oder auch Angst vor Behörden. An sie richten die niederschwelligen Angebote, sich tagsüber bei zumeist spendenfinanzierten warmen Mahlzeiten und in geheizten Räumen aufzuwärmen. Und eben auch zusätzliche Schlafplätze im Winter.

Im extrem kalten Januar 2009 hatte die Stadt erstmals auf Initiative des damaligen Oberbürgermeisters Dirk Elbers beheizte am Rheinufer aufstellen lassen, die das DRK betreute. Später hatte bei extremen Temperaturen die Bergerkirche ihre Tore für Obdachlose geöffnet.

Damit die auch von bestehenden Angeboten erfahren, sind Streetworker im Einsatz, die sich finanziert von der Stadt und Landschaftsverband Rheinland um die Obdachlosen kümmern, auch den Kontakt zu ihnen halten. Und auch die Mitarbeiter des städtischen Ordnungs- und Servicedienstes OSD haben in der kalten Jahreszeit ein Auge auf die Obdachlosen. Wer nicht in eine Notschlafstelle will, kann bei ihnen wenigstens einen warmen Schlafsack bekommen. Die Düsseldorfer Bürger bittet die Stadt zudem, selbst auch die Augen offenzuhalten. Wer einen Obdachlosen in potenzieller Gefahr sieht, sollte dann die Beratungsstelle der Wohnungslosenhilfe (Telefon 899 6289) oder die Nachtunterkunft der Ordensgemeinschaft. (Tel. 60283500) anrufen, bei akuter Gefahr den Notruf wählen. Auch, wenn ein Obdachloser plötzlich fehlt, der sonst immer im Viertel unterwegs ist, sind die Hilfsdienste für einen Hinweis dankbar.

Dazu gehört natürlich auch die Obdachlosenhilfsorganisation Fiftyfifty, die ebenfalls Wohnungen unterhält, in denen Obdachlose untergebracht werden können. Bis zum Frühjahr waren Fiftyfifty und die Ordensgemeinschaft enge Partner in der Obdachlosenhilfe. Dann hatte ein Finanzskandal bei den Armen Brüdern, durch den auch Fiftyfifty Spendengelder verlor, ein Zerwürfnis zwischen den beiden verursacht. Im städtischen Infoblatt über Hilfsmöglichkeiten für Obdachlose wird Fiftyfifty nicht erwähnt.
Rheinische Post, 06.11.2014
 
Seit 50 Jahren für die Armen da Teil 1
Goldene Profess
Vor einem halben Jahrhundert haben Bruder Matthäus und Bruder Wendelin ihr Ordensgelübde abgelegt.

Von Anne Wolf

Dass sie in eine Ordensgemeinschaft eintreten wollen, war Bruder Matthäus und Bruder Wendelin früh klar. "Ich war von der Erstkommunion beeindruckt", erinnert sich Bruder Matthäus. Bereits damals habe er ein persönliches Verhältnis zu Jesus empfunden. "Als ich das Gymnasium verlassen habe, habe ich mich dann gefragt, was für ein Leben ich eigentlich führen will", erzählt der 70-Jährige.
"Ich war mir relativ schnell sicher, dass es ein religiöses und ein karitatives sein soll." Priester zu werden, sei für ihn nicht infrage gekommen. "Das habe ich mir nicht zugetraut." Und so gelangte Matthäus, der zwar katholisch aufgewachsen ist, "aber nicht streng reglementiert" schließlich bei der Armen Brüdern.

Die Eltern waren von den Plänen anfangs nicht recht begeistert

Die Eltern seien von der Idee anfangs nicht so recht begeistert gewesen. "Natürlich hätte mein Vater, der Ingenieur war, gerne gesehen, dass ich ihm nachfolge.
Aber der war da pragmatisch."
Die Mutter habe schrecklich geweint. Aber zugestimmt. "Ich war ja erst 19, damals war man erst mit 21 volljährig." 50 Jahre ist es bereits her, dass Bruder Matthäus den Profess, sprich: das Ordensgelübde abgelegt hat.
Auch Bruder Wendelin ist seit 50 Jahre dabei. Gefeiert wurde das an diesem Wochenende.
Während Bruder Matthäus aus Düsseldorf stammt, hat Bruder Wendelin, einen längeren Weg zurückgelegt, bevor er bei den Armen Brüdern in Düsseldorf landete. "Ich war ziemlich aktiv in der Katholischen Jugend und war 22, als ich den Entschluss gefasst habe, in den Orden einzutreten." Geboren im Saarland kam er über das Mutterhaus in Aachen 1982 nach Düsseldorf. "Einzelzimmer gab es damals noch nicht. Hier war alles spartanischer und ich einer der Jüngsten", erinnert sich der 73-Jährige.
Waren in Düsseldorf in den Anfangsjahren noch 14 Brüder Zuhause, sind es heute noch nicht mal mehr eine Handvoll.
Was Bruder Matthäus und Bruder Wendelin sehr bedauern.
Bruder Matthäus schätzt, dass die Menschen mit Arbeit und Familie genug zu tun haben, was sie ausfüllt: "Die Sinnfrage stellt sich heute nicht mehr so." Eine Beziehung zum Schöpfer aufzubauen - das sei vielen fremd.
Auch er selbst habe den Gedanken gehabt: "Mein Gott, ist das das Richtige?" Aber dieser Gedanke habe nie dazu geführt, einen anderen Weg einzuschlagen: "Zu den Gelübden gehört auch die Treue", sagt der 70-Jährige.
Bruder Wendelin hatte sich eigentlich vorgestellt mit jungen Leuten zu arbeiten, bevor er nach Düsseldorf kam.
Obwohl er sich nun um Obdachlose kümmert, bereut er seine Entscheidung, in den Orden eingetreten zu sein, nicht. "Für die Zukunft wünsche ich mir, dass ich mein religiöses Leben so weiterführen kann.

Als Mönch zurückgezogen leben? Ein Wunschtraum

Auch Bruder Matthäus gibt zu, dass er sich seine Arbeit anfangs anders vorgestellt hatte, das Ideal, als Mönch zurückgezogen zu leben, sich nicht verwirklichen ließ.
Heute mache es ihn froh, Menschen die in der Gesellschaft
WZ, 18.10.2014
 
Seit 50 Jahren für die Armen da Teil 2
keinen Platz gefunden hätten einen Lebensraum zu schaffen.
Für die Zukunft wünscht er sich auch, ein positives Bild der Armen Brüder vermitteln zu können. Wie die WZ berichtete, waren die Armen Brüder dubiosen Anlagebetrügern aufgesessen und hatten 7,2 Millionen Euro verloren. "Die Leute haben uns vertraut. Ich kann verstehen, dass viele, die uns gegenüber positiv eingestellt waren, geschockt sind", sagt er.
WZ, 18.10.2014
 
Nach Finanz-Skandal: Die "Armen Brüder" kritisieren jetzt "fiftyfifty"
...und sie werben um neues Vertrauen in der Stadt
von Michael Kerst

Düsseldorf - Der millionenschwere Finanzskandal um die "Armen Brüder des Heiligen Franziskus" und die Obdachlosenhilfe "fiftyfifty" (EXPRESS berichtet) geht in eine neue Runde - und erstmals setzen sich die "Brüder" zur Wehr.
In einem Interview der Zeitschrift "Forum Katholikenrat Düsseldorf" nehmen der Vorsitzende des Vereins "Sozialwerke e. V.", Bruder Matthäus Werner, und Geschäftsführer Heinz Theo Wollschläger Stellung und wollen "Fakten gerade rücken, die in der öffentlichen Wahrnehmung fehlerhaft dargestellt worden sind", so Wollschläger. "Wenn der Geschäftsführer von >>fiftyfifty<<, d.Red.) davon spricht, dass mehr als 22 Millionen Euro aus Spendengeldern des >>fiftyfifty<<-Vereins in Projekte der >>Armen Brüder<< geflossen seien, so ist das schlichtweg falsch."
Bruder Matthäus verspricht Transparenz "so offen wie möglich und nötig" und will das Vertrauen und den "Kredit" in der Düsseldorfer Öffentlichkeit "unbedingt erhalten".
Express, 17.10.2014
 
Seit 50 Jahren für die Armen da
Goldene Profess
Vor einem halben Jahrhundert haben Bruder Matthäus und Bruder Wendelin ihr Ordensgelübde abgelegt.

Von Anne Wolf

Dass sie in eine Ordensgemeinschaft eintreten wollen, war Bruder Matthäus und Bruder Wendelin früh klar. "Ich war von der Erstkommunion beeindruckt", erinnert sich Bruder Matthäus. Bereits damals habe er ein persönliches Verhältnis zu Jesus empfunden. "Als ich das Gymnasium verlassen habe, habe ich mich dann gefragt, was für ein Leben ich eigentlich führen will", erzählt der 70-
WZ, 17.10.2014
 
"Haben zu stark auf Fifty-Fifty gesetzt"
VERZOCKT Arme Brüder rechtfertigen sich in einem Interview.

Gut sieben Millionen Euro hat sie in den Sand gesetzt: die Ordensgemeinschaft der Armen Brüder des Heiligen Franziskus. Inzwischen ist ein gutes halbes Jahr über die Affäre hinweggegangen. Für Geschäftsführer Heinz-Theo Wollschläger offenbar genug Zeit, um nun in einem Interview seine Sicht darzustellen. In der aktuellen Ausgabe des "Forum Katholikenrat" äußert er sich gemeinsam mit Bruder Matthäus Werner zu den Vorwürfen.

Bemerkenswert ist zum einen die Tatsache, dass sich beide nach wie vor als Opfer betrachten, sie sprechen von einem "unglücklichen" Investment. Hubert Ostendorf von Fifty-Fifty (der Verein hat seine Spendengelder viele Jahre an die Armen Brüder gegeben) hatte Wollschläger vorgeworfen, sich nicht genug informiert zu haben, er sei einem "dahergelaufenen Vertreter" auf dem Leim gegangen. Nun ätzt Wollschläger gegen Fifty-Fifty. Er "gestehe ein", im Rahmen der Spendenakquise "zu stark" auf Fifty-Fifty gesetzt zu haben. Das ganze Interview: www.katholische-dusseldorf.de/forum-magazin-katholikenrat.html
Westdeutsche Zeitung, 17.10.2014
 
Knoebel spendet drei Kunstwerke
(RP) Imi Knoebel, ehemaliger Schüler von Joseph Beuys und führender Vertreter der Minimal Art, schenkt der Obdachlosenhilfe Fifty-Fifty drei Originalwerke seiner Reihe "Pure Freude" im Wert von 21000 Euro. Verkauft werden sie für jeweils 7000 Euro. Mit dieser Spende will Knoebel seine Anerkennung für die neue Ausrichtung von Fifty-Fifty ausdrücken. Diakoniepfarrer Thorsten Nolting freut sich, denn vom Erlös soll eine Wohnung für Obdachlose Frauen und ihre Kinder gekauft werden. Die Kunstwerke sind in der Galerie, Jägerstraße 15, zu sehen.
Rheinischen Post, 16.10.2014
 
Mini-Lohn und Bier für Obdachlose
Obdachlose Alkoholiker machen die Stadt sauber - für einen Mini-Lohn und drei Flaschen Bier. Gerade erst ist in Essen das umstrittene Projekt "Pick up" gestartet, da zeigen auch die Düsseldorfer schon Interesse an dem Vorhaben. Der Plan: Suchtkranke, die schon mehrere Therapieversuche hinter sich haben, säubern städtische Plätze und erhalten dafür neben 1,25 Euro Stundenlohn auch Bier. Die Idee stammt aus Amsterdam, wo das "Veegproject" (Fegeprojekt) schon seit knapp zwei Jahren erfolgreich läuft.

Thema des Tages
Projekt für Süchtige

Hubert Ostendorf, Geschäftsführer der Obdachlosenhilfe Fifty-Fifty, ist angetan von dem Sozialprojekt: "Die Diskussion dazu muss unbedingt angestoßen werden. Das Projekt ist richtig und gut und ein Beitrag zum sozialen Frieden", sagt er und betont: "Wir akzeptieren die Menschen, nicht den Alkohol. Leider ist die Sucht Bestandteil des Lebens auf der Straße." Es gehe nicht darum, Alkoholabhängigkeit zu fördern. "Wer latent süchtig ist, kommt für diesen Einsatz ja nicht in Frage, nur austherapierte Alkoholiker." Klaudia Zepuntke (SPD) ist stellvertretende Vorsitzende des Sozial- und Gesundheitsausschusses und verspricht: "Bei der Drogenhilfe wird sich viel tun, das Projekt aus Essen kann ein weiterer Baustein sein."

Niedrigschwellige Angebote für Schwerstabhängige sind wichtig

Niedrigschwellige Angebote, die Schwerstabhängige erreichen und sie wieder an das Gesundheitssystem anschließen, seien wichtig. "Das Thema darf aber nicht so platt als Suff-Projekt rübergebracht werden. Da muss man schon etwas tiefer ins Thema einsteigen."
Auch die CDU, die in der Vergangenheit Projekte wie Alkoholkonsumräume ablehnte, hat jetzt als Oppositionspartei eine Kehrtwende vollzogen: "Wir waren bislang ja mit einer recht konservativen Grundhaltung ausgerüstet, haben uns im sozialen Bereich oft schwer getan", gibt Andreas-Paul Stieber zu, Sprecher der CDU im Sozial- und Gesundheitsausschuss, und fügt hinzu: "Wenn wir mit einem solchen Projekt Obdachlose davon überzeugen können, zu einem geordneten Tagesablauf zurückzufinden, dann lohnt es, ein solches Projekt zu starten." Man müsse sich jetzt zusammensetzen und auch mit den Projektkoordinatoren in Amsterdam und Essen reden.
Derweil ist die Meinung bei den Betroffenen zu dieser Initiative gespalten.
Barbara (32), die seit Anfang des Jahres wieder auf der Straße lebt und zur Zeit im Methadon-Programm ist, stört der Mini-Lohn: "Ein-Euro-Jobs gibt es überall. Die Bezahlung müsste besser sein, so fühlen wir uns nur ausgenutzt", sagt sie. Der drogenabhängige Christian (32) regt sich sehr über die Gabe von Bier auf: "Mit Alkohol ist man nicht Herr der Lage und kann auch nicht arbeiten, so erreicht man gar nichts." Wolfgang (41) ist seit fünf Jahren Obdachlos und alkoholabhängig: "Die Idee ist gut, man will uns verstehen und uns mit Bier locken, das könnte mich interessieren!".


Ist das Projekt für Betroffene und Stadt sinnvoll?

Ja, das Projekt hat eine Chance verdient, weil Verdrängen und Verbote bisher wenig gebracht haben.

Von Marion Seele-Leichert

Putzen für Bier-das Projekt polarisiert und erhitzt die Gemüter. Viele empören sich darüber, dass Schwerstabhängige ohne nennenswerte Bezahlung als billige Arbeitskraft ausgebeutet und dann auch noch mit Suchtmitteln versorgt werden. Das Konzept ist jedoch ein
unkonventioneller Ansatz, Schwerstabhängige überhaupt zu erreichen, um so den Einstieg in weitere Hilfsangebote zu ermöglichen. Suchtkranken Bier als Lohn für gemeinnützige Arbeit zu geben mag zwar eine ungewöhnliche Maßnahme sein, kann aber ein Mittel zum Zweck sein und die Teilnehmer des Projektes dauerhaft mobilisieren. In Amsterdam hat die Initiative bereits Erfolg, neben der Suchtbekämpfung sorgte die Straßenaufräumarbeit für einen strukturierten Tagesablauf.
Nur wer schon viele Jahre lang von harten Drogen abhängig war und harte Alkoholika konsumiert, dem bietet das Projekt drei Flaschen Bier - mehr nicht. Und die alkoholabhängigen Obdachlosen erhalten durch diese Arbeit zudem das wichtige Gefühl, gebraucht zu werden. Das Projekt hat eine Chance verdient, zumal Verdrängen und Verbote bislang wenig gebracht haben. Bier und Besen sind ein Therapieansatz!

Nein, wenn dieses Projekt auch in Düsseldorf umgesetzt würde, wäre das der dritte Schritt vor dem ersten.

Von Rene Schleucher

Schon die Idee mit dem Bier geht gar nicht. Ja, Drogenpolitik braucht einen akzeptierenden Ansatz. Aber dann wäre es besser einen höheren Stundenlohn zu zahlen. Das würde vermeiden, dass sich die Betroffenen ausgenutzt fühlen. Und jeder könnte sich das Bier kaufen, das er braucht. Es ihm noch in die Hand zu drücken, ist nicht wirklich nötig.
Was vor allem aber gegen eine Umsetzung des Projektes in Düsseldorf spricht, ist, dass es den dritten Schritt vor dem ersten bedeuten würde.
Wer den akzeptierenden Ansatz ernst meint, sollte sich für eine staatlich kontrollierte Heroin-Abgabe stark machen - das wäre viel dringender. Allein schon deshalb, weil viele Junkies stark unter verunreinigtem Stoff leiden. Wenn man auf diesem Pfad weitermachen will, könnte man sich in einem zweiten Schritt auch der Trinker-Szene annehmen. So wurde in Düsseldorf vor drei Jahren die Einführung eines Trinkerraumes diskutiert, wo sich Alkoholabhängige täglich aufhalten dürfen. Der Konsum etwa von Bier würde dort toleriert. Es könnte dort Essen ebenso geben wie eine medizinische Grundversorgung sowie den Zugang zu Sozial- und Therapieangeboten. Leider gab es dafür damals keine Mehrheit.
WZ, 15.10.2014
 
Straßenhunde als Fotomotive im neuen Kalender
Ein silbergrau-melierter Zwergpudel schaut interessiert in die Kamera, ein süßer Mischling posiert vor der Schlossturm-Kulisse, und ein Schäferhund räkelt sich am Rheinufer. Insgesamt ein Dutzend Vierbeiner führen im neuen "Straßenhund-Kalender" der Obdachlosen-Initiative Fiftyfifty durchs Jahr 2015. Es gibt ihn ab sofort bei den Verkäufern des Düsseldorfer Straßenmagazins. Die Motivauswahl ist groß, denn viele von ihnen sind längst auf den Hund gekommen. Wenn sie ohne Hund an ihrem Stammplatz vor dem Rewe-Supermarkt in Oberkassel steht, dann fragen Passanten Fiftyfifty-Verkäuferin Heidi U.garantiert:"Ist Yoschi krank?" Die beiden gehören einfach zusammen, nur bei schlechtem Wetter bleibt der Zwergpudel zuhause, er ist schon ein alter Hund, längst zahnlos, doch die Jahre haben seine zierliche Gestalt nicht verändert. Was ihr der Hund bedeutet? "Alles", sagt Heidi U. Das gilt für viele ihrer Kollegen, oft haben sie mit Menschen nicht die besten Erfahrungen gemacht, "aber ihre Hunde enttäuschen sie sie."
Es sei ein Vorurteil, dass Wohnungslose nicht gut mit ihren Tieren umgehen, meint auch Fiftyfifty-Geschäftsführer Hubert Ostendorf. Er zitiert die Milieustudie eines bekannten Hundetrainers, der zu dem Ergebnis kommt, dass eher das Gegenteil richtig sei: Obdachlose würden ihre Hunde eigentlich nie allein lassen und sie gut behandeln. Umgekehrt aber bietet der Hund seinem Menschen Schutz, "und er motiviert ihn dazu, Verantwortung zu übernehmen, für den Hund, aber auch für sich selbst", so Ostendorf. Der "Straßenhund-Kalender" ist in einer Auflage von 8000 Stück erschienen ( er kostet zehn Euro, die Hälfte bleibt dem Verkäufer), das Vorwort hat diesmal die Fernseh-Journalistin Claudia Ludwig geschrieben. Vom Erlös wird "Underdog" unterstützt, das Tierarztprojekt von Fiftyfifty. Alle zwei Wochen macht der Bus mit ehrenamtlichen Tierärzten in der Altstadt und in Holthausen Station, Obdachlose können dort ihre Hunde kostenlos behandeln lassen. Julia von Lindern, die als Sozialpädagogin in dem Projekt arbeitet, beobachtet immer wieder die starke Bindung zwischen Obdachlosen und ihren Vierbeinern, und dass diese Hunde oft besonders gelassen sind. Außerdem:"Über die Tiere erreichen wir die Menschen."
Rheinischen Post, 08.10.2014
 
Hubert Ostendorf: Wir haben die Krise überwunden
DÜSSELDORF
Hubert Ostendorf (53) setzt sich mit seinem Verein fiftyfifty seit fast 20 Jahren für Obdachlose in der Stadt ein. Vor etwa einem halben Jahr erschütterte der Finanzskandal rund um die Partner Ordensgemeinschaft der Armen Brüder den Verein in den Grundfesten.
Ein hoher Millionenbetrag war verspekuliert worden. Bei vielen Bürgern herrschte Misstrauen. Mit dem EXPRESS sprach er über die schwierige Zeit nach dem Skandal, zukünftige Projekte, den Wandel der Obdachlosigkeit und darüber, was der neue OB Thomas Geisel besser machen kann als sein Vorgänger.
Wie schwer hat sie der Finanzskandal getroffen?
Die ersten Folgen waren katastrophal. Ich konnte nachts nicht mehr schlafen. Alles stand auf null. Ich sah mich vor den Trümmern von 20 Jahren harter Arbeit. Die Leute haben kein Magazin mehr gekauft, die Künstler haben sich abgewendet und die Spenden blieben aus.

Vermutlich litten auch die Straßenverkäufer darunter
Klar, die Leute drückten unseren Verkäufern ein paar Münzen in die Hand und sagten: Aber nicht verzocken. Dabei sind sie diejenigen, die am wenigsten dafür konnten.
Haben sie zu dieser Zeit darüber nachgedacht, aufzugeben?
Nein, natürlich nicht. Wir haben uns sofort mit dem ganzen Team getroffen, was die fiftyfifty-Familie dann extrem gestärkt hat.
Wie haben sie versucht, das Vertrauen der Bürger zurückzugewinnen?
Durch Öffentlichkeit. Ich habe jeden Brief, der mir geschrieben wurde, per Hand beantwortet. Zudem haben wir einen neuen Beirat gegründet, haben uns neu aufgestellt. Diese Veränderungen haben wir kommuniziert, und das ist uns in der Bevölkerung zum Glück auch abgenommen worden. Das Vertrauen ist zurückgewonnen, wenn auch nicht vollständig.
Das heißt, fiftyfifty geht es wieder gut?
Ja, die Krise ist überwunden. Wir sehen hoffnungsvoll in die Zukunft. Wir haben tolle neue Projekte, auch wenn sich die Finanzierung schwierig gestaltet. Wir stehen jedenfalls nicht mehr vor der Situation, dass die Existenz von fiftyfifty auf dem Spiel steht.
Welche Projekte sind denn geplant?
In der Frauen-Notaufnahmestation Ariadne hinter dem Hauptbahnhof sind allein letztes Jahr 54 Frauen mit ihren Kindern aufgenommen worden so viele wie noch nie. Diakoniepfarrer Thorsten Nolting und ich sind allerdings der Meinung, dass dies kein richtiges Umfeld für Kinder ist. Man braucht für Kinder eigene Räume, wie ein Spielzimmer. Deshalb planen wir zusammen mit der Diakonie, eine Wohnung einzurichten, in der wir vier, fünf Frauen mit ihren Kindern unterbringen können. Aufgrund des überhitzen Immobilienmarkts in der Stadt, wird es allerdings teurer als geplant.
Hat sich die Obdachlosigkeit gewandelt?
Definitiv. Früher war der typische Obdachlose ein bärtiger Mann im mittleren Alter mit Bierflasche. Heute kommen Obdachlose aus allen Schichten. Außerdem sind es viele Frauen, Kinder oder Menschen mit Migrationshintergrund.
Wird Obdachlosen in Düsseldorf noch zu wenig geholfen?
Ja und nein. In der Gesellschaft wird die Kluft zwischen Arm und Reich immer größer. In Düsseldorf ist die Hilfsbereitschaft allerdings sehr groß, was wir gerade nach der Krise erleben durften. Das Klischee, dass in Düsseldorf nur hochnäsige Menschen wohnen, ist absolut falsch. Wir sind von allen Straßenmagazinen mit das erfolgreichste. Das ist Beweis genug für die Hilfsbereitschaft der Düsseldorfer.
Was wünschen sie sich vom neuen Oberbürgermeister Thomas Geisel?
Wir haben natürlich auch einen politischen Ansatz. Wir wollen immer, dass auch die Rahmenbedingungen verändert werden. Dirk Elbers ist in seiner Amtsperiode nie bei uns gewesen. Die Zeichen unter Thomas Geisel stehen gut. Auf kommunaler Ebene gibt es drei Punkte, wo dringend was passieren muss: Zum einen brauchen wir dringend neuen bezahlbaren Wohnraum. Zweitens sind in den letzten Jahren systematisch Flüchtlings- und Obdachlosenunterkünfte abgebaut worden, was wir stark kritisiert haben. Eine Situation wie in Duisburg, wo die Menschen in Zelten unterkommen, ist doch keine Lösung. Da hat die Politik lange die Augen vor Veränderungen geschlossen. Und drittens muss in der Drogenpolitik was geschehen, wenngleich sich hier schon ein bisschen was getan hat. Aber langfristig muss die Entkriminalisierung von Drogenabhängigen stattfinden. Auch das ist ein Beitrag zum sozialen Frieden. Thomas Geisel hat also genug zu tun.
Express, 22.09.2014
 
Die Hohe Straße feiert am Sonntag
Eine Auktion mit zeitgenössischer Galeriekunst, ein historischer Rundgang wie im Museum oder eine eigene Saxofonistenparade zum Mitmachen - das sind nur drei Argumente, die das Gebiet rund um die Hohe Straße im Herzen der Carlstadt am Sonntag wieder zum kreativen Ankerpunkt Düsseldorfs machen. Zum zwölften Mal feiern die Anwohner und Geschäfte auf der Hohe Straße von 11 Uhr bis 19 Uhr wieder das jährliche Straßenfest.

fiftyfifty-Galerie versteigert Kunstwerke auf der Bastionstraße.

Großen Andrang erwartet Ruth Benninghoven, Hauptorganisatorin des Traditionsfestes, vor allem auf der Bastionstraße: Hier wird die fiftyfifty-Galerie insgesamt 40 Kunstwerke versteigern - die Preise beginnen bei zehn Euro.
Inspirierende Modeeindrücke kann man bei der Modenschau um 15 Uhr sammeln - hier präsentieren 15 Geschäfte der Hohe Straße ihre Kollektion auf ganz individuelle Weise. "Die Skatermarke Titus wird seine Modelle mit Skateboards über den Laufsteg fahren lassen", verrät Ruth Benninghoven.
WZ, 19.09.2014
 
Mädchen helfen Armen
Frida (10) und Mara (9) haben ein Herz für arme Menschen. Aus Verkäufen auf dem Flohmarkt und Auftritten mit Trompete und Klarinette auf der Straße sammelten die beiden 115 Euro - und spendeten das Geld Obdachlosen. In Empfang genommen wurde der Betrag jetzt von fiftyfifty.
WZ, 17.09.2014
 
Schülerinnen sammeln für fiftyfifty
Düsseldorf. Als Alexandra Voskuhl von Fiftyfifty eine junge, helle Stimme am anderen Ende der Leitung hört, ist sie überrascht. Als die zehnjährige Frida dann auch noch anfängt zu erzählen, weswegen sie eigentlich anruft, ist die Überraschung sogar noch viel größer. Denn mit ihrer Freundin Mara (9) hat die Düsseldorfer Schülerin Spenden für die Obdachlosenhilfe gesammelt - beim Verkauf auf dem Flohmarkt und beim Klarinette- und Trompetespielen auf der Straße. 115 Euro sind so zusammengekommen, sagt die Schülerin am Telefon und dass sie damit gerne Wohnungslose in der Stadt unterstützen will.
Woher die beiden Mädchen die Arbeit von Fiftyfifty kennen? Weil ihre Familien öfters die Zeitung kaufen würden, sagen die Mädchen dann wenige Stunden später bei der Übergabe ihrer Spende bei Fiftyfifty an der Jägerstraße. Auch das Projekt "Underdog", die mobile Tierarztpraxis von Fiftyfifty, die sich um die Tiere von Obdachlosen kümmert, sei den Düsseldorfer Schülerinnen deswegen bekannt. Übergeben haben die beiden Mädchen ihre Spende in Höhe von 115 Euro übrigens in einer bunt beklebten Box.

"An dieser Stelle möchten wir uns recht herzlich bei Frida und Mara für ihre Spende und ihr Engagement für Wohnungslose bedanken", sagt Alexandra Voskuhl von der Obdachlosen-Hilfe.

Quelle: RP
Rheinische Post, 17.09.2014
 
Von Kochbüchern und Cowboyhüten
Eigentlich läuft es im Leben doch immer auf eine Frage hinaus: Und, wie war ich? Wir sagen es Ihnen und vergeben Sternchen für die Düsseldorfer Gesellschaft. Wenn es nicht so unfassbar wäre, könnte man drüber lachen: Da dreht sich bei den Jonges an einem Abend alles um Gleichstellung, Emanzipation, um Gewalt gegen Frauen - und da schenkt Wolfgang Rolshoven, Baas dieses Männerbundes, der ReferentIn ein Kochbuch. Ungeschickt, instinktlos unüberlegt. Zur Strafe kein Sternchen. Bei einem Dreh für einen Werbespot hat Schauspieler Mario Adorf einen Cowboyhut liegenlassen. Dieser Hut wurde von der Düsseldorfer Werbeagentur Havas, die schon einige ehrenamtliche Kampagnen für die Obdachloseninitiative fiftyfifty gemacht hat, versteigert. Der gesammelte Erlös von 500 Euro geht an das Projekt "Underdog", bei dem die Hunde der Obdachlose versorgt werden. Vielleicht erfährt Mario Adorf das ja - und macht noch mal ein Scheinchen locker. Erst einmal Lob an die Agentur.
Rheinische Post, 13.09.2014
 
Fiftyfifty stellt Wohnungen für Flüchtlinge bereit
Als Hilda Eno-Ndum mit ihrem einjährigen Sohn noch im Flüchtlingsheim lebte, da war an den Aufbau eines geordneten Lebens nicht zu denken. Seit einigen Tagen lebt sie nun in einem kleinen Apartment in Eller und kann zur Ruhe kommen.
"Ich kann nachts schlafen, mein Sohn kann schlafen. Das ist wunderbar", sagte die 28-jährige Frau, die vor anderthalb Jahren aus Kamerun nach Düsseldorf kam. Sie lernt Deutsch und wünscht sich, eine Ausbildung zur Altenpflegerin zu machen.
Hilda Eno-Ndum ist eine der ersten Teilnehmer eines neuen Wohnprojekts vom Verein Fiftyfifty. Die Obdachlosenorganisation hatte eine Kunstspende, eine Grafik von Gerhard Richter, für 200 000 Euro verkaufen können. Das Geld investierte Fiftyfifty nach und nach in den Kauf von drei Apartments in Düsseldorf (zwei in Eller, eines in Wersten). "Das Bild der Obdachlosen hat sich gewandelt", sagt Hubert Ostendorf von Fiftyfifty. Zwar gebe es heute auch noch die klassischen Berber, aber weniger als früher. Hinzugekommen seien dafür mehr Frauen mit kleinen Kindern, häufig auch mit Migrationshintergrund.
Diejenigen, die im Flüchtlingsheim leben und anerkannte Asylbewerber sind, haben keine Chance eine Wohnung zu finden und sind von Obdachlosigkeit bedroht. Sie sprechen kaum Deutsch und haben keine Arbeit. "Da legen die Vermieter direkt wieder auf", sagt Oliver Ongaro von Fiftyfifty.
Diese Erfahrung machte auch der 28-jährige Ahmad Babelli. Er war vor einem halben Jahr aus Syrien vor den Bomben geflüchtet. Er hatte eine Ausbildung als Mechaniker begonnen aber nicht abgeschlossen. Weil die Maschinen, an denen er arbeitete, aus Deutschland kamen, habe er gedacht, da könne das Land nicht so schlecht sein. Wenn er seine Deutschkenntnisse verbessert hat, möchte er nun endlich den Beruf des Mechanikers erlernen.
Als nächstes Projekt plant Fiftyfifty zusammen mit der Diakonie eine Dependance der Frauennotaufnahme Ariadne. Durch die gestiegenen Immobilienpreise sind aber mittlerweile 400 000 Euro statt der ursprünglich veranschlagten 250 000 Euro notwendig.
RP, 12.09.2014
 
Fifty-Fifty hilft jetzt Flüchtlingen
Am meisten genießt Hilda Eno-Ndum, dass sie und ihr kleiner Sohn Symon endlich in Ruhe durchschlafen können. Vor rund anderthalb Jahren war die 28-Jährige aus Kamerun nach Deutschland geflüchtet. Seitdem hat sie in einer Unterkunft für Flüchtlinge gelebt, in der an einen ruhigen Schlaf nicht zu denken war - eine eigene Wohnung zu finden, schien schier unmöglich. Mit Unterstützung der Obdachlosenhilfe Fifty-Fifty und der Flüchtlingsinitiative Stay kann Eno-Ndum nun doch die Tür zu ihrem eigenen Apartment hinter sich zuziehen.

Thema des Tages
Fifty-Fifty

Mit Spenden, die Fifty-Fifty in den vergangenen Monaten gesammelt hat, hat die Obdachlosenhilfe in Eller und Wersten drei Apartments gekauft, die sie möbliert und Stay zur Verfügung gestellt hat. Bis zu einem Jahr können Flüchtlinge in diesen Wohnungen leben. "Die Menschen können dort endlich zur Ruhe und sich auf ihre Qualitäten besinnen", sagt Oliver Ongaro von Fifty-Fifty.
"Außerdem unterstützen Ehrenamtler die Betroffenen in dieser Zeit, auf dem freien Markt eine richtige Wohnung zu finden", fügt Nicole Tauscher von Stay hinzu.
Zu diesen Betroffenen gehört auch Ahmad Babelli, der aus Syrien nach Deutschland geflüchtet ist. Der junge Mann hofft, bald seine Ausbildung als Mechaniker, die er im vom Bürgerkrieg gebeutelten Land begonnen hatte, fortsetzen zu können.
Für Fifty-Fifty ist die Zusammenarbeit mit Stay auch ein Neuanfang nach dem Bruch mit dem Orden die Armen Brüder.
Die Armen Brüder, an die Fifty-Fifty bisher Spenden weitergegeben hatte, waren dubiosen Anlagebetrügern auf den Leim gegangen und hatten dadurch 7,2 Millionen Euro verloren. Daraufhin hatte Fifty-Fifty die Zusammenarbeit für beendet erklärt. "Dass wir Flüchtlinge unterstützen, bedeutet nicht, dass wir das Betätigungsfeld Obdachlosenhilfe verlassen", sagt Fifty-Fifty-Geschäftsführer Hubert Ostendorf. Vielmehr gebe es den "klassischen Berber" kaum noch, sind auch Flüchtlinge oder Frauen mit Kindern zunehmend auf der Straße anzutreffen.
Natürlich sei das Finanzdebakel nicht spurlos an Fifty-Fifty vorübergegangen. Bisher habe die Obdachlosenhilfe rund zwei Millionen Euro Umsatz im Jahr gemacht, rund 600 000 Euro davon über die Galerie, in der gespendete Kunstwerke verkauft werden. In diesem Jahr, schätzt Ostendorf, komme gerade die Hälfte des Betrages zusammen.
"Der Vertrauensverlust ist einfach da - auch wenn wir bei den Bildverkäufen weiterhin erfolgreich sind." Zu verdanken sei das Gerhard Richter, der nach dem Skandal ein Gemälde gespendet habe, das für 200 000 Euro einen neuen Besitzer gefunden habe. Von diesem Geld hat Fifty-Fifty auch die Wohnung gekauft, die Hilda Eno-Ndum und ihrem Sohn nun einen ruhigen Schlaf ermöglichen.
Die 28-Jährige will sich dort auf ihr nächstes Ziel konzentrieren: "Ich will eine Ausbildung zur Altenpflegerin machen", sagt sie.
WZ, 12.09.2014
 
fiftyfifty kauft Wohnungen für 150 000 Euro
Das Straßenmagazin fiftyfifty startet in Zusammenarbeit mit der Düsseldorfer Flüchtlingsinitiative Stay! ein Wohnprojekt für Asylbewerber. Dafür wurden mit Spendengeldern drei Wohnungen in Eller und Wersten für insgesamt 150 000 Euro gekauft, in denen Flüchtlinge künftig bis zu sechs Monate leben können.

Oft sei der Schritt aus einer Flüchtlingsunterkunft in eine eigene Wohnung zu groß und ende wieder in einer Notunterkunft, erklärt Fiftyfifty-Geschäftsführer Hubert Ostendorf: Aus den Appartements heraus findet sich leichter eine neue Wohnung. Diese sollen speziell Müttern mit Kindern Platz auf 25 bis 30 Quadratmetern bieten. Die Wohnungen befinden sich in normalen Wohngegenden mit einer gemischten Hausgemeinschaft. Ostendorf: Problemhäuser wie in Duisburg soll es nicht geben. Wir hoffen, dass die Integration der Flüchtlinge auch durch die Nachbarn gelingt.

Das Budget für die Hausfinanzierung stammt von einer Großspende, die fiftyfifty durch den Verkauf einer Grafik von Gerhard Richter einnehmen konnte: 200 000 Euro wurden dabei zu gleichen Teilen aufgeteilt in ein Wohnprojekt für obdachlose Mütter und eben jene neuen Asylbewerberwohnungen.
NRZ, 10.09.2014