die kunst zu helfen
Nina Fandler - Biographie

Die junge Künstlerin, die an der Düsseldorfer Akademie bei Konrad Klapheck als Meisterschülerin bei Jan Dibbets studiert hat, zeigt großartige Bilder, die sich mit dem beschäftigt, was Obdachlosen fehlt und wonach sie sich sehnen, nämlich eine Be-Hausung. Nina Fandlers Bilder schöpfen ihre Motivik aus dem schöpft, was uns alltäglich umgibt: Szenen der Stadt, Häuser, genauer gesagt: Teile davon, nicht selten Türen. Das Ergebnis fasziniert – indem es uns verstört: Das für gewiss gehaltene offenbart sein im Grunde rätselhaftes Wesen, die vermeintliche Banalität einer Reihenhaustür explodiert in ein psychedelisches Verwirrspiel aus Farbe und Form. Dieses nötigt den Betrachter zum Fragen: Führt die Künstlerin uns in die Irre, indem sie das Alltägliche mit einer malerischen Kraft überhöht? Oder führt sie uns am Ende aus der Irre heraus, indem sie jene Apathie, dank derer wir mechanisch durchs Dasein gleiten können, unverhofft durchbricht – und unseren plötzlich wachen Blick darauf lenkt, dass wir hier doch in der merkwürdigsten aller Welten leben? In einer Welt, in der Menschen ihr Zuhause, ihr Umfeld, ihre ganze Realität hinterfragen. In der die Banalität des scheinbar Normalen existentielle und auch sozialkritische Anfragen hinterlässt. Der Mensch begegnet uns in Fandlers Bildern nur indirekt, entzieht sich dem Blick durch Spiegelung – wodurch das Vertraute in scheinbar nicht erreichbare Ferne gerückt wird. Wir sehen den Menschen durch die verschlossene Tür, als Schemen, Schatten, in Eins verschmolzen mit seiner magischen Behausung. Die Dinge werden zweideutig, auch dadurch, dass sie doppelt da sind: als sie selbst und als Schatten – wie das Eis in der von fiftyfifty angebotenen Edition. Doch andererseits finden wir in eben dieser Spiegelung auch zu uns selbst. Vielen alten Kulturen galt der Spiegel als Inbegriff des Lebens schlechthin, später verstand man ihn, nicht nur im Märchen, als Instrument der Erkenntnis.

All dieses fügt Fandler zu großformatigen Werken, die in all ihrem Fragen, in all ihrem Antworten stets das Geheimnis bewahren.