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Egor Galouzo - Biographie

Egor Galouzo (Yahor Haluza).

geboren in Minsk, Weissrussland (Belarus).

1992-96 Studium an der weissrussischen Kunstakademie, Minsk, (ohne Abschluß)

2001-2002 Studium der Freien Kunst an der Kunstakademie Düsseldorf (Gaststudent, Klasse Prof. Gerhard Merz)

2005-2010 Studium der Freien Kunst an der Kunstakademie Düsseldorf (Klasse Prof. Jörg Immendorff, Klasse Prof. Hubert Kiecol und Prof. Rosemarie Trockel).

Ausstellungen (Auswahl).

1992 „ Die unterrichten die nicht gute Kunst“, Galerie Ark, Kunstpalast, Minsk, Belarus

1993 „Zebar“ Galerie „Sixth Line“ Minsk, BY

1994 „Liebschaft“ Respublikanische Galerie der Künstlerunion, Minsk, BY

„Junger Künstler aus Spanien und Weissrussland“ Staatskunstmuseum, Minsk, BY

Performance „Friends from Minsk“ Galerie „Grünes Haus“, Gomel, BY

1995 „The house of People Friendship“, Belarusian Union of Friendship, Minsk, BY

1997 „Todesschaft“ Galerie „Sixth Line“ Minsk, BY

1998 „Fairy Tale“ KulturKontakt Wien, Austria. Einzelausstellung.

„Information“ Galerie „Salz Lager“ Vitebsk, BY.

1999 „Description Representation Paradox“, Sommerkunstakademie, Salzburg, Österreich.

2000 „Hollywood“ Künstlerhaus, Boswill, Schweiz. Einzelausstellung.

2001 „Dach“ Galerie im Küstlerhaus Tacheles, Berlin, Deutschland.

2002 „Spin“ Goethe-Institut Vilnius, Litauen

2007 „Cafe International“ Goethe-Institut, Dresden

„Von Pferden und Affen“ Ludwig Museum Koblenz.

2008 „Unmodern Normalism“ Goethe-Institut, Rotterdam Holland.

„Gallery Hasen Prize 2008“ Galerie Hasen, Düsseldorf.

„205“ das Seewerk, Moers.

„Turbulent Waves - Experimental Space“ Sichuan Akademie, Chengdu, China.

„Good-By 2“ Festival der belarusischen Kultur in Berlin

2009 „Now, respiration of the side story“ Kunst Forum Jafro, Künstlerhaus Okayama, Japan.

2010 „Träger“ Ringstube, Mainz

„Alla Gloria Militar“ Aircraft Gallery, Bratislava, Slovakei.

Stipendien:

1998 KulturKontakt Gastatelier, Wien, Österreich.

1999 Sommerkunstakademie, Salzburg, Österreich .

2000 Stipendium Kanton Aargau, Stiftung Kunstlerhaus Boswill, Schweiz.

Rheinische Post 02.03.2012

Dinosaurier in Öl

Wenn sich fleischfressende Dinosaurier über ihre vegetarisch lebenden Verwandten hermachen, schlägt so manches Jungenherz schneller. Auch Egor Galouzo war in seiner Kindheit von diesen Urtieren fasziniert.

In seiner ersten Einzelausstellung präsentiert der Maler einige Großformate, auf denen er längst untergegangene Landschaften und ausgestorbene Tiere beim Kampf um Leben und Tod zeigt. "Zitate" heißt die Kunstschau, die heute in der fiftyfifty-Galerie eröffnet wird.

"Erinnerungen an meine Kindheit und Besuche in naturhistorischen Museen spielten beim Malen tatsächlich eine Rolle", sagt der 37-Jährige mit Blick auf die Dino-Serie. Als Jugendlicher entdeckte er die Lust am Malen. Ein Kunst-Studium war sein Wunsch, doch bis er bei einem der bekanntesten deutschen Künstler lernte, nahm Galouzo einige Umwege in Kauf.

Von Minsk über Wien an den Rhein

Erst studierte er in seiner Heimatstadt Minsk in Weißrussland, später in Münster und Wien. An die Kunstakademie Düsseldorf kam er durch einen Bekannten, und Galouzo hatte Glück: Er wurde einer der Assistenten des erkrankten Jörg Immendorff. Galouzo sieht diese Zeit ganz nüchtern. "Es war nur ein Job", sagt er bescheiden.

"Ich habe für Immendorff gemalt, und er hat die Feinheiten gemacht." Immendorff war offensichtlich mit der Arbeit seines Assistenten zufrieden und sagte eines Tages: "Komm' in meine Klasse." Mit Immendorffs großem Namen möchte Galouzo gar nicht so gern verbunden sein. Fast scheint es ihm unangenehm, als scheue er den Vergleich.

Seit Ende seines Studiums arbeitet er in einem kleinen Atelier in Bilk. "Jahre der Orientierung" nennt Galouzo diese Zeit, in der er zahlreiche große Bilder schuf, ohne sich – wie viele seiner Kommilitonen – um Ausstellungsplätze und Galerien zu bemühen. Dass er nun in der fiftyfifty-Galerie seine erste Einzelausstellung hat, ist einem wenig erfreulichen Umstand zu verdanken.

Sein Studentenvisum endete, und auch sein Künstlervisum währt nicht mehr lange. Hilfe bei diesem Problem bekommt Galouzo von einem Anwalt, der eines Tages die Bilder seines jungen Mandanten sah. Der Jurist empfahl sie Hubert Ostendorf, dem Geschäftsführer der fiftyfifty-Galerie, und setzte damit ein Kette von Ereignissen in Gang.

Denn Ostendorf war begeistert: "Die Dino-Serie ist modern und drückt eine angenehme Leichtigkeit aus", sagt er. Sein Lieblingsbild hingegen ist ein kleineres Format. Es ist wesentlich unauffälliger ist als die Dino-Motive. Das Ölgemälde zeigt einen Schimpansen, der vor einem Spiegel hockt und mit seinen Fingern vorsichtig über sein Abbild streicht. Für dieses Bild nutzte Galouzo ausschließlich Braun und Schwarz, so dass Fell, Rücken und Gesicht des Affens nur mit intensivem Blick wahrzunehmen sind. Ostendorf vermutet, Galouzo ließ sich von Immendorff inspirieren – der Meister hatte eine Vorliebe für Primatenabbildungen. Der junge Maler schüttelt den Kopf. "Nein, mit Immendorff hat mein Bild nichts zu tun", sagt er. "Ich habe viele eigenen Ideen." Etwas trotzig wirkt er dabei, wie ein kleiner Junge, der seinen Willen haben möchte.

Namhafte Bewunderer hat Galouzo schon. Ostendorf schickte einige Fotos der Gemälde an Kay Heymer, Leiter der Abteilung "Moderne" im Museum Kunst Palast. "Galouzo ist ein integrer Maler, und die fiftyfifty-Galerie leistet wichtige Arbeit", sagt Heymer. Er wird heute die Eröffnungsrede halten.

Galouzo staunt über so viel Aufmerksamkeit. Mit einem Blick auf seine Bilder an den Wänden der fiftyfifty-Galerie scheint er selbst von seiner Arbeit beeindruckt. "Ich habe meine eigenen Bilder noch nie in einer solchen schönen Zusammenstellung gesehen."