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Thomas Huber - Biographie

Beharren auf Gegenständlichkeit

Thomas Huber schafft Benefizkunst für fiftyfifty

Thomas Huber selbst kann seine Bilder am besten erklären. Und das tut er gern und ausführlich – in den vielen „Reden“, die zu seinen Werken gehören. Darin beschreibt er nicht nur das Sichtbare auf der Leinwand, er macht auch den Entstehungsprozess deutlich, begründet seine Komposition, benennt Ziel und Motiv. Seinen Ursprung mag das darin haben, dass Malerei, wie Huber sie verstand, ziemlich verpönt war, als er damit begann. Zur Nachahmung der Wirklichkeit mochte sie keiner mehr einsetzen, auch alle Varianten der Abstraktion schienen erprobt. Der Ausflug in den Neoexpressionismus blieb eine heftige, aber kurze Episode: Die Jungen Wilden der 80er Jahre hatten sich schnell ausgetobt, der Trend zu „Gefühl und Härte“ – eine Reaktion auf die Dominanz der Concept- und Minimal-Art – währte nur ein Jahrzehnt. Bald darauf gaben Modellbauer und Kontextkünstler den Ton an, Fotografie und Video verwiesen das Tafelbild auf den hintersten Rang. Traditionelle Techniken hatten (damals wie heute) im Kunstbetrieb wenig Chancen.

Dennoch ließ Huber sich nicht beirren. Er beharrte auf Gegenständlichkeit und handwerklicher Perfektion. Zu jedem seiner enzyklopädischen Gemälde entsehen zahlreiche Vorstudien, Skizzen, Aquarelle, gelegentlich Modelle. Einige von ihnen erleben ihre Wiedergeburt als Bild-im-Bild, werden zu Elementen eines raffinierten Bezugssystems, aus dem sich immer andere Bildräume, immer neue Schöpfungen entwickeln.

Auszug aus: Marion Leske „Über Thomas Huber“

„Der volle Krug und der Krug, der sich ergießt, als Symbol des Teilens.“ Thomas Huber im Gespräch mit fiftyfifty.

Thomas Huber, geb. 1955 in Zürich. 1979 Royal College of Art, London. 1980-83 Staatliche Kunstakademie Düsseldorf bei Prof. Fritz Schwegler. 1992-99 Professor an der Hochschule für Bildende Kunst, Braunschweig. Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland. Diverse angesehene Auszeichnungen und Preise.