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Weiwei Ai - Biographie

aus Wikipedia



Weiwei wurde 1957 als Sohn von Gao Ying und des chinesischen Dichters und Regimekritikers Ai Qing (艾青, 1910–1996) geboren.[1] Infolge der 20-jährigen Verbannung des Vaters wuchs er zunächst in der Mandschurei und in Xinjiang auf. 1978 schrieb er sich an der Pekinger Filmakademie ein und studierte dort unter anderem mit den chinesischen Regisseuren Chen Kaige und Zhang Yimou. 1979 war er ein Gründungsmitglied der Künstlergruppe Stars Group, die eine chinesische Kunst nach staatlicher Leitlinie ablehnte. Von 1981 bis 1993 lebte er in den USA, vor allem in New York City, und beschäftigte sich in dieser Zeit vor allem mit Performance, Konzeptkunst, Dadaismus und Pop Art. Während seines Aufenthalts in New York schloss er ein Studium an der Parsons School of Design ab. 1993 kehrte er wegen der Erkrankung seines Vaters wieder nach Peking zurück, wo er auch heute noch im Kunstbezirk Dashanzi lebt. Ai Weiwei ist mit der Künstlerin Lu Qing verheiratet. Aus einer außerehelichen Beziehung, die ihn außerdem dem strafrechtlichen Vorwurf der Bigamie aussetzte,[2] entstammt Sohn Lao (ca. *2008), der bei seiner Mutter Wang Fen in Berlin lebt.[3] 1994 gründete er die Galerie China Art Archives and Warehouse für experimentelle Kunst in Peking.



Wegen seines politischen und gesellschaftlichen Engagements ist er regelmäßig Repressalien durch chinesische Behörden und die Polizei ausgesetzt.[4] Bei einem Polizeieinsatz aufgrund von Recherchen zum Erdbeben in Sichuan erlitt er vor einem Prozess gegen seinen Mithelfer Tan Zuoren Anfang August 2009 eine Hirnblutung, weshalb er später im Klinikum Großhadern operiert wurde.[5] Im Herbst 2010 verfügte die Stadtverwaltung von Shanghai die Räumung des Gebäudes, in dem sich sein Atelier befand.[6] Als Ai Weiwei daraufhin eine „Abriss-Party“ ankündigte, um die Öffentlichkeit auf die geplante Zwangsräumung des Gebäudes hinzuweisen, wurde er am 5. November 2010 von den Behörden für zwei Tage unter Hausarrest gestellt. Zu der Feier hatten sich nach telefonischen Angaben Ai Weiweis ca. 1.000 Besucher mit Internetzugang angemeldet.[7] Die Party fand mit ca. 800 Personen ohne den Gastgeber statt. Presseberichten und der Deutschen Presseagentur zufolge sprach sich Ai Weiwei am 6. November gegen die Umweltzerstörung und die mangelnden Bildungschancen in China aus und kritisierte: „Die Regierung, das gesamte System […] opfert Bildung, Umweltressourcen und die Interessen der meisten Menschen, nur damit einige wenige Menschen mit Verbindung zur Regierung extrem reich werden können.“[8]



 



Schriftzug „Release Ai Weiwei“ am Gebäude der Tate Modern in London, die 2010/2011 die Installation Sunflower Seeds ausstellt.



Am 11. November 2010 informierte Ai Weiwei die internationalen Medien darüber, dass er ein behördliches Schreiben erhalten habe, in dem er aufgefordert wurde, das Gebäude, in dem sich sein Studio befindet, vor dem 21. November auf eigene Kosten abzureißen. Gleichzeitig machte der Künstler bekannt, dass Ziao Lianhai mit der Begründung, er habe soziale Unruhen angeheizt, zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden sei, weil er Elterngruppen zur Aufdeckung des Babynahrungsskandals aus dem Jahre 2008 gegründet hatte. Den Grund für den zunehmenden Druck seitens der Shanghaier Behörden sieht Ai Weiwei in seiner politischen Aktionskunst.[9] Anfang Dezember 2010 wurde Ai Weiwei erstmals daran gehindert, aus der Volksrepublik China auszureisen. Dies wird in Verbindung gebracht mit der Verleihung des Friedensnobelpreises an den Regimekritiker Liu Xiaobo in Oslo, der an der Übergabezeremonie am 10. Dezember 2010 nicht teilnehmen konnte, weil er aus politischen Gründen inhaftiert gewesen ist.[10] Das Atelier wurde am 11. Januar 2011 abgerissen.[11] Fotoaufnahmen des Studios und dessen Zerstörung veröffentlichte Ai Weiwei im Juli 2011 auf seiner Google+-Seite.



Im März 2011 wurde bekannt, dass Ai Weiwei ein Atelier in Berlin-Schöneweide zu erwerben beabsichtigte, um mit seinem Team einen zweiten Platz neben dem Pekinger Studio zu haben.[12]



Am 3. April 2011 wurde Ai Weiwei auf dem Weg nach Hongkong am Pekinger Flughafen von der chinesischen Polizei festgenommen und bis auf weiteres inhaftiert.[13][14] Er soll sich wegen nicht näher benannter „Wirtschaftsverbrechen“ vor Gericht verantworten.[15] Wenige Tage zuvor kam der deutsche Außenminister Guido Westerwelle zu einem Staatsbesuch nach China und eröffnete dabei die Ausstellung Kunst der Aufklärung im Nationalmuseum in Peking. Ai Weiwei stand zwar auf der Einladungsliste der deutschen Veranstalter, wurde aber seitens der chinesischen Autoritäten nicht zur Eröffnungszeremonie zugelassen.[16] Er hatte nämlich zuvor verlautbart, Deutschland zeige ausgerechnet am Platz des Himmlischen Friedens, wo 1989 die Protestbewegung gewaltsam beendet worden war, diese Ausstellung und das zu einem Zeitpunkt, als die Unterdrückung erneut gesteigert wurde.[17]



Die Inhaftierung von Ai Weiwei durch die chinesische Polizei war der vorläufige Höhepunkt im politischen Kampf des Künstlers. Zur TED-Konferenz in den USA ließ Ai Weiwei eine Videobotschaft verbreiten, die zeigte, mit welchen Mitteln die chinesische Regierung den Künstler überwacht und versucht einzuschüchtern.[18] Die Ehefrau des Künstlers hatte Redeverbot, mehrere seiner Mitarbeiter waren ebenfalls „verschwunden“, vorübergehend auch sein Anwalt Liu Xiaoyuan. Indessen hatte einerseits eine Medienkampagne mit Anschuldigungen gegen Ai Weiwei begonnen, und andererseits gab es vermehrt internationale Protestaktionen gegen seine Inhaftierung.[19][20]



Am 20. April 2011 wurde bekannt gegeben, dass Ai Weiwei eine Gastprofessur an der Universität der Künste in Berlin erhalten soll.[21] In einem Interview mit einer Berliner Tageszeitung betonte seine Schwester die enge Verbundenheit Ai Weiweis mit Berlin.[22] Am 23. April 2011 veröffentlichten ungefähr 100 Erstunterzeichner, darunter Sinologen und Vertreter aus Kultur und Wirtschaft, den Berliner Appell zur Freilassung Ai Weiweis.[23][24] Auch der Schweizer Innenminister Didier Burkhalter äußerte seine Besorgnis,[25] und der deutsche Staatsminister und Kulturbeauftragte Bernd Neumann forderte die Freilassung Ai Weiweis.[26] Die Akademie der Künste in Berlin nahm Ai Weiwei am 7. Mai 2011 in ihre Reihen auf, und zwar, wie ihr Präsident Klaus Staeck verlautbarte, einmal wegen seiner künstlerischen Bedeutung, aber auch aus politischer Solidarität. In einigen Metropolen Europas, z. B. in London und Nordamerikas sind als Reaktion auf Ai Weiweis Verschwinden kurzfristig Ausstellungen seiner Werke organisiert worden. Überdies gibt es politischen Druck auf Regierungschef- bzw. Außenministerebene und vielfältige andere Manifestationen.[27] Der damalige deutsche Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung Markus Löning teilte nach einem fünftägigen Besuch in China, bei dem er neben Politikern auch Journalisten, Künstler u. a. Vertreter der Zivilgesellschaft getroffen hatte, auf einer Pressekonferenz am 19. Mai 2011 mit, er halte das deutsch-chinesische Verhältnis durch das Vorgehen gegen Ai Weiwei für „belastet“. Ai Weiwei werde – entgegen rechtsstaatlichen Gepflogenheiten – weiterhin an einem unbekannten Ort ohne anwaltliche Vertretung festgehalten. Die Repression, insbesondere gegen Blogger, nehme weiter zu, die chinesischen Regierungsvertreter hätten seine Argumente „vom Tisch gefegt“.[28]



Das chinesische Außenministerium wies auf einer Pressekonferenz am 10. Mai 2011 die Berichterstattung in der deutschen Öffentlichkeit und die Anfragen deutscher Journalisten mit der Begründung zurück, die deutschen Medien sollten die „Souveränität der chinesischen Justiz“ respektieren. Ai Weiwei würden Wirtschaftsdelikte vorgeworfen, und die Außenwelt sollte die laufenden Ermittlungen nicht kommentieren. Weiter hieß es: „Niemand hat das Privileg, sich über das Recht zu stellen oder die Grenzen des Gesetzes zu überschreiten, nur weil er von jemandem im Westen geschätzt wird.“[29] Während eines Besuchs von Gremien der Europäischen Union Mitte Mai 2011 bezeichnete der stellvertretende chinesische Außenminister die Kritik der Europäer zudem als „herablassend“.[30]



Ein erstes öffentliches Lebenszeichen gab es am 15. Mai 2011, als die Ehefrau Lu Qing nach längerem Bitten um Besuchserlaubnis kurzfristig zur Polizeidienststelle gebeten und von dort zu einem unbekannten Ort – eventuell in eins der sogenannten Gästehäuser der Polizei – gefahren wurde, wo sie Ai Weiwei ca. 20 Minuten lang in Anwesenheit von Bewachern sprechen konnte. Alle Themen, die mit seinem Verschwinden in Zusammenhang stehen, durften nicht erörtert werden. Nach Auskunft ihres Anwalts Liu Xiaoyuan trug Ai Weiwei bei dem Treffen Zivilkleidung, war medikamentös versorgt und konnte im Garten Spaziergänge machen.[31] Ai Weiweis Schwester und Mutter gaben bekannt, sie seien erleichtert, dass er sich in einem guten gesundheitlichen Zustand befinde und nicht misshandelt worden sei.[32]



Die chinesische Presseagentur Xinhua sowie Regierungszeitungen berichteten seit dem 20. Mai 2011, Ai Weiwei habe in großem Umfang Steuern hinterzogen. Diese Vorwürfe wiesen die Angehörigen mit der Begründung zurück, der Künstler solle auf diesem Weg politisch mundtot gemacht werden.[33] Am 22. Juni 2011,[34] zweieinhalb Monate nach seiner Verhaftung, wurde Ai Weiwei laut einer Meldung der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua nach Hinterlegung einer Kaution freigelassen. Er habe ein Geständnis wegen Steuerflucht abgelegt und sei chronisch krank.[35] Die Haftentlassung des Künstlers unter Auflagen, so durfte er nicht mit Journalisten reden und darf Peking ein Jahr lang nicht verlassen, erfolgte wenige Tage vor dem Staatsbesuch des chinesischen Premierministers in Berlin.[36] Eine Sprecherin von Amnesty International bezeichnete die Freilassung als kleinen positiven Schritt, monierte jedoch, dass die Haft auch nach chinesischer Gesetzgebung illegal gewesen sei.[37] Wenige Tage später kamen auch seine vier ebenfalls verschwundenen Mitarbeiter wieder auf freien Fuß. In der chinesischen Presse gab es keine Berichterstattung über diese Vorgänge. Lediglich die englischsprachige Global Times veröffentlichte die Meldung von Xinhua.[38]



Ai Weiwei wurde Anfang Juni 2011, vorbehaltlich seiner Zustimmung, in die Akademie der Künste, Berlin aufgenommen. Nach seiner bedingten Freilassung gab er „mit großer Freude“ sein Einverständnis.[39] Auch die Gastprofessur an der Berliner Universität der Künste will Ai Weiwei antreten, jedoch liegt bisher keine Genehmigung der chinesischen Behörden vor, die ihm eine Ausreise erlauben würde.[40]



Mediendatei abspielen



Interview mit Ai Weiwei ausgestrahlt auf der re:publica 2013 (englisch)



Nachdem Anfang November 2011 bekannt geworden war, dass der Künstler 1,7 Millionen Euro Steuern nachzahlen sollte, ging eine hohe Summe auch anonymer Spenden, vor allem aus dem Inland, ein. Ai Weiwei zahlte fristgemäß die berechnete Steuerschuld ohne den Strafzuschlag als Kaution, um anschließend auf rechtlichem Wege Berufung einzulegen. Wenig später kam nach Angaben Ai Weiweis zu dem Vorwurf der Steuerhinterziehung eine Anschuldigung wegen Pornografie hinzu.[41] Die Polizei verhinderte, dass Ai Weiwei am 20. Juni 2012 an einer Anhörung im Laufe des von ihm angestrengten Berufungsprozesses teilnehmen konnte.[42] Nachdem nach Ablauf eines Jahres am 21. Juni 2012 die Aufenthaltsbeschränkung teilweise aufgehoben worden war, gab Ai Weiwei bekannt, dass er seinen Pass nicht zurückbekommen habe und somit weiterhin nicht ausreisen dürfe. Die Behörden werfen ihm nach eigener Aussage Bigamie, illegalen Devisenhandel und Verbreitung von Pornografie vor. Der Künstler weist diese Vorwürfe zurück und fordert, dass er die zahlreichen Einladungen zu Auslandsreisen annehmen kann. Einen Gang ins Exil plane er nicht.[43] Seine Berufung im Steuerhinterziehungsprozess wurde am 20. Juli 2012 verworfen. Auch der Urteilsverkündung musste Ai Weiwei fernbleiben.[44]



Die Verleihung des Literaturnobelpreises 2012 an Mo Yan nannte Ai Weiwei einen „ernsten Fehler“, da dieser nicht die Menschenrechtsverletzungen beanstande, vielmehr als Vizepräsident des Schriftstellerverbandes ein offizielles Amt wahrnehme. Dies sei für Künstler in China, die unter der Zensur zu leiden hätten, eine „tragische Entscheidung“.[45]



Nach regierungskritischen Äußerungen im Rahmen der Proteste in China 2011 war er seit dem 3. April 2011 an einem unbekannten Ort in Haft. Ihm wurde ein Wirtschaftsdelikt vorgeworfen. Der Sprecher des Außenministeriums Hong Wei erklärte: „Provokante Menschen wie Ai Weiwei muss man im Zaum halten.“[46] Am 22. Juni 2011 wurde Ai Weiwei unter strengen Auflagen[47] und gegen Kaution freigelassen. Am 22. Juli 2015 erhielt Ai von den Behörden seinen Pass zurück, womit ein Reiseverbot für den Künstler geendet hat, das seit der Verhaftung 2011 in Kraft war.[48]



Laut ORF postete Ai Wei Wei am 5. Oktober 2015 via Instagram Fotos mehrerer bei der Renovierung seines Studios in Peking gefundener Abhörwanzen.[49]



Am 1. November 2015 stellte sich Ai Weiwei an der Berliner Universität der Künste als Gastprofessor vor. [50]



Werk



Ai Weiwei kommentiert in seinem Werk die gravierenden Veränderungen, die in China seit der wirtschaftlichen Öffnung des Landes stattfinden. Er kritisiert die Verstöße gegen die Menschenrechte, wirtschaftliche Ausbeutung und Umweltverschmutzung in seiner Heimat und bezieht sich formal nicht nur auf künstlerische Traditionen Chinas, sondern auch auf den Mitbegründer der Konzeptkunst und Wegbereiter des Dadaismus Marcel Duchamp. In Installationen verwendet er Objekte wie Antiquitäten oder spirituelle Gegenstände, um sie in einen neuen Zusammenhang zu stellen. Regelmäßig nimmt er an Performances teil, auch im Rahmen seiner Ausstellungen. Ai Weiwei gehört zu den international bekanntesten Vertretern der zeitgenössischen chinesischen Kunst.



In seinem Werk beschäftigt sich Ai mit vielfältigen künstlerischen Ausdrucksformen, unter anderem schuf er Bilder, Bücher, Filme, Häuser, Installationen, Photographien und Skulpturen.



Architekturprojekte



Ai Weiwei stand dem Schweizer Architekturbüro Herzog & de Meuron als künstlerischer Berater bei der Konstruktion des Nationalstadion Pekings für die Olympischen Sommerspiele 2008 zur Seite. Im Dokumentarfilm Bird’s Nest – Herzog & de Meuron in China war er einer der Protagonisten. Ai hatte zwar Herzog & de Meuron zu Beginn des Projektes beraten, dieses jedoch später vehement als megaloman und inadäquat kritisiert. Dies zeigte sich schließlich auch in der unverhältnismäßig hohen Kostenüberschreitung, welche sogar zur Diskussion über den Abbruch des Bauvorhabens führte.



Kurz vor der Eröffnungsfeier der Spiele verzichtete er auf die Teilnahme.[51]



Ebenfalls in Zusammenarbeit mit Herzog & de Meuron kuratierte Ai das fehlgeschlagene Architekturprojekt Ordos 100, eine Wohnsiedlung in der Nähe der Stadt Ordos in der Inneren Mongolei. Dabei sollten 100 Villen von 100 Architekten aus 27 Ländern, ausgewählt von Herzog & de Meuron, entworfen werden.



Bücher



Nach seiner Rückkehr nach China verlegte Ai drei Bücher, in denen er zeitgenössischen chinesischen Künstlern die Möglichkeit gab, ihre Vorgehensweise zu erklären (The Black Cover Book, 1994; The White Cover Book, 1995; The Grey Cover Book, 1997).



Filmprojekte



Zwischen 2003 und 2005 schuf Ai mehrere Langfilme über die mit Verkehr überfüllten Straßen von Peking. In den Filmen Beijing: The Second Ring und Beijing: The Third Ring fährt die Kamera die Straßen des Chang’an-Boulevards und des zweiten und dritten Rings ab. Ai erläuterte die Filme als ein „fast mathematischer, un-emotionaler Weg, um die Ohnmacht der Menschen und die blinde Natur städtebaulicher Sanierung zu zeigen“.



Der Dokumentarfilm Ai Weiwei: Never Sorry von Alison Klayman (2012) zeigt Ausschnitte aus drei Jahren seines Lebens, darunter auch die Szene seiner Verhaftung 2011. Die deutsche Premiere fand auf der Documenta in Kassel statt.[52]



2017 erhielt er für den Dokumentarfilm Human Flow eine Einladung in den Wettbewerb der 74. Internationalen Filmfestspiele von Venedig. Der 140-minütige Film,[53] eine deutsch-amerikanische Koproduktion, beschäftigt sich mit künstlerischen Mitteln mit der weltweiten Flüchtlingskrise.[54]



Ausstellungen



Einzelausstellungen wurden vor allem in Australien, Belgien, China, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan, Südkorea und in den USA gezeigt. Er nahm an der 48. Biennale von Venedig, Guangzhou Trienniale 2002 in China, Biennale of Sydney 2006 und an der documenta 12 teil. Für die documenta gestaltete er das Projekt Fairytale und die Außenarbeit Template, die nach einem starken Unwetter kollabierte.[55]



2006 wurde im MMK Museum für Moderne Kunst in Frankfurt am Main die Installation territorial gezeigt. Hier wirkten seine Objekte zusammen mit den Installationen des amerikanischen Künstlers Serge Spitzer.[56]



2010 war vor dem Eingang zur Art 41 Basel auf dem Messeplatz von Ai Weiwei “Field, 2010” installiert.



2010/2011: The Unilever Series: Sunflower Seeds. Tate Modern, London. Auf dem Boden der früheren Turbinenhalle sind raumabdeckend ca. einhundert Millionen mit der Hand aus Porzellan gefertigte Sonnenblumenkerne ausgeschüttet, für die anfangs geplant war, dass sie von den Besuchern betreten werden können. Aufgrund des festgestellten Abriebs ist dies mittlerweile (Stand 5. November 2010) nicht mehr möglich.



2011: Im März 2011 sollte die zweite Werkschau von Ai Weiwei in Peking eröffnet werden. Doch der Künstler sagte die Ausstellung Mitte Februar selbst ab, da sie wegen der gleichzeitig stattfindenden Jahrestagung des Volkskongresses verschoben werden sollte.[57]



2014: Evidence, Martin-Gropius-Bau, Berlin[58]



2017/2018: Ai Weiwei, Good Fences Make Good Neighbors, New York City.[59]



Musikvideo und Platte



Seit Mai 2013 war im Internet das Video Dumbass (Explicit) zu sehen. Der Hongkonger Kameramann Christofer Doyle inszeniert darin Ai Weiweis Gefängnisaufenthalt im Jahre 2011. Die Musik dazu stammt von dem Rockmusiker Zuxiao Zuzhou. In China wurde das Video zensiert.[60][61]



Am 2. Juni 2013 wurde seine erste Pop-Platte mit dem Titel The Divine Comedy vorgestellt. Die Musik wurde von Zuxiao Zuzhou produziert.[62]



Einzelausstellungen



 



Reframe 2016, Ai Weiwei Studio, an der Fassade des Palazzo Strozzi im Oktober 2016



2. März 2008 bis 23. November 2008: Ai Weiwei,Groninger Museum, Groningen, Niederlande



25. Juli 2009 bis 8. November 2009: Ai Weiwei – ACCORDING TO WHAT ?, MORI ART MUSEUM, Tokio (JP)



12. Oktober 2009 bis 17. Januar 2010: So Sorry, Haus der Kunst in München.[63][64]



19. März 2010 bis 20. September 2010: Ai Weiwei – Barely Something, Museum DKM, Duisburg, Kurator: Roger M. Buergel



15. Juli 2010 bis 30. Oktober 2010: Ai Weiwei: Dropping the Urn, Museum of Contemporary Craft, Portland, OR (US)



2. Oktober 2010 bis 18. Dezember 2010: Ai Weiwei, Galerie Urs Meile, Lucerne (CH)



12. Oktober 2010 bis 2. Mai 2011: Ai Weiwei – Sunflower Seeds 2010, Tate Modern, London (GB)



2. Mai 2011 bis 15. Juli 2011: Circle of Animals/Zodiac Heads in New York City, Pulitzer Fountain, Grand Army Plaza at Central Park



12. Mai 2011 bis 26. Juni 2011 Somerset House, London



28. Mai 2011 bis 21. August 2011: Ai Weiwei – Interlacing, Fotomuseum Winterthur (CH)



1. Juli 2011 bis 24. Oktober 2011: Ai Weiwei – in der Sammlung DKM, Museum DKM, Duisburg, Kurator: Dr. Heike Baare



16. Juli 2011 bis 16. Oktober 2011: Ausstellung zu Architekturprojekten des Künstlers, Kunsthaus Bregenz(A)[65]



29. Juni 2011 bis 15. August 2011: Ausstellung von Fotos, die Ai Weiwei in den 1980er und frühen 1990er Jahren in New York aufgenommen hat, Asian Society New York, berichtet von dapd Nachrichtenagentur am 29. Juni 2011 (online)



17. September 2011 bis 5. Februar 2012: Ai Weiwei – Interlacing, Kunsthaus Graz, Graz, Österreich



4. Dezember 2013 bis 16. März 2014: According to What?, Pérez Art Museum Miami, Florida, USA



3. April 2014 bis 7. Juli 2014: Evidence, Martin-Gropius-Bau, Berlin



19. September bis 13. Dezember 2015: Ai Weiwei, Royal Academy of Arts, London



Februar 2016: Schwimmwesten-Installation am Konzerthaus am Gendarmenmarkt in Berlin[66]



Juli 2016 wurde die Installation F Lotus von Ai Wei Wei aus von Flüchtlingen benutzen Schwimmwesten im Teich des Schlosses Belvedere, Wien eröffnet. Zwei Löwenfiguren von ihm stehen schon im Garten, eine Papierfigur hängt im Raum.[67]



14. Juli 2016 bis 20. November 2016: Ai Weiwei, translocation – transformation, 21er Haus, Wien



23. September 2016 bis 22. Januar 2017: Ai Weiwei. Libero, Palazzo Strozzi, Florenz[68][69]



24. September 2016 bis 19. Februar 2017: Ai Weiwei Geknetes Wissen, Kunsthaus Graz[70]