„Deutschkunde II“ ...

... knüpft an den Erfolg des ersten fiftyfifty-Karikaturenbandes an, der in zwei Auflagen eine große Verbreitung gerade unter jungen Menschen gefunden hat. Paul Spiegel, Vorsitzender des Zentralrates der Juden in Deutschland, und der US-amerikanische Publizist Alan Posener haben je ein Vorwort geschrieben, Bundespräsident Horst Köhler hat ein Grußwort in Aussicht gestellt.

Hardcover ca. 100 Seiten (A4), ca. 120 Karikaturen von über 70 Top-ZeichnerInnen

Erst lachen – dann denken

Ausstellung: Deutschkunde – Karikaturen gegen rechte Gewalt. Von Simon Rafael

Erst sind sie lustig, dann sind sie fies: Bei Karikaturen zum Thema Rechtsextremismus bleibt dem Betrachter oft das Lachen im Hals stecken. Die Zeichnungen liefern einen leichten Zugang zu einem schwierigen Thema, und deshalb gibt es jetzt eine Wanderausstellung von Werken der bekanntesten Karikaturisten für Schulen und Jugendclubs. Erste Station ist das Friedrichsgymnasium Frankfurt/Oder.

Vom Schulhof des Friedrichsgymnasiums in Frankfurt/Oder bis in den ersten Stock läuft eine Linie auf dem Fußboden. Sie weist den Weg zur Ausstellung „Deutschkunde - Karikaturen gegen rechte Gewalt“, die hier ihre Premiere hatte. Die Linie ist ein cleveres Wegeleitsystem mit einem traurigen Hintergrund: Sie besteht aus Artikeln über rechtsextreme und rassistische Vorfälle in Brandenburg. Der Weg vom Hof in den ersten Stock ist nicht gerade kurz. Dort wartet die Ausstellung, deren Präsentation von den „Schweißwarzen“, der Schülerprojektgruppe „Schule ohne Rassismus“ am Friedrichsgymnasium, liebevoll gestaltet ist: Mit Packpapier sind die Wände abgehangen. Daran hängen 35 Karikaturen von ZeichnerInnen wie Haderer, Marunde, Marx, Gernhardt u. a. Manche sind ganz einfach zu durchschauen, andere sind hintersinnig gestaltet, erschließen sich erst, wenn man die richtigen Sachinformationen hat. In neben den Bildern hängenden Büchern können BesucherInnen ihre Kommentare zu jeder Zeichnung abgeben. Die Ausstellung „Deutschkunde - Karikaturen gegen rechte Gewalt“ selbst ist ein Gemeinschaftsprojekt der Regionalen Arbeitsstelle für Ausländerfragen, Jugendarbeit und Schule Berlin (RAA), der Opferperspektive Brandenburg und von Utopia e.V. aus Frankfurt/Oder. Die Kooperationspartner haben die Ausstellungstafeln hergestellt und didaktisches Material erarbeitet, damit Lehrer und Lehrerinnen die Karikaturen auch in ihren Unterricht integrieren können. Jetzt können Schulen in ganz Deutschland die Ausstellung ausleihen.

Zwei Männer stehen strahlend zwischen den Schülern und Schülerinnen, die sich in die Karikaturen vertiefen: Es sind der Karikaturist Berndt A. Skott und der Geschäftsführer des Obdachlosenhilfevereins „fiftyfifty“, Hubert Ostendorf aus Düsseldorf. Berndt A. Skott war es, der die „Deutschkunde“ ins Leben gerufen hat: Der Zeichner wollte ein Zeichen setzten gegen Rechtsextremismus, und fragte seine Kollegen, ob sie ihn unterstützen würden. Alle spendeten Werke, von denen schließlich 81 im Buch „Deutschkunde“ im Verlag der fiftyfifty-Edition erschien. Und da Verleger Hubert Ostendorf auch engagierte Initiativen unterstützen wollte, gehen alle Gewinne des Buchs (bisher 4.000 Euro) als Spende an den Verein Opferperspektive, der sich um Opfer rechtsextremer Gewalt in Brandenburg kümmert. Aber von Anfang an wollten die beiden Männer, dass die Karikaturen dorthin kommen, wo sie junge Menschen am einfachsten erreichen: in die Schulen. „Ich bin absolut begeistert“, sagt Skott angesichts der Ausstellung im Friedrichsgymnasium, „genauso hatten wir uns das vorgestellt. Und alles von den jungen Leuten selbst organisiert, toll.“ Zur Ausstellungseröffnung in Frankfurt/Oder sind rund 50 Leute gekommen. Antje Simnack vom Verein Utopia e.V. ist mit der Resonanz sehr zufrieden: „Die Schüler sind interessiert, und einige Lehrer waren auch da.“ Am Projekt hat sie überzeugt, dass der Themenkomplex Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus durch Karikaturen einen besonders jugendgerechten Zugang bekommt.

Gefördert durch: Bundeszentrale für politische Bildung