Wohnungsloser inszeniert Stühle in der Landschaft

Wenn Django so seine Runden zieht, verkauft er nicht nur die Straßenzeitung fiftyfifty, auf deren Einnahmen er dringend angewiesen ist. Der 61-Jährige, der viele Jahre auf der Straße gelebt hat, ist seit Jahren als Foto-Künstler aktiv. Dabei macht er nicht einfach irgendwelche Schnappschüsse. Nein, Django ist so eine Art Konzeptkünstler. Seine Idee: Ein Symbol des Sesshaft-Seins den Unwirtlichkeiten und der Schönheit der Natur auszusetzen. Also: Stuhl in Landschaft. Einige hundert Fotos sind auf diese Weise entstanden. Der Variationsreichtum ist beeindruckend, mehr aber noch die Stringenz seiner künstlerischen Sichtweisen. Als Django hörte, dass fiftyfifty zum Photo Weekend am 6.2. (Vernissage 18 Uhr) eine Benefiz-Ausstellung für Wohnungslose veranstaltet, kam er mit zwei Bildern in der Galerie vorbei mit den Worten: “Die spende ich euch.” Einer, der selbst nichts hat, spendet für Housing First? Große Geste. So hängen also nun Djangos Bilder zwischen Werken von Andreas Gursky, Thomas Ruff, Thomas Struth, Wolfgang Tillmans und anderen. “Das macht mich sehr stolz”, sagt der Mann mit Cowboy-Hut, der schon viele Schicksalsschläge in seinem Leben erlitten hat. Am kommenden Freitag, bei der Eröffnung, ist er selbstverständlich dabei, um den hoffentlich zahlreichen Gästen seine künstlerische Fotografie zu erläutern.

 

Ludwig “Django” Marchlewitz: Weißer Stuhl im Volksgarten 1

C-Print auf Aludibond mit rückseitigen Trageleisten hinter Diasec

ca. 50 x 40 cm, Auflage 6,

verso nummeriert, datiert, handsigniert

200 Euro für die Wohnungslosenhilfe

(ein zweites Motiv in gleicher Größe und Auflage zum selben Preis)