Absurder Vorwurf gegen fiftyfifty-Streetworker

(ff). Am 20.02.2018 steht Johannes Dörrenbächer in Düsseldorf vor Gericht, weil er im Mai 2017 als Protest gegen eine Veranstaltung der AfD an einer Sitzblockade teilgenommen hat. Weil der fiftyfifty-Streetworker, bekannt auch für die alternativen Stadtführungen, die er zusammen mit Wohnungslosen durchführt, angeblich nicht unverzüglich aufgestanden sei, um Mitgliedern der AfD den Weg frei zu machen, soll er nun 2.500 Euro Strafe zahlen oder ersatzweise 50 Tage ins Gefängnis gehen. Johannes habe, so der offizielle Vorwurf, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte geleistet. Doch auf einem Beweisvideo, das fiftyfifty vorliegt und beim Prozess einbringen wird, ist deutlich zu sehen, dass Johannes friedlich auf dem Boden sitzt, zeitweise sogar liegt, und sich von den Beamten ohne Gegenwehr wegtragen lässt. Die Protestaktionen gegen die AfD fanden im Rahmen einer Kundgebung von Düsseldorf stellt sich quer (DSSQ) statt. Dieses Bündnis gegen Rechts, bei dem auch fiftyfifty mitwirkt, hatte zu der Blockade aufgerufen. Das Strafverfahren von Johannes steht in einer ganzen Reihe von Kriminalisierungsversuchen gegen verschiedene AktivistInnen. Übrigens: Schon 2006 hatte fiftyfifty-Gründer Hubert Ostendorf vor dem Düsseldorfer Hauptbahnhof gegen einen Nazi-Aufmarsch an einer Sitzblockade teilgenommen – ohne dass er in Folge angeklagt worden wäre. Die Zeiten sind rauer geworden.

fiftyfifty-Gründer Hubert Ostendorf im Jahr 2006 bei der Blockade eines Nazi-Aufmarsches.