Kaufen, helfen, lachen

Dadurch wird die ursprüngliche Idee, durch den Verkauf eines Magazins eine Alternative zum Betteln zu bieten, ins Gegenteil verkehrt. Hinzu kommt, dass bei sinkender Auflage irgendwann die Kostendeckung nicht mehr erreicht wird – noch ist es zum Glück nicht so weit. Denn fiftyfifty deckt alle Kosten außer denen für die Hilfsprojekte zu Gunsten Obdachloser durch den Verkauf der Zeitungen - OHNE Spenden dafür zu benutzen. Das ist einmalig in Deutschland.

Wie können wir außer durch journalistische Qualität die Auflage steigern, haben wir uns gefragt und Rat bei der für uns ehrenamtlich arbeitenden Top-Agentur HAVAS worldwide gesucht. Im Gespräch mit dem HAVAS-Experten Daniel Grube ist die Idee entstanden, der fiftyfifty einen Gimmick beizulegen. So haben wir dann fiftyfifty-Freund Jacques Tilly gebeten, einen Button zum Karnevalsauftakt am 11.11. zu gestalten. Gefragt, getan. Dass Ergebnis ist sehr lustig und will garantiert ganz Düsseldorf haben.

In Anwesenheit des Meisters präsentierte fiftyfifty den Button in den Räumen der fiftyfifty-Sozialberatung auf der Höhenstraße der Presse. Der Button liegt jeder November-Ausgabe der fiftyfifty in Düsseldorf bei – Hefte und Button sind in eine Folie eingeschweißt. Der Verkaufspreis bleibt bei 2,40 Euro, davon die Hälfte für die Verkäufer. Die Auflage wurde vorsichtshalber um 3.000 Hefte auf insgesamt 33.000 Exemplare erhöht. Natürlich gibt es die Buttons nicht separat – ohne das Heft.

 

Natürlich kann man eine derartige Werbung in eigener Sache auch kritisch sehen. Unserer Kulturredakteur Olaf Cless hat dies in seiner Glosse "neulich" auf Seite 11 des Novemberheftes getan. Wir liefern also mit dem Button zusammen den Verriss gleich mit.

Mick Jagger kann froh sein

Da hat doch Mick Jagger tatsächlich seine Fans in der Düsseldorfer Esprit-Arena mit einem herzhaften „Kölle Alaaf“ begrüßt. Der Altrocker hat echt Esprit. Und das (sehr viel) zahlende Publikum ebenfalls: Es verzieh ihm und genoss das Konzert – Kölle hin, Alaaf her. Um froh zu sein, bedarf es im Dorf an der Düssel offenbar doch nicht stets und ständig der Selbstvergewisserung, dass man kein Kölner ist. Für alle anderen in der Landeshauptstadt gibt es jetzt, da ab 11. 11. um 11 Uhr 11 der saisonale Frohsinn ausbricht, von fiftyfifty und Jacques Tilly, dem hiesigen Karnevals-Karikaturisten vom Dienst, als milde Gabe den Button mit dem lokalpatriotischen Mantra „Ich bin so froh, dass ich kein Kölner bin“. Die einen in unserem Team, die die Aktion lanciert haben, versichern, dass sie den Wappenlöwen und seinen Spruch sehr sehr lustig finden und führen reihenweise Testpersonen ins Feld, die ihn ebenfalls sehr sehr lustig finden. Die anderen, gewissermaßen die Menschewiki, zucken mit den Schultern, vermissen den Esprit, finden dieses ganze Städte-Bashing öde und abgedroschen und fragen sich, was wohl gewesen wäre, wenn Köln zufällig mit zum Verbreitungsgebiet von fiftyfifty gehören würde. Wäre, würde, hätte! Mick Jagger hat’s gut, er hat die Probleme nicht, die der Rheinländer hat. Alaaf!